das Menetekel, das niemand lesen wollte – in Ägypten

Ägypten

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Das Massaker am Masbiro in Kairo hat weder in Europa noch in Amerika irgendjemanden wachgerüttelt. Auch nachdem das Militär mit geradezu sadistischer Brutalität einen friedlichen Protestzug koptischer Christen niedergemetztelt hatte und diesen in der Folge auch noch die Verantwortung für die Geschehnisse zuschieben wollte, ging kein Aufschrei des Protestes und der Solidarität durch die Redaktionen, Pfarrhäuser und Abgeordnetenbüros in Berlin, Brüssel oder Washington. Zwar gingen die Bilder von Panzern, die absichtlich über am Boden liegende Leiber rollten und zwar hin und zurück, um die Welt, aber sie blieben komplett folgenlos.

Noch immer zahlen Steuerzahler im „Westen“ für Hilfsgelder an Ägypten oder die Palästinensergebiete. Die Fakten über das Masbiro-Massaker wurden schlicht und ergreifend ignoriert oder in schrecklicher Bösartigkeit relativiert, wenn man sie hierzulande überhaupt wahrnahm. Dabei waren für alle unvoreingenommenen Beobachter bereits an diesem 09. Oktober 2011 erkennbar, dass die „Blogger-Revolution“ in Ägypten den Kopten wohl keine neuen Freiheiten und größere, gesellschaftliche Spielräume bringen würde. Die Armee hatte sich in unheiliger Allianz mit islamischen Provokateuren dazu hinreissen lassen, eine schreckliche Bluttat zu begehen, für die bis heute übrigens noch niemand zur Verantwortung gezogen oder gar verurteilt wurde.

An die letztere Tatsache erinnerten auch am ersten Jahrestag des Massakers Tausende Kopten bei einem Demonstrationszug in Kairo. Am vergangenen Dienstag, den 09. Oktober 2012 zogen sie wieder durch die Straßen der ägyptischen Hauptstadt, um ihrem Unverständnis über die Taten und deren absolute Folgenlosigkeit für die Verantwortlichen auszudrücken. Auch in Deutschland hatten einige, wenige Umzüge bereits in der Woche nach dem Massaker stattgefunden, aber deren Teilnehmerzahl spottete z. T. der Gewichtigkeit dieses Anlasses. Auf Solidarität und Anteilnahme deutscher Christen muss wohl im Land am Nil niemand spekulieren, wie mir auch diverse Dialogpartner in den letzten Monaten bezeugt haben. Das Thema ist „durch“, falls es jemals überhaupt wahrgenommen wurde in unseren Kirchen.

Dennoch sollte das Masbiro-Massaker nicht in Vergessenheit geraten. Es war und ist bis heute der Anfang vom Ende der Unschuld der „arabischen Revolution“ und der Beginn des Absturzes dieser Bewegung in den Abgrund des Islamismus, der sich seit Monaten im Irak, in Tunesien, Ägypten, in Libyen auftut  und bald auch in Syrien auftun wird.

(Quelle: „bikyamasr“ vom 09. Oktober 2012)

Interessant:

http://koptisch.wordpress.com/2012/10/09/das-mapero-massaker-jahrt-sich-und-niemand-verhaftet/

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Ein Gedanke zu “das Menetekel, das niemand lesen wollte – in Ägypten

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