Kommentar: Wie ist das mit den Lobpreis-Liedern ?

Liebe Freunde des BGVK, liebe Mitchristen und Mitbeter, ich gestehe es ein: ja, ich singe gerne in der Kirche. Ansonsten halte ich mich da mangels Talent eher zurück, aber im Gottesdienst ist es mir Woche für Woche eine Freude, zu Ehren Gottes meine Stimme im Gesang mit den anderen Christen gemeinsam zu erheben.

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

Es mag auch andere Ansichten geben, andere Gläubige, die dem Gesang weniger zugetan sind, aber für mich wird der „Lobpreis“ für Gott immer der Schlüssel zum Gottesdienst sein. Wenn ich im Gesang meinen Schöpfer gelobt, ihm mein Herz sozusagen „offengelegt“ habe, dann kann ich dem Wort der Predigt, ehrlich gesagt, auch besser Raum geben in mir. Vielleicht ist dies so, weil ich ein sehr emotionaler Mensch bin, vielleicht auch nur, weil ich es aus meiner Taufgemeinde so gewohnt bin, also aus schierer „Tradition“. Wer weiß.

Dabei habe ich, wenn ich ehrlich bin, keine besondere Präferenz, was das Liedgut angeht, das ich in der Kirche sozusagen „erwarte“. Viele, in den letzten Jahrzehnten geschriebene Lieder sind mir ebenso wertvoll, wie auch viele der „Klassiker“ des evangelischen Gesangbuches. Das „Haupt voll Blut und Wunden“ von Paul Gerhardt ergreift mich ebenso wie „dreimal“ in der Version des Ehepaars Frey. Die Texte sind dabei ebenso wertvoll und bedeutend, wie die ergreifende Musik. Und dennoch sind mir gerade erst einige Dinge aufgefallen, wenn ich mir die „alten Lieder“ des Gesangbuchs anschaue und dann eine CD mit Liedern der letzten Jahre auflege und durchhöre: Die Sprache ist doch eine andere geworden.

Nein, damit will ich nicht sagen, dass sich die Wortwahl und viele Begrifflichkeiten seit Luthers Zeiten verändert haben. Das ist eine Selbstverständlichkeit, mit der ich Ihre Zeit, liebe Leser, nicht verschwenden mag. Nein, es ist mehr die Eindeutigkeit, die Entschlossenheit und die „klare Kante“, die mich an den alten Liedern oftmals begeistert und mich nachdenklich macht, wenn ich auf die Kirche und ihre Lieder heute schaue.
Wer kennt nicht die „feste Burg“ des Dr. Luther, ein weltweit in mehreren Sprachen bekanntes und beliebtes, „traditionelles“ Kirchenlied. Eine Zeile davon ist sogar am Turm der Wittenberger Schlosskirche weithin sichtbar angebracht. Wenn man die Zeilen liest, dann drängen sich Aussagen ins Bewusstsein, die heute in vielen Gemeinden wohl als „deplatziert“, als „störend“ und „nicht hilfreich“ angesehen würden. Denn es ist ja kein Zufall, dass mir vor einiger Zeit zugetragen wurde, es gäbe eine Bewegung innerhalb der evangelischen Kirche, die gerne gegen „militaristische“ Kirchentexte vorgehen wolle. Dabei hätten sie wohl vor allem Lieder wie „die feste Burg“ im Visier.  Erstaunlich, wie diese Zeilen eines Liedes, wie dessen Autor selbst mithin, auch heute noch die Pharisäer und Traditionalisten der neuen Zeit gegen sich aufbringt !

Was ist es wohl, dass „moderne“ Theologen, „zeitgemäße“, christliche Apologeten gerne aus dem Bewusstsein der Christen gestrichen sehen wollen ? Ich gestehe, da ich mich so wenig wie nur irgend möglich mit solchen Irrlehren und Aufweichungen eines konkreten, biblischen Christentums befasse, kann ich nur versuchen, eine Spekulation mit einem gewissen Wahrscheinlichkeitswert vorzunehmen. Wenn man sich die „feste Burg“ nämlich anschaut, dann fällt auf, dass Dr. Luther kein Problem damit hatte, vom „Feind“ zu reden. Allein die Erkenntnis, dass Christen angefeindet werden, gilt ja in den „Wohlfühlgemeinden“ unserer Tage ja fast schon als „Ketzerei“. Christsein heisst nicht, ein bischen gute Gemeinschaft am Sonntag oder in der Woche in der Kleingruppe zu haben, sondern Christsein bedeutet auch, gegen den „Zeitgeist“ zu leben, der mal hierhin und mal dorthin tendiert. Christsein bedeutet, auf dem Felsen zu stehen und die Wellen der Trends im An- und Abschwellen zu betrachten.

Kirchen und Theologien, die sich den Wellen ergeben und mit den Wellen des Zeitgeistes hin- und herbewegen, haben dann wohl unweigerlich ein Problem mit dem „Fels“ und mit dem, was das Ewige Wort aussagt. Denn Gott ändert sich nicht, nur die Interpretationen seines Willens und Wirkens durch Menschen variieren. Aber zurück zur „festen Burg“: Die Erkenntnis, dass Christen in einem geistlichen Kampf stehen, solange sie auf Erden sind, ist unpopulär, unbeliebt und nur in winzigen Dosen überhaupt noch in der Kirche zu finden. Als „Introspektion“ wird noch geduldet, dass ein Prediger mal darauf hinweist, man solle sich doch bitteschön von der Sünde fernhalten. Man solle doch nach Kräften und mit Gottes Hilfe sich darum bemühen, den diversen Versuchungen der Welt zu widerstehen.

Die Tatsache, dass aber Christen auch auf Widerstände, Feindschaft und Hass treffen werden, wenn sie als Bekenner durch die Welt gehen, verdrängen wir doch nur gar zu gern. Dass Christen in ihrem Herrn „gute Wehr und Waffen“ benötigen, um ohne falsches Kompromisslertum und Sünde zurechtzukommen, habe ich in diversen Gemeinden, die ich in meiner an unterschiedlichen Kirchen reichen Stadt kenne, eigentlich nie gehört. Nie hat ein Pastor, ein Prediger oder auch Lobpreisleiter auf den konkreten Konflikt des Christen in der Welt hingewiesen. Auch dass der „altböse Feind“ jetzt in allem Ernst auf uns losgeht, wird selten bis gar nicht in dieser Klarheit erwähnt.

Die Frage ist doch: Was bedeuten diese Worte heute ? Wer sich die Situation der verfolgten Christen betrachtet, wer über die Kirchenbrände, physischen Angriffe, Vertreibungen und Morde an Christen informiert ist, dem stellen sich solche Fragen sehr wohl. Der wird erkennen, dass „groß Macht und viel List“ tatsächlich noch heute das Rüstzeug des Teufels ist, mit dem er durch die Welt zieht und den Glauben auslöschen will. Das ist unpopulär, ich weiss es, denn ich laufe nun schon seit mehr als 18 Monaten durch meine Stadt und versuche, die Christen auf diese Tatsache hinzuweisen. Sie wollen es aber scheinbar nicht hören, so oft sie auch die „feste Burg“ singen mögen. Und hier fängt das Dilemma auch schon an:

Diese „feste Burg“ und ähnliche Lieder sollen jetzt scheinbar auch noch wegen „aggressivem, militaristischem Text“ aus den Kirchen-Gesangbüchern gestrichen werden. Noch ist diese zweifelhafte Idee nicht mehrheitsfähig, aber im Zuge von „feministischer-“ und „Befreiungstheologie“ und segelnd unter der Flagge von „Öffnung und Toleranz“ ist es möglicherweise nur noch eine Frage der Zeit, bis man in den Kirchen nicht einmal mehr zur Diskussion stellen darf, dass die „Welt voll Teufel“ sein könne. Und dabei werden die Kritiker dem Geist dieses alten Kirchenliedes noch nicht einmal gerecht, wenn sie seine Wortwahl und Sprache so abkanzeln. Denn Luther ging es ja hauptsächlich darum, zu betonen, dass der Christus den Feind überwunden hat, dass Jesus der Grund ist, warum wir uns nicht fürchten müssen. Also letztlich betont der Liedtext ein „happy end“, wie es doch viele, weichgespülte Theologen so gerne haben.

Selbst ein Liedermacher unserer Zeit wie der bekannte, christliche Künstler Brian Doerksen aus Kanada, der nun wirklich nicht für christliche „Kampflieder“ bekannt ist, sondern durch das sehr motivierende „i see the cross“, das fröhliche „come, now is the time“ und das fast schon spiritistische „refiner´s fire“ bekannt wurde, spricht im Konzert eine klare Sprache. Er selbst hat 2004 auf einem Konzert in seiner Heimatgemeinde in Abbotsford, Kanada, deutlich gemacht, dass jeder Christ, der morgens aufwacht, auf einem (geistlichen) Schlachtfeld aufwacht. Wen erinnert das nicht an das bekannte Buch „Schlachtfeld der Gedanken“ von Joyce Meyer ? Was immer man persönlich auch von Brian Doerksen oder Joyce Meyer halten mag (ich schätze beide sehr), sie haben ein wichtiges Prinzip erkannt, das scheinbar im deutschen Protestantismus nur noch in kleineren, freien Gemeinden präsent zu sein scheint: Christen müssen kämpfen ! Gegen ihre eigene Schwäche, gegen die Versuchung, gegen äußere Widerstände und Feinde. Fragen wir mal die Gemeinden in Nigeria, dem Irak oder Pakistan. Die kämpfen ums Überleben ! Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Bomben explodieren in ihren Gotteshäusern !

All dies wollen aber die großen, evangelischen Kirchenbünde (über orthodoxe und katholische Kirchen weiss ich nicht soviel, deshalb diese Einschränkung) nicht mehr wahrhaben. Seien es Baptisten, Methodisten, Pfingstler oder gar die EKD. Bei ihnen steht der „Frieden“ im Mittelpunkt. Nicht der Gottesfrieden, der in unsere Herzen einzieht, wenn wir nach seinen Geboten leben und mit ihm in einer innigen, intensiven Beziehung stehen, sondern vielmehr der mit Kompromissen erkaufte, äußere „Frieden“, der als Abwesenheit von Konflikten definiert wird. Erst vor Kurzem hat ein kenianischer Kirchenvertreter sinngemäß diesen Frieden mit den Worten abgekanzelt: „Dieser Friede wird mit dem Beschwichtigen der Zornigen erkauft, statt mit dem Schutz der Unschuldigen.“ Das sollte uns zu denken geben. Wer durch Beschwichtigen des Teufels sich seinen „Seelenfrieden“ erkaufen will, begibt sich auf einen Pfad, den man mit dem alten Sprichwort begleiten kann: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.“.

Aber wie dem auch immer sein möge, Luther kannte all dies falsche Kompromisslertum noch nicht. Gerade, weil er kein falsches, kompromisslerisches Traditionschristentum mehr leben wollte, fing er ja an, über das Gottesbild der Bibel und über dessen Widerspiegelung (oder den Mangel daran) in der Kirche nachzudenken. Zumindest die Kirchen, die sich auf sein anfangs noch ungewolltes Reformationswerk berufen, sollten sich seiner Worte bewusst sein. Und seien es „nur“ die Worte seiner Kirchenlieder, dessen hervorragendstes natürlich die „feste Burg“ ist.

Text:

http://www.musicanet.org/robokopp/Lieder/einfeste.html

Wer diese Worte mit Füssen tritt, sollte sich das sehr genau überlegen. Aber im Angesicht des „Lutherjahres“ 2017 rotiert der ehemalige Mönch sicher derzeit ohnehin im Grabe, wenn er darüber nachdenkt, wie wenig Bedeutung dem Text seines Liedes heute noch beigemessen wird. Hört ihn irgendjemand im Schleudergang unter der Schlosskirche ?

Nichts gegen die sanften, auch im Text meist wenig rauhen oder konfliktträchtigen Lieder unserer Tage. Sie haben ihren Platz, ihre Zeit und ihre Wirkung und alle ihre Autoren sollen von Gott reichlich gesegnet werden. Denn die Gabe, Musik zu schreiben und dazu zu texten, werte ich, als musikalisch völlig unbegabter Mensch, sehr hoch. Aber vergessen wir darüber nicht, dass auch unsere „Altvorderen“ bereits schöne, treffende und gerade heute wieder zum Nachdenken anregende Lieder geschaffen haben. Blenden wir sie oder ihren Inhalt nicht aus !

In diesem Sinne

seien Sie gesegnet !

Ihr

Martin Clemens Kurz

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7 Gedanken zu “Kommentar: Wie ist das mit den Lobpreis-Liedern ?

  1. Das ist ein ein wunderbarer Beitrag für heute und für das Luther-Jubiläum gleichfalls. Ich wünsche mir, dass Frau Käsmann das auch liest. Herzlichen Dank, mir sprechen die Worte aus dem Herzen.

  2. Dankeschön ! Freue mich immer, wenn ich Leser treffe, mit denen ich mich verbunden fühlen kann. Davon gibt´s scheinbar in meiner Stadt nicht mehr so viele !
    Was nun unsere Frau Kässmann angeht, so fürchte ich, dass bei ihr Hopfen und Malz verloren sind. Dennoch kann man für ihre Rückkehr zu Gott und zum Wort Gottes beten. Mehr bleibt uns wohl nicht zu tun, auch wenn nur wenig Hoffnung auf Wandel besteht.

  3. Werter Herr Kurz,

    prima Kommentar. Aber der Text der „festen Burg“ ist ja voll von Teufeln. Das geht ja wohl überhaupt nicht mehr. Ironie off.

    Für Jesus war der Widersacher noch selbstverständlich. „… Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann“ Seine Dämonenaustreibungen waren sprichwörtlich und Satan war für Jesus eine unbezweifelte Existenz eines bösen Geistes, den es zu bekämpfen galt. Der alte Feind ist Satan in all seinen Facetten, als Faden- und Strippenzieher in atheistischen Ideologien oder falschen Relgionen, der alte Lügner von Anbeginn und Durcheinanderbringer. Wieviel Wirrnis bewirkt er heute, weil die Kirchenvertreter keinen Schneid, keinen Bekennermut mehr haben.

    Leider glauben die „modernen“ Theologen nicht mehr an dessen Existenz. Wer an Gott glaubt und nicht die Existenz Satans annimmt, hat unseren Herrn Jesus mit keiner Silbe verstanden. Wie immer ist Jesus für die moderne Theologie der Cola trinkende Kumpel von nebenan, der uns alle nach unserem Heimgang in seine Arme schließt entgegen jeder biblischen Überlieferung.

    Auch ich habe den Eindruck, dass unsere Priester der kath. Kirche, obwohl der Teufel sowohl in der Bibel als auch in den kath. Dogmen, also in den päpstlichen Ex-cathedra-Lehrsätzen , die bis heute gelten, Existenzrealität besitzt, einfach nicht mehr wahrhaben wollen. Der Teufel wird schamhaft verschwiegen. Das Böse kommt aus dem Menschen, die Schlange gibt es nicht mehr.

    Die bewusste Freiheit des Menschen besteht doch darin, Gedankeneinschübe, die von Satan oder von Gott unvermittelt eingegeben werden, für die der Mensch nicht verantwortlich zeichnen kann, zu entscheiden, ob er diese in sein Gehirn einzulassen und sich dort zur Tat entwickelnd, einnisten zu lassen in die eine oder eben andere Richtung. Die Verantwortlichkeit und Schuld oder auch die Liebe beginnt doch erst damit, wie der Mensch mit diesen unvermittelten Gedanken umzugehen gedenkt. Verwirft er satanische Versuchungsgedankeneinschübe, nimmt er göttliche Gedankeneinschübe an und führt sie aus? Diese Eingebungen, von denen wir manchmal nicht wissen, woher sie kommen, sind möglicherweise die alten Versuchungen hüben wie drüben. Ich weiß, eine kindliche Vorstellung. Aber wie gehe ich mit meinen Gedanken um, wie setze ich sie in die Tat um, in welcher Intensität, in welcher Form?

    Ja, wenn es Dämonen gibt, muss die Konsequenz gelten, den Exorzismus, den Jesus uns vorgelebt hat, beizubehalten, wie Jesus ihn ausgeübt hat. Nichts anderes nämlich hat er getan. Unsere Priester wähnen in diesen Dämonen Krankheiten zu sehen, als ob wir uns mit Krankheiten unterhalten könnten.
    Im nördlichen Europa gibt es den Exorzismus prakitsch nicht mehr, im südlichen dagegen schon. Sobald das Wort „Exorzismus“ fällt, fällt auch bei 90 % aller Christen der geistige Vorhang. Er wähnt sich im Mittelalter. Aber ist Jesus mittelalterlich? Ich glaube nicht.

    Angesichts des Guten glauben wir an Gott, angesichts des Bösen, welches im Grunde noch auffälliger ist und augenscheinlicher wirkt, sehen wir nicht mehr die alte Schlange, den alten Feind, den ewigen Versucher und Vater der Lüge von Anbeginn seiner Existenz als Verursacher. Erschafft Gott im Menschen solch Böses ohne die Existenz Satans, wäre er selbst janusköpfig. Er wäre selbst der gute Gott, aber auch Satan selbst. Wer die Existenz Satans leugnet, leugnet letztlich die Liebe Gottes, denn dann hätte nicht Satan das Böse in die Welt gebracht, sondern Gott selbst. Das wäre die Konsequenz. Dann hätte der Islam Recht.

    Es ist ein riesiger Unterschied, ob Gott das Böse erschaffen hat oder ob ein Engel, der ursprünglich von Gott in reinster Liebe erschaffen wurde, sich aus freien Stücken völlig ohne Not, nur aus Neid und Stolz von seinem Schöpfer, nämlich von Gott abgewandt hat und so das Böse in die Welt brachte.

    Die Theologen wissen nicht, was sie tun, wenn sie die Existenz Satans negieren. Sie beleidigen Gott damit und vernichten somit seine liebende Vollkommenheit.

    Ein Gott der Gutes und Böses schafft, ist ein Verbrecher. Dieser ist nicht mein Gott, den ich anbeten kann.

  4. Da ich in eine sehr konservative Gemeinde gehe, wo die Frauen Rock und beim Gebet, wie es in der Bibel steht, eine Kopfbedeckung tragen, sind für mich und uns die alten Evangeliumslieder sowieso die schönsten und die einzigen, die wir singen.
    Es geht mir bei „O Haupt voll Blut …“ genauso und es ist eines meiner Lieblingstexte.
    Aber auch der Text von: „Ich bin ein Gast auf Erden“ oder viele andere sind überaus tiefgründig und wunderschön!
    Ich bin aus einer FeG ausgegangen, weil ua. die modernen , seichten Liedtexte mich angödet haben.

    • Kann ich gut verstehen, dass man irgendwann von den seichten Liedern etwas angeödet ist. Aus demselben Grund bin ich vor einigen Jahren mal eine Zeit lang in eine anderssprachige Gemeinde gewechselt, weil in dieser Sprache selbst die primitivsten Ansagen noch gut zu singen sind und ins Herz gehen. Aber das geht vielleicht nur mir so. In jedem Falle sollte man, meines Erachtens nach, eine gepflegte Mischung aus „Lobet den Herren, alle, die ihn ehren…“ und „Halleluja, du begeisterst mich…“ im Programm haben. Denn alle Lieder haben ihre Berechtigung, ihren Sinn und Zweck und auch ihr „Publikum“. Nur, weil mein Herz sich für Gott öffnet, wenn „Großer Gott, wir loben dich…“ angestimmt wird, muss das nicht für andere Mitchristen gelten. Dennoch kann ich nur zu gut verstehen, dass die Oberflächlichkeit manches Lobpreises einen Gläubigen aus der Gemeinde treibt, wenn sich dahinter dann auch die Oberflächlichkeit und Konfliktscheu in der Lehre verstecken. Dann möchte man nicht mehr da sein und gegen Windmühlen ankämpfen. Habe ich auch erlebt.

  5. Naja dann weis man ja wie die Neue Luther Bibel 2017 und einmal die neuen Evangelischen Liederbücher inhaltlich sein werden…..
    Das Lutherlieder wie „Eine Feste Burg …“ Aggressive sein soll auch noch Militärisch und deshalb in unseren Kirchen verboten werden sollen? Wie sind wir Deutschen doch Geistlich verarmt:(

    • Na, wie gesagt, noch ist diese Position wohl nicht mehrheitsfähig, aber wahrscheinlich gewinnt sie bereits an Boden. Solange es noch „alte“ Pastoren und „traditionelle“ Gläubige gibt, wird wohl auch das „klassische“ Liedgut noch gepflegt werden. Allerdings eben z. T. schon ohne, dass den Worten von Zinzendorf, Gerhardt oder Luther auch ein klarer Bezug zum Alltag zugestanden wird. Da wird dann sicher schon „heftigst“ relativiert und „textkritisch“ interpretiert, bevor die „feste Burg“ o. ä. Lieder dann aus dem Verkehr gezogen werden.

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