Koptischer Bischof enttäuscht vom „Aufbruch“ in seiner Heimat

Bischof Anba Damian

Zu denjenigen Christen, die tagein, tagaus Diskriminierung und Gewalt erleben müssen, gehören ganz offensichtlich die koptischen Ägypter. Auch wenn unsere Medien viel dafür tun, Vorfälle von antikoptischer Gewalt zu verschleiern, indem sie sie ganz verschweigen oder, wo dies nicht mehr geht, zumindest Ursache und Wirkung nicht mehr beim Namen nennen, so kommen noch viele Anschläge und Gewalttaten gegen die christliche Minderheit Ägyptens ans Tageslicht.

Auch der Aufbruch des „Arabischen Frühlings“ in Ägypten hat nichts daran (zum Guten) verändert. Ganz im Gegenteil. Der koptische Bischof für Deutschland, Anba Damian, hat nun auf einer Konferenz im österreichischen Heiligenkreuz nicht zum ersten Male seine persönliche Einschätzung der Entwicklungen im Land am Nil zum Besten gegeben. Von Anfang an war er ein kritischer, wenn auch wohlwollender Beobachter der Volksproteste, sparte aber auch nie an kritischen Worten, wenn er es für notwendig hielt. So hat er auch bei der Konferenz „Verfolgte und Verfolger – Gewalt und Gottesbilder“ wieder seiner Enttäuschung darüber Luft gemacht, dass das Verhältnis von Muslimen und Christen in seiner Heimat durch die „Arabellion“ sich nicht verbessert hat.

Man habe vergeblich gehofft, dass die „Generation Facebook“, die die Proteste begonnen hatte, infolge des arabischen Frühlings Demokratie ins Land bringen würde. Das Gegenteil sei aber leider eingetreten: Immer wieder komme es zu Gewalt gegen Christen. Und bis heute habe es nicht einen Prozess gegeben, in dem ein Muslim dafür verurteilt worden wäre. Vor allem die Entführung und Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen habe in den vergangenen Monaten dramatisch zugenommen. Die derzeitige ägyptische Regierung unter Präsident Mohammed Mursi sei wie nicht anders zu erwarten nicht besonders koptenfreundlich, erklärte Damian. Alle wichtigen Stellen würden von Muslimen bekleidet. Wörtlich beschrieb er die Lage der Kopten so:

Es ist eine eindeutige Verschlechterung für die Christen in Ägypten. Ich bekomme viele Anrufe von Menschen, die auf dem Reisekoffer sitzen und ins Ausland wollen.

Das Wort ist so wichtig, dass ich es noch einmal wiederholen möchte, da der Bischof eben über direkte Kontakte verfügt und deshalb glaubwürdig ist: VERSCHLECHTERUNG für die Kopten. Das müssen wir verstehen, wenn wir wieder über Ägypten nachdenken, oder aus dem Land hören. Mindestens 100.000 Kopten haben das Land bereits aus Angst um Leib und Leben verlassen und viele andere sitzen, so sagt es Bischof Damian AUF GEPACKTEN KOFFERN. Dabei erwarten sie gar nicht viel von ihrem Heimatland. Sie wollen keine Sonderstellung, oder öffentliche Mittel für ihre Gemeinden, aber:

Aber wir wollen in Frieden unsere Religion ausüben.

(Quelle: „idea.de“ vom 21. Oktober 2012)

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2 Gedanken zu “Koptischer Bischof enttäuscht vom „Aufbruch“ in seiner Heimat

  1. Pingback: Beten und fasten Sie bitten mit den Kopten « kopten ohne grenzen

  2. Niemand kann in Frieden leben, wenns dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Und dem Islam missfällt es eben, dass Kopten in ihrem Heimatland ihre Religion ungestört und frei ausleben können. Am Beispiel Ägypten können wir die Taqiyya unserer Islamvertreter wie z. B. Herrn Mazyek erkennen. Solche Herrn wie Mazyek und Idriz beschönigen nur die Zustände in Ländern wie Ägypten und scheren sich keinen Deut darum, diese Zustände – was ja eindeutig wäre – den Regeln des Islam zuzuordnen. Diese Arroganz und Überheblichkeit, der Islam und seine Regeln könnten nie Schuld sein an den radikal-muslimischen Zuständen ist es, was sie letztendlich als das entlarven, was sie sind, nämlich Verschleierer, Lügner und Menschen, die sich und ihr Gottesbild einfach nicht hinterfragen wollen. Sie lügen uns vor, dass diese Ausgrenzungsverse nur für die Zeit Mohammeds gelten würden und negieren die Tatsache, dass Christenverfolgung ja gerade aufgrund dieser Andersreligionverachtenden Regeln erst koranisch und somit göttlich legitimiert werden über die Jahrhunderte bis heute und wohl auch bis in die Zukunft hinein.

    Die desolaten Verfolgungszustände für Juden und Christen in islamischen Ländern sind ja ohne das Stillhalten, ich möchte sogar sagen, ohne die Kapitulation der europäischen und westlichen Eliten gar nicht möglich. Solange aus Islamdunkelland Fatwen als aktuell gelten wie sie auf dem Blog Islaminstitut.de zu finden sind und noch heute in ihrem Sinn von den 4 führenden islamischen Rechtsschulen aufrechterhalten werden und somit die Islamkritiker in ihrer Kritik bestätigen und somit auch bestätigen, dass Idriz und Mazyek religiöse Falschspieler sind, solange werde ich jedenfalls nicht an einen Euroislam, den viele Eliten hier gern hätten und sich in ihren rosaroten Wunschträumen vorstellen, glauben können. Wo die Ehrlichkeit mit Füßen getreten wird und Lügen hier als Wahrheit verkündet und von den zuhörenden Eliten akzeptiert werden, da ist Gott fern. Solange nicht die Liebe zu Gott und zu den Menschen, zu jedem Menschen in jeder Religion gepredigt und gelebt wird, solange muss jede Religion kritisiert werden, die andersdenkende Gläubige verfolgt, im Stich lässt oder diskriminiert.

    Bitten wir den Hl. Geist um Erleuchtung der Erkenntnis, um Mut, diese Erkenntnis zu verkünden und um Kraft diese Wahrheit auch in Liebe umwandeln zu können. Beten wir wieder verstärkt für die verfolgten Christen in aller Welt.

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