Indonesien: „Yasmin“-Kirche wird endgültig von ihrem Grundstück geworfen !

Wer etwas über den Zustand der Religionsfreiheit in Indonesien wissen will, der befasse sich einmal intensiv mit dem Fall der „Yasmin“-Kirchengemeinde im Städtchen Bogor. 

Yasmin-Versammlung

Wir haben in der Vergangenheit öfter über die Lage dieser Gemeinde berichtet, also folgt hier nur eine kurze Zusammenfassung der Entwicklung deren Ende diese jüngste Meldung ist:

  • Die Yasmin-Gemeinde im Städtchen Bogor in West-Java kaufte sich ein Grundstück, um dort eine Kirche zu errichten. Dafür holte sie alle nach dem indonesischen Recht notwendigen Genehmigungen und Unterschriften ein.
  • Erst, als Islamisten von dem Kirchenbau „Wind bekamen“, begannen Proteste von zumeist herbeigekarrten Protestierern gegen die Kirche. Unter dem Vorwand, es wären nicht die notwendigen Unterschriften von Anwohnern beigebracht worden, wurde gegen den Kirchenbau geklagt.
  • Die „Yasmin“-Gemeinde erstritt sich in einem langwierigen Verfahren, das bis zum Obersten Gerichtshof Indonesiens ging, ein Urteil dieses Gerichtes, welches aussagt, dass sämtliche Vorschriften eingehalten wurden und sowohl der Erwerb der Immobilie, als auch der darauf bereits begonnene Bau rechtens sind.
  • Der Bürgermeister von Bogor, Dani Budiarto, der unter dem Einfluss der Islamisten steht, weigerte sich daraufhin hartnäckig, diesem Urteil Geltung zu verschaffen und blockierte zunächst die Bauarbeiten und dann den Zugang der Kirchenmitglieder zum Gelände.
  • Die Gemeinde hielt daraufhin aus Protest ihre Gottesdienste vor dem Gelände ihrer nicht mehr zu Ende gebauten Kirche ab. Dies führte zu massiven Einschüchterungen durch Muslime und zu gewaltsamem Einschreiten der örtlichen Polizei, die von Dani Budiarto dazu benutzt wurde, um die Christen einzuschüchtern.
  • Abgeordnete des indonesischen Parlamentes kamen vorbei, um sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Sogar muslimische Mitglieder der Partei Budiartos äußerten sich skeptisch bezüglich seines Verhaltens.
  • Die Gemeinde forderte mehrfach Staatspräsident Bambang Yudhoyono dazu auf, den außer Rand und Band geratenen Bürgermeister zur Ordnung zu rufen und die Rechtsstaatlichkeit im Land wieder herzustellen. Er hat sich ebensowenig an ihre Seite gestellt, wie weitere, wichtige und einflussreiche Politiker des Parlamentes.
  • Die Gemeinde hielt zu Pfingsten 2012 Proteste vor dem Palast des Staatspräsidenten ab, um ihre vom Obersten Gericht bestätigten Rechte einzufordern. Erfolglos, wie wir nun sehen. Seit nunmehr drei Jahren hat die Yasmin-Gemeinde kein Dach mehr über dem Kopf.

Indonesien

Denn es hat, ohne Beteiligung der Gemeinde oder christlicher Verbände, ein Treffen hinter verschlossenen Türen zwischen dem Innenministerium Indonesiens, den Vertretern der örtlichen Behörden (Budiarto !) und der radikalen, muslimischen Gruppe „Forkami“ stattgefunden, an dessen Ende die Yasmin-Gemeinde nun endgültig von ihrer Immobilie verbannt werden soll. Bona Sigalingging, der Sprecher der betroffenen Gemeinde, wird wie folgt zitiert:

Es ist eine Schande ! Die Forkami ist eine wohlbekannte, radikale, islamische Gruppe, die die Spannungen geschürt hat und nun Erfolg damit hatte, uns zwangsweise von unserer Kirche zu verbannen.

Die Yasmin-Gemeinde hat jetzt eine offizielle Beschwerde gegen die lokale Verwaltung unter Dani Budiarto bei Gericht eingereicht. Diese wird inzwischen auch von der „Synode der Indonesischen Kirchen“ (PGI) und Menschenrechtsgruppen unterstützt. Die Entscheidung des Innenministers, Gamawan Fauzi, der die Linie des Bürgermeister von Bogor nun bestätigte und noch dazu mit Islamisten und ohne die Betroffenen am Tisch saß, hat auch bei anderen, christlichen Gemeinschaften für Unruhe gesorgt, wie „Asia News“ berichtet.

Die Baugesetze für Kirchen sind noch strenger, als die allgemeinen Bauvorschriften Indonesiens, die ohnehin bereits recht kompliziert sind. Für Christen gelten also „Sonderrechte“ für die Errichtung von Gotteshäusern. Sonderrechte, die Schlupflöcher für die Behörden lassen, um auch im letzten Moment noch diese Form der Verfolgung, nämlich das Untersagen eines Baus, zu praktizieren. Ob dies in jedem Falle notwendig ist, entscheiden de facto mittlerweile die islamischen „pressure-groups“, die Bürgermeister und Behördenleiter dazu bringen, Christen auszugrenzen.

Indonesien selbst liegt derzeit nur auf Rang 43 des „Weltverfolgungsindex“ der Hilfsorganisation „open doors“, ist aber auf dem „Vormarsch“. Vorgänge wie der hier beschriebene tragen sicher nicht dazu bei, ein Klima von Rechtssicherheit und Religionsfreiheit für die christliche Minderheit Indonesiens zu schaffen. Ein Klima welches uns von den deutschen Massenmedien, die uns bei jeder passenden Gelegenheit  ein „Indonesien der Toleranz“ vorgaukeln wollen, bereits als gegeben vorgestellt wird.

BITTE BETEN SIE AUCH WEITERHIN FÜR DIE YASMIN-GEMEINDE VON BOGOR. DIE KNALLHARTE MISSACHTUNG IHRER RECHTE ALS STAATSBÜRGER LÄSST DARAUF SCHLIESSEN, DASS HIER DE FACTO BEREITS DIE SCHARIA ANGEWANDT WIRD, WELCHE IN ALLEN NICHTMUSLIMEN MENSCHEN ZWEITER KLASSE SIEHT.

(Quelle: „asia news“ vom 11. September 2012)

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