Pakistan: neue Wendungen im Fall Rimshah (UPDATE)

Der Fall Rimshah gehörte zu den absurdesten Fällen aktiver Christenverfolgung, die in den letzten Monaten aufgetaucht sind. Der pakistanische, christliche Teenager, der an einer Form des Down – Syndroms leidet, wurde wegen „Blasphemie“ angeklagt, weil sie Blätter mit Koranzitaten verbrannt haben soll. 

Pakistan

Daraufhin hatte wie in solchen Fällen üblich, ein wütender, muslimischer Mob das Stadtviertel von Islamabad verwüstet, Christen angegriffen und deren Häuser angezündet. Das Mädchen selbst wurde, nachdem bekannt wurde, dass ein örtlicher Imam mit Namen Khalid Jadun die „Beweise“ fingiert hatte, die gegen Rimshah verwendet wurden, zunächst auf Kaution freigelassen und ihre Anklage an ein Jugendgericht weiterverwiesen. Khalid Jadun hingegen sollte sich eigentlich wegen „Anstiftung zu religiösem Aufruhr“ verantworten.

Die skandalöse Nachricht des Tages ist die, dass drei der Zeugen, die Khalid Jadun als den Verursacher der Affäre „Rimshah“ identifiziert hatten, nun in einer Kautionsanhörung gegen diesen „Kleriker“ plötzlich unter Gedächtnisschwund leiden und sich „an nichts erinnern können“ wollen. In der Folge steht eine Freilassung Jaduns unmittelbar bevor, während eine Verurteilung Rimshahs wieder wahrscheinlicher wird. Das alles erinnert fatal an Mafiaprozesse, wo Zeugen auch „ganz plötzlich“ über Gedächtnislücken klagen. Sogar der Polizeichef von Islamabad, Bin Yamin, zeigt sich schockiert über diese Entwicklung:

Wenn die Zeugen tatsächlich ihre Aussagen geändert haben, dann lügen sie ganz offen.

Die Untersuchungen seiner Beamten hätten in jedem Falle die ursprüngliche Version der Vorfälle bestätigt.

Somit ist aber klar, wie es um die Rechtsstaatlichkeit und das Verständnis von Recht und Gesetz in Pakistan bestellt ist. Kein Wunder, dass Osama bin Laden sich dort jahrelang in relativem Luxus verbergen konnte.

Immerhin hat sich ein vierter Zeuge bisher sein Aussage nicht widerrufen, wird aber nun „3-zu-1“ von den eingeschüchterten anderen Zeugen überboten. Ähnliche Dinge hören wir übrigens auch aus Ägypten, wo der Mann, der vor der US-Botschaft eine Bibel verbrannt hatte, und erstaunlicherweise dafür wegen „Anzettelung von religiösem Hass“ angeklagt werden sollte, wohl auch wieder freikommen wird. Wegen „Mangels an Beweisen“, was ein Witz ist, da es Videos dieser Tat gibt, die auf diversen Plattformen angeschaut werden können und er diese Aktion auch auf dem eigenen TV-Sender gerechtfertigt haben soll.

Die bedrohliche Auswirkung der sog. „Blasphemiegesetze“ Pakistans, die explizit die „Beleidigung des Propheten und des Koran“ unter Strafe stellen, zeigen folgende Zahlen, die das online-Portal von CNN zitiert:

Seit 1986, als diese Gesetze eingeführt wurden, gab es nach Angaben von „Human Rights Watch“ (HRW) 1.400 Fälle, die nach diesen Vorgaben zur Anklage gebracht wurden. Fünfzehn Menschen sitzen, so HRW im Todestrakt des Gefängnisses und erwarten ihre Hinrichtung in Übereinstimmung mit diesem „Recht“ und ZWEIUNDFÜNFZIG Menschen seien von Fanatikern getötet worden, während sie auf ihr dementsprechendes Urteil warteten.

BITTE BETEN SIE FÜR EINE UMKEHR DER MENSCHEN IN PAKISTAN. WENN SIE SO WEITERMACHEN, IST IHR LAND EIN HÖLLENPFUHL UND KEIN TÄTER WIRD GNADE VOR DEN AUGEN GOTTES FINDEN.

(Quelle: „CNN“ vom 01. Oktober 2012)

UPDATE (Anfang Juli 2013):Wie bekannt wurde, lebt Rimshah mit ihrer Familie mittlerweile in Kanada. Die katholische Familie Bhatti, die den Märtyrer Shahbaz Bhatti stellt, hat die Übersiedelung vermittelt. Der Freispruch für Rimshah bleibt bestehen. Die Verurteilung des Lügen-Imams ist aber auch nicht bekannt.
Schade, dass Christen nur noch in „freien“ Ländern unbehelligt leben können.

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