Indien: Wenn Filme einen Glauben beleidigen…

Die Tumulte, Gewalttaten und Hass-Ausbrüche in der islamischen Welt angesichts eines in mäßiger, technischer Qualität produzierten Videos über deren angeblichen „Propheten“ waren in den vergangenen Wochen ja das dominierende Thema der Medien. In der Folge wurde in westlichen Ländern über „Aufführungsverbote“ und „Sicherheitsabwägungen“ diskutiert.

Karte von Indien

Indien

Aus „Bollywood“ kommt nun eine interessante Nachricht, die aufzeigen wird, wie Christen auf eine absolut vergleichbare Situation reagieren werden. Mal schauen, wieviele Flaggen und Botschaften brennen werden und welche Anzahlen an Diplomaten sterben müssen. Denn der Film „Lache und sei glücklich“ soll, wie ein Sprecher der katholischen Bischofskonferenz von Indien verlautbarte, „den christlichen Glauben und das Empfinden der Gläubigen“ beleidigen. Wie der Pressesprecher der katholischen Bischofskonferenz in Indien, Pfarrer Dominic D’Abrio mitteilt, „sind die indischen Bischöfe enttäuscht und beklagen, dass die zuständigen Filmbehörden nicht reagieren“ und dass „die Produzenten wenig Verantwortungsbewusstsein zeigen“.

Nun, Kunst- und Meinungsfreiheit gelten auch in Indien. Aber gerade deshalb dürfen Christen auch ihre Ansichten zu Kunst-Werken veröffentlichen und mangelndes Fingerspitzengefühl der Filmindustrie deutlich machen. Zumal in diesem o. g. Film wohl die Figur eines katholischen Priesters lächerlich gemacht wird und auch über Rituale und Geräte wie den „Rosenkranz“ gespottet werden soll. Hier wird auch der Unterschied zu dem umstrittenen Mohammed-Film des koptischen Filmemachers Nakula Besseley Nakula in den USA deutlich: dieser hatte einfach nur einige, auf frei zugänglichen, islamischen Quellen basierende, Episoden aus dem Leben Mohammeds dargestellt, die den jetzt amoklaufenden Muslimen eben nur peinlich sind, weil diese Episoden nun möglicherweise der öffentlichen Diskussion ausgesetzt werden könnten.

„Lache und sei glücklich“ jedoch ist, wenn man den katholischen Bischöfen folgen mag, ein Film, in dem ganz bewusst Christen, ihre Pastoren und Rituale der Lächerlichkeit preisgegeben werden und damit der religiöse Friede im Lande gefährdet wird.  In diesem Zusammenhang fordern die Bischöfe die Zivilbehörden auf „die Achtung der religiösen Symbole und Inhalte des christlichen Glaubens in Indien zu garantieren“. Derweil haben bereits katholische Organisationen wie das „Catholic Secular Forum“ in Mumbai zu Protesten aufgerufen und am 26. September 2012 vor dem lokalen Parlament eine Kundgebung abgehalten.

Der „fidesdienst“ schreibt dazu:

Eine Delegation der katholischen Gruppen unter Leitung von Pfarrer Ruben Tellis vom erzbischöflichen Haus in Bombay sprach mit der Vorsitzenden des „Zentralen Rates für Filmzertifiziereung“, Leela Samson, die um das Verbot der beleidigenden Szenen gebeten wurde. Über das Anliegen wurde auch der Minister für Information und Telekommunikation, Ambika Soni, informiert.

Und weiter:

„Mit diesem Film hat Bollywood einen Tiefpunkt erreicht“, so Joseph Dias vom Catholic Secular Forum zum Fidesdienst, der in diesem Zusammenhang auch daran erinnerte, dass bereits in der Vergangenheit Filme produziert wurden, die das Empfinden der christlichen Gläubigen beleidigten. Christen fordern deshalb einen ständigen Vertreter der christlichen Glaubensgemeinschaft im Kontrollausschuss für Kinofilme.
Der Sprecher der indischen Bischöfe betont abschließend, „Wir haben gesehen, welche Auswirkungen der islamfeindliche Film „Die Unschuld der Muslime“ hatte. Auch indische Muslime sind betroffen und wütend. Nun werden Christen beleidigt. Derart unverantwortliche Dinge sollten nicht geschehen. Freiheit erfordert auch Respekt“.
In den vergangenen Tagen hatte die Schändung der Kirche der Madonna von Lourdes durch Unbekannte in Tamil Nadu die christliche Glaubensgemeinschaft in Indien erschüttert. Im Zeichen des Protests hatten christliche Gläubige am 19. September zu einem Tag des kollektiven Fastens aufgerufen, an dem rund 5.000 Christen, darunter auch Bischöfe und führende Vertreter der Kirche teilnahmen. Auch in diesem Zusammenhang hatte die Ortskirche die Regierung um den Schutz religiöser Minderheiten und deren Symbole gebeten.

Christen rufen aus Protest wegen einer von Polizisten verwüsteten Kirche zu einem „Tag des Fastens“ auf. Muslime ermorden (angeblich) wegen eines youtube-clips Diplomaten. Wer jetzt noch nicht erkannt hat, „wes Geistes Kinder“ sich hier manifestieren, der glaubt auch noch an den Osterhasen.

Sei´s drum. Bitte hören Sie nicht auf, den himmlischen Vater um Frieden zu bitten, aber auch um Kraft:

BITTEN WIR GOTT UM KRAFT FÜR DIE CHRISTEN INDIENS. KRAFT, DER VERSUCHUNG ZU WIDERSTEHEN „GLEICHES MIT GLEICHEM“ ZU VERGELTEN UND AUCH KRAFT ZUM WIDERSTAND GEGEN DIE ANGRIFFE AUF DAS EVANGELIUM.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 27. September 2012)

UPDATE:

Wie heute bekannt wurde, sollen nun die für Christen beleidigenden Szenen des Filmes herausgeschnitten werden. Das „Censor Board“, die Filmkontrollbehörde Indiens, hat einen entsprechenden Vorschlag an die Produzenten des Filmes gerichtet und diese sollen mittlerweile Zustimmung signalisiert haben.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 28. September 2012)

Advertisements

Ein Gedanke zu “Indien: Wenn Filme einen Glauben beleidigen…

  1. (Ironie einschalten:) Gut zu wissen, dass wir Christen jetzt nicht in Massen auf die Straßen laufen und randalieren müssen, :-). Ich wollte schon fast etwas Benzin und ein Feuerzeug mitnehmen und mich zur indischen Botschaft begeben, als ich diesen Artikel las. Gut, dass ich rechtzeitig von dem Update erfuhr. Wie schön, dass ich nun nicht mehr „gezwungen“ bin, Gewalt gegen die „Beleidiger Christi“ auszuüben. (Ironie wieder abgeschaltet)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s