Religionskrieg geht weiter – in Nigeria

Karte von Nigeria.

Nigeria

Wir haben auch hier im Blog häufig die Verbindungen zwischen den ethnischen, wirtschaftlichen und kulturellen inner-nigerianischen Konflikten und dem Kampf der Terrorgruppe „Boko Haram“ zur Islamisierung des Landes aufgezeigt. Die Konflikte beispielsweise zwischen nomadischen Fulani und ackerbauenden Völkern wie den Tiv oder Berom verlaufen grundsätzlich entlang der religiösen Trennlinien der Gesellschaft. Das ist kein Zufall, denn hier werden bereits vorhandene ethnische und Land-Konflikte von den islamischen Terroristen für ihre Zwecke ausgenutzt. Denn die Gewalt in diesen Auseinandersetzung geht grundsätzlich immer von den Muslimen aus.

Wie um diese „gewagte“ These zu belegen, kommt jetzt aus Nigeria eine weitere Nachricht, die ins Bild zu passen scheint. Am Mittwoch, de 17. Oktober 2012, veröffentlichte der Sprecher des Gouverneurs des zentralen Bundesstaates Benue, Cletus Akwaya, eine Verlautbarung, die davon spricht, dass bei einem Überfall auf ein Dorf des überwiegend aus Christen bestehenden Stammes der Tiv mindestens dreissig Bewohner ums Leben gekommen seien. Bei den Angreifern habe es sich um Mitglieder des muslimischen Nomadenstammes der Fulani gehandelt, die seit Jahren von den Terroristen als „Kanonenfutter“ benutzt und massiv mit Waffen ausgerüstet werden.

Die seriöse Tageszeitung „die Welt“ schreibt auf ihrer online-Seite:

Bei dem Angriff am Sonntag und Montag in Yogbo nahe der Grenze zum Bundesstaat Nassarawa seien ohne vorherige Warnung mitten in der Nacht Häuser angezündet worden. Viele Bewohner seien auf der Flucht vor den Flammen getötet worden.

„Mindestens 30 Menschen sind tot“, sagte der Sprecher. Weil der Angriff in der Nacht erfolgt sei, sei es schwierig, die Zahl der Angreifer zu nennen. Nach Berichten örtlicher Medien flohen infolge des Angriffs Hunderte Tiv aus dem Dorf.

In den vergangenen Jahren haben die Fulani mehrfach ähnliche Überfälle auf Ackerbauern-Dörfer vorgenommen, um dort einer islamischen Landnahme Vorschub zu leisten. Es sollen so gezielt alle Nichtmuslime bestimmter Regionen eingeschüchtert und vertrieben werden. Praktisch kommen diese Attacken also einer religiösen Säuberung und Vetreibungsbewegung gleich. Eine Tatsache, die aber von Medien, Politik und Kirchen nicht dementsprechend beachtet und eingeschätzt wird. Im Schatten dieser Ignoranz morden die Terroristen und ihrer Helfershelfer fleissig weiter. Interessant wäre es, mal festzustellen, wo die Gelder für die Waffen und Sprengstoffe herkommen, mit denen die „Boko Haram“ ihre Attacken auf Kirchen und staatliche Einrichtungen ausführt.

(Quelle: „die Welt“ vom 17. Oktober 2012)

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Ein Gedanke zu “Religionskrieg geht weiter – in Nigeria

  1. Herzlichen Dank für die sehr qualifizierte Weiterführung dieses Portals, lieber „jemeljan“, während der Auszeit von C.K. („stefanus“).

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