Ägypten: Kopten aus Stadt im Sinai „verbannt“

Sicherheitsexperten sehen in der Halbinsel Sinai derzeit eine Art „Trainingszentrum“ für islamische Terroristen. Die Regierung Ägyptens hat den Sinai derzeit nicht mehr recht unter Kontrolle und Mujahedin unterschiedlichster Herkunft sollen sich deshalb dort ungehindert tummeln. 

Ägypten

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Überfälle auf die israelischen Grenztruppen, regelmässige Sprengungen von Öl-Leitungen, die durch den Sinai u. a. nach Israel führen und ähnliche Aktivitäten gehen dort, unter der auffälligen Zurückhaltung des ägyptischen Militärs vor sich und versprechen, sich in der Zukunft noch zu verschlimmern. Was all dies für die christliche Minderheit dort bedeutet, beleuchtet die Meldung, die von der „Assyrischen Internationalen Nachrichten-Agentur“ (AINA) verbreitet wird:

Die kleine, koptische Minderheit in der ägyptischen Grenzstadt Rafah wurde unlängst von radikalen Muslimen dazu aufgefordert, den Ort innerhalb von 48 Stunden zu verlassen, oder „zu sterben“. Eine Drohung, die angesichts von diversen Kopten-Massakern der letzten zwei Jahre durchaus ernstzunehmen ist. Der „Arabische Frühling“, ist für alle nichtmuslimischen Ägypter faktisch immer mehr ein Terror-Winter geworden. Unter der freundlichen Mithilfe der Obama US-Regierung, die schon seit 2009 die Muslimbrüder hofiert, deren erklärtes Ziel die Islamisierung der ganzen Welt ist und die bereit sind, dafür ohne Zögern über die Leichen von „Ungläubigen“ zu gehen.

In jedem Falle sollen bisher von den 32 in Rafah lebenden, koptischen Familien schon 9 geflohen sein. Die anderen sind in einer argen Zwickmühle. Sie beabsichtigen zwar, ebenfalls zu gehen, aber da sie dort ihre Geschäfte, Arbeitsplätze etc. haben, wollen sie natürlich zunächst ihre Angelegenheiten regeln und die Verpflichtungen auflösen. Um ihrer Forderung nach der religiösen Säuberung von Rafah Nachdruck zu verleihen, sollen am 27. September 2012 Männer auf Motorrädern durch die Straßen gefahren sein und die Häuser und Geschäfte von Christen mit automatischen Waffen beschossen haben. „Drive-by-shootings“ auf ägyptisch-islamisch.

Die neun Familien, die bereits geflohen sind, gehörten zu Beamten, die unter der „freundlichen Mithilfe“ des Gouverneurs des Nord-Sinai in die Provinzhauptstadt Al-Arish umgesiedelt wurden. Hier zeigt sich erneut, dass die religiösen Säuberungen und die Vertreibungen durchaus mit dem Wohlwollen und unter dem anerkennenden Schutz regionaler, ägyptischer Beamten stattfinden.

Bereits vor drei Wochen erhielten die christlichen Ladenbesitzer von Rafah eine handgeschriebene, schriftliche Drohung, die Stadt „innerhalb von 48 Stunden“ zu verlassen, oder zu sterben. Die Kopten wandten sich um Schutz an die Sicherheitsbehörden, die ihnen jedoch bedeuteten, dass sie die Drohung nicht Ernst nähmen. In der Folge kam es dann zu den o. e. „drive-by-shootings“, um das Ablaufen der Frist zu markieren und den Ernst der Verfolger zu demonstrieren. Daraufhin trafen sich Kopten mit dem Gouverneur des Nord-Sinai, der ebenfalls keine Schutzmaßnahmen zusagte, sondern stattdessen nur die erwähnten neun Familien nach Al-Arish holte.

Die koptische „Heilige Synode“ Ägyptens verurteilte diese Entwicklung inzwischen. Interims-Patriarch Anba Pachomios, der den offenen Brief zeichnete, fordert darin, dass…

die verantwortlichen, staatlichen Behörden sich um diejenigen kümmern, die die staatliche Autorität unterwandern und wieder ihre Bürger beschützen.

Hier wird wieder deutlich, dass Christen in Ägypten bestenfalls als „Bürger zweiter Klasse“ geduldet werden und der Schutz des Staates sie nur bedingt oder gar nicht einschließt. In diesem Zusammenhang weist der Brief des Patriarchen auch auf die Welle der Vertreibungen von Kopten hin, die in El-Ameriya begonnen habe und nun über Dahschur nach Rafah gekommen sei. Der koptische Aktivist Mark Ebeid sieht gar eine systematische Islamisierung zunächst des Sinai als gegeben an.

BITTE BETEN SIE WEITERHIN DAFÜR, DASS ES FÜR DIE ÄGYPTISCHEN CHRISTEN EINE ZUKUNFT, EINE GUTE UND WÜRDIGE ZUKUNFT, IN IHREM LAND GIBT. BITTEN SIE DEN VATER IM HIMMEL DARUM, DASS DIE HASSPREDIGTEN UND DIE RELIGIÖS MOTIVIERTEN SPALTUNGS-BEMÜHUNGEN VON PRÄSIDENT MURSI UND SEINEN MUSLIMBRÜDERN IM ÄGYPTISCHEN VOLK AUF KEINE ODER IMMER WENIGER RESONANZ STOSSEN.

(Quelle: „aina.org“ vom 29. September 2012)

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Ein Gedanke zu “Ägypten: Kopten aus Stadt im Sinai „verbannt“

  1. Wie kommt es, das mich das nicht verwundert?
    Ich empfinde nur noch tiefe, aufrichtige Trauer um ein Land, dass ich liebgewonnen habe. Die Menschen waren so freundlich, so friedlich. Es ist, als ob sie ihre Unschuld auf immer verloren haben. Bitten wir Gott um Hilfe für dieses Land, damit die Menschen dort eine Zukunft haben; als Christen und Muslime weiter zusammen in einem besseren Ägypten leben können. Es ist doch beider Heimat und fast ein wenig auch die meine geworden in 3 Jahrzehnten.

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