Alarmzeichen, die niemanden alarmieren…

Kreuz mit Horizont.

das Kreuz

Es ist noch nicht lange her, da las ich von einem afrikanischen Geistlichen, der Deutschland besuchte, um sich ein Bild von der Lage der Kirche hier zu machen, um etwas zu lernen. Aber nicht etwa, um etwas Positives mitzunehmen, sondern, um sich anzuschauen, wie Kirche NICHT sein soll. Das passt sehr gut in das Bild, das sich seit ein paar Jahren bereits abzeichnet. Afrikanische Priester und Pfarrer aus Ghana, der Elfenbeinküste oder Nigeria etwa, kommen nach Europa, um hier die Begeisterung für den Glauben zu wecken, um zu evangelisieren und Seelen zu retten. Das ist natürlich etwas Gutes. Wir haben solchen kreativen, geisterfüllten Input dringend nötig. Aber leider kommen diese Geschwister, weil wir selbst diese Dinge nicht mehr schaffen.

Und genau das ist es, was mich bekümmert. Wir Christen in Europa haben den Input unserer ehemaligen Missions-Schützlinge heute notwendig, weil Europa als Ganzes eine geistliche Wüste geworden ist. Und auch, weil unsere Kirchen leer und unsere geistlichen Leiter verweltlicht und kraftlos geworden sind. Priester wie der im oben verlinkten Artikel der „Südwestpresse“ genannte Priester Fabian Eke aus Nigeria kommen nur noch nach Frankreich, England oder Deutschland, um sich anzugucken, wie die Kirchen es machen, die Gläubigen zu vergraulen, sie in Scharen aus den Kirchen zu treiben durch Verweltlichung, Überpolitisierung und Beliebigkeit. Sie lernen, wie es NICHT gehen kann und welche Fehler sie zu Hause nicht machen sollten.

Genau diese Fehler wollen die Geschwister in Afrika vermeiden und benutzen unsere Kirchen-Organisationen als NEGATIVBEISPIELE ! Negativbeispiele für das ignorante Kreisen um die immer gleichen Phrasen, die immer „zeitgeistiger“ (fehl-) interpretierten Bibelverse und um Themen, die weltweit wohl keinen wahrhaften Christen hinter dem Ofen vorlocken (Stuttgart 21 ? Energiewende ? Homo-Pfarrhäuser ?) Dies spätestens sollte alle Alarmglocken der mit sich selbst und ihrer „gesellschaftlichen Relevanz“ befassten Oberhirten im Lande schrillen lassen. Und wer Ohren hat, zu hören, der hört auch. Aber leider hat man als kleiner „Normalchrist“ nicht ganz grundlos den Eindruck, dass unsere Synoden und Bischofskonferenzen nicht hören (wollen ?).

Pflegefall und Missions-würdige, spirituelle Wüste Europa. So sehen uns die Christen in Afrika und sogar in Asien. Als Beispiel sei hier nur einmal die Tatsache genannt, dass gerade chinesische Hauskirchen-Christen sich immer wieder darüber wundern, dass in Deutschland Gottesdienste oftmals deutlich weniger als eine Stunde lang dauern. Sie selbst geniessen die Gemeinschaft in Gebet, Lobpreis und Gespräch mit den Geschwistern oftmals stundenlang, ganze Sonntage lang. Nun, bei allen „kulturellen Unterschieden“ und Traditionen, aber auch dies gibt mir zu denken. Die Leichtfertigkeit, mit der deutsche Christen die Gemeinschaft verlassen nach dem Gottesdienst. Mit der sie sich auch innerhalb von Gemeinden abgrenzen und „ihr Ding“ machen.

Nun, wie auch immer jeder von Ihnen, liebe Leser, dazu stehen mag, aber diese Anregungen von außereuropäischen Christen MÜSSEN durchdacht und reflektiert, durchbetet und geistlich verarbeitet werden. Sonst hat der wahre Glaube auch hier in Europa keine Zukunft mehr.

Schönes Wochenende !

Jemeljan Pugatshow

Advertisements

Ein Gedanke zu “Alarmzeichen, die niemanden alarmieren…

  1. Zustimmung in allen Belangen!
    Unsere Kirchen sind saft- und kraftlos, sie machen nur noch ihr Ding, schauen nicht über den Tellerrand und reflektieren nur sich selbst und ihre Gemeinden.

    Es tut weh, in den aufstrebenden Kirchen Asiens und Afrikas als Negativbeispiel herhalten zu müssen. Aber was wollen wir letztlich von überalterten Christen erwarten? Junge Christen sind in Europa Mangelware geworden. Die geistige Haltung, sich für die Gemeinde einsetzen zu wollen, ist beschränkt und wird negiert, wenn man seine eigene Haltung nicht durchsetzen kann. Manchmal kann die Meinung aufkommen, dass sehr viele Selbstdarsteller diese europäische Kirche beherrschen. Das Christentum als Selbstdarstellung. Jesus wird der Boden in dieser Kirche zunehmend entzogen. Die Theologen wenden sich von der Bibel ab und versuchen nur noch den verkündeten Jesus, dieses blutleere Exemplar eines Gottessohnes zu propagieren. Egal, ob er gelebt hat oder nicht, denn auf die Botschaft, die dann noch psychoanalytisch auf die morderne Zeit getrimmt wird, kommt es an, nicht auf die historische Auferstehung, nicht auf den historischen Jesus, nicht auf die Wunder, nicht auf historische Exaktheit der neutestamentlichen Berichte. Wer so an die Bibel herangeht, weiß nicht, was er tut. Er stellt die Auferstehung, ja selbst das Leiden Jesus in Frage und somit die Gottsohnschaft Jesu selbst. Da ist es dann auch nicht mehr weit, im Islam eine Geschwisterreligion zu sehen, die Jesus von vornherein – und das ist wenigstens ehrlich – lediglich als Propheten sieht.

    Mit dem historischen Jesus, seinem Leiden und seiner Auferstehung und Himmelfahrt (deren historische Existenz jährlich neu geleugnet wird) jedoch steht und fällt der gesamte Glauben des Christentums.

    Erst, wenn wir uns wieder bewusst werden, dass diese neutestamentarischen Geschehnisse um Jesus zumindest in den Grundwahrheiten historisch wahrnehmbar und zu glauben sind, erst dann kann eine Glaubenserneuerung stattfinden. Darum auch der Papst mit dem Aufruf zur Glaubenerneuerung. Drewermänner und Küngs sind Propheten und Apologeten des Synkretismus, einer Religionsverkündungssuppe, die jedem schmecken kann, jedoch lauwarm ausgespuckt werden sollte. Nur durch Jesus kann ein Gottesbild der Liebe erkannt werden, einer Liebe, die jede menschliche Vorstellungskraft übersteigt. Wer die aufs Spiel setzt, bekommt Radikale im Sinne von Taliban-Schulen-und-Boko-Haram-Kirchen-Zerstörern.

    Jesus ist der Eckstein, den die Kirchen nunmehr aufnehmen müssen und ihn in die Waagschale einer Glaubensverkündigung für Christen zu machen, die zunehmend verloren gegangen ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s