Gedanken zum Wochenende: von Monstern, Horrorfilmen und der Alltagskultur

Ob man es will oder nicht: wer sich in unserer „Multimedia“-Gesellschaft bewegt, dem werden über kurz oder lang auch diese modischen „Horror-“ oder „Grusel-“ Filme und Serien über den Weg laufen. Man mag sie mögen oder eher andere Genres der profanen Unterhaltung bevorzugen, aber in Zeiten von „Twilight“-Filmen oder „supernatural“-Fernsehshows wird auch der letzte Medien-Nutzer in irgendeiner Art und Weise mit dem Phänomen eines bis zur Unkenntlichkeit banalisierten Okkultismus konfrontiert.

Dieses Logo benutze ich seit diesem Jahr.Nein, Sie können getrost weiterlesen, falls Sie befürchten, ich würde jetzt einen altväterlichen, trocken-religiösen Sermon zum o. e. Thema abhalten und Sie, liebe Leser, in gewaltigen Begriffen vor den Gefahren des Okkultismus „light“ a la „Harry Potter“ oder „Vampire Diaries“ warnen. Ich halte Sie alle für reif und erwachsen in Christus genug, damit sich bestimmte Dinge von selbst verstehen und Sie selbst ihre Wahl der Mediennutzung treffen können. Z. Bsp. , dass man eben statt „Halloween“ das echte „Allerheiligen“ feiern sollte und dass bestimmte Kulte auch nicht besser werden, wenn man ihre Naivität (Vampir-Fans, Grufties…) durchschaut und als spirituelle Sinn-Suche erkannt hat. Das vorausgeschickt, sei außerdem noch erwähnt, dass ich selbst sozusagen als „mündiger Christ“, relativ wenige Berührungsängste mit Phänomenen unserer Mediengesellschaft habe, solange ich mir meiner Position in Christus bewusst bin und bleibe und meine Maßstäbe sich nicht durch obskure Bücher oder Filme sondern durch das Wort Gottes definieren.

Sie, liebe Leser, könnten sich allerdings sehr wohl fragen, warum ich mich überhaupt mit diesem Thema befasse. Was hat der Okkultismus in unserer Alltagskultur mit den verfolgten Christen zu tun ? Hier wird es nun endlich interessant: es gibt nämlich scheinbar so etwas wie eine „Konstante“, die in den meisten Gruselfilmen, Horror-Romanen und Vampir-TV-Serien genutzt wird, um dem „Guten“ einen Rückzugsraum zu ermöglichen. Es ist der sog. „Heilige Boden“. Friedhöfe, Kirchen und sonstige geweihte Orte der Christenheit gelten in dieser banalisierten Betrachtung des Bösen als Orte, an denen sämtliche Anhänger Satans, seine Dämonen etc. machtlos sein sollen. Das Böse kann also dort nicht stattfinden, sich nicht entfalten, seine unheilvolle Wirkung auf uns „schwache Menschen“ nicht ausüben.

Ich gestehe, dass mir dieser Gedanke gefällt. Es wäre so schön, wenn man nur durch eine Kirchentür treten müsste, um sämtlichen Versuchungen abschwören zu können, um von bösen Gedanken, bösen Menschen und ihren Intrigen oder gewalttätigen Fanatikern frei zu sein. Leider ist die Welt nicht so und es gibt solche Rückzugsräume immer weniger. Wir Menschen tragen nämlich das Böse, die Erbsünde mit uns herum. Wohin immer wir gehen. Der Apostel Paulus war sich dessen bewusst und hat mehrfach in sehr eindringlichen Worten darüber geschrieben.

Ich weiß ja, dass in mir, das heißt in meiner eigenen Natur, nichts Gutes wohnt. Obwohl es mir nicht am Wollen fehlt, bringe ich es nicht zustande, das Richtige zu tun. (Römer 7, 18, NGÜ)

Die Schwäche des Fleisches, das vom Geist und Willen zwar kontrolliert, aber auf Erden niemals endgültig besiegt werden kann, führt uns zu allerlei Dingen und auf allerlei Wege, die wir im Einklang mit unserem Schöpfer und seinem Heiligen Geist nicht gehen sollten. Zur Sünde, zum Bösen letzlich. Aber auch das ist eine Binsenweisheit und führt uns noch nicht zu den verfolgten Christen.

Eine unleugbare Realität des Bösen ist es aber auch, nicht nur ganz real zu sein, sondern auch, dass es sich deutlich, oft allzudeutlich manifestiert. Am liebsten, indem es sich als „das Gute“ gebärdet und damit sein perverses Wirken auf die Spitze treibt (wie war das mit dem Teufel, der sich am besten dadurch tarnt, dass er uns einredet, er würde nicht existieren ? Nun, heutzutage behauptet er oft genug sogar, selbst Gott zu sein. Fatal.) Die verfolgten Christen wissen darum. Sie müssen damit leben. An jedem Tag, den Gott werden lässt, sozusagen. Sie müssen es ertragen, dass sie selbst als „das Böse“ etikettiert werden und der Hass, der sich an ihnen austobt, als „gottgefällig“ oder „staats-tragend“ in ein positives Phänomen umgedeutet wird.

Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit. Und das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen. (Johannes 16, 2-3, Luther 1984)

Deutlicher könnte man die Verblendung der Christenhasser und -mörder, der selbstgerechten Ignoranten des Evangeliums kaum beschreiben. Das Wort Gottes ist auch in dieser Hinsicht wieder am klarsten, auch wenn es nicht mehr immer in dieser Klarheit in unseren Gemeinden gepredigt wird. Wobei das Wort „Synagoge“ aus der o. g. Bibelstelle auch durchaus mit den Worten „Kirche, Sportverein, Arbeitsplatz“ o. ä. ersetzt werden könnte.

Die Verblendung und der Hass, der Christen entgegenschlägt, kennt aber (nicht nur, weil er als „gute Tat“ getarnt wird) auch keinerlei Respekt mehr vor „geweihter Erde“ oder „Heiligem Boden“, womit ich endlich den Bogen zum Thema dieses Gedankenganges gefunden hätte.
Was uns Christen gemeinhin heilig ist, gilt diesen, von ihren Dämonen getriebenen (Haben Sie schon einmal einem ägyptischen Mob gegenübergestanden, der gerade eine Kirche abfackeln will oder waren Sie schon einmal einem Schergen kommunistischer Regime ausgeliefert ? Dann werden Sie mir nicht mehr so leicht unterstellen können, ich würde hier so etwas wie „unhaltbare, mittelalterliche und simple Schwarz-Weiss-Malerei“ betreiben. Wer diesen Menschen in die Augen sieht, sieht ihren Dämon, der sie antreibt.) Menschen nämlich gar nichts. Die in unseren Kirchen weit verbreitete Annahme, es gäbe so etwas wie ein „Weltethos“, das alle Völker und Religionen verbände, ist nämlich nachweislich falsch. Die Friedhofsschändungen in so unterschiedlichen Regionen wie Sansibar, Vietnam oder China, die Brand- und Bombenattacken auf Kirchen in Nigeria, Indonesien oder Ägypten und die Verwüstungen von Kirchen in Kasachstan oder Indien beweisen, dass es keine Rückzugsräume für verfolgte Christen mehr gibt. Außer in der Gemeinschaft miteinander und im Gebet zum Drei-Einigen-Gott bleibt ihnen oft kein physischer Raum mehr, um ihre Nachfolge Christi in Frieden zu bekunden. Nicht einmal im Tode, denn wie erwähnt sind Friedhofsschändungen christlicher Ruhestätten ja längst kein Tabu mehr.

Insofern sind die Annahmen diverser Pop-Autoren, TV- und Filmproduzenten und ihrer Werkzeuge, es gäbe so etwas wie „Heiligen Boden“, auf dem das Böse sich nicht manifestieren könne, im besten Falle irreführend, im schlimmsten Falle gefährlich verlogen. Die verfolgten Geschwister weltweit wissen davon ein Lied zu singen, das endlich in unseren Ohren klingen müsste. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, tut sich ein neuer Grund auf, warum die von solchen „Okkult-light“-Produkten geprägte Alltagskultur durch uns Gläubige ernsthaft hinterfragt werden muss. Besonders, wenn dadurch unser Blick auf die Realität unscharf und die geistliche Perspektive verwässert zu werden droht.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern wieder ein gesegnetes Wochenende,

Ihr

Martin Clemens Kurz

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