In Kürze/China: Ehefrau eines inhaftierten Christen spricht

Der Fall von Gao Zhisheng ist ja mittlerweile international weitgehend bekannt. Auch bekannt ist es, dass seine Ehefrau und Kinder mittlerweile in den USA leben, weil sie um ihre Sicherheit und ihr Leben in China fürchten mussten.

Gege, Geng He, Gao Zhisheng und Tianyu

Gege, Geng He, Gao Zhisheng und Tianyu

Gaos Ehefrau Geng He hat vor wenigen Tagen eine Rede anlässlich einer Menschenrechtskonferenz auf dem Capitol Hill in Washington, USA gehalten. Ich möchte hier nicht die gesamte Rede wiedergeben, empfehle aber allen, die des Englischen mächtig sind, den untenstehenden Link zu nutzen, um sie nachzulesen. Geng He formulierte darin einige interessante Ansichten und Gedanken, von denen ich wenige hier mal kurz übersetzen und Ihnen zur Betrachtung zugänglich machen will:

Seit sieben Jahren wird Gao Zhisheng brutal verfolgt. In dieser Zeit hat die Polizei mein Haus überwacht. Sie haben mich und meine Kinder überwacht, sie ließen meine Tochter nicht zur Schule gehen, was uns ein großes mentales und emotionales Trauma verursachte. Letztlich waren wir erfolgreich darin, aus China zu fliehen. Die bösen Taten des autoritäten, chinesischen Regimes sind für immer in unser Gedächtnis eingegraben. Sie erhalten ihre autoritäte Macht durch Lügen und Gewalt aufrecht. Sie sind einfach schamlos.

Beachten wir: hier spricht nicht eine „stramme Antikommunistin“, eine politische Aktivistin o. ä. sondern nur die zutiefst von der chinesischen Regierung gedemütigte Ehefrau eines christlichen Anwaltes, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Schwächsten in der Gesellschaft mit Rat und Tat beizustehen. Die eiskalte, gottlose Brutalität des Regimes hat sie dazu gebracht, diese Dinge nun auch offen anzusprechen, nachdem sie lange geschwiegen hatte.

In ihrer Rede fordert sie die Spitzen der US-Regierung auf, allen voran Präsident Obama und Außenminister Kerry, das Schicksal ihres Mannes nicht zu vergessen und ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck zu bringen. Auch ihre Hoffnung darauf, dass eine neue Generation von chinesischen Führern anders handeln möge, als die alte Regierung, spricht sie deutlich an. Abschließend dankte sie allen, die ihr geholfen und zur Seite gestanden haben. Darunter der schon in einem Artikel auf diesem Blog erwähnten Abgeordneten Frank Wolf aus Virginia. So sind Geng Hes Abschlussworte:

Der Abgeordnete Wolf zitierte diese Worte von Martin Luther King: „am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde“. Ich hoffe, dass an diesem kritischen Augenblick die Liste der Freunde, die schweigen, nicht Präsident Obama und Außenminister Kerry enthalten wird.

Wir werden sehen.

(Quelle: „China Aid“ vom 05. März 2013)

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