„Gedanken zum Wochenende“ – die drei Affen

Dieses Logo benutze ich seit diesem Jahr.Vor wenigen Tagen hatte ich erneut Gelegenheit in den Gedankenaustausch mit einer Christin eines anderen Bundeslandes zu kommen, die sich für verfolgte Christen engagiert. Aus Gründen des Vertrauensschutzes werde ich an dieser Stelle nicht tiefer aus dem „Nähkästchen“ plaudern, aber schnell waren wir uns doch in der Einschätzung der Reaktionen vieler vermeintlicher Gläubigen auf das Thema der Verfolgung einig. Kirchen und viele der „ach so engagierten“ Christen reagieren auf Nachrichten über vertriebene und getötete Geschwister in anderen Ländern wie die drei berüchtigten „Affen“: sie wollen davon  „nichts hören“, „nichts sehen“ und nicht darüber reden. Schnell ist auch eine unbestimmte, diffuse Angst als Motiv für diese Ignoranz ausgemacht.

Woher diese Angst kommt, wer sie schürt und wer damit Politik macht, damit könnte man mehr als eine talkshow füllen und ganze Bücher darüber schreiben, da hier psychologische, geistliche, religiöse und materielle Komponenten eine Rolle zu spielen scheinen. Heute möchte ich jedoch für ein „angstfreies“, ein mutiges und entschlossenes Christentum werben. Was könnte uns, die wir Christus kennen und ihm nachfolgen, denn schlimmstenfalls passieren ? Spielen wir doch einmal gedanklich mit zwei Elementen:

  1. RUFMORD: Ein aufrechter, engagierter Christ, der sowohl die biblischen Wahrheiten, als auch seine bedingungslose Nachfolge im Herrn offen bekundet, wird sich von seinem sozialen Umfeld entfernen. Im besten Falle wird er vielleicht verlacht, ausgegrenzt und auf Distanz gehalten werden. Von seinen Berufskollegen, seiner Familie und seinen Freunden. Aber es steht wohl ohnehin nicht zum Besten mit diesen privaten Beziehungen, wenn ein Bekenntnis zu Christus diese Menschen auf Abstand bringt. Man kann dies also getrost als notwendig betrachten, wenn man wirklich Christ ist.
    Eine ganz neue, im Rahmen unserer Multi-Mediengesellschaft aufgekommene Art der Ausgrenzung ist jedoch der Rufmord. Jede Form des Respekts vor der eigenen Integrität, vor der beruflichen Leistung oder den persönlichen Eigenschaften und Werten, die man verkörpert, werden durch einen modern als „shitstorm“ bezeichneten Schwall von Verdächtigungen, denen massive Lügen und schließlich sehr konkrete Konsequenzen folgen, ignoriert, negiert und letztlich in die Vergessenheit geschickt. Der Verlust des Arbeitsplatzes, der Karriere-Optionen oder zumindest vieler Geschäftspartner ist damit vorprogrammiert. Ein Absturz in finanzielle und soziale Notlagen wird dabei von den oft von blankem Hass getriebenen „Shit-Stürmern“ in Kauf genommen, ja sogar beabsichtigt.
    Schon Christus, der sicherlich provokativste Mensch, der je über diese Erde wandelte, musste sich hinterfragen lassen. Seine Motive waren ebenso rein, wie er selbst sündlos war, aber wir alle wissen, wohin es ihn gebracht hat. Ans Kreuz, zuvor auf die via dolorosa, auf der er beschimpft, verlacht, angespuckt und getreten wurde. Wir bequem gewordenen, faulen und allzu stromlinienförmig dem Zeitgeist nachwinselnden Christen müssen vielleicht mal wieder daran erinnert werden, dass Nachfolge eben auch Nachfolge im Leiden bedeuten kann. Vielleicht in einer immer feindlicher werdenden Welt sogar bedeuten muss.
  2. TODESANGST: Letztlich haben aber Christen hierzulande nicht nur Angst vor dem Rufmord, sondern auch vor dem Tod an sich. Man hört zwar, dass jenseits dieser Schwelle das Paradies liegt, dass man letztlich mit seinem Herrn vereint sein wird und es uns dort gut gehen wird. Aber daran wirklich glauben, tun selbst viele, sehr „religiöse“ und auch viele sehr gläubige Christen kaum noch. Es ist uns heute scheinbar zu simpel, zu wenig eloquent und elaboriert, anzunehmen, dass es tatsächlich einen Himmel, ein Paradies und eine ewige Gemeinschaft mit dem Schöpfer geben wird. Wir zweifeln lieber daran, „dekonstruieren“ althergebrachte Traditionen und Werte und suhlen uns in der Ungewissheit, die uns wohlige Schauer der Spekulation über den Rücken laufen lässt.
    Da wir aus dem Wort Gottes aber tatsächlich wissen können, dass wir in Christi Hand und Hut wohlaufgehoben sind, müssen wir auch den Tod nicht fürchten. Nein, ich rede keiner rücksichtslosen, von keinerlei Bezügen zur Realität gebremsten Skrupellosigkeit das Wort. Keinem angstfreien „Selbstverwirklichungs“-Wahn, bei dem Menschen ihre physischen und psychischen Grenzen letztlich nur aus lauter Langeweile austesten. Aber in der NACHFOLGE CHRISTI können wir auch bei Bedrohung für unsere Existenz als solche bezüglich unseres Wohlergehens auf den Herrn vertrauen. Der Tod ist ja nicht das Ende ! Für uns Christen schon gar nicht. Wer jedoch schon bei ersten Bedrohungen seiner alltäglichen Bequemlichkeiten einknickt und sich (von „wer weiß wem“ mit „wer weiß welchen“ Absichten !) manipulieren lässt, sollte seine Glaubenstreue und -tiefe tatsächlich ernsthaft hinterfragen. Ich selbst bin vor einigen Jahren erstmalig auf diese Gedanken gebracht worden, als mir während des Einsatzes für verfolgte Christen aus dem Iran anonyme, kaum verschleierte Morddrohungen zugespielt wurden. Ich „predige“ hier also nicht nur Ihnen, liebe Leser, sondern auch mir selbst, das können Sie mir glauben.

In diesem Sinne stellt sich die Frage, wovor Christen Angst haben, wenn sie „nicht sehen, hören und darüber reden“ wollen, wie ihre Geschwister vertrieben, gefoltert und ermordet werden, ganz neu. Wir spüren, auch wenn wir es nicht mit Fakten belegen können, dass es „das Böse“ tatsächlich gibt und dass es wahre Nachfolger Christi seit knapp 2000 Jahren ganz faktisch mit Verleumdung, Vertreibung und Auslöschung bedroht. Wir spüren, dass es hinter der anschwellenden Gewaltwelle gegen Christen in so vielen Ländern der Welt steckt. Jetzt kommt es auf unsere Reaktion darauf an. Ziehen wir uns in eine unbiblische und unchristliche, sozusagen „intellektuelle“ Ignoranz zurück, während wir unser Gewissen mit „Baumschutz-“ oder „Anti-Atomkraft“-Aktionen beruhigen oder nehmen wir Stellung, gerade wenn uns Menschen, die nicht die geringste Ahnung haben, wer Christus ist, mit allerlei Teufelszeug aus ihren Arsenalen bedrohen ? Was sind wir bereit, dem Herrn hinzugeben ? Unsere Bequemlichkeit, unsere Güter, unser Leben, falls notwendig ? Die Christen in Nigeria, Pakistan, China, Indien, Nordkorea, Somalia, Ägypten, Syrien, Libyen, Kuba, Laos ….. müssen sich diese Fragen stellen und sie fragen UNS das ebenfalls.

In diesem Sinne, ein gesegnetes Wochenende

Ihr

Martin Clemens Kurz

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