Pakistan: Fall „Rimshah“ wird voraussichtlich abgewiesen

Wir haben den Fall der in Pakistan wegen „Blasphemie“ angeklagten, 11-jährigen Rimshah hier im Blog dargestellt. Dieser Fall hat weltweit Empörung hervorgerufen und erneut die Zweifelhaftigkeit der „Blasphemie-Gesetze“ Pakistans aufgezeigt. 

Pakistan

Nun soll vor wenigen Tagen ein Zeuge aufgedeckt haben, dass ein Imam mit Namen Khalid Jadun aus Rimshahs Heimatstadt Islamabad die Beweise gegen das Mädchen, das nach Berichten aus dem Land wohl am down-Syndrom leiden soll, manipuliert haben soll. In der Folge der Vorwürfe gegen das Mädchen waren die christlichen Bewohner des Vorortes, in dem Rimshah mit ihrem Vater lebte, beschimpft, bedroht und vertrieben worden. Auch die Familie von Rimshah kann sich in ihrer alten Nachbarschaft nicht mehr sehen lassen, ohne das Leben zu riskieren, obwohl die Kleine sich, so scheinen es mittlerweile selbst die Justizbehörden des Landes zu sehen, nichts hat zu Schulden kommen lassen.

Pater James Channan vom Peace-Center in Lahore, der zu denjenigen gehörte, die den Fall Rimshah publik machten, zeigt sich sehr zufrieden über die inzwischen erfolgte Festnahme von Imam Khalid Jadun.

Der Fall Rimsha ist ein Beweis dafür, dass die christliche Glaubensgemeinschaft immer wieder Opfer des Missbrauchs des umstrittenen Blasphemieparagraphen wird. Ich hoffe, dass es für alle unschuldigen Opfer Gerechtigkeit geben wird und wünsche mir die Bestrafung aller, die solche falschen Anklagen erstatten.

Pater Channan hatte gestern, am 02. September 2012, in der St. Josephs-Kirche in Lahore eine Messe gelesen, bei der für die Rimshah gebetet wurde. Nach Berichten aus Pakistan sollen auch eintausend Christen für das Mädchen gefastet haben. Auch die katholischen Bischöfe Pakistans haben sich in der Gestalt der „Justitia et Pax“-Kommission sehr erfreut über den in Aussicht stehenden, positiven Ausgang der Angelegenheit geäußert. Pater Emmanuel Jousaf von der Kommission wird wie folgte zitiert:

Die Wahrheit im Fall Rimsha und die Aufklärung der falschen Anklage ist nicht nur für die christliche Glaubensgemeinschaft ein Gewinn, sondern für ganz Pakistan: davon profitieren die Demokratie, die Justiz und der Rechtsstaat. Falsche Blasphemie-Vorwürfe betreffen oft religiöse Minderheiten aber auch Hunderte muslimischer Bürger.

Kann man Pater Emmanuel widersprechen ? Ein Gewinn für die Rechtsstaatlichkeit in ganz Pakistan. Da liegt er wohl goldrichtig. Und Pater Emmanuel Jousaf weiter:

Wir sind überzeugt, dass Rimsha am Freitag freigelassen wird. Ihre Freilassung wird ein Sieg der Wahrheit sein und von diesem Sieg profitiert das ganze Land. Der Fall Rimsha wird ein Exempel statuieren: seit langem wiesen Bischöfe, religiöse Minderheiten und Menschenrechtskämpfer immer wieder auf den Missbrauch des Blasphemieparagraphen hin. Nun wurde die gesamte Öffentlichkeit darauf aufmerksam.

Und noch ein interessantes Detail enthüllt uns Pater Emmanuel:

Es gab keine Kundgebungen radikalislamischer Gruppen gegen Rimsha oder zum Schutz des festgenommenen Imam. Im Gegenteil, wichtige Vertreter der muslimischen Religionsgemeinschaft, darunter Tahir Ashrafi vom ‚All Pakistan Ulema Council’ stellten sich auf die Seite von Rimsha und beklagen den Missbrauch des Blasphemieparagraphen. Dabei verurteilten sie auch öffentlich das Verhalten des Imam und fordern seine Bestrafung.

Sollten sie es damit ehrlich meinen, wäre der offenen Manipulation der Gesetze und der offenbaren Lüge zu Ungunsten religiöser Minderheiten ein schwerer Schlag in Pakistan versetzt worden.

Hier noch einmal das Lied der britisch-pakistanischen Elektropop – Gruppe „ooberfuse“ für Rimshah:

BITTE DANKEN SIE DEM VATER IM HIMMEL, FALLS ES SICH BEWAHRHEITEN SOLLTE, DASS DAS CHRISTLICHE MÄDCHEN BALD WIEDER FREI SEIN WIRD. BETEN SIE DARUM, DASS SIE UND IHR VATER WIEDER EINE HEIMAT IN IHREM LAND FINDEN WERDEN.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 03. September 2012 und noch einmal vom selben Tag)

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