Ägypten: Brennende Bücher und was wir daraus lernen können…

Es ist für uns Deutsche immer schwierig, brennende Bücher zu sehen. Unsere Geschichte lehrt uns, dass brennenden Büchern zumeist brennende Menschen folgen. 

Ägypten

Ägypten

Bücherverbrenner sind zumeist von einem abgrundtiefem Hass motiviert, der sich nicht primär gegen „Bücher“ richtet, sondern gegen Menschen, gegen ein friedliches Zusammenleben von Menschen, ja am Ende, wenn man es bis zuletzt durchdenkt, gegen Gott selbst. Wir kennen aus dem Schulunterricht in Deutschland noch alle die Bilder, als die Nazis damit begannen, die Bibliotheken auf „undeutsche“ Literatur zu durchsuchen und alles, was den Zensoren ihrer Kulturbarbarei nicht behagte, öffentlich zu verbrennen. Man mag es mir also nachsehen, wenn ich gegenüber Bücherverbrennungen ein gesundes Maß an Skepsis an den Tag lege. Mit Bezug auf den US-Pastor Terry Jones, der letztlich nur bekannt wurde durch seine publikumswirksamen Koranverbrennungen, habe ich diese Ansicht mehr als einmal zum Ausdruck gebracht.

Aber genau deshalb muss es auch erlaubt sein, einmal zu vergleichen, was passiert, wenn nicht nur Bücher, also profane Literatur, sondern „Heilige“ Bücher angezündet werden. Es gab weltweite Unruhen mit Hunderten von Toten, als Terry Jones mal wieder einen Koran verbrannte und dies publikumswirksam vorher ankündigte. Muslime von Indonesien bis Marokko rannten auf die Straßen (nun ja, scheinbar gibt es nicht viel wichtigeres zu tun), um von US-Präsident Obama eine schlimme Bestrafung des schwierigen Pastors zu fordern und, wie üblich, um mal wieder ein paar Nichtmuslime zu töten, Flaggen zu verbrennen und US-Botschaften anzugreifen.

Dasselbe sehen wir übrigens jetzt gerade wieder. Diesmal vorgeblich durch ein sehr billig gemachtes, bereits seit Wochen bekanntes, youtube-Video ausgelöst, welches keiner der Demonstranten kennt, aber weswegen jeder bereit zu sein scheint,  zu töten. Der Botschafter der USA in Libyen, welches sein Land unter Luftwaffeneinsatz von Gaddafi befreit hat, hat es schon zu spüren bekommen. Er wurde ermordet. Soviel zum Thema Dankbarkeit. Aber zurück zu den Büchern. Da hat doch unlängst ein muslimischer Geistlicher vor der US-Botschaft in Ägypten eine Bibel zerrissen und verbrannt. Wenn ich den Ignoranten in diversen Kirchen meiner Stadt folge, hat er dies vermutlich getan, um den „interreligiösen Dialog“ voranzubringen. Oder irre ich mich da ?

Ausgerechnet am 11. September 2012, 11 Jahre nach den djihadistischen Flugzeugattacken auf das World-Trade-Center in New York, begannen also die weltweiten Proteste gegen dieses „Pille-Palle“-Video primitivster Machart. Dass den unzähligen Kommentatoren und „Nahost“-Experten, die sich in den vergangenen Tagen zu Wort gemeldet haben, nicht allein schon durch dieses Datum erste Zweifel an der „Spontaneität“ der Krawalle gekommen sind, spricht m. E. nach Bände über die Blindheit unserer Medien, Politiker und intellektuellen Eliten.

Während dieser Attacken auf westliche Botschaften (gestern wurde die deutsche Botschaft im Sudan gestürmt und angezündet) hat nun also ein Imam namens „Abu Islam“ (vermutlich ein Künstlername) genau am 11. September 2012 vor der US-Botschaft in Kairo eine Bibel vor laufenden Kameras zerfetzt und dann angezündet. Auch darüber existiert übrigens ein Internetvideo. Was unterscheidet diese Aktion also von Pastor Terry Jones ? Im Kern der Absicht und der reinen Symbolhandlung sicher nichts. Der Unterschied liegt in der Reaktion „im Westen“. Die Medien beispielsweise hierzulande haben damals wütende Attacken gegen Terry Jones geritten, haben ihn als Hassprediger an den Pranger gestellt und seine Motive, ohne sie wirklich zu kennen, als niedrig und böse diffamiert. Das mag man für gerechtfertigt halten, oder als journalistisch-handwerklich fragwürdig verachten, aber geschwiegen haben die Medien über den Vorsteher dieser winzigen Gemeinde aus Florida nicht.

Die Verbrennung der Bibel in Kairo hingegen war keinem deutschen „Leitmedium“ bislang auch nur eine Zeile, oder einen Nebensatz im Nachtprogramm wert. Man geht scheinbar davon aus, dass so etwas zum Programm muslimischer Proteste unweigerlich dazugehört und somit gar nicht mehr extra erwähnt werden muss. Wer jedoch die deutschen Massenmedien als latent christenfeindlich ansieht und deshalb sehr skeptisch betrachtet so wie ich selbst und sich lieber aus englisch-sprachigen Quellen via Internet bedient, der hat davon gehört und das dazugehörige Video gesehen, in dem der Imam „Abu Islam“ (von dem auch mir nicht bekannt ist, wie groß seine unmittelbare Anhängerschaft wirklich ist) die Kopten beschimpft und eben eine Bibel vernichtet.

Man erinnere sich: dies alles geschieht nur Wochen, nachdem angeblich ein pakistanisches Mädchen einige Koranseiten verbrannt und in den Müll geworfen haben soll, was ihr Gefängnis und eine „Blasphemie“-Anklage einbrachten, sowie diverse Morddrohungen islamischer Fanatiker. Diese Drohungen blieben übrigens bestehen, selbst nachdem sich herausstellte, dass ein lokaler Imam die Indizien gegen dieses Mädchen mit Namen Rimshah manipuliert hatte. Also noch einmal für die, die durch meinen argumentativen Zick-Zack-Lauf nicht mehr durchkommen, zum Mitschreiben:

  1. wenn irgendwo ein Pastor, der über praktisch keinerlei Unterstützung unter den Christen seines Landes verfügt, einen Koran abfackelt, dann sterben in der islamischen Welt Menschen, dann wird randaliert, bis der Muezzin zum Gebet ruft (oder der Imam neue Befehle ausgibt). Und das nicht nur hier oder da, sondern weltweit, wo immer Muslime ihren Gebetsteppich ausbreiten können.
    Westliche Medien sind dann auch immer dabei und klagen den verwirrten Gottesmann aus Florida an. Sie machen ihn für die Reaktionen von Muslimen verantwortlich und sorgen dafür, dass jeder „aufgeklärte“ und „liberal-denkende“ Westler angewidert den Kopf schüttelt. Die Tatsache, dass Menschen auch selbst Verantwortung für ihre Taten haben, was ja die Grundlage jeder Form von Ziviljustiz ist, negieren sie hierbei in eklatanter Art und Weise. Niemand ist „gezwungen“, durchzudrehen, nur weil jemand seinen Glauben nicht respektiert ! Es darf hierbei eben NICHT von einem unweigerlichen Determinismus ausgegangen werden.
  2. Wenn der Iran hunderte von Bibeln verbrennt, weil Zollbeamte diese in einem Reisebus aufgefunden haben, oder eben ein ägyptischer Aufwiegler unter dem unvermeidlichen „Allahu Akbar“ die Massen mit einem Freudenfeuerchen aus Zitaten wie  „du sollst nicht töten“ und „jaget dem Frieden nach“ erfreut, dann berichten unsere Medien gar nichts und machen ganz sicher auch niemanden dafür verantwortlich. Außer Terry Jones, vielleicht. Wenn man aber den Determinismus, den die Medien voraussetzen, jetzt auf diesen Fall anwedet, dann müssten konsequenterweise nun eigentlich erzürnte Christen die ägyptische Botschaft in Berlin stürmen und anzünden. Oder nicht ?
    Und die Medien müssten doch eigentlich dann diesen „Abu Islam“ dafür verantwortlich machen und ihn mit bösen Kommentaren „abstrafen“ und verurteilen, oder ?

Natürlich rede ich hier nicht über Gewalt gegen diplomatische Vertretungen in Deutschland oder irgendwo im „Westen“. Ich fordere auch niemanden dazu auf, sich auf das Niveau der muslimischen Hooligans herabzubegeben, die derzeit ihren Imamen/Hasspredigern auf ihrem Feldzug zur Errichtung des Kalifats folgen, aber man wird sich schon einmal zwei Fragen stellen dürfen:

  1. Warum messen „westliche“ Medien, in unserem Falle mal vorrangig die in Deutschland, mit zweierlei Maß, wenn es um brennende Bücher geht, die vielen, vielen Menschen wichtig und geistlich wertvoll sind ? Warum ist ein brennender Koran eine Nachricht, eine brennende Bibel aber nicht ?
  2. Warum randalieren Muslime weltweit, wenn man sie gezielt dazu auffordert, sogar sozusagen „auf Knopfdruck“, wenn das Datum stimmt, und lassen sich somit für jede Art von Propaganda instrumentalisieren ? Aber selbst die schlimmsten, wiederlichsten Angriffe auf das Christentum werden von den gläubigen Nachfolgern Christi (nicht nur) hierzulande einfach achselzuckend zur Kenntnis genommen, wenn überhaupt ?

Ich gestehe, ich habe keine endgültigen Antworten auf diese Fragen. Angesichts des höchst merkwürdigen Zustandes der Welt habe auch ich verständlicherweise mehr Fragen als Antworten. Vielleicht können Sie mir ja, liebe Leser, mit ein paar zielgerichteten Kommentaren helfen, diese Dinge besser zu verstehen.

Schönen Sonntag wünsche ich

Ihr

Martin Clemens Kurz

(Quelle: „aina.org“ vom 14. September 2012)

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15 Gedanken zu “Ägypten: Brennende Bücher und was wir daraus lernen können…

  1. „Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Mt 7, 20)
    Man muss sich nur die unterschiedlichen Reaktionen auf solche Provokationen anschauen, um zu erkennen, welches die „Religion des Friedens“ und welches die Religion der Gewalt und des Hasses ist. Beurteilt sie nicht nach ihren Worten, die sich vielleicht ähneln mögen, sondern nach ihren Taten. Die sprechen für sich, wenn man ihnen „zuhören“ will !

  2. Ich bin ratlos und traurig! Sind denn die Menschen eher bereit, einem Kriegsgott, einem Gott zu folgen der Auge um Auge und Zahn um Zahn fordert?
    Ist es nicht für unserer aller gemeinsamen Zukunft, die Zukunft unserer Kinder wichtig, den Frieden zu erhalten damit wir auf dieser von menschen ausgebeuteten Erde überhaupt gemeinsam überleben können??
    Jesus Christus ist die personifizierte Liebe, und er verzeiht den Sündern die aufrichtig bereuen, die Muslime entzünden im Namen ihres Propheten weltweit einen Flächenbrand und begehen unsagbares Leid und Gewalt im Namen Allahs?

    Ich würde sie dafür bewundern, wenn sie als Reaktion auf die Provokation durch dumme und pietätlose Zeitgenossen mit ganzen Wellen von Gebeten reagieren würden! Das wäre die Richtige Antwort! So viel Leid, Tod und Blutvergießen; es gleicht einer Opferung von lebenden Menschen, oder ist es einfach nur religiös getarntes Verbrechen, das ganz andere Hintergründe hat?

    Warum sollte eine Muslima noch Kinder gebären, wenn ihre Nachkommen ohnehin selbst im Hass getötet werden oder selbst töten werden? Es erscheint alles so sinnlos. Ich empfinde einfach nur Trauer und weiß, dass es nicht aufhören wird! Vielleicht werden wir unsere koptischen und muslimischen Familien niemals mehr wiedersehen, es tut sehr weh. Wir wüssten sie alle gerne in Sicherheit und vor allem ihre Kinder in einer guten Zukunft lebend.

    Wir können nur für beide Seiten in diesem entsetzlichen Glaubenskrieg??? beten. Alleine, ich fürchte es ist erst der Anfang einer immer brutaler werdenden Epoche.

  3. Der gute Beitrag endete mit einer Frage und ich denke die einzige Antwort finden wir in der Bibel. Jesus Christus ist verfolgt worden und er hat seinen Nachfolgern das gleiche vorausgesagt, wovon nur wir im Westen noch nichts erlebt haben. Aber die derzeitige Christenverfolgung ist die größte seit Menschengedenken.

    Zweitens ist der Herr Jesus der Eckstein, an welchem sich die Geister scheiden werden.
    Wenn man das 6. Kapitel des Epheserbriefs liest, wird klar, von wem genau die Welt inspiriert wird.
    Wie sagte Br. Rothgerber in einem Vortrage einmal: Verfolgung und Bedrängnis sind für einen Christen normal. Nur wir hier kennen es eben noch nicht.

    Es steht ja in de Bibel, wo genau das alles hinführen wird und was weiter geschehen wird.

    • Vielen Dank für diese klaren und erhellenden Worte ! Ich weiß, dass ich viele Antworten hätte geben können, viele Dinge könnte man zu diesem Zustand der Welt anmerken, aber ich freue mich vor allem darüber, wenn andere Christen, Freunde und Leser ihre Erkenntnisse mit uns Teilen. Gut, dass der Hinweis auf den Epheserbrief uns vor Augen hält, wer hier auf Erden unsere Gegenspieler sind:

      Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

      In diesem Sinne nochmal herzlichen Dank.

  4. Ja, endgültige Antworten im Hinblick auf die Medien kann es geben.

    Die mediale Dimension:
    1. Sie, die Medien sind zu 90 % links orientiert und damit per se christenfeindlich eingestellt, komme, was da wolle. Die Kirche ist an allem schuld. Darum muss das Christentum dran glauben. Seit den 68 ern wird am Christentum, dem damals prägenden Systemkitt herumkritisiert und niedergemacht. Dem Islam, der schon von seiner Anlage her echte Geburtsfehler hat, stellen sie wider besseres Wissen einen Persilschein aus. Während Terry Jones als reaktionär verteufelt wird, wird das Verbrennen von Bibeln nicht einmal zur Kenntnis genommen. Diese Medien sind einfach nur verlogen. Sie vertreten das, ja, den Bösen und verachten das, noch besser, den Guten, nämlich Jesus und machen sich somit zu leninschen „nützlichen Idioten“. Dabei werden sie von den etablierten Parteien unterstützt und hofiert in gegenseitigem Tun.

    2. Sie sind wie die Politikeliten feige bis auf die Knochen. Was beim Christentum selbstverständlich ist, nämlich jedes Wort auf die Goldwaage zu legen und die historisch-kritische Methodik anzuwenden, egal, wie viel Negatives dabei herauskommt, ist beim Islam verpönt. In ihrer Feigheit beugen sie sich devot im vorauseilenden Gehorsam den Regeln der aggressiven Muslimjünger. Sie wissen genau, dass ihnen der kurze Prozess gemacht wird, wenn sie die Wahrheit über den Islam und seinen Propheten schreiben würden. Denn dieser hat seine Kritiker umbringen lassen. Dieses Vorbild ist jederzeit für Muslime auch heute abrufbar.

    Ist schon einmal aufgefallen, dass auf die Argumente sachlich vorgetragener Islamkritik von Muslimen öffentlich nie ernsthaft eingegangen wird? Reine Pauschalverunglimpfung von Personen, die dieses öffentlich tun. Die rechte Naziecke ist ihnen gewiss und die Medien nehmen dies in diesem unwirklichen Kampf gegen rechts, begierig auf. Als ob Stalin, Lenin, Pol Pot, Mao, Che der Welt keine Millionen von Toten beschert hätten und Unschuldslämmer waren. Dabei wird sogar vergessen, dass Hitler ein National-s o z i a l i s t war.

    Vielleicht ändert sich das Bild des Islam im Zuge des arabischen „Frühlings“ das jetzt. Ein Artikel der Welt scheint jetzt die Realitäten anerkannt zu haben und den Weg in die Mainstreampresse gefunden zu haben. Auch hier vielleicht nur ein aufgewachter einsamer Rufer in der Utopiewüste.

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article109246816/Der-Islamismus-strebt-nach-der-Weltherrschaft.html

    Die politische Dimension:
    Die westliche Politik hat wohl noch immer nicht erkannt, dass der Islam ein Gesamtpaket darstellt. Sie macht den gravierenden Fehler, diese Religion lediglich als Religion wie das Christentum zu sehen und nicht als untrennbares politisch-religiöses Gesellschaftssystem. Darum will sie, für linke Utopiepolitik typisch – damit ihr Wunschdenken nicht zusammenbricht – den Islam als reine Religion sehen und gewährt ihr Religionsfreiheit in westlichen Ländern. Dass dahinter jedoch ein politisches Anspruchsdenken eingebettet in hass- und rachevollem Ausgrenzungsdenken (Muslime gut, Nichtmuslime minderwertig schlecht und immer schuldig) mit politisch-religiösem Hegemoniestreben steht, wollen sie nicht sehen. Im Grunde nimmt die westliche Politik den Islam nicht ernst. Das ist der gravierendste Fehler, der überhaupt begangen werden kann. Das mag sich in diesen Tagen ändern, was ich jedoch noch immer nicht glaube, weil Feigheit die Elite bestimmt. In das gleiche Horn bläst die Medienlandschaft. Das Schlimmste ist im Grunde die prakitzierte Politik des Gebens von Waffen und des Knowhow an auch nur eines dieser Länder, in welchem der Islam die Mehrheit hat, Geldgabe im Überfluss an Palästinenser, die von der Politik das Kindchenschema geschenkt bekommen haben und ausschließlich in der Opferrolle gesehen werden, obwohl sie selbst laut Abbas einen judenfreien Staat anstreben und die Hamas auf Israel eine Bombe nach der anderen abfeuert. Auch hier westliches Denken mit zweierlei Maß. Damit will ich der Poltik Israels keinen Persilschein ausstellen. Auch sie darf und muss kritisierbar bleiben, aber eben nicht nur die Israels, sondern auch die der Palästinenser. Traurig die Reaktion unserer Politiker auf diesen Film. Anstatt sie diesen Film verteidigen als Bestandteil der Meinungs- und Religionsfreiheit, üben sie Schuldkultur und halten den islamischen Führern nicht die dubiose Eigenrolle vor, die sie selbst spielen. Sie negieren ihre eigenen Werte und üben sich schon mal darin, den Rattenschwanz der islamischen Ideologie spielen zu dürfen, anstatt sie diesen Leuten mutig entgegentreten und sie auf die miese Menschenrechts- und Verfolgungslage von religiösen Minderheiten in ihren eigenen Ländern aufmerksam machen, bevor wir überhaupt daran denken, uns über Filme wie diesen zur Kenntnis zu nehmen und ihn zur Grundlage von Diskussionen werden zu lassen.

    Die religiöse Dimension:
    Ehrlicherweise müssen wir sagen, dass die Bibel als Buch das inspirierte Wort Gottes ist mit vielen irdischen Autoren, jedoch Jesus das echte und fleischgewordene Wort Gottes darstellt. Für Muslime ist der Koran im Grunde Bestandteil Gottes, weil sie dieses Wort – für mich völlig unverständlich – als das direkte Wort Gottes ansehen und dieses Wort Rückschlüsse auf die (un)geistige Haltung dieses Gottes nicht nur zulässt, sondern einprägsam für alle Zeiten dem Gläubigen aufoktroyiert . Es ist im Grunde unzulässig, den Koran mit der Bibel vom religiösen Denken her miteinander auf einer Stufe stehend, vergleichen zu wollen.

    Wenn wir also vergleichen, müssen wir den Koran mit Jesus selbst vergleichen. Hier verachtet der Islam die Lehre Jesu selbst und ist mit anderen Worten der ausgrenzenden Art eine 1400-jährige Dauerbeleidigung und Dauermissachtung für Nichtmuslime mit der Dauerooption, das Feindbild für den Islam dienen zu müssen. Er verachtet jedoch nicht die Person Jesu. Der Islam sieht ihn immerhin als Propheten, allerdings lügnerisch vereinnahmt für seine die Gewalt legitimierenden Zwecke für einen Gott, der niemals der Vater Jesu sein könnte.

    Buch ist somit nicht gleich Buch. Der Koran gilt als das direkte Wort Gottes, die Bibel eben nur als das inspirierte Wort Gottes für Christen. Für Juden sieht das natürlich wieder anders aus.
    Deshalb müssten wir Koranverbrennung mit Jesusbeleidigung vergleichen. Das jedoch kann ich bei den Muslimen (bis auf die korangemäßen Lügen über ihn nicht feststellen) Sie verehren Jesus letztlich, zwar nicht als Gottes Sohn, aber immerhin als Propheten, den sie aber in ein bleidigendes Licht stellen von Religions wegen. Kein echter Muslim würde Jesus in irgend einer Weise beleidigen, im Gegenteil. Sie verehren ihn auf ihre Weise. Und das wäre der einzige Anknüpfungspunkt zwischen dem Islam und Christentum, die Rolle Jesu mehr in die islamische Lehre eindringen zu lassen. Das würde andererseits die Identität des Islam zunichte machen.

    Der einzige echte Direktvergleich ist theoretisch möglich zwischen dem Menschen Mohammed und dem Menschen Jesus. Selbst das jedoch würde ein Desaster für die muslimische Seite bedeuten, wenn dies sachgerecht zur Kenntnis genommen werden würde. Deshalb reagiert die muslimische Seite so ungehalten, weil ihre Führer erkennen, es den Gläubigen aber nicht erzählen dürfen, dass Jesus, selbst wenn er als Mensch gesehen werden würde, religiös, ethisch und moralisch haushoch über dem Propheten des Islam stehen würde. Das ist auch der Grund, warum der Islam Jesus in dieser Lügenweise für sich vereinnahmt hat. Er hat Jesus somit durch den Koran zum Schweigen gebracht, weil die Bibel ja verfälscht ist.

    Selbstverständlich hat die Bibel sowohl für Juden als auch für Christen einen sehr hohen Stellenwert, aber nicht denselben. Das rechtfertigt selbstverständlich nicht die Zerstörung von Bibeln in islamischen Ländern, macht sie aber verständlich. Wer das NT liest und dieses in Bezug zu seinem Propheten und dem einengenden Islamglauben sieht, dem würden ja bei gnadenweiser Erkenntnis durch Jesus die Augen übergehen und den Leser erkennen lassen, dass der Islam lediglich ein negativer Abklatsch dessen ist, was die Person Jesu ausmacht.

    Ich denke, dass es schon endgültige Antworten gibt, die jedoch auch immer im Auge des jeweiligen Betrachters liegen.

    Endgültige Antwort in aller Kürze: Medien und Politik sind im Hinblick auf den Islam Lügner, weil sie zu feige sind.
    Christliche Führer sind zwar auch feige, weil sie die unguten Früchte des Islam der Verfolgung von Glaubensgeschwistern größtenteils als störend negieren. Allerdings habe ich Verständnis dafür, dass der Islam von chrsitlichen Führern direkt nicht kritisiert werden sollte, weil dies wirklich einen Flächenbrand auslösen würde. Der Papst in Libanon – so denke ich – macht das schon gut, indem er alle Religionen zur Friedenserziehung auffordert. Er kritisiert den Islam ohne ihn zu nennen, indem er den Islam in der Weise anspricht, dass er die Islamkritik in die Kritik aller Religionen einbettet. Jeder, der diese Worte hört, weiß aber, welche Relgion gemeint ist. Würde er den Islam direkt kritisch ansprechen, so wäre der Flächenbrand um einiges größer. Das ist m. E. auch nicht der Sinn der christlichen Botschaft.

    Wenn ich darf, stelle ich eine Rede des Papstes hier ein. Ansonsten kann sie ja gelöscht werden:
    15. September 2012, 12:45
    Der Friede kann und muss gelebt werden

    Benedikt XVI.: Nur die Vergebung bildet das Fundament für Frieden und Versöhnung. Es gibt keinen Frieden ohne Religionsfreiheit. Das neue Modell der Brüderlichkeit. Wenn wir den Frieden wollen, verteidigen wir das Leben. Die Liebe besiegt den Hass
    Rom (kath.net/as) Am zweiten Tag seiner Libanon-Reise ist Papst Benedikt XVI. am Vormittag mit den politischen Spitzen des Landes zusammengetroffen. Weiter stand nach dem Höflichkeitsbesuch beim Staatspräsidenten eine Begegnung mit den Oberhäuptern der muslimischen religiösen Gemeinschaften im Botschaftersaal des Präsidentenpalais von Baabda auf dem Programm. Letzter Programmpunkt des Vormittags war die Ansprache des Papstes vor Regierungsmitgliedern, Diplomaten, Verantwortungsträgern der Religionen und Vertretern der Welt der Kultur. Dazu sind waren 500 Personen geladen. Zuvor hatte Benedikt XVI. im Präsidentengarten eine Libanon-Zeder gepflanzt, den Wappenbaum des Gastlandes.

    „Sich zu seiner Religion zu bekennen und sie frei zu leben, ohne sein Leben und seine Freiheit in Gefahr zu bringen, muss jedem möglich sein. Der Verlust oder die Schwächung dieser Freiheit beraubt den Menschen des heiligen Rechts auf ein ganzheitliches Leben auf geistlicher Ebene.“

    Kath.net veröffentlicht die Ansprache des Heiligen Vaters bei der Begegnung mit den Mitgliedern der Regierung, der Institutionen des Staates, mit dem Diplomatischen Corps, den Verantwortungsträgern der Religionen und den Vertretern der Welt der Kultur im Saal „25. Mai“ des Präsidentenpalais von Baabda:

    Herr Präsident!
    Meine Damen und Herren Vertreter des Parlaments und der Regierung sowie der öffentlichen und politischen Institutionen des Libanon!
    Meine Damen und Herren Missionschefs der diplomatischen Vertretungen!
    Eure Seligkeiten! Werte religiöse Würdenträger!
    Liebe Brüder im Bischofsamt! Meine Damen und Herren! Liebe Freunde!

    «سَلامي أُعطيكُم» [„Meinen Frieden gebe ich euch“] (Joh 14,27). Mit diesem Wort Jesu Christi möchte ich Sie begrüßen und Ihnen für den Empfang und für Ihre Anwesenheit danken. Ich danke Ihnen, Herr Präsident, nicht nur für Ihre herzlichen Worte, sondern auch dafür, daß Sie diese Begegnung möglich gemacht haben. Zusammen mit Ihnen habe ich eben eine Libanonzeder, Symbol Ihres schönen Landes, gepflanzt. Beim Anblick dieses Bäumchens, das viel Betreuung brauchen wird, bis es kräftig wird und seine majestätischen Äste ausbreiten kann, habe ich an euer Land und sein Schicksal gedacht, an die Libanesen und ihre Hoffnungen, an alle Menschen in dieser Region der Welt, welche die Schmerzen einer nicht enden wollenden Niederkunft durchzumachen scheint. Da habe ich Gott gebeten, euch zu segnen, den Libanon und alle Bewohner dieser Region zu segnen, die große Religionen und hohe Kulturen entstehen sah. Warum hat Gott diese Region erwählt? Warum ist sie solchen Stürmen ausgesetzt? Gott hat sie, so scheint mir, als Beispiel ausgewählt, damit sie vor der Welt bezeugt, welche Möglichkeiten der Mensch hat, um seine Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung konkret zu leben! Dieses Streben ist seit jeher in den Plan Gottes eingeschrieben, der es in des Menschen Herz eingeprägt hat. Der Friede ist es, über den ich mit euch sprechen möchten, denn Jesus hat gesagt: «سَلامي أُعطيكُم» [„Meinen Frieden gebe ich euch“].

    Ein Land ist reich vor allem durch die Menschen, die in ihm leben. Von jedem von ihnen und von allen zusammen hängen seine Zukunft und seine Fähigkeit ab, sich für den Frieden zu engagieren. Ein solches Engagement wird nur in einer geeinten Gesellschaft möglich sein. Einheit bedeutet jedoch nicht Einförmigkeit. Der Zusammenhalt der Gesellschaft wird durch die ständige Achtung der Würde jedes Menschen gewährleistet ebenso wie durch den verantwortlichen Beitrag eines jeden einzelnen entsprechend seiner Fähigkeiten zu ihrem Besten. Um den für den Aufbau und die Festigung des Friedens notwendigen Dynamismus sicherzustellen, muß man immer wieder zu den Grundlagen des Menschen zurückkehren. Die Würde des Menschen ist nicht zu trennen von der Heiligkeit des vom Schöpfer geschenkten Lebens. Im Plan Gottes ist jeder Mensch einzigartig und unersetzbar. Er kommt in einer Familie zur Welt, die der erste Ort seiner Humanisierung und vor allem die erste Erzieherin zum Frieden ist. Um den Frieden aufzubauen, muß sich daher unsere Aufmerksamkeit auf die Familie richten, um ihre Aufgabe zu erleichtern, sie auf diese Weise zu unterstützen und dadurch überall eine Kultur des Lebens zu fördern. Die Wirksamkeit des Einsatzes für den Frieden hängt davon ab, welche Auffassung vom menschlichen Leben die Welt haben kann. Verteidigen wir das Leben, wenn wir den Frieden wollen! Diese Logik schließt nicht nur den Krieg und terroristische Aktionen aus, sondern auch jeden Angriff auf das Leben des Menschen, des von Gott gewollten Geschöpfes. Die Gleichgültigkeit oder die Leugnung dessen, was die wahre Natur des Menschen ausmacht, verhindern die Achtung jener Grammatik, die das dem Menschen ins Herz eingeschriebene Naturrecht ist (vgl. Botschaft zum Weltfriedenstag 2007, Nr. 3). Die Größe und der Seinsgrund jedes Menschen sind nur in Gott zu finden. Die bedingungslose Anerkennung der Würde jedes Menschen, eines jeden von uns und die Anerkennung der Heiligkeit des Lebens schließen die Verantwortung aller vor Gott ein. Wir müssen deshalb unsere Anstrengungen vereinen, um eine gesunde Anthropologie zu entwickeln, die die Einheit der Person einschließt. Ohne sie ist der Aufbau wahren Friedens nicht möglich.

    Auch wenn sie in den Ländern sichtbarer sind, die bewaffnete Konflikte – diese Kriege voll Selbstüberhebung und voll Schrecken – durchmachen, so gibt es Angriffe auf die Unversehrtheit und das Leben von Menschen auch in anderen Ländern. Arbeitslosigkeit, Armut, Korruption, verschiedene Abhängigkeiten, Ausbeutung, Handel aller Art und Terrorismus führen neben dem unannehmbaren Leid der davon betroffenen Opfer zu einer Schwächung der menschlichen Möglichkeiten. Die Wirtschafts- und Finanzlogik will uns unaufhörlich ihr Joch aufzwingen und dem Haben vor dem Sein den Vorrang geben! Aber der Verlust jedes Menschenlebens ist ein Verlust für die ganze Menschheit. Diese ist eine große Familie, für die wir alle verantwortlich sind. Gewisse Ideologien, die immer wieder direkt oder indirekt oder sogar legal den unveräußerlichen Wert jedes Menschen und die natürliche Grundlage der Familie in Frage stellen, untergraben damit die Fundamente der Gesellschaft. Wir müssen uns dieser Angriffe auf den Aufbau und die Harmonie des Zusammenlebens bewußt sein. Nur eine echte Solidarität ist das Gegenmittel gegen all das. Solidarität, um das abzuweisen, was die Achtung jedes Menschen behindert; Solidarität, um die politischen Maßnahmen und die Initiativen zu unterstützen, die darauf hinarbeiten, die Völker auf ehrliche und gerechte Weise zu vereinen. Es ist schön, die Aktionen von Zusammenarbeit und echtem Dialog zu sehen, die eine neue Weise des Zusammenlebens schaffen. Eine bessere Qualität des Lebens und einer ganzheitlichen Entwicklung ist nur möglich, wenn unter Achtung der Identität jeder Seite ein Teilen der Reichtümer und Kompetenzen erfolgt. Aber eine solche Weise ausgeglichenen und dynamischen Zusammenlebens kann es ohne das Vertrauen in den anderen, wer immer es auch sei, nicht geben. Heute müssen die kulturellen, sozialen und religiösen Unterschiede dazu führen, ein neues Modell von Brüderlichkeit zu leben, wo eben das Verbindende die gemeinsame Auffassung von der Größe des ganzen Menschen ist und das Geschenk, das er für sich selbst, für die anderen und für die Menschheit ist. Dort ist der Weg des Friedens zu finden! Dort liegt das Engagement, das von uns verlangt wird! Dort liegt die Orientierung, welche die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf jeder Ebene und in planetarem Maßstab leiten muß!

    Um den Generationen von morgen eine Zukunft in Frieden zu eröffnen, ist daher die erste Aufgabe die Erziehung zum Frieden, um eine Friedenskultur aufzubauen. Die Erziehung in der Familie oder in der Schule muß vor allem Erziehung zu den geistigen Werten sein, die der Weitergabe des Wissens und der Traditionen einer Kultur ihren Sinn und ihre Kraft geben. Der menschliche Geist hat einen angeborenen Sinn für das Schöne, Gute und Wahre. Das ist das Siegel des Göttlichen, die Spur Gottes in ihm! Von diesem universalen Streben rührt eine feste und rechte Moralauffassung her, die immer den Menschen ins Zentrum rückt. Der Mensch kann sich aber nur frei zum Guten hinwenden, denn „die Würde des Menschen verlangt, daß er in bewußter und freier Wahl handle, das heißt personal, von innen her bewegt und geführt und nicht unter blindem innerem Drang oder unter bloßem äußerem Zwang“ (Gaudium et spes, 17). Es ist Aufgabe der Erziehung, das Reifen der Fähigkeit zu begleiten, freie und rechte Entscheidungen zu treffen, die gegenläufig zu verbreiteten Meinungen, Moden, politischen und religiösen Ideologien sein können! Der Aufbau einer Friedenskultur hat diesen Preis! Die verbale oder physische Gewalt muß sichtlich ausgemerzt werden. Gewalt ist immer ein Angriff auf die menschliche Würde sowohl des Opfers wie des Täters. Wenn die Friedenswerke und ihre Ausstrahlung auf das Gemeinwohl aufgewertet werden, weckt man außerdem auch das Interesse für den Frieden. Wie die Geschichte bezeugt, spielen solche Friedensgesten eine beachtliche Rolle im gesellschaftlichen, nationalen und internationalen Leben. Die Erziehung zum Frieden wird somit hochherzige und aufrechte Männer und Frauen formen, die allen gegenüber, besonders den Schwächsten gegenüber aufmerksam sind. Gedanken, Worte und Gesten des Friedens erzeugen eine von Achtung, Ehrlichkeit und Herzlichkeit geprägte Atmosphäre, wo die Fehltritte und Beleidigungen tatsächlich zugegeben werden können, um dann gemeinsam zur Versöhnung weiterzuschreiten. Mögen die Staatsmänner und die Verantwortungsträger der Religionen darüber nachdenken!

    Wir müssen uns wohl bewußt sein, daß das Böse nicht eine anonyme Kraft ist, die auf unpersönliche oder deterministische Weise in der Welt agiert. Das Böse, der Dämon führt über die menschliche Freiheit, über den Gebrauch unserer Freiheit. Es sucht einen Verbündeten, den Menschen. Das Böse braucht, um sich auszubreiten, den Menschen. Nachdem es auf diese Weise das erste Gebot der Gottesliebe beleidigt hat, geht es daran, das zweite Gebot der Nächstenliebe zu entstellen. Damit verschwindet die Nächstenliebe zugunsten der Lüge und des Neides, des Hasses und des Todes. Aber es ist möglich, sich nicht vom Bösen besiegen zu lassen und das Böse durch das Gute zu besiegen (vgl. Röm 12,21). Zu dieser Umkehr des Herzens sind wir aufgerufen. Ohne sie stellen sich die so sehr ersehnten menschlichen „Befreiungen“ als Enttäuschungen heraus, denn sie bewegen sich in dem von der Enge des menschlichen Geistes, seiner Härte, seiner Intoleranz, seines Günstlingsgehabes, seiner Rachegelüste, seines Todestriebs eingeschränkten Raum. Die Umwandlung in der Tiefe des Geistes und des Herzens ist notwendig, um einen gewissen Scharfblick und eine gewisse Unparteilichkeit, den tiefen Sinn für Gerechtigkeit und für das Gemeinwohl zurückzugewinnen. Ein neuer und freierer Blick soll dazu fähig machen, menschliche Systeme, die in Sackgassen führten, zu analysieren und in Frage zu stellen, um der Vergangenheit Rechnung tragend voranzuschreiten, damit diese mit ihren verheerenden Auswirkungen nicht wiederholt werden. Diese erforderte Umkehr reißt mit, denn sie eröffnet Möglichkeiten dadurch, daß sie einen Anruf an die zahlreichen Ressourcen richtet, welche im Herzen so vieler Männer und Frauen wohnen, die sich nach einem Leben in Frieden sehnen und bereit sind, sich für den Frieden einzusetzen. Diese Umkehr ist nun besonders anspruchsvoll, wenn es darum geht, nein zur Rache zu sagen, eigene Fehler einzugestehen, Entschuldigungen anzunehmen, ohne sie zu suchen, und schließlich zu vergeben. Denn nur die gewährte und empfangene Vergebung legt die dauerhaften Grundlagen der Versöhnung und des Friedens für alle (vgl. Röm 12,16b.18).

    Nur so können das gute Einvernehmen zwischen den Kulturen und den Religionen, die gegenseitige Wertschätzung ohne Herablassung und die Achtung vor den Rechten jeder Seite wachsen. Im Libanon wohnen Christen und Muslime seit Jahrhunderten auf gleichem Raum zusammen. Nicht selten sind beide Religionen in ein und derselben Familie anzutreffen. Wenn das in einer Familie möglich ist, warum dann nicht auch auf der Ebene der gesamten Gesellschaft? Die Besonderheit des Nahen Ostens besteht in der Vermischung verschiedener Komponenten über Jahrhunderte. Gewiß, sie haben sich leider auch bekämpft! Eine pluralistische Gesellschaft kann nur auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts, des Wunsches, den anderen kennenzulernen, und des andauernden Dialogs bestehen. Dieser Dialog unter den Menschen ist nur in dem Bewußtsein möglich, daß es Werte gibt, die allen großen Kulturen gemeinsam sind, weil sie in der Natur des Menschen verwurzelt sind. Diese Werte, die so etwas wie ein Nährboden sind, bringen die authentischen und charakteristischen Züge des Menschlichen zum Ausdruck. Sie gehören zu den Rechten jedes Menschen. In der Bestätigung der Existenz dieser Werte leisten die verschiedenen Religionen einen entscheidenden Beitrag. Vergessen wir nicht, daß die Religionsfreiheit das Grundrecht ist, von dem viele andere abhängen. Sich zu seiner Religion zu bekennen und sie frei zu leben, ohne sein Leben und seine Freiheit in Gefahr zu bringen, muß jedem möglich sein. Der Verlust oder die Schwächung dieser Freiheit beraubt den Menschen des heiligen Rechts auf ein ganzheitliches Leben auf geistlicher Ebene. Die sogenannte Toleranz hebt die Diskriminierungen nicht auf, mitunter verstärkt sie diese sogar. Und ohne die Öffnung zum Transzendenten, die ihn Antworten auf die Fragen seines Herzens nach dem Sinn des Lebens und nach der Art der moralischen Lebensführung finden läßt, wird der Mensch unfähig dazu, gemäß der Gerechtigkeit zu handeln und sich für den Frieden einzusetzen. Die Religionsfreiheit hat eine für den Frieden unverzichtbare gesellschaftliche und politische Dimension! Sie fördert eine Koexistenz und ein harmonisches Leben durch den gemeinsamen Einsatz im Dienst edler Anliegen und durch die Suche nach der Wahrheit, die sich nicht durch Gewalt aufdrängt, sondern „durch die Kraft der Wahrheit selbst“ (Dignitatis humanae, 1), jener Wahrheit, die in Gott ist. Denn der gelebte Glaube führt stets zur Liebe. Der echte Glaube kann nicht zum Tod führen. Der Friedensstifter ist demütig und gerecht. Die Gläubigen haben deshalb heute eine wesentliche Rolle, nämlich Zeugnis zu geben von dem Frieden, der von Gott kommt und der ein Geschenk an alle im persönlichen, familiären, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben ist (vgl. Mt 5,9; Hebr 12,14). Die Untätigkeit der rechtschaffenen Menschen darf nicht zulassen, daß das Böse triumphiert. Noch schlimmer aber ist es, gar nichts zu tun.

    Diese wenigen Überlegungen über den Frieden, die Gesellschaft, die Würde des Menschen, über die Werte der Familie und des Lebens, über den Dialog und die Solidarität können nicht bloß geäußerte Ideen bleiben. Sie können und sollen gelebt werden. Wir befinden uns im Libanon, und hier sollen sie gelebt werden. Der Libanon ist jetzt mehr denn je dazu aufgerufen, ein Vorbild zu sein. Politiker, Diplomaten, Vertreter der Religionen, Männer und Frauen aus der Welt der Kultur, ich fordere euch daher auf, gelegen oder ungelegen in eurer Umgebung mutig Zeugnis davon zu geben, daß Gott den Frieden will, daß Gott uns den Frieden anvertraut. «سَلامي أُعطيكُم» [„Meinen Frieden gebe ich euch“] (Joh 14,27), sagt Christus! Gott segne euch! Danke!

    • Respekt, Respekt ! Eine sehr tiefgründige und differenzierte Antwort auf ein drängendes, aber doch schwieriges Thema unserer Zeit. Vielen Dank für die Zeit, Überlegung und Mühe, die Sie sich gemacht haben, um das Thema seriös und doch mit klarer Botschaft abzuhandeln.
      Nein, keine Einwände gegen eine Rede von Papst Benedikt XVI. Ein intellektuell so hochgebildeter, geistvoller und an diplomatischer Differenzierung reicher Mann solle immer gehört werden, wenn es um die geistlichen und politischen Fragen unserer Welt geht. Ich gestehe, dass ich diese Qualitäten nicht allen seinen Vorgängern zugestehe. Wie gesagt: dieser Blog ist überkonfessionell und jeder darf sich hier zum verbindenden Thema Gehör verschaffen. Orthodoxe sind leider noch unterrepräsentiert. Ihre Meinung würde mich oftmals auch sehr interessieren, aber leider schreiben bspw. die Kopten natürlich lieber auf „KoG“ oder ähnlichen Seiten. Hallo, Russisch-Orthodoxe und Griechen, wo seid ihr ? 🙂
      Danke auch für den Link auf den Artikel in der „Welt“. Ob die Medien wohl aufwachen ? Vielleicht nicht, aber jede neue Gewaltwelle in der islamischen Welt macht das wahrscheinlicher. Irgendwann klopft die Realität einfach zu laut an die Kiste der selbstgewählten Ignoranz an, in die sich unsere „Eliten“ selbst eingeschlossen haben. Der ein oder andere Journalist wird diese Kiste dann vielleicht endlich verlassen und sich dem Konflikt stellen, den uns der Islam seit 1400 Jahren durch sein Dominanzgebahren aufzwingt.
      Hab auch einen coolen Link für Englisch-Sprachler:
      http://www.politicalislam.com/

  5. „…Die Würde des Menschen ist nicht zu trennen von der Heiligkeit des vom Schöpfer geschenkten Lebens. Im Plan Gottes ist jeder Mensch einzigartig und unersetzbar.“

    Allein diese Sätze sind schon ein Affront gegen den Islam, da dieser weder Menschenwürde noch Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit kennt. Betonung auf jeder Mensch, also nicht nur Muslime.

    Verteidigen wir das Leben, wenn wir den Frieden wollen! Diese Logik schließt nicht nur den Krieg und terroristische Aktionen aus, sondern auch jeden Angriff auf das Leben des Menschen, des von Gott gewollten Geschöpfes.

    Und wieder weiß jeder, wer gemeint ist.

    Um den Generationen von morgen eine Zukunft in Frieden zu eröffnen, ist daher die erste Aufgabe die Erziehung zum Frieden, um eine Friedenskultur aufzubauen.

    Affront: Haus der Friedens Haus des Krieges im Islam

    Auch wenn sie in den Ländern sichtbarer sind, die bewaffnete Konflikte – diese Kriege voll Selbstüberhebung und voll Schrecken – durchmachen, so gibt es Angriffe auf die Unversehrtheit und das Leben von Menschen auch in anderen Ländern.

    Welche das wohl sind!?

    Es ist Aufgabe der Erziehung, das Reifen der Fähigkeit zu begleiten, freie und rechte Entscheidungen zu treffen, die gegenläufig zu verbreiteten Meinungen, Moden, politischen und religiösen Ideologien sein können!

    Jeder Satz ein Treffer.

    Die Erziehung zum Frieden wird somit hochherzige und aufrechte Männer und Frauen formen, die allen gegenüber, besonders den Schwächsten gegenüber aufmerksam sind. Gedanken, Worte und Gesten des Friedens erzeugen eine von Achtung, Ehrlichkeit und Herzlichkeit geprägte Atmosphäre, wo die Fehltritte und Beleidigungen tatsächlich zugegeben werden können, um dann gemeinsam zur Versöhnung weiterzuschreiten.

    Eine eklatante Schwäche des Islam ist die mangelnde Selbstkritik. Islam kann nicht Schuld sein und wenn Beleidigungen ausgeprochen werden, war das nicht der Islam. Das Christentum hat demgegenüber eine Schuldkultur eingeführt, die manches Mal übertrieben wirkte.

    . Diese Umkehr ist nun besonders anspruchsvoll, wenn es darum geht, nein zur Rache zu sagen, eigene Fehler einzugestehen, Entschuldigungen anzunehmen, ohne sie zu suchen, und schließlich zu vergeben. Denn nur die gewährte und empfangene Vergebung legt die dauerhaften Grundlagen der Versöhnung und des Friedens für alle

    Wow, wow, wow, das in Libanon.

    usw.

  6. Ich bin einfach nur dankbar und auch bewegt, hier solche hochwertige und sachliche Beiträge zu finden und teilzuhaben an diesen Gedanken! Ich bekomme hier Antwort auf meine Fragen und im wiederholten Lesen auch genug Denkanstösse.Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben und nicht mehr so alleine mit meinen Sorgen und ja, auch Ängsten.

    Die „Stille“ in den Kirchen sollte einem lauten Aufschrei weichen! Ich nutze in vielen Gesprächen die Möglichkeit auf die bedrängniss unserer Koptischen und auch der anderen Christen aufmerksam zu machen. Interessanterweise kommen diese Gespräche über Nachfragen zustande, wann ich wieder nach Assuan reisen würde oder bzw. wie ich in der jetzigen Situation Ägyptens selbst handele.

    Wenn ich dann schildere, was den Koptischen Christen dort nach jedem Freitagsgebet der Muslime geschieht oder geschehen kann, was bereits alles passiert ist, und ich meine nicht einmal die letzten beiden Jahre, dann habe ich aufmerksame Zuhörer.

    Ich schildere, wie ich aus der Konsequenz daraus -und nicht etwa aus Angst um mein eigenes Leben- dort so lange keinen Urlaub verbringen werde, bis wieder ein Zusammenleben zwischen allen Menschen in diesem Land gewährleistet ist. Ich fordere auf, die Wirtschaft des Landes nicht durch den Tourismus zu unterstützen.

    Ich erkläre ausführlich, das Christen dort unerwünscht sind, Unreine Menschen sind, die verachtet werden und nur durch einen Übertritt zur “ alleinig richtigen Religion“ oder Zwangsislamisierung zu gleichwertigen Menschen werden können. Das ich unter diesen Bedingungen keinen Urlaub mit Freunden mehr verbringen kann, da diese selbst sich in die Gefahr begeben und durch Bespitzelung der Nachbarn etc. egal ob als Christ oder Muslim alleine durch unsere Anwesenheit in der Familie gefährdet sein werden.

    Ich habe schon sehr lange und spontane Gespräche gehabt mit Menschen, die mich kaum oder gar nicht kennen. Das ist es, was jeder einzelne tun kann. Nicht hetzen sondern Hintergründe erklären. Sie schildern, wie sich das Leben der familien abspielt und nun verändert hat in allen Bereichen. Christen und Muslime leiden unter der jetzigen Situation!

    Ich wünschte, unsere Politiker würden das Fach Friedenserziehung schnell in den Pflichtunterricht aufnehmen und ihn mit Leben füllen. Entwicklungshelfer, Menschen mit praktischen Erfahrungen und Geistliche aber auch Menschen, die selbst Frieden leben und offen sind, sollten Denkanstösse einfließen lassen.

    Es fehlt viel an Hintergrundwissen z. B. eigene Recherchen als Arbeits- Gruppenerlebnis in die Diskussion miteinbringen, so würde ich mir lebendigen Friedensunterricht vorstellen. Die Arbeit der Soldaten in der Friedensarbeit -so wie nach dem Balkankrieg, oder die Arbeit der techniker kennenlernen, die menschliche Gliedmaßen zu ersetzen versuchen und ähnliche Erfahrungen, so sollte ein sinnvollen Unterricht aussehen. Mit einem Auslandsaufenthalt in einer Region, wo Helfer benötigt werden.

    Die Menschen sind nicht so sehr verschlossen, sondern falsch informiert oder gar nicht! Es wird Zeit, dass unsere Kinder und deren Kinder wieder an Werte gewöhnt werden, die unvergänglich, nicht käuflich und an keine Mode gekoppelt sind! Es fehlt teils an Tiefgang und da bleibt das Mitgefühl für unsere Mitwesen auf ser Strecke. So lange Menschen nur mit dem persönlichen „finanziellen Überleben“ beschäftigt sind, hat Religion, die Frage nach dem eigenen Sein, unserer Aufgabe in diesem Leben keinen Platz. DAS ist eine Schande und DAS werfe ich vor allem unseren Politikern vor.

    Wir als einzelne Menschen können jedoch mutig aus der Menge heraustreten und das einfordern, wozu wir berechtigt sind -dem Frieden für uns, unsere Nachkommen und für alle Menschen auf dieser Erde- dazu gehört die Religionsfreiheit für alle Wesen.
    Vielleicht wirkt das mitunter lächerlich, aber richtig placiert findet so ein Gespräch mitunter ein offenes Ohr und ein aufrichtiges Herz.

    • Werte Frau Sieberz,
      Einzelgespräche sind ein wichtiger Bestandteil der sachlichen Aufklärung. Sie stellen keine Hetze dar, sondern informieren. Und genau das ist der richtige Weg. Dafür gebührt Ihnen großer Dank. Vollkommen richtig: Es fehlt überall an allen Ecken und Enden an Hintergrundwissen. Und wenn Hintergrundwissen ist dies aus linker politischer Überzeugung einbahnstraßengelenkt. Wissen jedoch muss so weit wie möglich objektiv gehalten werden und nicht eine Ideologie einseitig bevorzugen.

      „…Die Menschen sind nicht so sehr verschlossen, sondern falsch informiert oder gar nicht! Es wird Zeit, dass unsere Kinder und deren Kinder wieder an Werte gewöhnt werden, die unvergänglich, nicht käuflich und an keine Mode gekoppelt sind! Es fehlt teils an Tiefgang und da bleibt das Mitgefühl für unsere Mitwesen auf ser Strecke. So lange Menschen nur mit dem persönlichen “finanziellen Überleben” beschäftigt sind, hat Religion, die Frage nach dem eigenen Sein, unserer Aufgabe in diesem Leben keinen Platz.“

      Ihr Fazit kann nicht besser ausgedrückt werden. Danke dafür.
      Die deutsche Politik hat sich selbst willig und freiwillig in eine Position gebracht, in der es schon fast unmöglich scheint, objektives Hintergrundwissen überhaupt zuzulassen. Sie hat sich in eine Lage manövriert, aus der sie nur durch die erlebte Realität wieder herausfinden wird. Der Kampf gegen rechts war richtig und ist richtig, aber auch zu einseitig und führte wieder einmal zur Exzessivität. Der Kampf gegen rechts (früher war es rechtsradikal, Brandt, Kurt Schumacher wären heute rechtsradikal!) konnte nur über die linksgesteuerte Meinungshoheit der political correctness so einseitig geführt werden. Deutschlands unselige Vergangenheit bestimmte das Geschichtsbewusstsein so sehr, dass die Schuldkultur wie ein Damoklesschwert über der deutschen Gesellschaft lag, von der sie sich bis heute nicht erholt hat. Ja, ein gewisses Maß an Schuldkultur für Deutschland ist gut und richtig. Nie wieder Hitler. Ich sage aber auch: Nie wieder Stalin, nie wieder Mao, nie wieder Lenin, nie wieder Pol Pot, nie wieder Che. Kein anderes Land ist so mit sich verfahren. Russland mit Stalin an der Spitze und Millionen Toten, China mit Mao an der Spitze, ebenfalls mit Millionen Toten, Pol Pot in Kambodscha/Vietnam mit Millionen Toten, auch jeweils an der eigenen Bevölkerung, die Türkei mit immerhin 1 Million toten Armeniern haben nie eine solche Schuldkultur entwickelt wie wir. Vielfach wird auch vergessen, dass in deutsche KZ nicht nur Juden umgekommen sind, sondern auch evangelische, katholische, homosexuelle, sozialistische und kommunistisch denkende Menschen sowie Roma und Sinti. Wir haben allerdings auch vergessen, was Appeasement gegenüber Tyrannen wie Hitler, der im islamischen Raum noch heute echte Bewunderung genießt aus den bekannten Gründen, bedeuten kann, nämlich die Abschaffung des Rechts, aller hart umkämpften und erkämpften Werte und der Würde des Menschen. Früher zur Zeit Hitlers waren es die Chamberlains und & Co., die Hitler haben so groß werden ließen.

      Heute sind wir die Chamberlains, die im Grunde denselben fatalen Fehler wiederholen. Die Menschen lernen nichts aus ihrer Geschichte. Der Brudermord Kains an Abel geschieht noch heute millionenfach.

      Der Mensch hat sich weiter entwickelt in Wissenschaft, Kultur, Technik, in allen Wissengebieten. Aber es fällt leider auf, dass er in seiner egoistischen, narzistischen und stolzen Veranlagung, in seiner Persönlichkeit, in seinem Innern und Ich leider gleich geblieben ist. Da fand seit Bestehen der Menschheit keinerlei Evolution statt. Ein Neandertaler mit PKW. Kain mit Atombombe. Was hätte er in seinem Neid, in seinem Zorn anrichten können. Vielleicht nennen wir es Erbsünde!? Was lehrt uns das? Jeder einzelne Mensch einer jeden Epoche muss immer wieder neu von Geburt an anstrengend und beschwerlich an seiner Seele positiv geformt werden, damit er heilig werden kann und nicht in den Charakter eines Monsters abgleitet. In jedem Menschen stecken sein Menschengedenken Gutes und Böses. Das Gute muss förmlich, ja auch mittels guter Religionen, die die Liebe, nicht die Religionen, die den Hass, die Minderwertigkeit anderer, die Rache als legitim verkünden, aus jeder einzelnen Seele „herausgekitzelt“ werden. Das bedarf der Herzensbildung. Und die ist in einer Spaß- und Fungesellschaft ohne moralische Werte nur schwer zu verwirklichen.

      Nochmals danke für Ihr Statement.

  7. Im Libanon sagt der Papst den mittleren Absatz, unglaublich!! Was soll er noch sagen? Ich bin wirklich begeistert über diese Worte in dieser Brisanz.

    Benedikt XVI. appelliert an die internationale Staatengemeinschaft, gangbare Lösungen zu finden

    Beirut (kath.net/as) Zum Gebet des Angelus richtete Papst Benedikt XVI. einen eindringlichen Appell für den Frieden in Syrien.

    Kath.net veröffentlicht die Ansprache des Heiligen Vaters nach der Heiligen Messe am Beirut City Center Waterfront zum Gebet des Angelus:

    Liebe Brüder und Schwestern,

    wenden wir uns jetzt an Maria, Unsere Liebe Frau vom Libanon, um die sich die Christen und die Muslime wieder finden. Bitten wir sie um ihre Fürsprache bei ihrem göttlichen Sohn für euch und ganz besonders flehen wir um das Geschenk des Friedens für die Einwohner Syriens und der Nachbarländer. Ihr wißt sehr wohl um die Tragödie der Auseinandersetzungen und der Gewalt, die so viele Leiden verursacht. Leider ist das Dröhnen der Waffen weiter zu hören wie auch das Schreien der Witwen und Waisen!

    Die Gewalt und der Haß überfallen das Leben, und die Frauen und Kinder sind die ersten Opfer. Warum so viele Greuel? Warum so viele Tote? Ich rufe deshalb die Internationale Gemeinschaft an!
    Ich appelliere deshalb an die ARABISSCHEN LÄNDER, damit sie als ihre Brüder gangbare Lösungen vorschlagen, die die WÜRDE JEDES MENSCHEN seine Rechte und seine Religion achten!

    WER FRIEDEN STIFTEN WILL; MUSS AUFHÖREN; DEN ANDEREN ALS ÜBEL ANZUSEHEN; DAS ZU BEWEITIGEN IST: ES FÄLLT NICHT LEICHT; IM ANDEREN EINEN MENSCHEN ZU SEHEN; DER ZU ACHTEN UND ZU LIEBEN IST; DOCH IST EBEN DIES NOTWENDIG; WENN MAN FRIEDEN STIFTEN MÖCHTE; WENN MAN BRÜDERLICHKEIT WILL (vgl. 1 Joh 2,10-11; 1 Petr 3,8.12).

    Gott gebe eurem Land, gebe Syrien und dem Nahen Osten das Geschenk des Friedens der Herzen, das Schweigen der Waffen und das Aufhören jeder Gewalt! Mögen die Menschen doch begreifen, daß sie alle Brüder sind! Maria, die unsere Mutter ist, versteht unsere Sorgen und Nöte. Mit den anwesenden Patriarchen und Bischöfen stelle ich den Nahen Osten unter ihren mütterlichen Schutz (vgl. Propositio 44). Mögen wir uns mit Gottes Hilfe bekehren, um leidenschaftlich am Aufbau des Friedens zu arbeiten, der notwendig ist für ein einträchtiges Leben unter Brüdern, welcher Herkunft und welcher religiöser Überzeugung auch immer sie sind.
    Beten wir nun: Angelus Domini nuntiavit Mariae …

  8. Dem obigen Aufruf des Papstes ging wohl dieser Appell der Bischöfe von Syrien voraus:

    Die sechs katholischen Bischöfe von Aleppo haben zur Beendigung des blutigen Konflikts in Syrien aufgerufen und eine dringliche Botschaft an Papst Benedikt XVI. geschickt

    Aleppo/Beirut (kath.net/KNA) Die sechs katholischen Bischöfe von Aleppo haben zur Beendigung des blutigen Konflikts in Syrien aufgerufen. In einer Botschaft an Papst Benedikt XVI., der sich derzeit zu seiner 24. Auslandsreise im Libanon befindet, bitten sie das Kirchenoberhaupt, bei der internationalen Gemeinschaft eine friedliche Lösung für Syrien einzufordern. Der gegenwärtige Konflikt zerstöre das Land und bringe Armut und Verzweiflung für die Bevölkerung.

    Seit mehr als zwei Monaten befinde sich die Stadt im Zentrum der Kämpfe zwischen der syrischen Armee und den bewaffneten Oppositionsgruppen, so die katholischen Bischöfe Aleppos. In dieser Situation habe man auf die Teilnahme am Libanon-Besuch des Papstes verzichtet, um an der Seite der syrischen Gläubigen zu bleiben.

    Benedikt XVI. solle bei den Staatschefs und internationalen Organisationen dafür eintreten, dass diese ein Ende der Kämpfe auf syrischen Boden fordern und die Konfliktparteien zu einem «ernsthaften und wirksamen Dialog für eine nationale Versöhnung» ermutigen. Unterzeichnet wurde der Appell vom griechisch-katholischen, syrisch-katholischen, armenisch-katholischen, maronitischen, chaldäischen und lateinischen Bischof Aleppos.

    (C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

  9. Dem werten Blogbetreiber: Danke für die Möglichkeit der Veröffentlichung einer m. E. doch so wichtigen Rede des Papstes, die auch indirekt die Christenverfolgung betrifft.

  10. Eine kleine frohe Kunde, vielleicht sind erste zaghafte Schritte gemacht:
    In unserem Sonntagsgottesdienst betete der die hl. Messe feiernde Priester um die verfolgten Christen und nannte sogar islamische Länder. Wow. Noch nie dagewesen. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein war, sollten wir nicht aufgeben.

    • Ein Damm aus Ignoranz bricht an seiner schwächsten Stelle. Zuerst tröpfelt ein bischen Realität durch erste Risse, dann fliesst ein Bächlein und irgendwann hat der mit Zähnen und Klauen von Medien, Politikern und verblendeten Geistlichen errichtete Sperrdamm aus Verleugnung und Dummheit große Risse. Es gibt noch Hoffnung für die Kirchen, wenn es mehr solche guten Nachrichten geben wird ! Vielen Dank, dass Sie diese mit uns geteilt haben. Es ist wichtig, zu wissen, dass die Christen in Not nicht vergessen sind.
      Leider kann ich aus meiner Gemeinde keine solch guten Nachrichten vermelden. Da herrscht noch Tiefschlaf und „wir-wollen-uns-am-Sonnag-wohlfühlen“ – Mentalität.

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