Indien: Gewaltwelle im Bundesstaat Karnataka geht weiter

Der indischer Bundesstaat Karnataka gilt im Lande als eine der Regionen, wo hindu-nationalistische Kreise gegen Christen am brutalsten und offensten vorangehen. Das könnte daran liegen, dass die dort amtierenden Behörden und Regierungsvertreter mehr als einmal „ein Auge zudrücken“, wenn die Horden aufgeputschter Hindus die menschlichen Opferlämmer zusammentreiben.

Karte von Indien

Indien

So gibt die „evangelical fellowship of India“ (EFI) an, dass im Zeitraum von 2009 bis 2011 der Bundesstaat Karnataka an der Spitze der Teilstaaten Indiens mit massiven Vorfällen der Christenverfolgung gelegen haben soll. Laut der EFI werden alle drei Wochen schwere Angriffe fanatischer Mobs auf Geschäfte und Wohnhäuser von Christen  verübt, ebenso wie Attacken auf Kirchengebäude und Sonntagsgottesdienste. Was erschwerend dazukommt, beschreibt der Anwalt Nova Bethania von der „Christian Legal Association“:

Diese Vorgänge werden nicht angemessen untersucht und Angreifer werden weder verfolgt noch registriert.

Hier eine stillschweigende Komplizenschaft des juristischen Apparates zu unterstellen, erscheint nicht sehr weit hergeholt zu sein. Angriffe wie der auf Pastor Samuel Kim im Dorf Kannur, der am 11. Oktober 2012 von „unbekannten“ Angreifern bewusstlos geprügelt wurde und dann am darauffolgenden Tag in seinem Krankenhausbett eine mörderische Attacke mit Rasiermessern nur knapp überlebte, sind keine Seltenheit mehr. Die Zeit, von „Einzelfällen“ zu sprechen, ist vorüber. Pastor Kim überlebte den Anschlag nur, weil sich die Täter in ihrem Tun durch überraschend auftauchende Besucher des Krankenhauses gestört sahen. Nach Angaben des Geistlichen sei dies nicht einmal der erste Angriff auf seine Person gewesen.

Auch Berichte, nach denen sich Polizeibehörden aktiv an Verfolgungen beteiligen, die Opfer statt die Täter verhaften bzw. zu Verhören einbestellen und Pastoren mit faktischen Berufsverboten bedrohen, sind durchaus öfter zu hören und scheinen geradezu die Norm zu sein. Das alles sollte man wissen, wenn man die Situation des Christentums in Indien richtig einschätzen möchte.

(Quelle: „assist news“ vom 23. November 2012)

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