Iran: „Gefangener des Monats“ der IGfM – Farshid Fathi

Ich hatte angesichts der Freilassung Youcef Nadarkhanis aus dem Gefängnis vor wenigen Wochen bereits darauf hingewiesen, dass noch immer viele Christen unschuldig in iranischen Gefängnissen sitzen. 

Farshid Fathi

Die online-petition zu Gunsten von Behnam Irani und die Ernennung von Farshid Fathi zum „Gefangenen des Monats Oktober 2012“ der IGfM zusammen mit idea beweisen, dass der Iran noch immer ein Thema für Leute und Gruppierungen  mit einem Bewusstsein für Menschenrechtsverletzungen ist. Hierbei sei besonders die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGfM) gelobt, die hier nimmermüde den Finger auf die richtigen Wunden legt. Farshid Fathi, dessen Fall wir hier im Blog des BGVK schon länger verfolgen, steht nun im Fokus dieser jüngsten Aktion. Auch der „prisoneralert“ der „voice of the martyrs“ Nordamerikas hat sowohl Behnam Irani als auch Farshid Fathi gelistet.

Idea.de schreibt dazu:

Der 32-jährige Leiter einer Untergrundgemeinde – er war vor seinem Übertritt zum Christentum Muslim – wurde im Dezember 2010 in Teheran verhaftet. Im April 2012 verurteilte ihn das Islamische Revolutionsgericht zu sechs Jahren Haft wegen „Aktionen gegen die Staatssicherheit, Kontaktaufnahme zu ausländischen Organisationen und religiöser Propaganda“. Im März 2011 boten die Behörden der Familie an – Fathi ist verheiratet und Vater von zwei Kindern –, ihn gegen eine Kaution von umgerechnet rund 155.000 Euro freizulassen. Trotz Zahlung des unter großen Mühen aufgebrachten Betrages und der Zusage der Gefängnisleitung, Fathi aus der Haft zu entlassen, kam es nicht dazu. Die Kaution wurde nicht zurückerstattet. Zur Begründung hieß es, dass im Islam jegliches Eigentum von Nichtmuslimen als „Raub an der Ummah“ (religiöse Gemeinschaft der Muslime) gelte und damit „unrechtmäßig“ sei und „re-islamisiert“ werden müsse.

De facto sind also diejenigen, die für eine Kaution Fathis gespendet hatten, von den iranischen „Justizbehörden“ (mir widerstrebt die Bezeichnung „Justiz“ für diese Bande von religiös-fanatisch-islamischen Eiferern) beraubt worden. Aber merke: jede Art von nichtmuslimischem Eigentum ist „Raub an der Ummah“ und kann jederzeit eingezogen werden. Ein schariakonformes Rechtsverständnis, dessen Auswirkungen wir noch beim „Abziehen“ von „Kartoffeln“ auf deutschen Schulhöfen live und in Aktion erleben können. (Ja, Herr Buschkowsky, ich gehe soweit, das zu sagen, was nicht mal Sie sich getraut haben.)

Die Menschenrechtsorganisation fordert nun dazu auf, sich für die Freilassung Fathis beim Iran einzusetzen. Bürger in vielen Positionen könnten sich in Gesprächen, Appellen und Petitionen für Männer wie Farshid Fathi oder Behnam Irani engagieren.

BITTE BETEN SIE DOCH AUCH MAL FÜR DIE INHAFTIERTEN CHRISTEN DES IRAN, DIE NUR AUFGRUND IHRES GLAUBENS UND DESSEN VERFOLGUNG DURCH DIE „ISLAMISCHE REPUBLIK“ HINTER GITTEN SITZEN. MÖGE IHR LEIDEN NICHT UMSONST SEIN.

(Quelle: „idea.de“ vom 30. September 2012)

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