Kommentar: „Muschi-Aufstand“, oder: Säue durchs Dorf treiben

Halleluja, dieser Tage haben ja die Medien, die religiös aktiven Mitbürger und die linksgestrickten Pseudo-Menschenrechtler aller Sorten und Namen scheinbar gar keine anderen Themen, als das jüngst ergangene Urteil gegen drei russische Mädels, die sich auf gut deutsch „Muschi-Aufstand“ nennen. 

Stift zu Kommentaren.

Kommentar

Sie definieren sich als „Punk Band“ und haben natürlich einen politischen Anspruch. „Fortschrittlich“ wollen (oder sollen ?) sie sein, nonkonformistisch in jedem Falle auch noch und ganz bestimmt nicht irgendwie „reaktionär“. Nun gut, in einer Gesellschaft wie der deutschen, wo durch ein gesteuertes „laissez-faire“ ja (FAST !, darauf komme ich noch) alles möglich ist, würde das den Medien kaum ein dezentes Achselzucken entlocken. Drei Mädels (den Begriff „Frauen“ oder gar „Damen“ verdienen sie nun einmal nicht), die öffentlich Krawall machen, das Musik nennen und so etwas von sich gäben wie „Werft Frau Merkel in die Spree und den Gabriel gleich hinterher“: Machen wir uns nichts vor, das würde hierzulande vielleicht den grenzdebilen „Piraten“ – Wählern, die 3/4 ihres bisherigen Lebens vor Bildschirmen verbracht haben, ein kleines Lächeln entlocken während sie ein entsprechendes „youtube“-video konsumieren. Zu mehr würde das aber sicher nicht reichen. Schon gar nicht für eine Präsenz zur besten Sendezeit in allen TV-Nachrichten.

Warum aber sind diese Krawall-Mädels aus Russland für unsere Blockparteien und die mit ihnen kollaborierenden Massenmedien so interessant ?

  • Nun, sie sind „weit weg“. Der Chinese sagt: „gut sieht, wer von fern sieht“ (oder wer fernsieht ?). So fühlen sich gerade Deutsche immer so von Herzen berechtigt, allen anderen Völkern mitteilen zu dürfen, „was geht und was nicht geht“. Frau Roth hat sicherlich schon die ein oder andere Herzpille vor Freude genommen, dass sie wieder gegen ein „reaktionäres Regime“ geifern darf. In den Iran reist sie aber immer gerne, verhüllt sich züchtig und verliert kein böses Wort über Herrn Achmadinedschad. So viel zur Glaubwürdigkeit unserer linken „Menschenrechtler“. Nebenbei bemerkt: Wenn in Deutschland Karikaturen auf der Straße spazierengetragen werden und damit auch „provoziert“ werden soll, ist Frau Roth übrigens höchst empört. Das geht wohl zu nah… Wo ist ein russisches Gericht, wenn man mal eines braucht ? 🙂
  • Aber die kleinen „Muschi-Aufständler-Kätzchen“ haben noch einen anderes Ressentiment unserer „schönen, neuen Welt“ bedient. Sie haben gegen die Kirche gehetzt. Oder vielmehr IN EINER KIRCHE gehetzt. Nein, verstehen Sie mich nicht falsch, liebe Leser: ich bin dafür, dass jeder Quatsch im öffentlichen Raum getrieben werden darf. Als „Preusse“ mit entsprechender Erziehung habe ich auch gar keine andere Wahl, als mir mit einem gelangweilten Achselzucken anzuschauen, wie z. Bsp. auf dem Berliner Alexanderplatz für McDonalds, Marx oder Mohammed geworben wird. Wenn da nun auch noch ein paar „Muschis“ eine Randale machten, dann wäre das vielleicht ein Fall für die Nervenklinik, im Falle einer massiven Geruchs- oder Lärmbelästigung oder (unwahrscheinlicher) einer fehlenden Genehmigung des Bezirksamtes vielleicht auch ein Fall für die Polizei. Im allgemeinen aber geht man vorbei und hat nach ca. 10 Sekunden vergessen, dass dort Muschis am Randalieren waren. Nun haben die Mädels in Moskau aber direkt in einer Kirche ihren „Aufstand“ geprobt. Da stellen sich meines Erachtens nach schon ein paar Fragen. Vor allem zunächst einmal die, ob nicht gerade deshalb das linke Establishment im Lande der „begrenzten Unmöglichkeiten“, Doitschelan, so begeistert von ihnen ist.

Nein, ich denke, wenn der Muschi-Aufstand auf dem Roten Platz stattgefunden hätte, wäre die Moskauer Polizei wohl auch eingeschritten. Meines Erachtens nach in diesem Falle dann jedoch zu Unrecht. Ich bin nicht ganz unfroh, in einem Land zu leben, wo man auf dem Alexanderplatz in der Hauptstadt auch mal rumkrakeelen darf, ohne gleich einen Polizei-Gummiknüppel „mit besten Grüßen vom Bundespräsidenten“ auf den Schädel abzubekommen. Die „gelenkte Demokratie“ des Herrn Putin lässt auch mir von Zeit zu Zeit kalte Schauer über den Rücken laufen, das gebe ich zu. Zumal ich aus meiner Zeit in einer russischen Kirchen-Gemeinde das Völkchen, dass der Kreml-Diktator mit den schmalen Lippen zu regieren versucht, sehr lieb gewonnen habe. Sie haben es eigentlich verdient, auch mal „auszuflippen“ und den hierzulande beliebten Dreiklang aus „Politik“, „Kunst“ und „Provokation“ auszuprobieren, der zwar grundsätzlich nie etwas wirklich bewegt, aber auch meist niemandem schadet.

Muss man aber im Altarbereich (der für Laien gesperrt ist) einer der wichtigsten Kirchen der Orthodoxie ein Spottlied auf Putin, den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche und Jesus singen ? Wenn dann die Idee aufkommt, dass diese Provokation vielleicht tatsächlich dem ein oder anderen orthodoxen Christen tierisch auf die Nerven geht, dann finde ich das verständlich. Zwar ist mir bewusst, dass bei einem entsprechenden Pendant im Kölner Dom oder dem Dom zu Berlin wohl weder der katholische noch der evangelische Hausherr besonders schockiert gewesen wäre, aber: „andere Völker, andere Sitten“. Nur weil der vom Karneval einiges gewohnte Erzbischof von Köln und der Landesbischof von Berlin, der Hauptstadt des wowereitischen, expressiven Narzissmus, vielleicht in einem vergleichbaren Fall von „Muschi“ – Provokation nicht um jeden Preis die Polizei gerufen hätten, heißt das noch nicht, dass der Metropolit von Moskau das genauso handhaben muss.

Nein, da hat die „unheilige Allianz“ aus Parteibuch-Medien, Politikern und bereits komplett verweltlichten Kirchen mal wieder eine hübsche „Sau“ gefunden, die durchs multimediale, öffentliche Dorf Deutschland getrieben werden kann. „Hurra, wir prügeln den Putin, dem ist es eh egal.“ Da kann man seine „fortschrittliche“, natürlich auch „antiklerikale“ und „gutmenschliche“ Gesinnung so schön superbillig unter Beweis stellen. Das kostet nix außer etwas Zeit und Atem. Man muss nicht wie ägyptische Menschenrechtler einkalkulieren, in Foltergefängnisse der fanatischen Muslimbrüder zu kommen oder in iranischen Knästen täglich verprügelt zu werden, weil man die „falsche“ Religion hat oder auf Miss-Stände aufmerksam macht. Deutschland hat ja auch echte, ganz reale Probleme wie das finanzielle Ausbluten zu Gunsten unserer „europäischen Freunde“ (die in Wahrheit nur mit unseren Euros sehr eng befreundet sein wollen), die übereilte „Energiewende“, die nicht anständig gehandelt werden kann (was zu 100 % absehbar war, aber sich niemand zu sagen traute), das Sterben der angeblich so zukunftsträchtigen „Solarindustrie“ (weil die Chinesen Patente klauen und durch die mit Sklavenarbeit erzwungenen, niedrigen Lohnkosten alles viel billiger produzieren können) und die Nichtintegration (dank Integrationsverweigerung) eines bedeutenden Prozentsatzes der hierzulande ansässigen Bevölkerung und die damit einhergehenden parallelen „Konfrontationsgesellschaften“. All dies sind aber echte Probleme, für die echte Lösungen hermüssen. Diese Probleme bedürfen auch echter, knallharter Analysen, bevor man zu Lösungen kommt, aber das kann man ja dem Wähler nicht zumuten. Deshalb entscheidet man solche „wichtigen Sachen“ wenn überhaupt, dann  möglichst in geheimer Sitzung, holterdipolter, ohne, dass selbst Abgeordnete wissen, welchem Ding sie gerade zustimmen und vor allem, ohne die „von Demagogen aufgewigelte“ Wählerschaft zu informieren. Diesem dummen „Stimmvieh“ werfen wir dann lieber den Putin zum Fraß vor und geben den Widerkäuern mit dem „Muschi-Aufstand“ und der Verurteilung der Kätzchen zu zwei Jahren Haft etwas, worüber sie sich schön aufregen können. Hysterokratie ohne, dass von den Hysterikern wirklich geherrscht wird.

Wo ist eigentlich Frau Roth, wo sind die Kässmanns, Bedford-Strohms und andere um unser Seelenheil dauerbesorgte „Nur-nach-Rechts-Gucker“, wenn in Hamburg, Berlin oder anderswo an Youcef Nadarkhani erinnert wird ? Wo taucht sein Schicksal in den Massenmedien zur besten Sendezeit oder auf der Titelseite auf ? Oder ist er als Christ einfach weniger wert, als drei in Kathedralen pöbelnde, spätpubertäre Russinnen ? Darüber gilt es, nachzudenken.

Gott segne Sie, liebe Leser

Ihr

Martin Clemens Kurz

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5 Gedanken zu “Kommentar: „Muschi-Aufstand“, oder: Säue durchs Dorf treiben

  1. Ich kann mit den Akteurinnen kein Mitleid empfinden. Sie sind alt genug zu wissen, was sie da veranstaltet haben.

    Geweihte Gebetsräume haben sie mitbraucht, die Mutter Gottes durch ihr Ansinnen verunglimpft und die Gläubigen übelst belästigt und beleidigt und brüskiert. Wenn sie jetzt Angst um ihre Kinder haben, dann hätten sie vorher daran denken sollen. Sind sie überhaupt reif, eigene Kinder zu erziehen?
    Ich fände wechselnde Arbeitseinsätze in Schwerpunkteinrichtungen wie Altenheime für Demenz kranke, Onkologische Stationen und Arbeit mit geistig Behinderten Menschen gut für 2 Jahre. Das sollte den Akteurinnen Gelegenheit geben, Erwachsene, vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu werden.

    Hätten die Frauen das in einer Moschee veranstaltet, lebten sie evtl. nicht mehr oder würden noch zu Tode gesteinigt dafür.

    Den Aufschrei in den Medien verstehe ich nicht! Wer eine neue Mode kreiert und geweihte Stätten für seine Zwecke mitbraucht ist mega in!

    Millionen verfolgte Christen hingegen werden einfach nicht wahrgenommen von der gleichen Öffentlichkeit. Es ist eine Massenhysterie ausgebrochen, und es wird viel positive Energie dafür verschwendet. Fast ein Event? Die Frauen werden das mit Sicherheit überleben, vielleicht sind sie danach klüger und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft.

    Jeden anderen Platz hätten sie dafür auswählen können, warum einen geweihten Ort?

    Die bunten Masken als Symbol für weltweite Solidarität? Ich kann es nicht glauben! Sollte man den wirklich Verfolgten raten, zu Tausenden für die Medien blutbefleckte Tücher zu tragen, damit sie wahrgenommen werden? Was ist das für eine verquere Welt? Mein Mitleid hält sich stark in Grenzen, Torheit schützt vor Strafe nicht und wer so was im Kölner Dom veranstaltet hat auch mit Konsequenzen zu rechnen. Das in Rußland andere Spielregeln gelten wußten die Russinnen, selbst am besten.

    • Ich fände wechselnde Arbeitseinsätze in Schwerpunkteinrichtungen wie Altenheime für Demenz kranke, Onkologische Stationen und Arbeit mit geistig Behinderten Menschen gut für 2 Jahre. Das sollte den Akteurinnen Gelegenheit geben, Erwachsene, vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu werden.

      Ja, das ist mal ein guter Resozialisations-Ansatz. Wenn die Mädels mal etwas richtiges arbeiten würden, mit Bedürftigen aller Arten und Formen konfrontiert würden und etwas zur Gesellschaft beiträgen „müssten“, dann hätten sie zumindest die Chance, etwas daraus zu lernen.

      Hätten die Frauen das in einer Moschee veranstaltet, lebten sie evtl. nicht mehr oder würden noch zu Tode gesteinigt dafür.

      Außerdem wären sie dann in den Medien als „islamophob, nationalistisch-radikal“ und natürlich als „christliche Fundamentalisten“ diffamiert worden. Aber, da sie natürlich nur in den Gotteshäusern der „Andere-Wange-Hinhalter“ durchdrehen, kann ihnen ja nicht viel passieren. Ja, ich warte auch darauf, dass die „achso-fortschrittlichen“ Krawallmacher mal in einer als besonders radikal bekannten Moschee mit Verbindungen zu den Muslimbrüdern oder Al-Kaida randalieren. Das wäre dann mal ein echter Härtetest, den sie tatsächlich nicht überleben würden. Messer sind ja frei verkäuflich.

  2. Spitzenkommentar, Herzlichen Glückwunsch!!

    Wieder einmal die Heuchelei unserer linksgestrickten Medien, Politiker, Kirchenvertreter und anderer, die sich für Eliten halten, klar dem Leser vor Augen geführt. Kritik ist nur erlaubt Richtung USA, Israel, Russland, China. Das tut ja auch nicht weh. Aber wehe, da wird ein islamischer Staat auch nur ankritisiert, weil er mal einen Christen im Knast lässt und Diskriminierungsgesetze wie das Blasphemiegesetz gegen Andersgläubige einsetzt oder Traditionen des Islam oder den Islam als Verursacher von Leid jeglicher Couleur kritisch hinterfragt, dann ist Schweigen im Walde angesagt, selbst in den feigen europäsichen Kirchen, die sich leider der political correctness in vorauseilendem Gehorsam freiwillig unterworfen haben und es noch nicht einmal fertig bringen, hier für ihre diskriminierten und verfolgten Christengeschwister einmal sonntäglich zu beten.

    • Ich gehe sogar noch weiter und behaupte ganz frech, dass uns bewusst solche „Säue“ vorgeworfen werden, damit wir uns mit den wirklich wichtigen Themen nicht beschäftigen und schön weiter konsumieren und den „Anführern“ in Kirchen, Medien und Politik hinterherrennen. Wer selbst denkt und dann auch noch entsprechend handelt ist heute nicht mehr nur ein „Nonkonformist“ sondern ein „Ketzer“, der den angebetenen, gesellschaftlichen Konsensus nicht idolisiert. Es ist Zeit für „Lager“ zur Umerziehung solcher Nonkonformisten. Fragen wir mal bei Gysi und Co. nach, die wissen noch, wie das mit Stacheldraht, Wachsoldaten und Folter so funktioniert.

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