Kauder besorgt über Lage der ägyptischen Christen

Volker Kauder

Volker Kauder

Um nicht nur schlechte Nachrichten zu verbreiten, kommt hier mal ein interessantes Signal aus dem Deutschen Bundestag. Der seit Jahren als profunder Kenner der Lage verfolgter Christen bekannte Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder hat sich in einem Zeitungsinterview besorgt über die Entwicklungen in Ägypten gezeigt.

Der „Welt am Sonntag“ bekannte er, dass er sehr wohl einen Blick für die Verschlechterung der Lage ägyptischer Christen hat.

 „Acht Millionen christliche Kopten leben dort und sie befürchten mehr und mehr, dass sie ihren Glauben bald nicht mehr in ihrem Heimatland leben können“, so Kauder.

Auch hat er zum ersten Male, seit dem Beginn des „Arabischen Frühlings“, der sich nach Einschätzung einiger Fachleute längst in einen christlichen Dauerwinter gewandelt hat, mögliche Konsequenzen angedeutet, falls der Religionsfreiheit weiterhin nur im Sinne von „mehr Scharia“ Rechnung getragen werde.

 Er drohte damit, die Werbung für den ägyptischen Tourismus einzustellen. So habe er dem Vorsitzenden der Partei der Muslimbrüder in Ägypten schon erklärt, dass „wir zum Beispiel nicht für den Tourismus in Ägypten werben können, wenn dort nicht sichergestellt ist, dass man unbehelligt am Sonntag in die Kirche gehen kann“.

Da Ägypten außer dem Tourismus ohnehin kaum einen anderen, dynamischen Wirtschaftsfaktor besitzt, ist solch eine Ankündigung ernstzunehmen. Nicht umsonst fordern auch diverse Menschenrechtsaktivisten sowie private und kirchliche Gruppen, die sich für verfolgte Christen einsetzen, schon seit Jahren: „Kein Urlaubsort, wo Christenmord“. Eine Forderung, der sich der BGVK einst aus ganzem Herzen angeschlossen hatte.

Aber Kauder will nicht nur „vom Katheder“ und aus der sicheren Distanz die Lage in Ägypten beurteilen, sondern plant für Anfang 2013 einen Besuch im Land am Nil, während dem er sich u. a. mit Fakten und Details der Lage von Christen im Lande vertraut machen will. Auch während seiner Gespräche mit den politisch Verantwortlichen will er auf Lösungen anstehender Probleme drängen. Dabei ist ihm sehr wohl bewusst, dass die Zeichen in Ägpyten auf Sturm stehen:

 „Obwohl ich schon feststelle, dass Präsident Mursi immer häufiger versucht, die radikalen Vorschläge der Muslimbrüder umzusetzen.“
„Die Religionsfreiheit wird weltweit durch den Islamismus bedroht. Überall dort, wo muslimische Extremisten die Mehrheit haben, wird es für andere Religionen schwierig“, sagte er.

Ein seltenes, offenes Wort eines deutschen Politikers, das ihm sicher wieder viel unterirdisch niveaulose Kritik aus bestimmten Kreisen und von bestimmten Medien einbringen wird. Dass ihm dies sehr wohl bewusst ist und er sich dem im Anschluss scheinbar unvermeidlichen „shitstorm“ trotzdem seit Jahren aussetzt, sei Herrn Kauder hoch angerechnet. Mit mehr Politikern, die die Anliegen verfolgter Christen mutig und dauerhaft vertreten, wäre auch in unseren Kirchen und Medien sicher noch etwas auszurichten, damit ein wirkliches Umdenken und eine neues Handeln beginnen könnten.

(Quelle: „idea.de“ vom 08. Dezember 2012)

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