Indien: Gewaltwelle gegen Christen rollt weiter

Wie „asia news“ verlauten lässt, hat es in den vergangenen Wochen erneut gewalttätige Angriffe auf Christen im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh gegeben. Die Welle der Gewalt, die seit Jahren durch den Subkontinent läuft, ebbt also keineswegs ab.

Karte von Indien

Indien

Das von dieser Stelle bereits mehrfach als ebenso simples wie effektives „Rezept“ zur Verfolgung christlicher Gemeindeleiter gekennzeichnete Schema (Vorwurf der „Zwangskonversion“, dann brutales Vorgehen gegen Gemeinde und Pastor, dann Erzwingung einer Festnahme wegen des soeben genannten Vorwurfes) wird weiterhin als Handlungsschablone genutzt. Vor allem in ländlichen Regionen, wo Christen allein durch die weite des Gebietes als Minderheit weniger gut vernetzt sind, greifen Hindu-Nationalisten, die im Christentum eine den „wahren Indern wesensfremde“ Religion sehen, zu dieser Schablone, deren Effektivität durch die stille Komplizenschaft von Polizei und Justiz noch exponentiell erhöht wird. Dazu muss erwähnt werden, dass es in mehreren (mindestens fünf) indischen Bundesstaaten illegal ist, Menschen mit falschen Versprechnungen und Drohungen zur Konversion zu IRGENDEINER Religion zu zwingen. Aus dieser Tatsache soll schon seit Jahren allen Nicht-Hindus, vor allem aber den „die-andere-Wange-Hinhaltern“ ein (oft im wahrsten Sinne des Wortes) Strick gedreht werden.

Waren bislang zumeist der sonntägliche Gottesdienst, das Kirchengebäude oder der jeweilige Gemeindeleiter bei seinen Fahrten „übers Land“ Ziele der Attacken fanatisierter Hindus, so sind jetzt auch die Privaträume und -häuser von Christen zum „freien Ziel“ geworden. Am 16. und 18. Februar 2013 hat es Überfälle auf die privaten Räume zweier Christen in Madhya Pradesh gegeben. Am Samstag, den 16. Februar 2013, wurde von den Hindu-Nationalisten der Bewegungen „Bajrang Dal“ und „RSS“ ein Gebetstreffen im Ort Gulai gestürmt, der dort anwesende Pastor, dessen Name nur mit „Isaak“ angegeben wird wurde daraufhin verprügelt, in den Nachbarort Khalwa verschleppt, dort weiter körperlich misshandelt und dann der Polizei übergeben mit den üblichen Vorwürfen der „Abhaltung von Zwangskonversionen“ versehen.

Am Sonntag, den 18. Februar 2013, wurde nach dem gleichen, unbarmherzigen Schema im Ort Roshni verfahren, wo eine Bibelstudiengruppe im privaten Hause eines Christen gestürmt wurde. Der dort anwesende Pastor Ilias Buck wurde ebenso misshandelt und dann von den Angreifern festgehalten, bis die von ihnen herbeigerufene Polizei ihn wegen angeblicher „Zwangskonversionen“ abführte. Jedoch wurde Pastor Ilias wohl bereits nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt, wie „asia news“ andeutet.

Nicht nur die Primitivität und Phantasielosigkeit der Vorwürfe, sondern auch ihre Wiederholung und scheinbar ansteigende Häufigkeit lassen Einwürfe, es würde sich um lokale „religiöse Spannungen“ handeln, die sich hier bahnbrechen würden, zweifelhaft erscheinen. Es ist vielmehr von einer gezielten und von staatlichen Stellen gedeckten Aktion gegen das indische Christentum auszugehen. Lokale Konflikte dienen hierbei (ähnlich übrigens wie in Nigeria oder Tanzania) allerhöchstens als Vorwände, um die Nachfolger des Friedefürsten als Sündenböcke abzuqualifizieren und die niedrigsten Triebe an ihnen abzureagieren.

(Quelle: „asia news“ vom 21. Februar 2013)

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