Jemen: das vergessene Schicksal der kleinen Herde Gottes

So wie Jesus der „gute Hirte“ ist, so sind wir (auch wenn wir „unabhängigen, aufgeklärten“ Menschen der Moderne dies nicht so gerne hören) Teil seiner Herde und Schafe auf Gottes Weide. Eine Selbstverständlichkeit, die jeder wahrhaft Gläubige tief verinnerlicht hat. Die Herde des Guten Hirten ist groß und bunt, sie hat sogar ein paar Schäfchen im Jemen, die wie alle Christen in Nahost ums Überleben ringen. 

JemenDas Scheinwerferlicht der öffentlichen Erwähnung hat unlängst der erfahrene und renommierte „Fellow of the Middle East Forum“ Raymond Ibrahim auf ihr Schicksal gerichtet. In einem vor kurzem erschienenen Artikel nennt er die Dimensionen sowohl der Existenz christlicher Untergrundgemeinden als auch der permanenten Benachteiligung, Diskriminierung und Verfolgung von Christen im Land „zwischen Saudi-Arabien und Somalia“ wie Ibrahim schreibt. Die nichtmuslimische Bevölkerung liegt Schätzungen zufolge bei unter einem Prozent (auffällige statistische Ähnlichkeit zur Türkei, Anm. d. Übers.). Aber lassen wir den Artikel und damit Raymond Ibrahim selbst zu Wort kommen:

Inoffizielle Statistiken gehen von ca. 2.500 einheimischen Christen in der Nation aus, die ihren Glauben im Untergrund praktizieren, selbst wenn sie von feindlichen Stämmen eingekesselt sind. Der Menschenrechtsaktivist Abdul Rasaq al-Azizi sagt: „Christen können im Jemen ihren Glauben nicht praktizieren, geschweige denn in die Kirche gehen. Die Gesellschaft arbeitet lieber daran, sie zu Muslimen zu machen.“

Mit anderen Worten: von Religionsfreiheit keine Spur, stattdessen ein permanenter Anpassungsdruck, der die Gläubigen unter das „Banner des Propheten“ zwingen will. Ernüchternd für alle „Arabienromantiker“. Im Artikel wird auch die gängige Praxis beschrieben, dass der Staat sich ausbedingt, Genehmigungen für das Abhalten von Gottesdiensten und die Errichtung von Kirchen zu erteilen, was aber niemals geschieht, wie die katholische Kirche des Jemen gerade erfahren muss. Sie ist selbst nicht einmal offiziell anerkannt und wartet vergeblich auf entsprechende Genehmigungen aus der Hauptstadt Sanaa. Vor diesem Hintergrund schildert ein Christ, der aus Sicherheitsgründen nur den Namen „Ibn-Yemen“ (Sohn des Jemen) annimmt, die Entwicklungen der letzten Zeit:

„Wir fürchten uns. Die Islamisten stellen jetzt, nach dem „Arabischen Frühling“ und den Protesten, die den Sturz von Präsident Ali Abdullah Saleh brachten, die dominante, politische Fraktion dar.“ Das alte Regime „war nicht islamistisch und dennoch wurden Christen der permanenten Verfolgung … durch den Polizeiapparat unterworfen. … Was denken Sie, wie es nun werden wird, wo die Islamisten an der Macht sind ?“

Die Worte dieses „Apostaten“, also aus dem Islam herausgewachsenen Gläubigen, der Christus unter diesen harten Bedingungen angenommen hat, sollten wir genau im Ohr haben, wenn uns mal wieder jemand die „Schönheit der Scharia“ oder die „Fortschritte des Arabischen Frühlings“ verkaufen will. Christen und andere, religiöse Minderheiten, gehen derzeit im Meer des aggressiven, politischen Islam, der sich Bahn bricht (und dem westliche Regierungen noch Vorschub leisten/denken wir an den Handschlag von Frau Merkel und dem unseligen Muslimbruder Mohammed „Juden sind Abkömmlinge von Affen und Schweinen“ Mursi) unter. Auch wenn wir wohl wenig bis gar nichts dagegen tun können, so sollten wir dies dennoch wissen, damit wir Christen mit den offenen Augen, Ohren und Herzen nicht permanent von Politikern, Medien und (ja, auch dies gehört zur Wahrheit) unseren eigenen Hirten belogen werden können. Aber zurück in den Jemen: der Artikel vergleicht die Situation der Christen im Jemen mit der Urkirche und ihren Treffen in den Katakomben von Rom.

 …Christen beten in den Häusern der Kirchenmitglieder auf Rotationsbasis, nicht ganz ungleich den Urchristen der Römischen Verfolgungszeit, in der die letzteren im Untergrund der Katakomben Gott anbeteten. Außer den jemenitischen Christen gibt es auch noch ungefähr 15.000 – 25.000 ausländische Christen im Land,  zumeist Vertriebene aus Somalia, Eritrea und Äthiopien, wo in manchen Regionen die Christenverfolgung noch schlimmer ist, als im Jemen. Besonders Somalia, wo die „Al-Shabaab“ (islamische Terrorgruppe, Anm. d. Übers.) regelmässig ex-muslimische Konvertiten zum Christentum köpft.

Einige, wenige, christliche Organisationen existieren noch im Jemen, vor allem Schulen, Waisen- und Krankenhäuser, die von ausländischen Trägern, wie der „American Baptist Mission“ organisiert werden und zuallererst dem Dienst an den Mitmenschen dienen. Und natürlich der eigenen Stadt oder Dorfgemeinde und weniger der Evangelisation. Was aber passieren kann, wenn Christen im Jemen gutmütig als Entwicklungshelfer unterwegs sind, haben unzählige Entführungen und Morde an Lehrern etc. ja zur Genüge gezeigt.

Ich gebe ab jetzt übrigens keine Gebetsanliegen mehr heraus, da diese in den Artikeln geradezu offensichtlich sind. Jeder Christ, dem mehr als nur das Schicksal der eigenen Familie oder Kirchengemeinde am Herzen liegt, wird selbst in der Lage sein, auf die Nöte seiner Geschwister im Gebet (und hoffentlich nicht nur dort) zu reagieren.

(Quelle: „Raymond Ibrahim“ vom 29. Januar 2013)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s