Augsburg: Christen bekennen sich zu den verfolgten Geschwistern in Nahost

Wir hatten hier im Blog bereits im Vorfeld darauf hingewiesen: am Sonntag, den 16. September 2012, fand in Augsburg eine bemerkenswerte Versammlung von Christen statt, die an das Schicksal der Kirchen in Nahost erinnerten.

Deutschland

Ein Veranstalterkreis aus katholischer Diözese, dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“, dem evangelischem Dekanat Augsburg und verschiedenen „Nahost-Vereinen“ machte nachdrücklich auf die schlimme Situation verfolgter Christen in der Region aufmerksam. Mehr als 400 Gläubige haben laut „kath.net“ dem Aufruf zur Solidarität Folge geleistet und sich im Augsburger Dom zum Gebet für die Kirchen in Nahost versammelt. Angesichts des Besuches von Papst Benedikt XVI. im Libanon und der anhaltenden Unruhen und Bedrängungen von Christen vom Irak über Syrien und den Palästinensergebieten bis nach Ägypten scheint dies auch eine dringend gebotene Hinwendung zur Solidarität zu sein.

Auch ein gutes Signal, dass das „große Schweigen“, welches in Teilen der deutschen Christenheit über die Verfolgung von Geschwistern herrschte und noch immer herrscht, eindrucksvoll und nachdrücklich durchbrochen wird. Noch dazu in ökumenischer Eintracht bis hin zur Orthodoxie. Ich gestehe, wenn ich es irgendwie hätte möglich machen können, wäre ich auch dort gewesen. Domdekan Dr. Bertram Meier, der die Kreuzweg-Andacht leitete, sprach einige dringend notwendig Worte, die, so wünscht man sich, auf möglichst viele, offene Ohren treffen mögen. So rief er zum Gebet für die Christen in Nahost auf, etwas, das in diesem Blog unter JEDEM Artikel über diese Region steht:

Bitten wir darum, dass für die Christen der sogenannte Arabische Frühling nicht zu einer Eiszeit wird!

Und weiter:

Ob Irak, Syrien, Ägypten, Türkei oder viele andere Länder auf der Erde: Für zahllose Christen ist Religionsfreiheit nur ein Traum. Wie wir Christen auch anderen Religionen das Recht zuerkennen, sich zu entfalten, wünschen wir uns für unsere leidenden Brüder und Schwestern, dass sie ihren christlichen Glauben leben und frei bekennen können.

Unter der Leitung von Domdekan Meier lasen Geistliche unterschiedlicher Konfessionen Texte aus der Kreuzwegsandacht. Darunter der evangelisch-lutherische Pfarrer Gottfried Limpert, der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis und Pfarrer Qasha Marqus Zaya von der Assyrischen Kirche des Ostens. Eine wahrhaft gesegnete, ökumenische Gemeinschaft von Geistlichen und „Laien“, die sich abends im Dom zu Augsburg zusammenfand.

Zuvor bereits hatte es eine Kundgebung unter dem Motto „Glaube braucht Bekenntnis – verfolgte Christen brauchen Hilfe“ auf dem Augsburger Rathausplatz stattgefunden. Dort sprach u. a. der Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald (CSU), der dort zum Frieden zwischen den Religionen aufrief. Auch Betroffene von Vertreibung und Verfolgung gaben dort ihre Zeugnisse ab, die tief beeindruckend waren, wie Augenzeugen berichten. Sie appellierten dabei auch nachdrücklich an Gesellschaft und Politik, sich stärker für die Durchsetzung der Religionsfreiheit in ihren Ländern einzusetzen ! 

Ein Anliegen, dem man kaum genügend Nachdruck verleihen kann. Denn wo gegen die „westliche“ Meinungsfreiheit Sturm gelaufen, wo Diplomaten angeblich wegen eines schrägen Videos getötet werden, da muss auch auf die Einhaltung von Mindeststandards religiöser Selbstbestimmung und – Entfaltung geachtet werden. Religiöser Frieden ist keine Einbahnstraße, die Muslimen im Westen immer mehr Rechte zugesteht, aber großzügig über die aktive und brutale Verfolgung und Vertreibung von Christen in Nahost hinwegsieht. So kann nichts Gutes entstehen.

„Kath.net“ schreibt weiterhin:

Bereits seit vier Jahren veranstaltet „Kirche in Not“ immer Mitte September, in zeitlicher Nähe zum Fest „Kreuzerhöhung“, einen „Kreuzweg für die verfolgte Kirche“ in Augsburg. Das Hilfswerk legt außerdem regelmäßig eine Dokumentation über die Situation von Christen in aller Welt vor. Sie trägt den Titel „Christen in großer Bedrängnis“ und kann auf www.kirche-in-not.de/shop oder im Münchner Büro des Hilfswerks unentgeltlich bestellt werden.

Das ist eine gute, wenn auch noch sehr junge Tradition, die es fortzuführen gilt. Solche Veranstaltungen gilt es, in ganz Deutschland zu fördern und zu unterstützen. Wenn der Christen in Not gedacht, wenn an ihre Schicksale erinnert und für sie gebetet wird und das nicht nur einmal im Jahr oder gar einmal im Leben, dann kann sich das Bewusstsein der Kirchen nachhaltig verändern, damit die schädliche „allen-gehts-gut, alles-ist-super-in-der-Christenheit“-Philosophie aus den Christengemeinden herausgedrängt werden kann.

BITTE UNTERSTÜTZEN SIE AUCH IN ZUKUNFT CHRISTEN IN NAHOST, DIE IN EXISTENTIELLER NOT SIND. DIE „SCHWESTER HATUNE STIFTUNG“ BIETET Z. BSP. MÖGLICHKEITEN DAFÜR.

(Quelle: „kath.net“ vom 18. September 2012)

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