Eritrea: erneute Inhaftierungen von Christen

Eritrea, auch als „Nordkorea Afrikas“ berüchtigt, ist ein Land, in dem freie Religionsausübung de facto unmöglich gemacht wird durch ein stalinistisches Terror-Regime unter Präsident Isaias Afewerki. Erneut werden nun willkürliche Verhaftungen aus dem kleinen Land bekannt.

Eritrea

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Im südwestlichen Teil des Landes liegt der Ort Barentu, in dem in den vergangenen Wochen mindestens 125 Christen inhaftiert wurden. 45 davon alleine am 27. Februar 2013. Die Umstände, unter denen sie festgesetzt wurden, umfassten auch das „Vom-Fleck-Weg“-Verhaften von Christen am Arbeitsplatz, öffentliches „Zusammentreiben“ der Menschen im hellen Tageslicht und das „Durchs-Dorf-Treiben“ der inhaftierten Christen. Die Vorwürfe, die den Gläubigen gemacht werden, sind wieder einmal das „Abhalten von Gottesdiensten außerhalb der Ordnung“.

Dazu muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass in Eritrea ein brutaler Staats-Sozialismus praktiziert wird, der Glaubensbekundungen nur unter extrem streng regulierten Bedingungen zulässt. So werden nur der Islam, der Katholizismus, die eritreisch-orthodoxe und die evangelische Kirche anerkannt. Aber auch sie müssen sich staatliche Kontrollen und Überwachung ihrer Mitglieder gefallen lassen. Nicht umsonst steht Eritrea im „Weltverfolgungindex 2013“ der Hilfsorganisation „open doors“ auf einem stabilen Platz 10. Wer in Freikirchen oder außerhalb der genannten Kirchen seinen Glauben leben will, der ist de facto Freiwild für ein argwöhnisch um seine Machtbasis fürchtendes Regime.

Aus Sicherheitsgründen ungenannte Stimmen werden von „Charisma News“ wie folgt zitiert:

Christ zu sein in Eritrea ist wie ein Leben in der Hölle. Christen werden wie der Staatsfeind Nr. 1 behandelt.

Die „United States Commission on International Religious Freedom (USCIRF)“, die seit Jahren für den US-Kongress die Situation der Relgionsfreiheit in der Welt beobachtet (die Einführung einer ähnlichen Kommission in Kanada hat vor Kurzem dort zu Protesten geführt, wir dürfen raten, warum) schreibt in einem Bericht über Eritrea wörtlich:

Systematische, andauernde und schreckliche Verletzungen der Religionsfreiheit sind in Eritrea gegenwärtig. Diese Verletzungen beinhalten: Folter, manchmal mit Todesfolge, willkürliche Festnahmen und dauerhafte Verbote religiöser Betätigung.

Derzeit sollen mehr als 2000 Christen in Eritrea in Haft sein. Die Haftbedingungen werden von allen Beobachtergruppen als „unter den menschenunwürdigsten, die man sich vorstellen kann“ eingeordnet. Die berüchtigten „Container“, in denen Häftlinge in der sengenden, afrikanischen Sonne ausdörren und geradezu wahnsinnig werden, sollten sich ja bereits unter Freunden der verfolgten Kirchen herumgesprochen haben. Oftmals werden Christen, die sich weigern, den allumfassenden, auch militärischen Staatsdienst in Eritrea zu lesiten, in „Umerziehungslager“ gesteckt, die letztlich Vernichtungslagern nordkoreanischer Prägung ähneln.

Der Regionaldirektor von „International Christian Concern“, William Stark, berichtet folgendes:

Es wird geschätzt, dass mindestens 200.000 Menschen aus Eritrea geflohen sind, um den Repressionen zu entgehen. Sie gehen das Risiko ein, von Grenzwachen getötet zu werden oder in die Hände von ostafrikanischen Menschenhändlern zu geraten. Indem diese offenen Verletzungen der Menschenrechte von der Internationalen Gemeinschaft ignoriert werden, wurden die eritreischen Christen zu einem „vergessenen Volk“, das geschlagen, inhaftiert und getötet werden kann, nach dem Willen einer paranoiden Regierung.

(Quelle: „charisma news“ vom 07. März 2013)

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