Maronitischer Bischof von Latakia: „Christen sind Zielscheibe radikaler Islamisten und krimineller Banden“

Syrien

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Wer gehofft hatte, dass den Christen in Syrien das Schicksal ihrer Geschwister im Irak erspart bleiben würde, sieht sich jetzt eines Schlechteren belehrt. Im katholischen „fidesdienst“ wird gerade der maronitische Bischof von von Latakia, Elias Sleiman, zitiert, der angesichts unbeschreiblicher Zustände in seiner syrischen Heimat, seine Beobachtungen und Befürchtungen mitteilt.

Christen machen etwa an Zehntel der syrischen Bevölkerung aus. Sie stellen sich auf die Seite keiner der Konfliktparteien sondern wünschen sich Frieden, Dialog und Wiederaufbau für ihr Land. Aufgrund unseres Glaubens lehnen wir Gewalt ab, denn wir glauben an Versöhnung. Heute haben wir Angst vor radikalen Islamisten: bei vielen handelt es sich um Söldner, die dazu beitragen, das Wesen des syrischen Volkes zu verändern und einen konfessionellen Krieg heraufbeschwören.

Vor allem im sog. „Tal der Christen“, einer Region um Latakia und Tartus herum, herrschten anarchische, beinahe apokalyptische Zustände.

Im „Tal der Christen“ herrscht Chaos: islamistische Milizen und kriminelle Banden profitieren von der allgemeinen Instabilität. Christliche Zivilisten werden Opfer von Entführungen und sind Zielscheibe fundamentalistischer Gruppen.

Weil Christen eben keine Waffen anrühren wollen, weil sie keine eigenen Milizen oder Schutztruppen bilden wollen vor lauter Friedfertigkeit. Deshalb werden sie von den bedeutend „praktischer“ veranlagten, in ihren Moscheen und Madrassen gegen die „Ungläubigen“ aufgehetzten Muslimen verachtet, unterdrückt und als leichte Opfer, sog. „soft targets“, betrachtet. Ziele für Entführungen, Morde und Vertreibungen.

Christliche Gläubige nehmen, auch wenn sie bedroht werden, keine Waffe in die Hand, denn sie streben nicht nach Macht. Wir wollen Frieden und keine Waffen, wie auch Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch im Libanon sagte.

Bischof Elias befürchtet nicht zu Unrecht irakische Verhältnisse auch in Syrien. Bereits jetzt lebten, so der Gottesmann, ca. 100.000 Binnenflüchtlinge im „Tal der Christen“. Es dürften noch mehr werden. Aber Bischof Elias hat auch eine unmissverständliche Ansage parat:

Unser Land ist ein Land der Märtyrer, wir werden es nicht verlassen auch wenn wir unterdrückt sind oder dies sein werden. Wir sind gefestigt im Glauben, trotz aller Prüfungen und wir versuchen stets als Faktor des Zusammenhalts im Zeichen der Versöhnung in der syrischen Gesellschaft von heute und morgen aufzutreten.

Wir werden sehen…

(Quelle: „fidesdienst“ vom 13. Dezember 2012)

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