China: Christ zwei Stunden lang von der Polizei geprügelt

Man muss sehr aufpassen, dass man sich nicht an Nachrichten wie die nachfolgende gewöhnt, da sie leider allzuoft bekannt werden:

China

Im Ort Fangji in der Henan-Provinz von China, wurde Ende August ein christlicher Mitarbeiter der örtlichen Hauskirche von der Polizei gewaltsam auf die Wache entführt und dort, nachdem er sich weigerte, zukünftig diese Gemeinde nicht mehr zu besuchen, zwei Stunden lang durchgeprügelt. Was ging diesem staatlichen Gewaltausbruch voran ?

Am 26. August 2012 hatten Polizisten und Vertreter der lokalen „Religionsbehörde“ gegen 10.00 Uhr den Gottesdienst einer Hauskirche in Fangji, Guschan-County, Henan-Provinz, gestürmt und alle Anwesenden aufgefordert, diese „illegale“ Versammlung zu verlassen. Sie sollen auch zukünftig damit aufhören, sich „illegal“ zu treffen und stattdessen der nächstgelegenen Gemeinde der „Drei-Selbst-Patriotischen-Bewegung“ beitreten. Dann passierte etwas, das die Polizisten offensichtlich so sehr auf die Palme brachte, dass sie es später an Bruder Yi, einem der Diener dieser Gemeinde, ausliessen: die Christen begannen nicht etwa, wie von den Amtsträgern erwartet, sich still und stumm nach Hause zu begeben, sondern starteten Diskussionen über die Rechtmässigkeit dieses Überfalls und über die geistlichen Defizite der „Drei-Selbst-Patriotischen-Bewegung“, weshalb sie sich frei vor Gott versammeln wollten.

Wir erinnern uns: in China gibt es die „registrierten“ Kirchen, die unter dem Dach verschiedener, konfessioneller Verbände zusammengefasst und vom Staat kontrolliert werden. Die Protestanten sind unter dem Dach der o. g. „Drei-Selbst-Patriotischen-Bewegung“ zusammengeschlossen, die Katholiken unter dem Dach der „Patriotischen, Katholischen Vereinigung“. Und es gibt auf der anderen Seite die vom Staat als illegal ausgegrenzten und teils massiv bedrohten Hauskirchen, die sich vor allem deshalb organisieren, weil in den „Staatskirchen“ nicht das volle Evangelium gepredigt werden darf.

Am 28. August 2012 wurde nun Bruder Yi, ein Mitarbeiter der angeblich „illegalen“ Hauskirche von Polizisten in die nächstgelegene Polizeiwache verschleppt. Dort wurde er nach Details aus der Gemeinde gefragt und aufgefordert, sich von nun von dieser Versammlung fernzuhalten. Dies verweigerte er, woraufhin er zwei Stunden am Stück durchgeprügelt wurde. Er hat davon schwere Schäden an Hals und Körper davongetragen, von denen er sich bis heute nicht völlig erholt haben soll. Auch eine weitere Gläubige aus dieser Versammlung, Schwester Wu, wurde vorübergehend festgehalten und unter permanenten Gewaltandrohungen befragt. Ihr bei der Festnahme konfisziertes Handy „verschwand“ dann auf „magische“ Art und Weise, so dass sie es nicht zurückerhielt. Auch eine Art für unterbezahlte Polizisten, sich zu bereichern.

Schwester Wu verdanken wir auch die Einschätzung, dass die Behörden in der Region seit etwa einem halben Jahr die Lage der Hauskirchen verschlechterten und den schwelenden Konflikt haben eskalieren lassen. Der Zustand der Hausgemeinden wurde systematisch erforscht und die Gläubigen ausgespäht. Ein Verhalten, dass wir Deutschen ja noch aus der DDR von der Stasi her kennen. Nun sollen offensichtlich die Daumenschrauben angezogen und die „Schäfchen“ wieder in die staatlich besser überwachten und kontrollierten Gemeinden zurückgetrieben werden.

Es gibt bereits seit längeren Gerüchte, dass die Staatsführung Chinas einen systematischen Plan zur Kontrolle und langfristigen Entsorgung der Kirchen im Lande haben soll. Das Austrocknen der Staatskirchen hat aber auch einen ganz profanen Nebeneffekt, den die Behörden aufhalten wollen: alle Gemeinden der Staatskirchenverbände zahlen Gebühren an die Religionsbehörde für ihre Mitglieder und für die Registrierung, sowie einen regelmäßigen  „Zehnten“ an dieselbe Behörde. Eine Schwächung dieser Gemeinden, in den wohl oftmals sehr merkwürdiges Gedankengut gepredigt wird (das kennen wir von unseren „Kirchensteuer-Gemeinden her ja auch in Deutschland) schwächt auch das Budget der Religionsbehörde und gleichzeitig entzieht es Gläubige der direkten Kontrolle durch dieselbe.

BITTE BETEN SIE FÜR BRUDER YI UND SEINE GENESUNG. MÖGE DER SACHLICHE, INTELLIGENTE UND FRIEDLICHE WIDERSTAND DER CHRISTEN VON FANGJI ERFOLGREICH SEIN.

(Quelle: „china aid“ vom 18. September 2012)

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