Indonesien: katholische Schulen mit Schließung bedroht

Aus Indonesien haben wir ja unlängst fast ausschließlich finstere Nachrichten erhalten, die ein trauriges Bild vom Zustand der eigentlich verfassungsrechtlich gebotenen Religionsfreiheit zeichnen. 

Indonesien

Aber heute geht es nicht um die Yasmin-Gemeinde von Bogor, sondern um die katholischen „St. Pius“-Schulen von Zentral-Java, die von der Asti-Dharma-Stiftung betrieben und von den Nonnen der „Daughters of Our Lady of the Sacred Heart“ geleitet werden. Seit längerem herrscht dabei ein angespanntes Klima zwischen den Bildungsbehörden der Region und den Nonnen. Sie leiten flächendeckend mehrere, von der lokalen Bevölkerung gut angenommene Schulen vom Kindergarten bis zu den studienvorbereitenden Lehrgängen. Ca. 1400 Schüler sind ihrem Sachverstand und ihrer Obhut anvertraut.

Vor einigen Monaten begannen jedoch lokale Behörden damit, von den Schwestern zu verlangen, sie sollten in ihren Schulen Islam-Unterricht abhalten oder doch zumindest zulassen, da auch Muslime auf diese katholischen Schulen gehen. Man muß wissen: Religionsunterricht ist in Indonesien verpflichtend. Darauf pocht nun die Abteilung Bildung der indonesischen Religionsbehörde von Zentral – Java, wenn sie die katholischen Schulen zum Islamunterricht zwingen wollen. Dies ist umstritten, denn die Zahlen der Muslime, die die St. Pius Schulen besuchen, sind unspektakulär. Zwei besuchen den Kindergarten, neun die Grundschule, zwölf die Oberschule und neun die Studienvorbereitung. Wie gesagt von insgesamt über 1400 Schülern.

Selbst Eltern muslimischer Schüler zeigten sich von dem Ansinnen der Religionsbehörde überrascht. Ein Vater wird in den Quellen wie folgt zitiert:

Wer sind diese Leute, die solche Forderungen stellen ? Nur Eltern wären moralisch verpflichtet, solche Ansinnen zu formulieren.

Religionsunterricht wird selbstverständlich in den Schulen erteilt, aber da es sich um eine christliche Schule handelt, natürlich katholischer Unterricht. Den Eltern der betroffenen Schüler scheint dies bislang (s. o.) auch nicht negativ aufgestoßen zu sein, denn von ihnen ging die Initiative ja nicht aus. In der Folge der Forderungen gab es aus dem Umfeld islamischer Extremisten auch bereits wieder die Forderung nach der Schließung der entsprechenden Bildungseinrichtungen. (Erinnert fatal an „Boko Haram“ = „westliche Bildung ist verboten“ in Nigeria) Wie der Fall der Yasmin-Kirche und andere Geschehnisse aus Indonesien in den letzten Jahren gezeigt haben, sind solche Drohungen immer ernstzunehmen, da die Behörden diesen zumeist wohlwollend gegenüberstehen.

In jedem Fall wurde Schwester Madeleine vom o. g. Orden zur Bildungsbehörde des Tegal-Distrikts von Zentral-Java bestellt, wo sie am Mittwoch, den 19. September 2012, gemeinsam mit einem Anwalt und einem Seelsorger erschien und die Angelegenheit mit Behördenvertreten besprach und eloquent, aber entschlossen die Politik ihrer Schulen verteidigt haben soll. Islamunterricht an einer in ihrer Mehrheit von Christen, Buddhisten oder Atheisten besuchten Schule wird bislang von ihr abgelehnt, weil es ja die Wahlfreiheit der Eltern gäbe, die genau wüssten, worauf sie sich einließen, wenn sie ihre Kinder den St. Pius Schulen anvertrauten. Da es genügend Schulen mit einem obligatorischen Islam-Unterricht gibt, könnten diese Schüler auch dort unterrichtet werden. Soweit geht momentan noch die Haltung der örtlichen Gemeinde und der Nonnen. Mal sehen, ob sie unter dem massiven Schließungsdruck diese Positionen beibehalten können.

Denn Konversionen seien durch die Arbeit der Nonnen kaum zu verzeichnen und wenn ja, dann hauptsächlich die von Sino-Indonesiern, die zuvor gar keinem oder einem anderen Glauben, als dem Islam anhingen. Das Argument von islamischen Scharfmachern, die christlichen Schulen seien „Brutstätten des Unglaubens“ ist damit also widerlegt.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE KATHOLISCHEN SCHULEN VON ZENTRAL-JAVA. IHR BILDUNGSNIVEAU UND IHRE FÜRSORGE FÜR DIE SCHÜLER SIND VORBILDLICH UND IHR FEHLEN WÜRDE VON DEN MENSCHEN IN ZENTRAL-JAVA SCHMERZLICH BEMERKT WERDEN.

(Quelle: „asia news“ vom 20. September 2012)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s