Uganda: Umar Mulinde spricht

Der in Uganda von islamischen Fanatikern mit Säure übergossene Geistliche Umar Mulinde erholt sich derzeit noch immer von seinen schweren Verletzungen. 

Uganda

Umar Mulinde, 38, ist in seiner Heimat Uganda kein völlig Unbekannter. Als Bischof der „Pentecostal Gospel Life Church International“ (Pfingst-Evangeliumskirche International) hatte er in seinem Land Bekanntheit erreicht, weil er sich als ehemaliger, muslimischer Geistlicher (Scheich) 1993 spektakulär zur Nachfolge Christi bekannte. Im Jahre 2011 hatte er sich in der Gemeinschaft mit mehreren, religiösen Leitern Ugandas gegen den Entwurf eines neuen Zivilgesetzes ausgesprochen, da dies die Errichtung separater, vom Gesetz unabhängiger Scharia-Gerichte in Uganda ermöglicht hätte. Diese Initiative hatte zumindest insofern Erfolg, dass der entsprechende Gesetzentwurf fürs Erste „eingefroren“ worden  war.

Diese Ablehnung der Scharia hat Umar Mulinde aber teuer bezahlt. Im Dezember 2011 hatten ihm Unbekannte nach einem Gottesdienst in Namasuba (zehn Kilometer von der Hauptstadt Kampala) Säure ins Gesicht geschüttet. Dabei riefen sie das unvermeidliche „Allahu Akbar“ (Allah ist größer…) aus. Wir hatten über den Fall berichtet. Nun hat Umar Mulinde im Gespräch mit „Radio Netherlands Worldwide“ erneut zu seiner persönlichen Situation Stellung bezogen. Noch immer muss er einen Schutzverband vor dem ganzen Gesicht tragen, denn bei der Säure-Attacke waren mehr als 30 % seines Gesichts verätzt worden. Ein Auge hat er dabei ebenfalls komplett verloren.

Im Sheba-Hospital von Rabat Gan in Israel wird er derzeit behandelt. Der einstmals „feurige“ Prediger des Evangeliums von Christus in Uganda hat es derzeit zwar besonders schwer, aber seine christliche Überzeugung hat nicht auch nur minimal gelitten. Er sagt:

Die Leute, die mir dies angetan haben, dachten, sie dienen Gott. Ich bemitleide sie und ich vergebe ihnen, weil sie nicht wussten, was sie taten.

Bischof Mulinde sagte, dies wäre aber nicht der erste Angriff aus sein Leben gewesen. Seit dem Oktober 2011 habe eine Fatwa ugandischer, muslimischer Kleriker bestanden, die einen Angriff auf sein Leben sanktioniere. Die zuvor erwähnte erfolgreiche Petition gegen das neue Zivilrecht habe die Anhänger der Islamisierung und der Scharia extrem gegen ihn, den „Apostaten“ („Glaubensflüchtling“) aufgebracht.

Wir werden das vor das Verfassungsgericht bringen, weil Uganda ein zu 85 % christliches Land ist und wir (Christen, Anm. d. Übers.) uns niemals um die Einführung von Gesetzen für Christen in die Verfassung bemüht haben. Wie kann man dann aber muslimische Gesetze in die Verfassung integrieren ? Die Verfassung sagt eindeutig, dass Uganda ein säkularer Staat ist !

Auf die oft gemachten Einwände, dass Scharia-Gerichte ja nur Muslime aburteilen würden und für Christen ohne Bedeutung seien, antwortet Umar Mulinde mit dem Hinweis auf die Situation in Nord-Nigeria.

Sie sagten „Dies ist nur für die Muslime.“ aber am Ende wurden die Scharia-Gesetze auf Jedermann angewendet.

Islamische Scharia-Gerichtshöfe würden, nach Einschätzung Mulindes, nur Attacken wie die auf sein Leben zu legalisieren und zu rechtfertigen versuchen.

Zu seinem Aufenthalt im Heiligen Land erzählt er, dass er schon mehrfach „Pilger“ aus Uganda dorthin begleitet habe und deshalb über gute Kontakte auch zu jüdischen Gemeinschaften verfüge. Als Muslim habe er sich dies noch nicht vorstellen können, da er im Islam dazu erzogen worden sei, Israel zu hassen. Nach seiner Bekehrung habe sich sein Herz aber grundlegend gewandelt. Jetzt wird ihm diese Haltung zum Segen, da eine medizinische Versorgung in Uganda sicherlich nicht in ähnlicher Qualität gewährleistet wäre. Das Sheba-Hospital, dessen Trauma-Verbrennungsspezialisten auch sonst Opfer von Terrorangriffen behandeln, berechnen ihm noch nicht einmal die Behandlung. Sein Fall habe ihr Herz bewegt, so ein Sprecher des Krankenhauses. Seine Kirche muss ihn nur bei den Kosten für Unterkunft und Lebenshaltung unterstützen.

In jedem Falle sehen seine Ärzte dennoch seine positive Einstellung als maßgeblich für die Zukunft an. Sein Arzt Haik Yosef sagt:

Manche Leute haben nur kleine Narben und werden davon depressiv. Aber manchmal können selbst so schwere Verbrennungen wie die von Umar den Charakter und die Weltsicht des Betroffenen nicht ändern. Ich denke, er wird gut zurechtkommen.

Aber zuvor wird er noch drei weitere, chirurgische Eingriffe und Haut-Transplantationen über sich ergehen lassen müssen.

BITTE BETEN SIE FÜR EINE GUTE BEHANDLUNG UMAR MULINDES IN ISRAEL UND FÜR EINE BESTMÖGLICHE HEILUNG SEINER WUNDEN.

(Quelle: „Radio Netherlands International“ vom 15. August 2012)

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