Pakistan: Dominikanerpater äußert Besorgnis über die Situation christlicher Minderjähriger

Erst vor wenigen Tage wurde bekannt, dass nun ein 11-jähriges, christliches Mädchen in Pakistan wegen „Blasphemie“ angeklagt werden soll. Der Leiter des „Peace Centers“ in Lahore, Pater James Channan, sieht nun eine Grenze überschritten.

Pakistan

Dominikanerpater James Channan leitet in Lahore das „Peace Center“, eine Einrichtung für Jugendliche, und ist aktiv am „interreligiösen Dialog“ in seiner Gemeinde beteiligt. Er verfügt über jahrelange Erfahrung darin, die Interessen junger Menschen zu vertreten und über Religionsgrenzen hinweg Brücken zu bauen. Nun, angesichts der Entwicklung in Pakistan während der letzten Jahre, sieht James Channan die Zeit gekommen, Klartext über die Verschlechterung des Klimas für Christen, inbesondere für Kinder und Jugendliche, zu sprechen. Spätestens mit der Anklage gegen die 11-jährige, am down-Syndrom leidende Rimshah wegen angeblicher „Blasphemie“ sieht er eine Grenze überschritten.

Kinder aus Christenfamilien, vor allem Mädchen, würden in großem Maßstab entführt, missbraucht und mit Muslimen zwangsverheiratet, so Pater Channan.

Das Leben scheint in Pakistan für christliche Kinder zunehmend schwierig zu werden. Viele christliche Mädchen werden entführt, vergewaltigt und müssen zum Islam übertreten oder sie werden sogar ermordet wie im Fall von Amaria Masih, der so genannten ‚pakistanischen Maria Goretti‘. Nicht selten werden sie Opfer dunkler Geschäfte, wie jüngst im Fall von Sunil Masih oder Shazia Bashir. Kinder werden heute sogar der Blasphemie angeklagt, wie Rimsha Masih. Wenn nun auch Kinder zur Zielscheibe werden, dann ist damit eine Grenze des Missbrauchs und der Unmenschlichkeit überschritten, die wir nicht tolerieren können.

Der Pater, der lange Zeit die bischöfliche Kommission zum Dialog leitete, sprach mit Bezug auf den Fall Rimshah den umstrittenen „Blasphemieparagrapen“ des pakistanischen Strafrechts an:

Dieses umstrittene Gesetz, das in Pakistan zu viel Blutvergießen geführt hat, wird weiterhin als Instrument der Verfolgung von Christen, aber auch von Hindus und Muslimen benutzt. Es ist ungerecht und missverständlich. Als Christen fordern wir seit langem die Abschaffung oder eine Änderung, damit der Missbrauch, zu dem es immer wieder kommt, vermieden werden kann. In diesem Kampf werden wir von vielen Menschenrechtsorganisationen und auch von muslimischen Bürgern unterstützt.

Missbrauch, wie ihn Pater Channan meint, besteht vor allem darin, dass Konflikte zwischen Muslimen und Angehörigen anderer Religionen grundsätzlich von den Muslimen Pakistans mit der Drohung der „Blasphemie“ ausgetragen werden auch wenn die fragliche Angelegenheit ein reiner Eigentums- oder anderer Rechtsstreit wäre. Die „Blasphemiekeule“ benachteiligt alle religiösen Minderheiten in der Durchsetzung ihrer alltäglichen, durch die Verfassung gegebenen und grundlegenden Menschen-Rechte. Vor diesem Hintergrund formuliert Pater James Channan klare Forderungen an die Regierung Pakistans:

Wir bitten die Regierung mit Nachdruck darum, dass sie die eigene Verantwortung übernimmt und den Respekt der Menschenwürde und der grundlegenden Rechte aller Bürger garantiert.

Ich bin der Ansicht, dass auch die internationale Gemeinschaft dieser Frage mehr Augenmerk schenken sollte: wir bitten deshalb um eine Mission des Sonderbeobachters der Vereinten Nationen für Religionsfreiheit.

Die besorgniserregende Lage in Pakistan, die durchaus keinen Einzelfall darstellt, sondern als Muster und Zukunftsbild für die gesamte Region und auch für Südost-Asien (Indonesien, Malaysia …) angesehen werden kann, sollte allen Christen zu denken geben. Beten wir doch zumindest für Rimshah und andere, von Unmenschlichkeit und Brutalität bedrohte Kinder im Land.

BITTE BETEN SIE DOCH DAFÜR, DASS DIE WORTE PATER JAMES CHANNANS, DEM AUFGRUND SEINER PERSÖNLICHEN ARBEITS-BIOGRAFIE WOHL KAUM EIN UNDIFFERENZIERTES, ISLAMFEINDLICHES WELTBILD UNTERSTELLT WERDEN KANN, VERBREITUNG FINDEN IN UNSEREN KIRCHEN. UNWISSENHEIT UND DESINTERESSE SIND DER FEIND INNERCHRISTLICHER SOLIDARITÄT UND FÜRSORGE.

(Quelle: „kath.net“ vom 27. August 2012)

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