Eigentumsstreit um Kirchengebäude eskaliert in Ägypten

Ägypten

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Die ehemals griechisch-orthodoxe St. Marien–Kirche im Ort Rashid, 65 km östlich von Alexandria, wird zum Stein des Anstoßes für ein absurdes Theater. Durch die Tatsache, dass es immer weniger griechisch-orthodoxe Christen in Rashid gab, sah sich die Kirche veranlasst, vor einigen Jahren das Grundstück mit dem daraufliegenden Gebäude zu verkaufen. Die koptische Kirche erwarb die Immobilie und damit hätte es auch gut sein können. Wenn nicht ein Staatsanwalt aus Alexandria im Jahre 2009 aufgetaucht wäre, der Stein auf Bein schwört, er habe das Gebäude erworben und sei rechtmäßiger Eigentümer der Immobilie.

In der Folge entspann sich ein langwieriger Rechtsstreit, dem der Staatsanwalt Mohammed Mustafa Kamel z. Bsp. durch das gewaltsame Abreißen des Zaunes um das Grundstück und den körperlichen Angriff auf einen Wachmann  etwas Würze verleihen wollte. Er offenbart dadurch ein Rechtsverständnis, das eines Staatsdieners und öffentlichen Anklägers vor dem Strafgerichtshof von Alexandria unwürdig ist, denn vor Gericht wurden alle seine Ansprüche bislang als unbegründet abgewiesen. Mit Hilfe seiner Söhne und einiger angeheuerter Bauarbeiter mit Schaufelbaggern hat er nun am Montag, den 08. Oktober 2012 schweren Schaden am Kirchengebäude angerichtet.

Offensichtlich wollte er den Abriss der Kirche vorbereiten, als er in das Gebäude eindrang und mit Hilfe seiner Komplizen den Altar einzureißen begann. Pater Maximos und Pater Lukas Asaad machten sich daraufhin gemeinsam mit einem Rechtsvertreter auf zur nächstgelegenen Polizeistation, um dem Treiben ein Ende zu machen. Was dann passierte, beschreibt Pater Maximos so:

Wir blieben über sechs Stunden auf der Polizeiwache, wo die Beamten den Staatsanwalt und seine zwei Söhne anflehten, die Kirche nicht abzureißen. Obwohl er keinen Abrißbefehl vorweisen kann.

Pater Maximos weist noch einmal auf die Prozesse hin, die die koptische Kirche alle gewonnen hat. Seine Einschätzung lautet deshalb:

Als dieser Weg also nicht wirkte, hat er (Staatsanwalt Kamel) sich also entschlossen, die Dinge in die eigenen Hände zu nehmen.

Noch auf der Polizeiwache soll der Staatsanwalt die beiden Priester und den Anwalt mit dem Tode bedroht haben. Die Polizei hat darüber ein Protokoll angefertigt und die Schaufelbagger konfisziert, aber ansonsten nichts unternommen, da sie den Einfluss des Beamten fürchten. Es wurde keine offizielle Anzeige entgegengenommen, auf die hin die Polizisten ermitteln müssten.

(Quelle: „aina.org“ vom 08. Oktober 2012)

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2 Gedanken zu “Eigentumsstreit um Kirchengebäude eskaliert in Ägypten

  1. Hier macht sich wohl bereits der Einfluss der Muslimbruderschaft bemerkbar. Jetzt, wo die Fanatiker die Macht haben, ist das Recht endgültig ausgehebelt, wenn es um Besitz und Leben von Nichtmuslimen geht. Hier offenbart sich ein Weltbild, das eben zu Konzepten wie den „universellen Menschenrechten“ etc. komplett inkompatibel ist.

  2. Pingback: Christenverfolgung nimmt kein Ende und intressiert keinen « kopten ohne grenzen

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