China: staatliches Vorgehen gegen „Hauskirchen“ verschärfte sich 2012

Wie die in den USA (Texas) ansässige, aber weitgehend von Exil-Chinesen geleitete, Organisation „China aid“ vermeldet, seien die Zahlen der Vorfälle antichristlicher Art in China im Jahre 2012 signifikant angestiegen. Die von China aid veröffentlichten Zahlen sollen belegen, dass China als Staatswesen eine gezielte Welle der Repression gegen unregistrierte Christengemeinden losgetreten habe.

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China Aid geht dabei von Berichten aus, die schon seit längerem besagen, die kommunistische Partei und die von dieser geleiteten Regierungsbehörden haben einen Mehr-Jahres-Plan zur Beseitigung unabhängiger Gemeinden. Am Ende der Umsetzung dieses Planes stünden die komplette Assimilierung aller Christen in die staatlich kontrollierten, registrierten Kirchenverbände oder die „Auslöschung“ sämtlicher Hauskirchen. China Aid legt nun ein Zahlenwerk vor, in dem ein signifikantes Ansteigen staatlicher Repressionen und aktiver Unterdrückung von unkontrollierter, christlicher Religionsausübung belegt werden soll.
Wie „christianity today“ berichtet, seien als Verfolgung anzusehende Vorfälle gegenüber Christen um 42 % im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Die Anzahl einzelner, als Christen vom Staat angegangener Person sei um 14 % gestiegen. Die höchste Anzahl von Fällen aktiver Verfolgung habe es direkt in der Hauptstadtregion Pekings gegeben, sozusagen „direkt unter den Augen der Parteiführung“. Aber auch zentralchinesische und weitabgelegene Regionen im äußersten Westen Chinas hätten sich besonders dabei hervorgetan gläubigen Nachfolgern Christi das Leben schwer zu machen. Jedoch gibt China aid durchaus zu, dass es sich bei den von ihnen akribisch zusammengetragenen Berichten über diverse Vorfälle nur „über die Spitze des Eisberges“ handelt, denn oftmals dringt von den Maßnahmen der diversen Behörden unterschiedlicher Ebenen gar nichts ins Ausland durch.

Das Beispiel der „Shouwang“ – Gemeinde aus Peking dürfte allen an den Verfolgungsereignissen interessierten Christen ja bekannt sein. Ein Mitglied dieser Kirche, die seit Jahren auf Veranlassung des Staates ohne ein Gebäude und damit im wahrsten Sinne des Wortes OHNE EIN DACH ÜBER DEM KOPF (!!!!) dasteht, verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sich durch die Wahl eines neuen Parteichefs der chinesischen Kommunisten nichts Wesentliches geändert habe, zumindest nicht zum Guten. Dem Gründungspastor seiner Gemeinde, Jin Tianming, der seit April 2011 unter Hausarrest steht, wird weiterhin jeglicher Besuch von Gemeindemitgliedern untersagt. Gespräche dürfen nur unter Aufsicht von Sicherheitsbeamten stattfinden etc.

China Aid will bei der Analyse der Vorfälle über die Jahre hinweg ebenfalls ein „Muster“ entdeckt haben. So seien im Jahre 2008 und 2009 vor allem Hauskirchenleiter in städtischen Gebieten zu Zielen von Repressionen geworden, 2010 seien es christliche Menschenrechtsaktivisten und -anwälte gewesen, seit 2011 seien die Hauskirchengemeinden direkt attackiert worden. Einer Phase intensiven Ausspähens von Hauskirchen im Früjahr 2012 sei dann ein scharfes Vorgehen gegen die entsprechenden Kirchen und ihre Schlüsselfiguren gefolgt, das bis heute anhalte und von „wohlgemeinten“ Aufforderungen begleitet werde, doch den staatlich kontrollierten, chinesischen Kirchenverbänden beizutreten. Das grundlegende Problem, das chinesische Christen jedoch mit diesen Vereinigungen wie z. Bsp. der evanglischen „Drei-Selbst-Bewegung“ haben, ist, dass dort weder die komplette Bibel und das volle Evangelium gepredigt werden können, noch die Privatheit der Beziehung des Menschen zu Gott gewahrt bleibt. Die registrierten Kirchen unterstehen mehr oder minder offen staatlicher Kontrolle und ihre Möglichkeiten, sich mit Gläubigen anderer Nationen auszutauschen, kann auf jederzeit willkürlich auf „0“ heruntergefahren werden.

Mehr im Artikel vom 18. Februar 2013 bei „christianity“ today.

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