Nepal: Hindu-Extremisten bedrohen auch hier Christen

Die sog. „Nepal Defence Army“ (NDA), eine selbsterklärte, hinduistische Aktionsgruppe in Nepal, hat erneut Drohungen gegen Christen ausgestoßen. 

Nepal

Verschiedene Vertreter der christlichen Kirchen im Land haben in den vergangenen Wochen Botschaften eindeutigen Inhalts bekommen. Der Priester einer bereits im Jahre 2009 von Extremisten attackierten Kirchengemeinde in Kathmandu wurde erneut Ziel von derartigen Drohungen. Robin Rai, von der „Himmelfahrts-Kirche“ in Nepals Hauptstadt Kathmandu wurde am 07. August 2012 von einem Mann angerufen, der sich „Sangharsha“ nannte und behauptete, der neue Anführer der NDA zu sein.

In dem nur wenige Sekunden dauernden Gespräch drohte Sangarsha damit,  die Kirche in die Luft zu sprengen, falls die Gemeinde der NDA keine Unterstützung zukommen lassen würde. Auf die Nachfrage des Geistlichen, welche Art der Unterstützung die NDA erwarte, antwortete der Anrufer nicht, sondern legte einfach auf. Auch wenn dieser Vorfall als „Einzelereignis“ noch keine besondere Erwähnung wert sein mag, so reiht es sich in eine Kette erneuter Drohungen von Hindus gegen Christen ein, die nun schon längere Zeit andauert. Es stellt somit keinen Einzelfall dar.

Nepal ist ein Himalaya-Staat zwischen Indien und China. Die Bevölkerung besteht zu ca. 80 % aus Hindus. Die Christen sind eine Minderheit, die nicht über 2 % der Bevölkerung hinausgeht. Unter ihnen ist der Katholizismus federführend. Bis zur Entmachtung der nepalesischen Monarchie im Jahre 2006 war der Hinduismus sogar offizielle Staatsreligion. In keinem anderen Land der Welt hatte er diesen Status sonst gewinnen können. Die Radikalen der NDA wollen offensichtlich die alten Verhältnisse konservieren und identifizieren die Minderheitenreligionen mit „ausländischen Einflüssen“. Ähnliche, für Christen bedrohliche Entwicklungen gibt es auch in Staaten wie Pakistan oder Indien.

Auch Sundar Thapa, ein Mitglied des Gremiums der „Federation of National Christians-Nepal“ (FNCN), erhielt ähnliche Anrufe von besagtem „Sangharsha“. Darin wurde er aufgefordert, diesen christlichen Interessenverband aufzulösen und das Land zu verlassen. Aufgrund der Einschätzung, dass die entsprechenden Drohungen ernstgemeint sind, haben sich nepalesische Gemeinden mittlerweile um ihren Selbstschutz gekümmert. Sie finanzieren Wachleute, die ihre Gebäude sichern, um die von Sangharsha angekündigen Bombenexplosionen zu verhindern.

Die nepalesische Polizei werde zwar informiert und zeige sich auch nicht grundsätzlich unwillig, in entsprechenden Fällen zu ermitteln, aber das Vertrauen der Gläubigen in die Fähigkeiten und Durchsetzungskraft der Strafermittlungsbehörden ist doch durch die Erfahrungen der Vergangenheit eingeschränkt. Angriffe auf Kirchengebäude aus den Jahren von 2007 – 2009 sind bis heute nicht aufgeklärt worden. Hier ergibt sich eine interessante Parallele zum nur geographisch weit entfernten Nigeria, wo christliche Gemeinden nach den massiven Attacken einer islamischen Terrorgruppe und der Unfähigkeit der Polizeibehörden, die Sicherheit der Gläubigen herzustellen, ebenfalls dazu übergehen, selbst für ihren Schutz zu sorgen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE SICHERHEIT DER CHRISTLICHEN MINDERHEIT NEPALS. ANGESICHTS EINER STARKEN ETHNISCHEN UND RELIGIÖSEN SPALTUNG DES LANDES UND DER ABWESENHEIT EINER GÜLTIGEN VERFASSUNG, DIE IHRE RELIGIONSFREIHEIT GARANTIEREN KÖNNTE, IST IHRE LAGE DERZEIT EXTREM FRAGIL.

(Quelle: „asia news“ vom 14. August 2012)

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