Usbekistan: Bibeln in Privatbesitz „illegal“ ?

Usbekistan, ebenso wie alle zentralasiatischen Republiken, die aus der Sowjetunion hervorgegangen sind, hat eine staatliche Kontrolle über alle religiösen Aktivitäten etabliert.

Usbekistan

Ursprünglich aus Angst vor einem sich radikalisierenden, hochpolitischen Islam in die Strafgesetze und Verwaltungsvorschriften dieser Staaten eingegangen, werden diese Kontrollmechanismen jetzt mehr und mehr willkürlich angewandt. Usbekistan steht bereits jetzt auf Platz sieben des „Weltverfolgungsindex“ der christlichen Hilfsorganisation „open doors“. Genehmigungen von Gemeindegründungen, Kirchenbauten, der Einfuhr von christlicher Literatur oder dem öffentlichen Bekenntnis seines Glaubens sind schon länger Gang und Gäbe dort. Willkürliche Einschränkungen selbst der verfassungsmäßigen Rechte religiöser Minderheiten beginnen aber langsam, sich dort zu häufen. In einer sich schleichend immer mehr islamisierenden Gesellschaft werden laut Beobachtern der Menschenrechtslage die Übergriffe bis hinein in die Privatsphäre von Nichtmuslimen immer dreister.

Joel Griffith von der „Slavic Gospel Association“, die sich mit der Entwicklung in den Ländern der früheren Sowjetunion befasst, bemerkt zu diesen Entwicklungen:

Die säkularen Regierungen in diesen Ländern (Zentralasiens, Anm. d. Übers.) waren früher sehr besorgt über das Aufkommen des radikalen Islam. Dann war die Überlegung aber, dass, wenn sie gegen den radikalen Islam vorgehen, sie aus Gründen scheinbarer „fairness“ gegen alle religiösen Gruppen vorgehen müssten.

Was aus diesen Überlegungen dann aber in der Praxis wurde, benennt Griffith auch ganz klar:

Mit der fortschreitenden Islamisierung dieser Länder gilt aber heute das Motto: Ganz gleich was die Verfassung sagt, die Behörden machen weitgehend, was sie wollen.

Wie unlängst bekannt wurde, gehen Polizeibehörden mittlerweile in Usbekistan gegen die Besitzer jeglicher, religiöser Literatur vor, mit gewissen Spielräumen für Muslime natürlich. Dabei wird auch recht willkürlich das Christentum mit den „Zeugen Jehovas“ verwechselt, was nur ein weiterer Beweis für die absolute Willkürlichkeit der Repressionsmaßnahmen ist. Aber vor allem Baptisten, die sich beharrlich weigern, sich den staatlichen Verwaltungs- und Registrierungsprozessen ihrer Gemeinden zu unterwerfen, werden immer wieder Opfer von staatlichem Druck.

Joel Griffith benennt eine bestimmte Entwicklung in Usbekistan, dem bevölkerungsreichsten Land der Region. Dort werden nun in privaten Wohnräumen christliche Bücher (Bibeln, Sekundär- und Studienliteratur) konfisziert und deren Besitzer wegen angeblicher Verstöße gegen diese oder jene Verwaltungsvorschrift angeklagt:

Bislang wurden Sommer-Camps gestürmt und gelegentliche Kirchenverbote ausgesprochen sowie öffentliche Glaubensbekundungen gestoppt. Aber das Eindringen in Privathäuser ist definitiv eine neue Entwicklung.
Ein Baptist wurde unlängst bestraft (für den Besitz einer Bibel, Anm. d. Übers.). Er bekam eine Geldstrafe, die das 40 – fache eines usbekischen Durchschnittslohns ausmachte.

Joel Griffith fordert nun von den Christen des „freien Westens“ eine Solidarität mit den Kirchen Zentralasiens.

Wir wissen, dass die Kirchen dort weiterhin das Evangelium verkünden werden, ganz gleich welche persönlichen Konsequenzen das haben wird.
Wir aber als Gläubige hier im Westen müssen vor allem für unsere Brüder und Schwestern dort beten und sie auf jedem möglichen Wege unterstützen.

Dies will ich gerne unterstreichen. Behalten wir die Kirchen Zentralasiens im Auge, ihre Kämpfe ums Überleben, ihre Probleme im Schulen von neuen Geistlichen und ihr Ringen um das ungehinderte Verkündigen.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE CHRISTEN USBEKISTANS. IHRE AUFRICHTIGKEIT, IHR UNABLÄSSIGES BEKENNEN UND VERKÜNDIGEN SIND BEISPIELHAFT UND JEDER HILFE UND UNTERSTÜTZUNG WERT.

(Quelle: „persecution blog“ vom 10. August 2012)

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