„Hasskampagnen und sozialer Boykott gegenüber Christen“ in Indien

Karte von Indien

Indien

Am 02. Oktober 2012 wurde ein Taufgottesdienst in Kanthapada, Bundesstaat Orissa, von Hindu-Nationalisten gesprengt. Zwanzig Gläubige hatten sich versammelt, um zehn ihrer Geschwister das Sakrement der Taufe zukommen zu lassen. Hindu-Nationalisten vom Dachverband „Sangha Parivar“ attackierten die Zeremonie, die von Jayaram Marandi geleitet wurde. Sie verprügelten die Christen und sorgten dafür, dass diese dann auch noch von der Polizei verhaftet wurden. Die Beamten waren von den Fanatikern gerufen worden und brachten alle anwesenden Christen zur nächstgelegenen Polizeistation für „Befragungen“.

Sajan K. George vom „Global Council of Indian Christians“ (GCIC) betont, diese Vorgänge seien „empörend“. Er verlangt im Namen seiner Organisation vom Ministerpräsidenten Orissas, eine Untersuchung gegen die beteiligten Polizisten einzuleiten. Sajan K. George sagt:

Um diese christlichen Gemeinschaften zu drangsalieren, einzuschüchtern und festzunehmen, beuten die Hindu-Nationalisten den schrecklichen „Freedom of Religion Act“ von 1997 aus, unter Mitwisserschaft und stillschweigender Duldung von sowohl der Verwaltung als auch der Polizei.

George geht auch davon aus, dass das Klima der Bedrohung und Gefahr für Christen seit 2008 immer mehr zunimmt, weil die „Sangha Parivar“-Aktivisten diverser Untergruppierungen immer mehr an Einfluss gewinnen. Hass-Kampagnen und ein sozialer Boykott gegen Christen sind die Folge. Ein Justizsystem, das sogar überführte, Hindu-Gewalttäter schnell auf Kaution freilässt, trägt das Ihrige dazu bei.

(Quelle: „asia news“ vom 06. Oktober 2012)

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Ein Gedanke zu “„Hasskampagnen und sozialer Boykott gegenüber Christen“ in Indien

  1. Auch open doors Deutschland veröffentlichte kürzlich folgende Artikel. In Indien ist auch nicht alles Gold, was dort glänzt in Sachen Christenverfolgung.

    http://www.opendoors-de.org/verfolgung/news/2012/oktober/05102012in_news/
    Mob stürmt Häuser von Christen
    05.10.2012Indien
    Christen verjagt und ausgestoßen – Polizei hält sich zurück

    (KELKHEIM, 5. Oktober 2012) – Gleich zweimal griffen im vergangenen Monat radikale Hindus eine christliche Siedlung in Bhanpuri an, einem entlegenen Dorf im Bundesstaat Chhattisgarh. Nach Angaben eines Augenzeugen verprügelten sie die Christen, zwangen sie zur Teilnahme an hinduistischen Anbetungsritualen und beschädigten mehrere Privathäuser.

    Gottesdienst gestürmt

    Die kleine Gemeinschaft hatte sich gerade zum Gottesdienst im Haus von Daminbai Sahu getroffen, der erst kürzlich zum christlichen Glauben gekommen war. Plötzlich stürmte eine Gruppe von Dorfbewohnern in das Haus und schlug auf mehrere der Anwesenden ein. Unter ihnen befand sich auch der Pastor der Philadelphia Fellowship namens „Dada“. Die Angreifer beschuldigten ihn, Hindus gewaltsam zum Übertritt zum Christentum bekehrt zu haben und schleiften ihn aus dem Haus. Unter den Augen einer rasch anwachsenden Menschenmenge jagten die Extremisten den Pastor davon und drohten ihn zu töten, sollte er noch einmal zurückkehren. Reverend Sandeep Claudius von der Church of God schilderte, dass die Angreifer bis spät in die Nacht hinein Christen dazu zwangen, ihren Glauben zu verleugnen.

    Zweiter Angriff

    Statue einer Hindugottheit in Dehli, IndienAm folgenden Abend stürmte ein Mob von etwa 600 Hindu-Extremisten erneut die Häuser von fünf christlichen Familien, die sich zu der Philadelphia Fellowship halten. Sie wurden als „Ungläubige“ beschimpft und ebenfalls der Zwangsbekehrung von Hindus zum Christentum beschuldigt. Die Angreifer zerstörten Türen, beschädigten Haushaltsgegenstände und die Häuser, wie Augenzeugen berichteten. Reverend Claudius schilderte, wie die Christen gezwungen wurden, sich vor Hindu-Götzen zu verneigen und Hindu-Gesänge anzustimmen. (Statue einer Hindugottheit in Dehli)

    „Wir bleiben treu!“

    „Wir werden Christus nicht aufgeben, selbst wenn es unser Leben kostet, denn er hat unsere Sünden vergeben und uns neues Leben geschenkt!“, erklärte Deherram Sahu, eines der Opfer, gegenüber Open Doors News. Die Extremisten jagten ihn und Angehörige drei weiterer christlicher Familien um ein Uhr morgens hinaus in den Monsunregen. Im zwölf Kilometer entfernten Balod fanden sie schließlich Zuflucht bei anderen Christen.

    Zurück blieben unter anderem ältere Christen und Kinder, die ihre Häuser nicht verlassen konnten. Man verbot ihnen, Wasser aus dem Dorfbrunnen zu schöpfen. Als radikale Hindus erfuhren, dass die Christen Regenwasser gesammelt hatten, kamen sie und warfen die Behälter um.

    Polizei reagiert zögerlich

    Erst nach einigen Tagen konnten Gemeindeleiter aus der Region die zurückgebliebenen Christen retten. Die verständigten Polizeibeamten weigerten sich jedoch zunächst, der Beschwerde der Christen nachzugehen: „Sie haben uns geraten, nach Hause zu gehen und die Hindu-Götter anzubeten“, berichtet Philip. Erst nach fortgesetztem Einsatz mehrerer Kirchenleiter erklärten sich die Beamten bereit, eine offizielle Beschwerde der vier vertriebenen Gemeindemitglieder aufzunehmen. Bislang ist es jedoch noch zu keinen weiteren Ermittlungen gekommen.

    Jahrelange Drangsalierung

    Frauen auf der StraßeSeitdem sich im Jahr 2006 die ersten Dorfbewohner entschieden haben, Jesus nachzufolgen, schlägt ihnen die Ablehnung der Dorfgemeinschaft entgegen. Reverend Philip schildert den Alltag der Christen: „Ihnen wurde verboten, im Dorf etwas zu kaufen oder zu verkaufen oder Wasser aus dem Dorfbrunnen zu schöpfen. Sie werden behandelt wie Aussätzige. Man hat ihnen nicht einmal erlaubt, auf der Hauptstraße entlang zu gehen, weil die Extremisten befürchten, die Straße würde durch ihren Glauben verunreinigt.“ (Symbolfoto Open Doors)

    Offiziell herrscht Religionsfreiheit

    In Indien kommt es regelmäßig zu Übergriffen gegen Pastoren und Gemeindeversammlungen – besonders in ländlichen Gebieten. Allein für das Jahr 2011 wurden im Rahmen der Nachforschungen zum Weltverfolgungsindex von Open Doors über 100 gewaltsame Übergriffe gegen Christen dokumentiert. Indien rangiert auf dem Index an Position 32. Die Verfassung des riesigen Landes garantiert seinen 1,2 Milliarden Einwohnern Religionsfreiheit, doch in fünf der 28 Bundesstaaten gilt „Zwangsbekehrung“ offiziell als Straftat. Christen in diesen Staaten – darunter auch Chhattisgarh – werden häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, gegen diese Vorschrift zu verstoßen.

    Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigte sich jedoch kürzlich im kleinen Bundesstaat Himachal Pradesh. Trotz einer grundsätzlichen Bestätigung des dortigen Gesetzes gegen „Zwangsbekehrungen“ kippte das zuständige Gremium einen Zusatz aus dem Jahr 2006. Darin wird als Voraussetzung für einen Religionswechsel zur Auflage gemacht, diese Absicht 30 Tage im Voraus offiziell anzumelden. Das Gericht begründete seinen Beschluss so: „Jede Person hat das Recht auf ein freies Gewissen, das Recht auf Glauben, das Recht den Glauben zu wechseln und auch das Recht, den eigenen Glauben geheim zu halten.“

    Beten Sie für die bedrängten Familien. Vielen Dank für Ihre Ermutigung und Hilfe!

    Beten Sie, dass Gott die kleine christliche Gemeinschaft in Bhanpuri beschützt und ihnen hilft, den Schock der Übergriffe zu überwinden.
    Beten Sie für die Versorgung der Familien und eine neue Lebensgrundlage.
    Beten Sie für die Angreifer, dass Gott sie überführt und weitere Menschen in dem Dorf zum Glauben an Jesus Christus kommen.
    Beten Sie, dass weitere Gerichte sich kritisch mit Gesetzen befassen, die der Willkür gegen die Christen und andere Minderheiten Tür und Tor öffnen.

    Indien: Junge Christin überlebt Messerattacke
    05.10.2012Indien
    Sukurmuni vom Stamm der Paharia hält an Jesus fest

    (Open Doors) – „Als ich meine Augen öffnete, sah ich den schwer angetrunkenen Bruder meines Großvaters mit einem Schustermesser auf mich zukommen“, so beschreibt die 21-jährige Sukurmuni Kumari Bhri aus dem Dorf Pokhariya im Bundesstaat Jharkhand den Vorfall. Am 21. September war sie mit ihren Geschwistern beim Abendgebet, als ihr Großonkel Sama Bhari versuchte, sie mit einem Messer zu töten. „Noch bevor ich die Situation richtig erfassen konnte, war er schon über mir, um mich zu erstechen“, berichtet Sukurmuni. „Zwar konnte ich noch seine Hand packen, aber den Stich in meinen Nacken konnte ich nicht verhindern.“

    Eine Familie findet zum Glauben

    Straßenbild IndienSukurmuni stammt aus einer sehr armen Familie vom Stamm der Paharia im östlichen Indien. Ahnenkult, Animismus und die Verehrung von Flüssen, Pflanzen, Tieren und Gestirnen kennzeichneten ihre Religion. Mit einem kleinen Stück Land und dem Einkommen eines Tagelöhners sorgte ihr Vater, Dhudhna Bhri für seine Frau Sanwari Rani Bhri und die vier Kinder. Wegen einer unheilbaren Krankheit musste Sukurmuni vor zwei Jahren die Schule nach der 9. Klasse abbrechen. In dieser Situation brachte ihr ein Missionar Gottes Wort und betete mit ihr. Sie empfing völlige Heilung von Gott und entschied sich augenblicklich, ihr Leben ganz Jesus Christus anzuvertrauen. Ihre Mutter, ihre zwei jüngeren Brüder und eine ihrer Schwestern folgten ihr im Glauben an Jesus und ließen sich taufen. Dem für den Vorfall zuständigen Polizisten Ashok Kumar zufolge, war die Messerattacke ein Racheakt des inzwischen inhaftierten Großonkels, da Sukurmuni jüngst auch dessen Sohn zum christlichen Glauben geführt hatte. (Symbolfotos Open Doors)

    Glaubenszuversicht

    Laut Bericht von Pastor Shankar Ray, einem freiwilligen Mitarbeiter bei Open Doors, geht es Sukurmuni wieder gut. Das äußerst scharfe Schustermesser, das zum Schneiden von Leder verwendet wird, hat eine tiefe und etwa acht Zentimeter lange Wunde im Nacken hinterlassen. Bei seinem Besuch im Krankenhaus zwei Tage nach der Attacke las Sukurmuni bereits wieder in der Bibel. „Sie ist tief gegründet in Gottes Wort“, sagt der Pastor. In einem Telefonat mit Open Doors sprach Sukurmuni voll Zuversicht davon, dass sie auf jeden Fall weiter Gottes Wort lesen, beten und die Frohe Botschaft verbreiten wolle.

    Bekehrungen zum Christentum sind in Indien immer wieder Anlass für gewalttätige Übergriffe durch Familienmitglieder oder radikalisierte Gruppen. Obwohl die Verfassung Religionsfreiheit garantiert, machen Anti-Bekehrungsgesetze den Kirchen in mehreren Bundesstaaten das Leben schwer. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors belegt Indien Platz 32. Das Hilfswerk unterstützt verfolgte und benachteiligte Christen in Indien u.a. mit einem weitgefächerten Schulungsangebot, Bibeln für Erwachsene und Kinder, Projekten zur Existenzsicherung (Hilfe zur Selbsthilfe) und Initiativen zur Vernetzung christlicher Gemeinden.

    Bitte beten Sie für Sukurmuni und ihre Familie.

    Danken Sie für die Bewahrung von Sukurmunis Leben.
    Beten Sie für ihren Großonkel Sama Bhri, dass er zur Umkehr gelangt.
    Beten Sie für die Christen in Indien, dass sie weiter mutig ihren Glauben leben.

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