Libyen: inhaftierter Kopte gestorben

Wie die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ in einer Mitteilung bekanntgab, ist am vergangenen Sonntag, den 10. März 2013, der im libyschen Benghazi inhaftierte, koptische Christ Ezzat Hakim Attalah, gestorben.

Libyen_landkarteWir hatten unlängst davon berichtet, dass im post-Ghaddafi-Libyen praktisch sofort mit dem Ende des alten Regimes die Scharia eingeführt wurde und dass nun Nichtmuslime von einer Welle von unter mehr oder minder zweifelhaften Umständen zustandegekommenen Verhaftungen betroffen sind. Speziell in Benghazi und Umgebung sollen sich diverse, militante Banden, die nicht im Traum daran denken, ihre während der Anti-Ghaddafi-Aufstände erworbenen und erbeuteten Waffen an neue, staatliche Stellen abzugeben, dadurch auszeichnen, dass sie alle Nichtmuslime schikanieren und willkürlich internieren. So traf es auch am 28. Februar 2013 vier Ägypter christlichen Glaubens, von denen der o. g. nun unter bisher ungeklärten Umständen im Gewahrsam zu Tode gekommen ist. Bestimmte Quellen sprechen davon, dass der 45 – jährige Kopte Diabetiker gewesen sein soll und ihm die Medikamente verweigert wurden. Die IGfM spricht sogar von Quellen, die „Folter“ als Todesursache für möglich halten und die größte, ägyptische Tageszeitung „Al-Ahram“ schreibt gar von einer „Ermordung“ Attalahs.

Was auch immer letztlich die Todesursache gewesen sein mag, die willkürliche Inhaftierung Attalahs wegen vermeintlicher „Verbreitung des Christentums“ war in jedem Falle die Grundlage für sein vorzeitiges Ableben. Es darf auf Proteste der Obama-Regierung gewartet werden, die ja maßgeblich am Sturze Ghaddafis beteiligt war… Aber, ach, die haben ja nichtmal bei der Ermordung ihres eigenen Botschafters im vergangenen Jahr protestiert. Na, vielleicht ist der „neue“ John Kerry ja etwas deutlicher, als seine gar zu weiche und polit-korrekte Vorgängerin, Frau Clinton. In jedem Falle schreibt die IGfM:

Nach Angaben der IGFM sind in Libyen seit Februar zahlreiche ägyptischen Christen verhaftet worden. Rund 100 ägyptische Kopten sollen zur Zeit wegen angeblicher „Verbreitung des Christentums“ oder „illegaler Einwanderung“ in libyschen Gefängnissen inhaftiert sein. In keinem der Fälle soll es Hinweise darauf geben, dass die Opfer tatsächlich in irgendeiner Weise missioniert hätten. Wie die IGFM betont, sei unabhängig davon auch das Recht auf Mission nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen ein Bestandteil des Rechtes auf Religionsfreiheit. In Libyen seien Kopten verhaftet worden, bloß weil sie eine einzelne Bibel und ein Heiligenbild in ihrem persönlichen Besitz hatten, so die IGFM weiter.

Kein weiterer Kommentar notwendig. Aus anderen Quellen verlautet, dass Libyen mittlerweile ca. 35 Kopten ins benachbarte Ägypten abgeschoben haben soll, die wegen angeblich „illegaler Einreise“ belangt wurden. Mindestens 20 weitere Ägypter warten noch auf mögliche Anklagen.

(Quelle: „IGfM-Infomail“ vom 12. März 2013 und „Associated Press“ vom 11. März 2013)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s