Europa: Christenfeindlichkeit nimmt zu

Wir echten Gläubigen spüren den kalten Wind, der uns aus Medien, Politik und leider vielfach auch aus den eigenen Gemeinden entgegenweht, schon seit Längerem. Die Formulierung „christliches Abendland“ gilt für den Moloch und politischen Kultgegenstand namens „Europa“, auf dem wir Deutschen unsere Budgethoheit und politische Handlungsfähigkeit geopfert haben, schon lange nicht mehr.

Wie um diesen pessimistisch stimmenden Trend zu bestätigen, kommt nun von der „Wiener Beobachtungsstelle gegen Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa“ ein Zwischenruf, der uns zumindest nachdenklich stimmen sollte. Auf einem Treffen von Vertretern aus Politik und Kirchen am 02. Oktober 2012 in Brüssel wurden Fragen diskutiert, die laut „kath.net“ folgendermaßen umrissen werden können:

Darf man eine Madonna aus einer Kirche auf die Straße werfen? In einem Theaterstück das Antlitz Jesu mit Kot beschmieren? Oder den Papst als inkontinenten Mann darstellen?

Offensichtlich motiviert von den durch islamische Verbänden geforderten „Maulkörben“ für Künstler, Journalisten und Politiker, was die Beschäftigung mit den kritikablen Aspekten der islamischen Mythologie und Geschichte angeht, wollen nun auch Christen offener über die Dinge sprechen, die ihre religiösen Gefühle verletzen.
Die Diskriminierung von Christen in Europa stand dabei im Mittelpunkt des vom EU-Parlament und der EU-Bischofskommission COMECE gemeinsam veranstalteten Symposiums in Brüssel.

Die “ Wiener Beobachtungsstelle gegen Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa“, die seit Jahren die Tendenzen zur antichristlichen Gewalt auf diesem Kontinent beobachtet und dazu jährlich einen Bericht publiziert, wird von „kath.net“ folgendermaßen zitiert:

Laut Statistik seien Christen die am meisten diskriminierte religiöse Gruppe Europas: 84 Prozent des Vandalismus in Frankreich richten sich demnach gegen christliche Gebetsstätten. 48 Prozent aller Geistlichen in Großbritannien machten innerhalb eines Jahres diskriminierende Erfahrungen. Und in Schottland würden 95 Prozent aller anti-religiös motivierten Gewalttaten gegen Christen verübt.

Diese Tendenz ist glaubwürdig angesichts von unwidersprochenen Aufrufen deutscher Linksradikaler im Internet, die Titel haben wie „Schade, dass „kath.net“ nicht brennt“ oder „bald wärmen wir uns im Schein eines Kirchenfeuers“. Auch und gerade hierzulande gilt eine kalte bis ablehnende Haltung gegenüber Kirche und Glauben in bestimmten Kreisen geradezu als „Eintrittskarte“ und Erkennungsmerkmal. Das gilt nicht nur Linksextreme, „Antifas“ und Punks.

Im Rahmen der OSZE werde schon länger über einen offenen Dialog über die Christendiskriminierung diskutiert und gar eine Überarbeitung von Gesetzen gefordert, die Christen diskriminieren und rechtlich gegenüber Nichtchristen benachteiligen. Medien und Politik aber seien europaweit auffällig desinteressiert an diesem Thema.

Florian Kolfhaus, vatikanischer Vertreter aus dem Staatssekretariat, sagte dazu: «Man stelle sich einmal vor, aus einer Synagoge würde eine Menorah von Vandalisten auf die Straße geworfen. Was gäbe das für einen europaweiten Aufschrei – und zu Recht»

Ich selbst füge hier mal die These ein, dass ein lächerliches youtube-Filmchen, ein brennender Koran und ein paar Karikaturen dazu führten, dass eine Zeitungsredaktion in Frankreich abgefackelt wurden, ein Botschafter in Libyen ermordet wurde, diverse Botschaften in Flammen aufgingen und unzählige weitere Gewalttaten verübt wurden. (Auch wenn es mittlerweile ein offenes Geheimnis ist, dass der Anschlag auf den Botschafter in Libyen ein Terrorangriff war, der geplant wurde, um der Forderung nach Auslieferung des „Blinden Scheichs“ aus den USA Nachdruck zu verleihen.) Interessant ist, dass auch hier die Reaktion aus den Medien und der Politik mit einer Kirchenschändung nicht gleichzusetzen ist. Niemand forderte bislang ein Verbot von antichristlichen Theaterstücken, Bildern und Filmen.

Der Sekretär der europäischen Bischofskonferenz, sagte dazu folgendes:

Der Sekretär der EU-Bischofskommission COMECE, Piotr Mazurkiewicz, erklärte, es sei überraschend, dass im liberalen demokratischen Kontext Europas Diskriminierung von Christen diskutiert werden müsse. Von Politik und Gesellschaft würden säkulare Sichtweisen bevorzugt, weil man meine, sie seien neutral. Wenn man ein Kreuz aus einem Klassenzimmer entferne, habe dies aber eine Bedeutung. Auch säkulare Bewegungen könnten schließlich intolerant sein: Als Beispiel nannte Mazurkiewicz die Schließung katholischer Adoptionsagenturen in Schottland aufgrund von politischem Druck, weil sie homosexuellen Paaren keine Kinder vermitteln wollten. Toleranz bedeute aber doch, auch Gegenmeinungen zuzulassen.

Absurd, aber wahr. Wir Christen stehen offensichtlich vor der Wahl, ebenso gewalttätig zu werden, wie die Muslime, wenn wir unseren Anliegen in Politik und Medien Gehör verschaffen wollen, oder uns als „Gläubige zweiter Klasse“ nach Strich und Faden diskriminieren zu lassen. Beide Optionen finde ich persönlich wenig erfreulich. In jedem Falle waren sich Kirchenvertreter und EU-Parlamentarier wohl darin einig, dass zum Schutz der christlichen Gemeinschaften die Diskussion über diskriminierende Maßnahmen intensiviert werden müsse. Für eine Aussprache im Plenum des EU-Parlamentes sei es aber „noch zu früh“.
Müssen erst wirklich die Kirchen brennen ?

WENN SIE MÖGEN, BETEN SIE DOCH VON ZEIT ZU ZEIT AUCH EINMAL FÜR EINE STÄRKERE, SICHTBARERE AUSPRÄGUNG DES CHRISTENTUMS IN EUROPA. SPEZIELL IM BEREICH DES ÖFFENTLICHEN DISKURSES. FÜR EINEN OFFENEN UND WENIGER HASSVERZERRTEN UMGANG MIT THEMEN, DIE ENGAGIERTEN GLÄUBIGEN AM HERZEN LIEGEN.

(Quelle: „kath.net“ vom 03. Oktober 2012)

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Ein Gedanke zu “Europa: Christenfeindlichkeit nimmt zu

  1. Ich mache mir mal wieder wenig Freunde, aber an dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass ich selbst, bei aller Ablehnung der Beschimpfung und Diskriminierung von Christen auch in Europa immer gegen eine Verschärfung von Gesetzen und Vorschriften bin. Die Regelungswut, die in der Folge der Muslim-Proteste gegen das youtube-Video plötzlich ausbricht, mag zwar indirekt auch den Kirchen zu Gute kommen und „sakrale“ Belange besser vor dem Schmutz schützen, den diverse Atheisten und sonstige Fanatiker darauf zu werfen versuchen, aber wir opfern dabei auch europäische Werte, die in jahrhundertelangen Kämpfen gegen die Mächtigen (nicht zuletzt die Kirchen) errungen wurden.
    Meinungs-, Kunst- und Expressionsfreiheit sind wichtige Güter, von denen auch Kirchen und Gläubige Tag für Tag profitieren, so lange sie konsequent und ausgewogen angewandt werden. Sie zu beschränken aus Angst vor der Androhung von Muslim-Gewalt ist ein gefährlicher Weg. Denn nicht die Sorge um die „Gefühle von Religiösen“ motiviert diese Manipulation an den Grundlagen europäischer Gemeinschaft, sondern die nackte Angst vor inneren Unruhen, die der von sparsamen Innen- und Finanzministern zusammengekürzte Sicherheitsapparat nicht mehr in den Griff bekommen könnte. Angst ist ein schlechter Ratgeber, so heisst es und so sehe ich es auch. Leider gilt dies auch für die Angst von Kirchenvertretern Europas vor dem Bedeutungsverlust der Glaubens und des Einflusses der Kirchen.
    Um wieder stärker am öffentlichen Dialog beteiligt zu sein und als Gesprächspartner im öffentlichen Diskurs wieder eine ernstzunehmende Größe zu sein, müsste die Kirche allerdings wieder mehr „Kante“ zeigen. Echte Überzeugungen vertreten, die Bibel in den Mittelpunkt ihrer Argumentation rücken und Jesus zum Zentrum der Verkündigung machen. Die demographischen Wandlungsprozesse werden nämlich nicht weniger problematisch, wenn man den Geburtenüberschuss der Muslime in Europa und den damit einhergehenden, schon jetzt in islamischen Foren und Medien offen diskutierten Machtanspruch für Scharia und „Allah“ ignoriert und sich mit der eigenen Rolle als „aussterbende Art“ abfindet. Christen haben eine positive Wirkung für alle Gesellschaften, in denen sie leben. Ihre karitativen Mühen und ordnungsliebende Haltung zu Staat und Gesellschaft wirken sich weltweit positiv aus. Wie schlimm sähe nämlich eine Region oder ein Land ohne Christen aus ? Im Irak können wir das schon bewundern, bald auch in Syrien.

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