USA: Müssen wir in Zukunft mit mehr davon rechnen ? UPDATE

Den Fall des im Iran inhaftierten und verurteilten US-Bürgers Said Abedini habe ich Ihnen, liebe Leser dieses Blogs, bisher wissentlich unterschlagen. Andere Medien bis hin zu den säkularen Massenmedien haben den Fall sehr gut beobachtet und darüber informiert, da gab es bislang keinen Grund, eigene Artikel zu verfassen. Mittlerweile gibt es jedoch eine besorgniserregende Tendenz, über die ich hier hauptsächlich berichten will.

Saeed-Abedini-620x348Es gibt auch z. Bsp. die sehr gute Seite „savesaeed.org“, wo in Videos (auf Englisch) auf das Schicksal Saids aufmerksam gemacht wird, unter anderem durch seine Frau Naghmeh. Deshalb hier einleitend nur ein paar kurze Worte über Said Abedini: er ist ein iranischer Konvertit, der in die USA auswanderte und von dort aus den Menschen seiner alten Heimat weiterhin diente. Als Helfer bei Sozialprojekten für Kinder und als Ermutiger diverser Hauskirchen. Am 26. September 2012 wurde Said Abedini, mittlerweile ein Bürger der USA , von den iranischen Behörden festgenommen, wegen „Gefährdung der Nationalen Sicherheit“ angeklagt und am 27. Januar 2013 zu acht Jahren Haft verurteilt. Über die Haftbedingungen Saids gibt es mittlerweile diverse Mutmaßungen bezüglich Folter und gezieltem Druck, seinem Glauben abzuschwören. Aus dem Fall Youcef Nadarkhani sind ja ähnliche Dinge bekannt, weshalb die Gerüchte nicht ganz so abwegig erscheinen.

Nun hat die USA eine lange Geschichte, seine Staatsbürger auch im Ausland zu beschützen, für ihren Heimtransport in Notfällen zu sorgen und überhaupt in diversen Krisensituationen seinen Bürgern beizustehen. Manchmal vielleicht auch ein bischen jenseits des „Legalen“, wie der Film „Argo“ gerade wieder deutlich macht, gegen dessen Produzenten (u. a. Ben Affleck und George Clooney) die Mullahs jetzt sogar mit Hilfe einer französischen Anwältin klagen wollen. Aber das nur nebenbei bemerkt. Manch ein Marine starb auch schon bei schlecht koordinierten Rettungsaktionen für US-Staatsbürger weltweit.

Diese in der US-Außenpolitik „sichere“ Konstante, die von Regierungen ganz gleich ob Demokraten oder Republikaner das Kabinett und den Präsidenten stellten, immer eingehalten wurde, ist im Fall Said Abedini jetzt scheinbar in Gefahr. Zwar hat der neue US-Außenminister John Kerry den Fall Abedini mehrfach angesprochen, jedoch weigert sich seine Behörde bis heute beharrlich, eine Petition zur Freilassung Abedinis an den UN-Menschenrechtsrat einzureichen. Dies sei in etwa so, als ob

ein Anwalt für seinen Mandanten auf den Treppen des Gerichtsgebäudes eintrete, vor dem Richter jedoch kein Wort herausbringe

wie Jordan Sekulow vom „American Center for Law and Justice“ (ACLJ, eine Gruppe, die Menschenrechtsfälle wie den von Abedini, Nadarkhani und Irani beobachtet und öffentlich macht) unlängst verlauten ließ. Anläßlich einer Anhörung vor der US-Menschenrechtskomission des Kongresses am Freitag, den 15. März 2013, bei der u. a. auch Said Abedinis Frau Naghmeh gehört wurde, hat sich das Außenministerium einen weiteren „Lapsus“ geleistet, indem es, entgegen den politischen Gepflogenheiten in vergleichbaren Fällen, keinen Vertreter zu dieser Anhörung entsandte und somit nicht dazu befragt werden konnte, welche Maßnahmen es für Said Abedini zu unternehmen gedenkt.

Sekulow sowie einige andere Zeugen dieser Anhörung zeigten sich darüber empört, dass das „State Department“ hier ganz offensichtliches Desinteresse am Fall Said Abedini erkennen lasse. Der Abgeordnete Frank Wolf aus Virginia, Co-Vorsitzender des Menschenrechtskomitees, wird mit den Worten „ich konnte es kaum glauben“ zitiert, Jordan Sekulow ließ weiterhin folgendes hören:

Die US-Regierung ist hier „AWOL“ (absent without leave = „fahnenflüchtig“, Anm. d. Übers.). Die Abwesenheit des State Departments bei der Anhörung sei „verletzend“.

Die Weigerung des Außenministeriums, in dieser wichtigen Anhörung Stellung zu beziehen, kann man nur als verletzend für die Familie von Pastor Said auffassen, eines Mannes, der in einem der tödlichsten, iranischen Gefängnisse als Geisel gehalten wird. Anstatt vor dem Kongress zu erscheinen und die Freilassung von Pastor Said zu fordern, zeigt die Abwesenheit des Außenministeriums ein erschreckendes Desinteresse für einen Amerikaner, der unter falschen Anklagen inhaftiert wurde, nur wegen seines christlichen Glaubens.

Warum sollte nun diese „Petitesse“ aus Washington´s Alltag für uns, liebe Leser, interessant sein ? Weil sich hier langsam aber sicher ein Modus der US-Außenpolitik erkennen lässt, der keine guten Grundlagen haben kann. Denn es gibt weitere Beispiele. Das US-Außenministerium weigert sich z. Bsp. bis heute mit Zähnen und Klauen dagegen, die christenfeindlichen Vertreibungen und Massenmorde in Nigerias Nordprovinzen als „Terrorismus religiöser Natur“ anzuerkennen und dementsprechende Hilfsmaßnahmen zu genehmigen. Diese und andere Details deuten tatsächlich darauf hin, dass die Obama – Administration vom Standpunkt der verfolgten Christen die erste ist, die diese unterdrückte Religionsgruppe weltweit zu ignorieren und damit im Stich zu lassen scheint. Aus dem Blickwinkel der verfolgten Kirchen ist die Obama-Außenpolitik, um sie mal so zu nennen (ganz gleich, ob von Frau Clinton oder Herrn Kerry ausgeführt) gefährlich, ja geradezu bedrohlich, weil sie die Täter und deren Aktionen einfach ignoriert, oder wie in Nigeria schönredet. Dies ist tatsächlich eine neue Qualität der Außenpolitik. Über Bibelverbrennungen im Iran oder Kasachstan wird geschwiegen, während gleichzeitig bei jeder Androhung derselben Natur (so sinnlos ich persönlich das finden mag) gegen einen Koran in den USA sofort eine Geschäftigkeit in der Obama-Administration ausbricht, die an Hysterie grenzt und dann in tagelangen „Entschuldigungs“-Arien gipfelt. Der Präsident war sich vor ein paar Jahren nicht einmal zu schade, den exzentrischen Pastor Jones, der einen Koran abfackeln wollte, persönlich zu kontaktieren. Wo ist der Anruf Obamas bei Frau Naghmeh Abedini ?

Hier ist die Verhältnismäßigkeit keinesfalls mehr gewahrt und ein fatales Verständnis für gewaltbereite Muslime offenbart sich hier bis in die hintersten Winkel des State Departments, des Weißen Hauses und des Kongresses. Hier werden ungleiche Standards angelegt und wir können nur darüber spekulieren, warum das so ist. Said Abedini jedenfalls ist Christ und wird in einer islamischen Theokratie gefangengehalten, die nicht gerade als Hort der Rechtsstaatlichkeit bekannt ist. Eine Kombination, die offensichtlich das US-Außenministerium nicht besorgt macht. Das sollte wiederum uns besorgt machen, denn, machen wir uns nichts vor, das könnte genausogut das deutsche, französische, britische oder österreichische Außenministerium sein, dass verfolgte Christen der eigenen Staatsbürgerschaft nicht in den Fokus seiner Fürsorge aufnimmt. Das sollten wir wissen, wenn wir als Gläubige in Verfolgerstaaten fahren.

UPDATE: Das Video von der Aussage Naghmeh Abedinis vor dem „Tom Lantos“-Ausschuss des US-Kongresses vom 15. März 2013 kann AUF DIESER WEBSEITE angesehen werden.

(Quelle: „the christian post“ vom 15. März 2013)

Auch eine facebook-Seite zum Fall Abedini gibt es, die u. a. von dessen Frau Naghmeh mit Inhalten beliefert wird. Lesenswert !https://www.facebook.com/PrayForPastorSaeedAbedini

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