Ägypten: Bibel-Schänder werden angeklagt

Wir hatten vor einigen Tagen darüber berichtet, dass ein Mann, der sich „Abu Islam“ nennt, bei den Protesten vor der US-Botschaft in Kairo unlängst vor laufender Kamera eine Bibel zerfetzt und verbrannt hat.

Ägypten

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Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass „Abu Islam“ in Wahrheit Ahmed Mohammed Abdullah heisst und Besitzer eines TV-Senders namens „Al-Omma“ ist. Er und sein an der Tat beteiligter Sohn, sowie ein Journalist namens Hani Yassin Gadallah werden nun wegen „Beleidigung des Christentums“ angeklagt. In Ägypten ein einmaliger Vorgang. Ich gestehe, dass ich sogar zunächst an eine Satire glaubte, die sich „Beleidigungs-Mentalität“ und Aufregung um angebliche Koranschändungen (siehe den Fall „Rimshah“) spiegelbildlich zur Brust nehmen würde.

Mittlerweile hat diese Nachricht aber mehrere, englischsprachige Quellen durchlaufen, so dass ich sie Ihnen, liebe Leser, hiermit weiterreiche. „Abu Islam“ und sein Sohn, der tatsächlich „Islam“ heisst, werden wegen der dokumentierten Vernichtung einer Bibel angeklagt. Der Vater muss sich außerdem wegen beleidigender Bemerkungen über das Christentum gegenüber dem Journalisten der Tageszeitung „Al-Tahrir“, Hani Yassin Gadallah, rechtfertigen. Beides wird mittlerweile von der staatlichen Nachrichtenagentur Frankreichs AFP bestätigt.

Wie die Angelegenheit weiter behandelt werden wird, muss beobachtet werden. Auch die Frage, ob überhaupt „Beleidigungen einer Religion“ in einem modernen Staatswesen geahndet werden sollten, steht dabei wieder im Raum. Und damit eine Diskussion, die auch hierzulande gerade auf vollen Touren läuft. „Blasphemiegesetze“, wie sie in Pakistan z. Bsp. gültig sind, mögen vielleicht manchen Kirchenfürsten heimlich Freudenschauer über den Rücken laufen lassen, da man sie hierzulande wohl auch für die Kirchen in Anspruch nehmen könnte, aber die Gefahr, dass solche, de-facto-Zensurbestimmungen dann auch ausgeweitet werden und dem Mißbrauch Tür und Tor geöffnet werden.

Im Falle Ägyptens bedeutet das z. Bsp. dass am 18. September 2012 ein Kopte, der angeblich im Internet beleidigende Äußerungen über Präsident Mursi und Mohammed gemacht haben soll, zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Wollen wir solchen Verhältnissen auch hierzulande Vorschub leisten ?

BITTE BETEN SIE AUCH FÜR ÄGYPTEN. TROTZ ALLER GEGENTEILIGER SIGNALE MAG DURCHAUS AUCH IM LAND AM NIL EINES TAGES DIE MEINUNGS- UND RELIGIONSFREIHEIT  „AUSBRECHEN“.

(Quelle: „AINA.org“ vom 27. September 2012)

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