Pakistan: 11-jährige wegen „Blasphemie“ unter Verdacht

Die 11-jährige, am down-Syndrom leidende Rimshah aus Islamabad, wurde unlängst in Schutzhaft genommen, nachdem ein wütender Mob damit drohte, ihr Gewalt anzutun.

Pakistan

Das Mädchen, welches mit seinem Vater Misrak Masih, einem katholischen Christen, im Slumviertel „Umara Jaffar“ im sog. „Sektor G-12“ von Islamabad lebt, soll nach unbestätigten Berichten von Zeugen ein Lehrbuch für Arabisch zur Nutzung mit dem Koran auseinandergenommen, zehn Seiten davon verbrannt und den Rest in eine Mülltüte gesteckt haben. Da das „Entweihen“ des Koran von strenggläubigen Muslimen als Verbrechen angesehen wird und „Blasphemie“ ohnehin im Land unter Strafe steht, wurde aus dieser vermeintlichen Beobachtung ein Gerücht, welches die Nachbarschaft in rasende Wut versetzte.

All dies soll sich bereits am 17. April 2012 abgespielt haben, als ein, so die Quelle: „Lynch Mob“ die geistig behinderte Minderjährige hinrichten wollte. Auf die Strafanzeige eines gewissen Sayed Muhammad Ummad hin wurde Rimshah nun, vier Monate später, in Jugendhaft genommen. Sie soll nach dem Blasphemieparagraphen 295 des pakistanischen Strafgesetzbuches, der von Menschenrechtsorganisationen weltweit als höchst kritisierbar angesehen wird, angeklagt werden. Ihr droht somit eine lebenslange Haftstrafe.

Als Konsequenz der aufgeheizten Stimmung im Sektor G-12 von Islamabad fliehen derzeit hunderte, christliche Einwohner dieser Nachbarschaft in andere Gegenden der Stadt oder sogar in andere Gegenden des Landes, weil sie mit Gewaltausbrüchen ihrer muslimischen Ex-Nachbarn rechnen. Hassprediger sollen bereits dabei sein, zum Abbrennen von christlichen Häusern aufzurufen. Wie man aus Ägypten weiß, wird solchen Aufforderungen gerne Folge geleistet, weshalb die Angst der Christen nachvollziehbar erscheint.

Dass fanatisierte Muslime auch vor brutalster Gewalt gegen Behinderte nicht Halt machen, wurde erst vor wenigen Wochen in Pakistan deutlich gemacht. In Bahawalpur war dort ein geistig Behinderter Muslim namens Ghulam Abbas von seinen Glaubens-geschwistern getötet worden, nachdem auch ihm das „Entweihen eines Koran“ vorgeworfen worden war. Der Obdachlose war in aller Öffentlichkeit durch einen von fanatischen Koranschulen-Studenten aufgeputschten Mob angezündet worden, weil er angeblich Koranseiten aus dem Buch herausgerissen haben soll, um sich nachts warm zu halten.

Im Internet soll der Fall der 11-jährigen Rimshah bereits einiges Aufsehen erregt haben. Viele Kommentatoren fragen sich, wer hier die wirklich geistig Behinderten sind. Ist es das mit einem Gendefekt geborene Mädchen oder sind es die, die ihr Gewalt und Tod androhen ? In jedem Falle hat der Minister für „nationale Harmonie“ und Sonderberater des pakistanischen Premierministers für Minderheitenangelegenheiten, Paul Bhatti, zur Beruhigung der erhitzten Gemüter aufgerufen. Muslimische Geistliche sollten ihre Schäfchen daran hindern, weitere antichristliche Gewalt zu praktizieren. Paul Bhatti ist der Bruder des im Jahre 2011 ermordeten, ehemaligen Minderheiten-Ministers Shahbaz Bhatti, der der einzige Christ in der pakistanischen Regierung war.

BITTE BETEN SIE DOCH AUCH FÜR FRIEDEN IN ISLAMABAD. PAKISTAN BRAUCHT SICHER NICHT NOCH MEHR POGROME GEGEN CHRISTEN UND SCHON GAR KEINE GEGEN BEHINDERTE.

(Quelle: „asia news“ vom 19. August 2012)

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