Libyen: erneut Christen inhaftiert – Botschaft in Kairo geschlossen

Wie die „Maspero Youth Union“, eine der koptischen Kirche nahestehende Jugendbewegung aus den Tagen der „Revolution“ unlängst berichtete, sollen an der libyschen Grenze, nahe der Stadt Misrata, erneut vier Christen inhaftiert worden sein.

Ägypten

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Am Freitag, den 15. März 2013 sollen nahe Misrata erneut vier ägyptische Christen inhaftiert worden sein. Die Anklagepunkte, unter denen sie festgesetzt wurden, sind bislang unklar. Die MYU spricht von offener Christenfeindlichkeit. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es diverse Inhaftierungen in Libyen gegeben. Die Situation war letztlich „außer Kontrolle“ geraten, als ein inhaftierter Kopte, Ezzat Hakim Attalahin libyschem Gewahrsam verstarb (wir berichteten). In der Folge war es in diversen, ägyptischen Städten zu Protesten gegen die Behandlung ägyptischer Staatsbürger in Libyen gekommen.

Nun hat Libyen mit erneuten Verhaftungen und der Schließung seiner Botschaft in Ägypten reagiert. Spannungen zwischen den Nachbarländern werden so jedenfalls nicht abgebaut. Der neue, koptische Papst Tawadros II. hat sich angesichts der schwierigen Lage seiner Schäfchen in Libyen unlängst mit hohen Würdenträgern der Kirche getroffen, um sich zu beraten. Ebenso hält er Kontakt zum ägyptischen Außenminister Mohammed Kamil Amr, um sich über die Situation zu informieren. Diese „direkte“ Herangehensweise, über die auch in den Medien berichtet wird, stellt durchaus eine Novität im Verhalten des höchsten Repräsentanten der koptisch-orthodoxen Kirche dar. Seine Vorgänger versuchten sich meist an einem mehr indirekten Vorgehen. Mittlerweile haben sich auch politische Oppositionsgruppen Ägyptens zu den Vorgängen geäußert und sie zeigten sich schockiert über die Behandlung, die Ägypter im Nachbarland erfahren, beispielsweise bei ihrer Abschiebung.

Wie sich die Situation zwischen beiden Ländern weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Koptische Vertreter werfen jedenfalls der ägyptischen Regierung mit deutlich zu registrierender Häufigkeit ein mangelndes Engagement für ihre christlichen Staatsbürger im Ausland vor. Wieviel von diesen Vorhaltungen plausibel ist, wird auch die Zukunft zeigen.

(Quelle: „persecution.org“ vom 16. März 2013)

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