Aserbeidschan: Christen in staatlicher Zange.

Aserbeidschan wird derzeit auf Rang fünfundzwanzig der „Weltverfolgungsindexes 2012“ der Hilfsorganisation „open doors“ geführt.

Dort im Lande ist Christendiskriminierung an der Tagesordnung und von der Mehrheitsgesellschaft vollkommen akzeptierter „Volkssport“. OD schreibt dazu auf seiner Website:

Christen, die die Landessprache Aseri sprechen, werden von der Gesellschaft eingeschüchtert und in den Medien angegriffen. Sie werden als Kriminelle und Landesverräter dargestellt, da das Christentum mit Armenien, dem ewigen Feind Aserbaidschans, in Verbindung gebracht wird. Arbeitgeber behalten Christen oft nur ungern als Mitarbeiter.

Aserbeidschan

Die Christen im Land werden mit Gesetzen, Vorschriften und scheinbar „legalen“ Maßnahmen eingeschüchtert und ihrem Menschenrecht auf Religionsausübung eingeschränkt. Die Kirchen müssen sich seit 2010 erneut staatlichen Registrierungsprozessen unterziehen, selbst wenn sie bereits seit Jahrzehnten existieren und staatlich anerkannt waren. Aber diese „Registrierungen“, ohne die jegliche Kirchenaktivität in Aserbeidschan als illegal gilt, ist praktisch kaum zu erhalten. Die entsprechenden Voraussetzungen für eine Registrierung wurden im Juni 2011 noch einmal verschärft.

Erneut die Einschätzung von „open doors“:

Die Freiheit, eine Kirche zu bauen, besteht überhaupt nicht. Gemeinden benötigen dafür eine ausdrückliche Genehmigung, die kaum gewährt wird. Herstellung, Einfuhr, Verbreitung oder Verkauf von religiöser Literatur ohne staatliche Genehmigung ist eine Straftat. Gleiches gilt für die Durchführung religiöser Aktivitäten, die nicht ausdrücklich im Statut einer registrierten religiösen Organisation genannt sind. Es bleibt für die Christen damit schwer, christliche Literatur zu erhalten. Die Aktivitäten religiöser Organisationen werden von der Geheimpolizei, dem Komitee für religiöse Angelegenheiten und örtlichen zivilen sowie religiösen Behörden beobachtet.

In diesem von Vorurteilen und staatlicher Repression geprägten Klima wurde in diesem Frühjahr zum ersten Male eine bereits länger existierende Kirchengemeinde staatlicherseits geschlossen. Der „Höhere Gnade“-Gemeinde, welche neunzehn Jahre lang vollkommen legal in Aserbeidschan aktiv war, war die erneute Registrierung versagt worden. Die Gründe dafür liegen nach Berichten aus dem Lande vollkommen im Unklaren. Im Anschluss daran wurden die Behörden aktiv und ließen der Gemeindeleitung eine Schließungsorder zukommen. Dagegen hatte die Kirche Rechtsmittel eingelegt, aber in Abwesenheit von Vertretern der Gemeinde oder deren Rechtsberatern hatte ein erstinstanzliches Gericht diesen Antrag abgelehnt und die Schließung angeordnet.

Nach Angaben eines Missionswerkes, das in Ländern der ehemaligen Sowjetunion tätig ist („Russian Ministries“) konnten die Mitglieder der „Höhere Gnade“-Gemeinde bislang zwar ihre Gottesdienste weiter abhalten, aber seit der Entscheidung des Gerichts ist jegliche Aktivität, jede Zusammenkunft, jegliches Gebetstreffen oder jeder seelsorgerische Besuch des Pastors illegal. Die Gemeinde hat jedoch vor, sich durch alle Instanzen zu klagen, um diesen Beschluss rückgängig zu machen und eine Registrierung doch noch zu erreichen.

Nun ist aber auch in der nächsthöheren Instanz durch die Richterin Seriyye Seyidova die vollkommen willkürliche und nicht nachvollziehbare Entscheidung des ersten Richters bestätigt worden. Das Berufungsgericht in der Hauptstadt Baku hat das Urteil des örtlichen Gerichts am 31. Juli 2012 „durchgewunken“ und somit stehen sowohl die Schließung der Gemeinde als auch die Illegalität ihrer Existenz weiter. Für Verstöße gegen diese Urteil stehen ebenfalls drakonische Geldstrafen und Haftstrafen bis zu vier Jahren im Raum.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE „GREATER GRACE“ – CHURCH VON BAKU, ASERBEIDSCHAN. AN IHREM FALL WILL DER STAAT OFFENSICHTLICH ERPROBEN, WIE LAUTLOS UND ERFOLGREICH KIRCHEN IM LAND GESCHLOSSEN UND DE FACTO „ABGESCHAFFT“ WERDEN KÖNNEN. WENN DIESE GEMEINDE SCHLIESSEN MUSS, WERDEN NOCH VIELE WEITERE FOLGEN.

(Quelle: „persecutionblog.com“ vom 15. August 2012)

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