Kasachstan: Usbekischer Pastor verhaftet – Abschiebung ?

Makset Djabbarbergenov, ehemaliger Gemeindeleiter aus der usbekischen, autonomen Region Karakalpakstan, wurde am 05. September 2012 in der kasachischen Metropole Almaty verhaftet. 

Makset Djabbarbergenov und Familie

Der vierfache Familienvater sitzt derzeit in kasachischer Haft, während die dortigen Behörden untersuchen, ob eine Abschiebung ins benachbarte Usbekistan möglich und sinnvoll ist. Der höchste Gerichtshof Kasachstans könnte nämlich auch entscheiden, Djabbarbergenov den Flüchtlingsstatus zuzugestehen. Usbekistan verlangt in jedem Falle seine Auslieferung, da er nach dortigem Strafrecht angeklagt werden soll wegen „Praktizierens von Religion außerhalb der staatlichen Regelungen“.

Wir wissen es alle (wenn nicht, erwähne ich es hier noch einmal): In vielen Staaten Zentral- und Südostasiens findet ein „Investiturstreit“ statt, in dem der mittelalterliche Konflikt zwischen Krone und Tiara erneut ausgefochten wird. Staat und Religion versuchen, ihre Balance neu auszutarieren und der Staat benutzt dazu eine strenge Gesetzgebung und ordnungspolitische Kontrollmechanismen. Der gesamte Justiz- und Sicherheitsapparat von Staaten wie Usbekistan, Kasachstan, etc. kann für die Verfolgung von „unliebsamen“ Religionen und Kirchen eingesetzt werden, wenn diese den oftmals willkürlichen Regelungen zur „staatlichen Registrierung“ nicht oder nur unvollkommen nachkommen. Leider sind die Zulassungsregelungen meist so restriktiv angelegt, dass vor allem christliche Haus- und Freikirchen diesen praktisch kaum genügen können. Die Baptisten beispielsweise haben in ganz Zentralasien darauf verzichtet, die entsprechenden Anträge zu stellen, weil sie das Primat des Staates über die Kirchen aus prinzipiellen Gründen ablehnen. Eine Registrierung für Kirchen ist also eine umstrittene Angelegenheit.

Makset Djabbarbergenov wurde in der Kleinstadt Symbai geboren. Im Jahre 2000 wurde er Christ und diente in einer protestantischen Gemeinde in der Hauptstadt von Karakalpakstan, Nukus. Diese galt den Behörden als „illegal“  und so wurde Makset in Usbekistan sechsmal zur Polizei einbestellt und vor Gericht gebracht. Im August 2007 stürmte die Polizei sogar die Wohnung der Familie, während der dritten Schwangerschaft von Maksets Frau Aigul. Daraufhin flohen die Djabbarbergenovs nach Taschkent in die Hauptstadt Usbekistans. Von dort aus ging ihre Flucht weiter nach Kasachstan.

Das Hochkommissariat für Flüchtlinge der UN (UNHCR) erkennt die Familie zwar als Flüchtlinge an, da ihnen in ihrer usbekischen Heimat Repressionen aus religiösen Gründen drohen, aber die Behörden Kasachstans, die am 05. Sepember 2012, dem zweiten Geburtstag seines jüngsten Sohnes, den Familienvater festsetzten, weigern sich, diesen Status anzuerkennen und arbeiten offensichtlich auf eine Abschiebung hin. Der Fall ist mittlerweile bis zum Höchsten Gericht Kasachstans durchgegangen, das aber bislang noch keinen Verhandlungstermin angesetzt hat.

BITTE BETEN SIE DOCH BITTE FÜR MAKSET DJABBARBERGENOV UND SEINE FAMILIE. BITTEN SIE DEN VATER IM HIMMEL UM EINEN GUTEN WEG FÜR SIE UND UM VERSORGUNG MIT MATERIELLEN GÜTERN. FREIHEIT IST EIN HOHES GUT, WENN MAN SIE VERLOREN HAT. BITTEN SIE UM RESPEKTVOLLE BEHANDLUNG USBEKISCHER CHRISTEN DURCH DIE BEHÖRDEN.

(Quelle: „compass direct news“ vom 17. September 2012)

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