Indonesien: erneut Kirchengelände zwangsgeschlossen

Im west-javanischen Bogor wurde in den vergangenen Tagen erneut ein Kirchengelände von lokalen Behörden „versiegelt“ und damit seinem Besitzer, der „St. Johannes der Täufer“-Gemeinde im „Parung“-Subdistrikt, unzugänglich gemacht. 

Indonesien

Es ist eine Art „Seuche“ geworden: angesichts der Frechheit, mit der der Bürgermeister von Bogor, Dani Budiarto, der Yasmin-Kirchengemeinde seit Jahren den Zutritt zu ihrem Baugrund verweigert und damit trotz eines anderslautenden, höchstrichterlichen Urteils in der Praxis ungeschoren durchkommt, verwundert es nicht, dass nun auch weitere Fälle dreister Benachteiligung und offener, rechtswidriger Schikanen gegen Christengemeinden aus Indonesien bekannt werden. Unlängst wurde nun der katholischen „St. Johannes der Täufer“-Kirche ihr Grundstück vorenthalten.

Was war geschehen ? Die Gemeinde hatte im Jahre 2000 einen Bauantrag für das Gelände gestellt. Darauf sollte ein Kirchengebäude und dazugehörige, kirchlich zu nutzende Gebäude errichtet werden. Bis zum Jahre 2006 hatte die Gemeinde von den lokalen Baubehörden noch nicht einmal eine definitive Antwort über den Eingang ihres Antrages erhalten, geschweige denn eine Baugenehmigung. Nun, wir sind auch aus unserem Land eine schwerfällige und chronisch unterbesetzte Bürokratie gewohnt, insofern liegt hier noch nicht der wirkliche Skandal.

Die wohlgemuten Christen machten sich auch noch keine weiteren Gedanken, aber sie errichteten ein „Provisorium“ auf dem Gelände, ein großes Zelt, in dem sie von nun an ihre Gottesdienste feierten. So konnte die Gemeinde nach Jahren der Wanderschaft und der Beanspruchung von Gastfreundschaft in anderen Kirchen, so etwas wie ein Zuhause pflegen. Dies führte offensichtlich auch zu einem kleinen Gemeindewachstum. Zuletzt sollen um die 500 Gläubige dort registriert gewesen sein. Offensichtlich war dies aber den örtlichen Behörden ein Dorn im Auge. So sieht es jedenfalls der Gemeindeleiter Vater Gatot Wotoseputro, der sich über die Vorgänge überrascht zeigte.

Denn die örtlichen Behörden schlossen nun mit dem Hinweis auf „lokalen Widerstand“ gegen die Anwesenheit von Christen das Gelände. Vater Gatot Wotoseputro will von keinem Widerstand gegen seine Gemeinde wissen.

Ich weiss nicht, wo diese Leute sein sollen, die sich gegen unsere Anwesenheit hier aussprechen. Die Anwohner der Nachbarschaft hatten bislang niemals Einwände gegen uns.

Man muss dazu wissen, dass nach indonesischem Baurecht für nichtmuslimische, religiöse Gebäude die Zustimmung der örtlichen Behörden ebenso wichtig ist, wie die Zustimmung der Nachbarschaften. Dies soll de facto den Bau von Kirchen und anderen nichtmuslimischen, Religionsgebäuden erschweren, da interessierte, radikalislamische Kreise immer dafür zu sorgen versuchen, dass lokale Anwohner einem Kirchenbau widersprechen. Insofern sind mit den jeweiligen Bauanträgen auch immer die Unterschriften eines hohen Prozentsatzes „betroffener“ Anwohner mit einzubringen, die dem Bau zustimmen müssen. Und um genau diese Unterschriften wurde mittlerweile im Falle der „Yasmin-Kirchen“ ebenso gestritten, wie es jetzt auch scheinbar mit der „St. Johannes der Täufer“ – Gemeinde gehen soll. Die Yasmin-Gemeinde hatte alle notwendigen Unterschriften beisammen, was auch das oberste Bundesgericht Indonesiens bereits vor längerer Zeit bestätigte.

Wie die Lage für Vater Gatot Wotoseputro und seine Gemeinde diesbezüglich ist, dürfte zwischen ihm und den örtlichen Behörden also umstritten sein. Denn ein Herr Dace Supriado vom Ordnungsamt hat bereits eindeutig bekanntgegeben, dass die Gemeinde sich einen „anderen Ort für den Gottesdienst suchen“ solle. Würden sie weiterhin versuchen, das Zelt dafür zu nutzen, ohne dass eine besondere Genehmigung vorliege, dann würde das Zelt von den Behörden einfach niedergerissen werden. Auf die Anfrage, warum die Gemeinde auch nach zwölf Jahren noch keine Baugenehmigung für ihr Kirchengebäude erhalten habe, machte ein weiterer Beamter namens Daswara Sulanjana, der übrigens jede Form anti-christlicher Voruteile seitens der Behörden zurückwies, „technische Schwierigkeiten“, die er nicht verstehen könne, dafür verantwortlich. Machen Sie sich darauf Ihren eigenen Reim, liebe Leser.

Und lesen Sie auch in unserer „Indonesien-Rubrik“ was sich sonst noch so in diesem Land tut. Die Fälle der „Yasmin“-Gemeinde von Bogor und der „Filadelfia“-Gemeinde von Bekasi sind haarsträubend genug. Nun kommt auch noch dieser neueste Fall hinzu. Man darf mit Fug und Recht fragen, ob Indonesien auch im kommenden Jahr nur auf Platz 43 des „Weltverfolgungsindex“ der Hilfsorganisation „open doors“ stehen wird.

BITTE BETEN SIE FÜR DIE STÄRKE UND AUFRICHTIGKEIT DER INDONESISCHEN CHRISTEN ALLER KONFESSIONEN UND DENOMINATIONEN. GANZ OFFENSICHTLICH SCHLÄGT IHNEN SEIT EINIGEN JAHREN EIN HÄRTERER, GESELLSCHAFTLICHER WIND ENTGEGEN UND IHR ZEUGNIS SOLL EINGESCHRÄNKT UND FRUCHTLOS GEMACHT WERDEN.

(Quelle: „Jakarta Globe“ vom 08. August 2012)

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