Ägypten: erneut Kopten attackiert, Versuch eine Kirche anzuzünden

Wie aus Oberägypten bekannt wurde, gab es am 18. Januar 2013 erneut Attacken auf eine überwiegend von koptischen Christen bewohntes Dorf.

Ägypten

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Nachdem sich das Gerücht im oberägyptischen el-Marashda, Provinz Quena, herumgesprochen hatte, dass ein Kopte ein minderjähriges Mädchen missbraucht haben soll, wurde der überwiegend von koptischen Christen bewohnte Ort verwüstet. Dabei gab es auch den Versuch, die örtliche Kirche niederzubrennen, was aber nicht gelang. Bezeichnenderweise begannen die Krawalle wieder einmal direkt im Anschluss an die islamischen Freitagsgebete, was einen Rückschluss auf die in den regionalen Moscheen gepredigten Inhalte zulässt. Erstaunlicherweise ist im Islam aber die Ehe minderjähriger Mädchen erlaubt, was oftmals die Grenze der guten Geschmackes und des Kindesmissbrauches überschreitet, würden diese Dinge in einem nichtislamischen, zivilisierten Land stattfinden. Ausgerechnet ein derartiges Verhalten jetzt den koptischen Christen vorzuwerfen riecht fatal nach einer gesteuerten Lüge, um der längst geplanten Gewalt einen Anschein „gerechten Volkszornes“ zu verpassen.

Bei den o. g. Krawallen wurde wieder nach dem bereits „erprobten“ Muster vorgegangen, das folgendes Verhalten vorgibt: zunächst einmal wird das Dorf von der Außenwelt abgeriegelt, weshalb die Kopten keinerlei Hilfe von Polizei und Feuerwehr erwarten können, dann werden koptische Geschäfte und Restaurants geplündert und abschließend Privathäuser in Brand gesetzt sowie die Kirche abgefackelt. Sobald all dies erledigt ist, darf dann auch die Polizei hinzukommen, um hilflos im Feuerschein brennender Häuser, Kirchen und Menschen herumzustehen, während die Feuerwehr höchstens noch das Übergreifen auf die Häuser der „Rechtgläubigen“ verhindern darf. Ein Muster, dass gerade uns Deutschen fatal aus einer sehr finsteren Vergangenheit bekannt sein sollte.

Von Seiten der Polizei werden die „auslösenden“ Gerüchte eines Pädophilie – Falles wie zu erwarten nicht bestätigt, stattdessen hat sie 10 Randalierer festgenommen. Wie sich herausstellte, waren die Massen von religiösen Autoritäten angestachelt worden und Salafisten sollen massgeblich an den Krawallen beteiligt gewesen sein.

Interessant ist, dass in den letzten Wochen vermehrt die Nachrichten über Kopten laut wurden, die versuchen, Ägypten zu verlassen. Vermehrt werden Aufenthaltsgenehmigungen für Länder wie Australien, Kanada und die USA gesucht. (Interessant: Europa ist kein Ziel der Kopten, sie werden genau wissen, warum.) Auch die Aufnahmeländer müssen sich auf veränderte Verhältnisse gefasst machen. Wie vor nicht allzulanger Zeit gemeldet wurde, gab es vor 20 Jahren in den USA ganze 30 koptische Gemeinden. Mittlerweile sollen es mehr als 200 sein. Wenn man Meldungen, wie die obige zur Grundlage nimmt, ist das Fluchtverhalten der christlichen Ägypter mehr als verständlich.

(Quelle: „asia news“ vom 19. Januar 2013)

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