Weihnachten in Indonesien: Christen werden mit Fäkalien beworfen

Indonesien

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Ich gestehe, manchmal fällt mir meine Chronistenpflicht etwas schwerer als an anderen Tagen. Weihnachten, das Fest des Friedens, der Freude (und der Familien) stimmt mich als Christen immer etwas nachgiebiger, duldsamer und weich-herziger, als andere Gelegenheiten. Die schönen Gelegenheiten, die Ankunft des „Lichtes der Welt“ zu feiern, die Weichnachtsgottesdienste und -lieder schaffen es immer noch, viele Christen ebenso wie mich selbst in eine sehr leutselige Stimmung zu versetzen. Der Weihnachtsfrieden möchte sich in unsere Herzen senken und vom Reich Gottes träumen lassen, in dem nur Friede und Seligkeit herrschen.

Dann aber kommen die Nachrichten aus der „richtigen Welt“ und die Ernüchterung setzt brutal ein. Morde an Christen in Nigeria und Haß auf Gläubige in Indonesien. Die Wahrheit ist eben: auf der Welt gibt es mittlerweile mehr Länder und Regionen, in denen Christen ihre Feste und Gottesdienste NICHT in Freiheit und Frieden verbringen können, als Länder, in denen man sich in der Gewissheit auf den Weg zum Weihnachtsgottesdienst machen kann, dass man, so Gott will, auch wieder lebend nach Hause kommen wird. Das ist traurig und darf auch in der von Lebkuchen, Krippenspielen, Weihnachtskonzerten und Familienzusammenkünften vollgestopften Weihnachtszeit in Deutschland nicht völlig ignoriert werden.

Ich selbst bin dankbar, dass der Pastor einer mir gut bekannten Gemeinde in meiner Heimatstadt auch beim „gemütlichen Beisammensein“ nach dem Weihnachtsgottesdienst 2012 seiner tiefen Trauer über die jüngsten Bilder und Ereignisse von Christenmorden und Christenmisshandlungen Ausdruck gab. Die Tatsache, dass die Thematik dieses Blogs langsam auch von vielbeschäftigten Gemeindeleitern nicht mehr völlig verdrängt werden kann, nicht einmal zu Weihnachten, und die Medien auch langsam aber sicher dieses Thema in ihren Katalog der Nachrichten aufnehmen, sollte gerade zum Ende des Jahres 2012 das absolute Mindestmaß an Optimismus begründen.

Aber nun nach Indonesien: Dort wurden nach einem Bericht der Zeitung „die Welt“ zum Heiligen Abend Gläubige von der Filadelfia – Gemeinde im Ort Bekasi am Abhalten eines Gottesdienstes gehindert. Aufgeputschte Muslime sollen dabei nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) die anwesenden Gläubigen mit „faulen Eiern, Jauche und Urinbeuteln“ beworfen haben. HRW spricht sogar davon, dass die wiederlichen Taten von Polizisten gedeckt und unterstützt worden seien. In jedem Falle hat sich die Polizei geweigert, eine Strafanzeige der betreffenden Gemeinde auch nur aufzunehmen. Die Mär vom „liberalen Islam“ Indonesiens erweist sich mittlerweile also immer mehr als gezielte Lüge, die uns im „Westen“ immer noch zum Einlullen unseres Gewissens verabreicht wird. In Wahrheit driften weite Teile des Landes unter dem Einfluss in Arabien gedrillter Hassprediger in eine Art „Allahs-Staat“ ab. In der Provinz Aceh ist bereits die Scharia gültige Rechtsgrundlage und kaum war dies erfolgt, so wurden bereits die ersten Kirchen durch offizielle Provinzialbehörden geschlossen. Wegen angeblicher „fehlender Genehmigungen“. Denken Sie sich selbst ihren Teil dazu. Die ehemals tatsächlich gute Ko-Existenz verschiedener Ethnien und Religionen im Lande ist nur noch Geschichte.
Auch in Bogor, vor dem Gelände der Yasmin-Kirche kam es zu ähnlichen Szenen, jedoch ohne die Fäkalien und Gewalt. Die dortige Gemeinde, die für ihren friedlichen Widerstand gegen die Rechtsbeugungen eines islamischen Ortsbürgermeisters zu ihren Ungunsten bekannt ist, hielt den Gottesdienst wie gewohnt auf der Straße ab.

Ja, auch dies ist Weihnachten 2012. Bitte schließen Sie doch die Gläubigen in Nigeria und Indonesien in Ihre Gebete mit ein, auf dass auch sie eines Tages so unbeschwert und herzensfroh die Geburt des Erlösers Christus feiern können wie wir es in den vergangenen Tagen getan haben.

(Quelle: „die Welt“ vom 25. Dezember 2012)

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