Usbekistan: „legalisierte“ Verfolgung von Christen läuft weiter

Eine Eigenart der innerasiatischen Christenverfolgung ist es, auf diskriminierende, nichtsdestotrotz aber gültige, Gesetze zurückzugreifen und sowohl Justiz als auch Strafverfolgungsbehörden für den Kampf gegen die Gläubigen zu missbrauchen. Unter dem Einfluss Chinas und seiner dort „erprobten“ Methoden haben sich von Taiwan bis Indien, von Indonesien bis zum Kaukasus unterschiedliche Spielarten dieses himmelschreienden Unrechts eingebürgert.

Usbekistan

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So kommt jetzt nicht ganz unerwartet die Nachricht aus Usbekistan, dass im Februar und März 2013 eine Welle aktiver Verfolgung durch die Ermittlungsbehörden über das Land rollte. Als Beispiel dafür sei hier nur der vielleicht etwas unspektakuläre, weil „unblutige“, Fall der Familie Aschurow aus der Hauptstadt Taschkent genannt. Das Haus dieser protestantischen Familie wurde am 18. März 2013 während der Abwesenheit der Eltern (nur die Kinder waren mit einer Babysitterin zugegen) von Einsatzkräften der Polizei gestürmt und auf christliche Literatur „durchsucht“. (Was in Usbekistan so viel heisst, wie „verwüstet“.) Diverse christliche Bücher und Schriften wurden dabei konfisziert.

Vier Tage später, am 22. März 2013, wurden Aschraf und Nargisa Aschurow sowie der Babysitter vor den Strafgerichtshof des Uschteppa-Distrikts von Taschkent geladen, wo sie ihre Strafbefehle entgegennehmen „durften“. Eine aus Sicherheitsgründen nicht genannte Quelle berichtete der um die Religionsfreiheit in Zentralasien besorgten Monitorgruppe „Forum 18“ mit Sitz in Oslo von diesen Vorgängen. Aus dieser Quelle stammt ebenfalls die Beobachtung, dass die Hausdurchsuchung ohne entsprechende, richterliche Verfügung stattfand und es keinerlei Klärung über den Status der „Illegalität“ der aufgefundenen Schriften gibt. Mittlerweile wurden immerhin mehrere DVDs sowie eine Computerfestplatte, die ebenfalls konfisziert worden waren, an die Aschurows zurückgegeben.

Forum 18 macht sich immer wieder die Mühe, die verantwortlichen Personen für diese „juristische Verfolgung“ aufzuspüren und mit ihren Taten zu konfrontieren. Zumeist telefonisch werden sie zu ihrem Vorgehen befragt und erweisen sich dabei fast immer unfähig, ihre Taten tatsächlich zu rechtfertigen. So auch in diesem Fall. Der die Hausdurchsuchung leitende Polizeioffizier, Major Sahid Mukimow, konnte auf die Nachfrage von „Forum 18“, welche der christlichen Schriften, die er konfisziert habe, denn in Usbekistan illegal seien, keine Antwort geben. Auch die Frage nach dem Vorhandensein eines Durchsuchungsbefehls für das Anwesen konnte er nicht beantworten und verwies stattdessen darauf, dass die Kriminalpolizei die Durchsuchung veranlasst habe. Warum, wusste er ebenfalls nicht zu sagen. Der von Forum 18 mit den Fakten konfrontierte Vize-Chef der Taschkenter Kriminalpolizei, Asis Isakhanow, wiederum verwies darauf, dass es sich bei dem Einsatzteam um eine Truppe der Anti-Terror-Einheit gehandelt habe und er deshalb nicht genau wüsste…

Wir sehen: statt Aufklärung und Presse-Freiheit wird das „Pontius-zu-Pilatus“-Prinzip verfolgt und damit jeglicher Erhellung der Hintergründe inklusive den „bösen Journalisten“ von Forum 18 eine „lange Nase“ gedreht. Bezeichnend für viele Länder der Region, wenn es um Dinge wie Religionsfreiheit und die immer aktivere Rolle der staatlichen Behörden bei deren Unterdrückung zu Gunsten des Islam geht.

In jedem Falle wurde die Familie Aschurow zu einer bislang unbekannten, extremen Geldstrafe in Höhe mehrerer Mindestlöhne (umgerechnet ca. 3.900 US-Dollar, was in Usbekistan einen immensen Gegenwert darstellt) verurteilt und dies auch noch ohne eine Anhörung oder einen echten Prozess. Ist das schon die Scharia in Aktion ?

(Quelle: „persecution.org“ vom 13. April 2013)

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