Nigeria: erneut Anschlag auf Kirche, Bischöfe verurteilen die Tat

Die Welle der Anschläge auf Kirchen in Nigeria schien für einige Wochen abgeebt zu sein. Die Arbeit der Sicherheitskräfte, die einige „Nester“ der Terroristen von der  “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) in den letzten Wochen ausgehoben hatten, schienen die Lage in den Griff zu bekommen.

Karte von Nigeria.

Nigeria

Doch nun kommen wieder die üblichen, schrecklichen Nachrichten aus dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Am Sonntag, den 23. September 2012, explodierte eine Autobombe vor der „St. Johannes“-Kathedrale von Bauchi-Stadt, Bundesstaat Bauchi. Mindestens vier Menschen wurden durch dieses Attentat getötet. Unklar ist nach den Quellen bisher noch, ob es sich um eine Autobombe oder eine andere Art von Explosivkörper gehandelt hat. Der anglikanische Bischof von Bauchi, Musa Tula, wird zur Einschätzung der Situation in seiner Stadt folgendermaßen zitiert:

Unglücklicherweise ist das eine dauerhafte Situation im Bundesstaat Bauchi. Christen werden jede Woche angegriffen. Wir benötigen Gebete, weil nur Gott wirklichen Schutz geben kann. Wir benötigen dringend Gebete von unseren Geschwistern in der ganzen Welt für den Frieden im Bundesstaat Bauchi. 

(Quelle: „christian solidarity worldwide“ vom 24. September 2012)

Inzwischen haben die „christian alliance of Nigeria“ (CAN), der Interessenverband christlicher Kirchen im Land, und die Erzbischöfliche Diözese von Lagos die jüngsten Attentate verurteilt. Dies letzte Attentat wurde sogar in deutlichen Worten als „barbarisch“ und „unakzeptabel“ bezeichnet. Die CAN, die dafür bekannt ist, selten ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schreibt wörtlich:

Wir machen für diese Angriffe,  die auf Christen in Bauchi abzielen, die obskure Distanziertheit der Staatsregierung verantwortlich, um Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen und die diesbezüglichen Bemühungen der Christen im Bundesstaat zu unterstützen. Derzeit scheint es so zu sein, dass die Staatsregierung von den Dingen, die Christen hier zustoßen, völlig unbeeindruckt ist. Traurig zu wissen, dass auch nach mehreren Attacken auf Christen noch immer nicht klar zu benennen ist, wie die Regierung das Leben und Eigentum von Christen und den Kirchen sichern will.

Interessant ist noch eine weitere Einschätzung der CAN, die die fortgesetzte Fähigkeit der „Ex-Boko-Haram“ betrifft, im Norden des Landes weiterhin ungehindert zu operieren. Im Statement des Verbandes heisst es nämlich, dass sie die Lage so sehen, dass islamische Schlüsselfiguren, wenn sie denn mit den Sicherheitsbehörden kooperieren würden, sehr schnell die radikalen Elemente aus ihren Reihen aussondern und dem weltlichen Gericht übergeben könnten. Dass dies nicht geschieht, spricht Bände über die Komplizenschaft von „einfachen“ Muslimen und Radikalen.

Der Erzbischof von Lagos, Monsignore Alfred Adewale Martins, stellt sogar die Frage nach der Definition von Staatlichkeit. Er sieht die Notwendigkeit eines nationalen Dialoges zu diesem Thema mittlerweile als gegeben an. Über die „Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad“ fragte er, nachdem jüngst bekannt geworden war, dass die Bundesregierung Nigerias heimliche Verhandlungen mit den Terroristen aufgenommen hat:

Was wollen sie ? Was wollen sie ? Die Bundesregierung sagt, dass sie im Dialog sei, was aber ist das Ergebnis dieses Dialoges ?

Erzbischof Martins lässt diese Frage unbeantwortet, weiss aber genau, was die Antwort ist: die jüngste (Auto-) Bombe auf eine katholische Kirche ist das Ergebnis der Verhandlungen. Für islamische Terroristen ist Dialogbereitschaft Schwäche. Und Schwäche wird ausgenutzt. Ganz einfache Spielregeln, die in Israel jedes Kleinkind in der Schule lernt. Wird Zeit, dass die Nigerianer es auch lernen.

(Quelle: „allafrica.com“ vom 25. September 2012)

BITTE BETEN SIE WEITERHIN UM SCHUTZ UND BEWAHRUNG FÜR CHRISTEN IN NIGERIA. DIE KLARHEIT, IN DER SIE DIE SITUATION ERFASSEN, ABER AUCH DIE VERZWEIFLUNG ÜBER DIE SCHEINBARE HILFLOSIGKEIT IM ANGESICHT DES BÖSEN NEHMEN ZU.

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