Nicht vergessen: Beten hilft ! Gebetserhörungen finden statt !

Mir wird gerne (vor allem von rückgratlosen Pseudo-Hirten und weichgespülten, bibelfernen Christen) vorgeworfen, ich würde immer nur „schimpfen“ und eine Haltung von Konflikt und Abgrenzung fördern.

Liebe Leser dieses Blogs, Sie wissen es besser als viele der e-mail-Attentäter und Verbal-Terroristen, die sich gerne an mir, an diesem Blog und damit letztlich auch am Thema der Christenverfolgung, das ich letztlich nur in einer klaren, geistlichen Haltung darzustellen versuche, abarbeiten. Ich werde an dieser Stelle nicht wiederholen, was mir da so an direkten und (noch viel schlimmer) indirekten Vorwürfen um die Ohren fliegt. Natürlich immer aus Kirchenkreisen, denn weltliche Kritik kann ich aufgrund ihres fehlenden Gottes- oder Bibelbezuges ohnehin nicht ernst nehmen.

Aber all das soll heute nicht das Thema sein. Denn es gibt ja auch gute, positive Dinge, über die man schreiben kann. Ermutigende Erlebnisse, die uns „Fürbitter“ und Beter gegen die Christenverfolgung wieder aufrichten, wenn die vielen, vielen deprimierenden Nachrichten uns zu entmutigen drohen. Nein, es sind keine großen, „spektakulären“ Dinge wie die Befreiung eines ganzen Volkes von der Gottlosigkeit oder katastrophale Niederlagen des Teufels und seiner Marionetten in dieser Welt. Vielmehr sind es oft ganz kleine, persönliche „Erfolge“, die Gott wirkt und für die Christen in vielen Gemeinschaften und Ländern gebetet haben.

Hat dies Beten nun die Hand des Vaters dazu gebracht, einzugreifen, oder hätten sich manche Dinge ohnehin so abgespielt, auch ohne die Fürbitte von hingegebenen Gläubigen ? Darüber diskutieren Theologen schon länger. Ist der Wille des Vaters durch unser Flehen zu ändern, oder ändert die Fürbitte nur unsere Herzenshaltung ? Darüber möchte ich gar nicht spekulieren, denn als theologisch nicht gar so tiefgehend geschulter Mitchrist kann ich mir da gar kein fundiertes Urteil anmaßen. Darüber zu fabulieren wäre eine Anmaßung von Fachkenntnis, die leider in weiten Kreisen der christlichen Gemeinden, der christlichen „Blogosphäre“ und Publizistik weit verbreitet ist. Ich trage dazu an dieser Stelle nichts bei, außer dem Aufruf, sich selbst dazu eine Meinung zu bilden und immer daran zu denken, dass das Gebet zum Vater letztlich ähnlich wie das Wort Gottes nicht „leer zurückkehrt“.

Wie auch immer: es gab alleine im Jahre 2012 einige, kleine Nachrichten, die engagierte Christen mit Freude erfüllen konnten. Vor allem und gerade weil ansonsten so viele, traurige Nachrichten aus der Welt der verfolgten Kirchen hierzulande eintreffen. Ich wähle einige, knappe Beispiele, die wir hier im Blog aufgegriffen haben:

  • am 18. Februar 2012 wurde in Turkmenistan der Hauskirchen-Pastor ILMURAD NURLIEV aus dem Gefängnis entlassen. Und dies vorzeitig.
  • am 11. April 2012 wurde im Iran der Christ FARIBORZ AZARM  aus dem Gefängnis entlassen.
  • am 17. Mai 2012 wurde ein christliches Ehepaar in Pakistan nach einem jahrelangen Prozess vom Vorwurf der „Blasphemie“ freigesprochen.
  • am 10. Juni 2012 wurde im Iran der christliche Aktivist MEHDI „PETROS“ FORUTAN aus dem Gefängnis entlassen.

All diese und noch mehr Ereignisse haben wir hier in der Rubrik „Gebetserhörungen“ zusammengefasst und von Zeit zu Zeit beschleicht mich der Eindruck, dass diese Dinge zu wenig gewürdigt werden. Vergessen wir nie, dass ein Gebet keine sinnlose Zeitvergeudung ist. Nicht nur die Fürbitte für Anliegen unseres eigenen Lebens oder für unsere Bekannten und Freunde. Nein, auch die Fürbitte für Geschwister, die wir noch nie im Leben persönlich getroffen haben und der Dank, wenn wir davon hören, dass ihnen Gutes widerfuhr, gehören meines Erachtens nach in den Gebetsalltag aller Christen weltweit. Dies ist die Schlüsselmotivation hinter meiner Gebetsinitiative und meiner Aufklärungsarbeit.

BITTE SCHLIESSEN AUCH SIE DIE VERFOLGTEN UND ZU UNRECHT BEDRÄNGTEN CHRISTEN IN ALLER WELT IN IHRE GEBETE MIT EIN. UNTERSTÜTZEN AUCH SIE ALLE INITIATIVEN, DIE SICH MIT DER THEMATIK BEFASSEN UND SICH EINDEUTIG ZU GUNSTEN VON CHRISTEN IN BEDRÄNGNIS ENGAGIEREN. SORGEN SIE DOCH AUCH IN IHREM EIGENEN „GEMEINDE-UMFELD“ DAFÜR, DASS DIESE THEMEN NICHT IN VERGESSENHEIT GERATEN. DANN KÖNNEN KLEINE UND GROSSE WUNDER PASSIEREN.

(alle Artikel: BGVK aus diesem Jahr)

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6 Gedanken zu “Nicht vergessen: Beten hilft ! Gebetserhörungen finden statt !

  1. Wenn gläubige Christen, und da meine ich alle gläubige Christen, nicht mehr an die Macht des Gebetes glauben, dann können wir einpacken an dieser Stelle.

    Es ist nunmal so, dass ein leicht dahingesprochenes Gebet den Vater, aber auch Jesus oder den Hl. Geist oder gerichtet an alle zusammen, wie wir oder viele im Kreuzzeichen zum Ausdruck bringen nicht so reagieren, wie uns das zusagt. Ein lau vorgetragenes Gebet wird ausgespiehen von Gott. Nicht der Wille des Menschen geschehe, sondern der Wille Gottes, des Vaters. (Vater unser) Mit Gebet ist nicht ein dahingesprochenes Wort gemeint ohne Tiefe. Nein, Gott will bestürmt werden, ausdauerndes Gebet und intensives ehrliches und aus dem Herzen kommendes Gebet will er und kein „Naja-Gebet“, so ein Verlegenheitsgebet nach dem Motto: „Das bringt ja doch nichts!“.

    Die Kraft des Gebetes ist enorm.

    Die Kraft des negativen Gebetes in dem Bewusstsein, dass man Ungläubigen flucht, dass Ungläubige minderwertig sind ist auch enorm. Viele Muslime werden dazu missbraucht in dieser Denkweise sich an die transzendentalen Mächte zu wenden. Darum ist der Islam so bestands- und widerstandsfähig, weil dort viel gebetet wird, leider nur in ausgrenzender Weise. Auch das ist ein Beweis, dass Gebet wirksam ist, allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

    Und die Christenheit, was macht diese zumindest hier in Europa? Sie gibt auf, sie verfällt in Lethargie, sie hat im Grunde keine Anliegen mehr, außer persönliche und wenn die nicht sofort nach einem Gebet erfüllt werden, wird Gott links liegen gelassen und man reiht sich in die lange Reihe der nichtssagenden Agnostiker ein, die sich nicht entscheiden können. Ein Atheist ist mir persönlich lieber als solche Schwammmenschen. Die Christenheit hier ist mehr auf sich selbst fixiert als auf Gott, den vollkommen liebenden Gott. Lauheit überall.

    Ja, auch ein Gebet in Hass ist sehr wirksam, sonst wäre der Islam schon auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet. Weil wir unsere Widerstandskraft immer mehr aufgeben gegen einen unreinen Geist, die im Islam zumindest zum Teil angerufen wird.

    Wohlgemerkt: Das Gebet eines Muslim von ganzem Herzen in Liebe vorgetragen in dem Bewusstsein, die Menschen zu lieben und Gott zu lieben, ist genauso viel wert wie das eines ernstzunehmenden Christen. Beider Gebete erreichen ihr Ziel, nämlich unseren Gott der Liebe. Ein Gebet, welche im Bewusstsein der Ausgrenzung, des Hasses und der Rache gesprochen wird, erreicht nur die Aktivität unreiner Geister. Das ist meine persönliche Überzeugung.

    Gebetserhörungen finden statt. Eine habe ich selbst erlebt. Mein Cousin hatte Anfang Oktober vor ca. 20 Jahren einen schweren Verkehrsunfall erlitten schuldlos. Er erlitt Gehirnquetschungen und -blutungen, die ihn über einen Monat ins Koma fallen ließen. In dieser Zeit betete ich intensiv für ihn, jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit im Bus und besuchte ihn auch fast täglich. Ja, ich betete, dass Gott ihn entweder erlösen oder ihm ein menschenwürdiges Dasein schenken möge, jedoch nicht ein Dahinvegetieren, wie wir es vielfach kennen. Direkt auf Heilig Abend, als seine Mutter ihn besuchte, wachte er auf und sprach seine Mutter an. Für mich ein Einwirken Gottes. Ja, es blieben Schädigungen übrig. Er ist seitdem halbseitig gelähmt, aber so, dass er noch ein erfülltes Leben leben kann. Er ist geistig voll auf der Höhe, musste jedoch seine Arbeit aufgeben. Er versorgt sich selbst bis heute, er hat geheiratet und führt bis auf sein Handicap ein gutes Leben. Besonders bewundere ich an ihm seine Gläubigkeit; die hat er trotz seines Schicksalschlages nie aufgegeben.

    Wir können in den Vertrauen beten, dass jedes ernstzunehmende Gebet einer Seele hier auf ERden oder im Jenseits zugute kommen wird. Gott wirkt nicht so ,wie wir uns das vorstellen. Er lässt uns ungerade Wege gehen, deren ‚Sinn wie vielfach erst in späterer Zeit als Reflexion erkennen.

    Mir wurde gerade gestern noch folgende Episode berichtet: Mein Freund, ein Atheist, hatte einen „gelernten Theologen“, wie er sich ausdrückte gebeten, für ihn zu beten, da er das ja selbst nicht könne, der er Atheist sei, worauf dieser Mann ihm entgegnete, dass das ja sowieso nichts nütze, da er ja nicht glaube.

    Ja, m. E. eine fatale Verweigerung von Gebet. Nichts ist so aussichtslos, als dass wir nicht für andere, auch für Atheisten oder Agnostiker oder auch für Muslime beten könnten. Wo bleibt unser Vertrauen in Gott, in den hl. Geist? Ja, die hl. Monika hatte einen Großteil ihres Lebens für ihren „missratenen“ Sohn Augustinus beten müssen, der sich letztlich hat zu einem großen Kirchenlehrer entwickelt hat. Ja, die Macht des Gebetes kann aber nur wirken, wenn unser fester Wille und unser festes Anliegen dahintersteht und dieses Anliegen auch Schnittmengen mit dem Anliegen Gottes hat.

    Was mir auffällt in meiner Kirche: Vor dem II. Vatikanum hat jeder Priester vor der Feier der hl. Messe intensiv gebetet, ja selbst die Messdiener in der Sakristei, denen man es frei gestellt hatte. Als Messdienser gehörte es noch zum Messdienergebet, bevor wir den Altarraum betraten, den Introitus zu beten. Diese m. E. wichigen Gebete sind schlicht weggefallen.
    Das ist sehr schade.

    Auch wenn ich kirchliche Feiern besuche, wird diese Feier nicht mit einem gemeinsamen Gebet (oder nur selten) eingeleitet wie das früher durchaus üblich war. Das Gebet spielt in unserer Kirche eine zunehmend untergeordnete Rolle. Das ist m. E. der größte Fehler, den unsere Kirche nach dem 2. Vatikanum gemacht hat. Gebete sind das A & O eines Christen. Diese zu vermindern, ist Gott nicht wohlgefällig.

    Wann wird in den christlichen Familien noch gebetet?

    Letztlich ist zu konstatieren: Seitdem das Gebet in und außerhalb der Kirchen verflacht ist, seitdem sind die Kirchen in der Gefahr, Opfer der geistigen Beliebigkeit zu werden und dem Zeitgeist hinterher zu laufen.
    Wir erinnern uns an das 12 Uhr-Mittag-Läuten? Der kath. Bauer hielt inne und betete den „Engel des Herrn“. All das ist weggefallen. Mit dem Wegfall des Gebetes außerhalb des Kirchengebäudes ist auch der Glaube weggebrochen. Unser Leben wird nicht mehr durch eine Gottesbeziehung bestimmt, sondern von irdischen Dingen, die uns abhalten vom Gebet. Und darum habe Religionen kulturfremder Völker eine große Anziehungskraft. Das Christentum hat das Gebet hier freiwillig preisgegeben.
    Lauheit hat sich breitgemacht. Den Lauen spuckt Gott jedoch aus, heißt es an einer Stelle in der Bibel:

    Off. 3:14ff Und dem Engel der Versammlung in Laodicẹa schreibe: Diese Dinge sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: 15 ‚Ich kenne deine Taten, daß du weder kalt noch heiß bist. Ich wünschte, du wärst kalt oder heiß. 16 Weil du nun lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien.

    Eine tolle Bibelstelle, der sich die Kirchen wieder einmal nähern sollten insbesondere auf unser Thema hin, den verfolgten Christen, die noch immer und zunehmend mehr in die Bedrouille geraten ob ihres Glaubens.

    Im Übrigen erkennt die Kirche nicht einmal das Potential der verfolgen Christen. Ja, gerade diese sind Vorbilder für die Christenheit. Wenn die Kirche diese Menschen vernachlässigt, vernachlässigt sie Christus selbst, der auch verfolgt und getötet wurde. Jeder Christ, der Verfolgung der direkten Art erträgt, ist andererseits ein Ansporn ein Vorbild für unser Christsein, welches uns bei echter Erkenntnis aus dieser lethargischen Lauheit befreien könnte. Dieser verfolgte Christ wird viel beten und seine Beziehung zu Jesus intensiv aufrecht erhalten müssen, damit er dieses Leben überhaupt durchhalten kann. Jeder Christ müsste sich fragen, wie er reagieren würde, wenn ihm die Pistole an die Schläfe gehalten werden würde, ob er sich von Jesus lossagen oder er getötet oder gar gefoltert werden würde. Würden wir das aushalten? Ich bin da ehrlich und könnte kein eindeutiges Ja zu Jesus sagen, zumindest kann ich es mir nicht vorstellen. Diese Christen kommen gar nicht erst in die Verlegenheit, kalt oder lau zu sein. Sie haben sich für „heiß“ für Jesus entschieden und sind damit im wahrsten Sinne des Wortes heilige Vorbilder.

    Die Kirche hier lässt solche Vorbilder leider sang- und klanglos ohne Not an ihr und somit auch an ihren Gläubigen vorbeirauschen, nur um nicht die Wahrheit sagen zu müssen, dass der Ungeist von Ideologie, aber auch Religion zu solchen Situationen führen können.

    Beten wir dafür, dass diese Christen die Kraft behalten, diese unwürdigen Lebensverhältnisse für Jesus durchleiden zu können und bitten wir für uns um die Erkenntnis, dass wir diese Menschen durch unser Gebet intensiv unterstützen. Indem wir nämlich für diese Menschen intensiv beten, stärken wir auch automatisch unseren eigenen Glauben und werden uns unseres Glaubens viel intensiver bewusst. Dieses verstärkte Glaubensbewusstsein, welches das Bekenntnis zu Jesus stärken wird, wird dann auch in den Alltag mit hineingenommen und wir können dem Christentum alle miteinander einen ganz anderen Stellenwert geben. DAS alles verkennt die Kirche hier und schwelgt weiter in Lauheit und Lethargie und will dem Zeitgeist der Politik imponieren und merkt nicht einmal, dass sie dabei mehr verliert als gewinnt. Denn sie macht sich damit überflüssig und vertritt dann Jesus schon längst immer weniger.

    Eine Kirche ohne Ecken und Kanten ohne ein aufrichtiges Bekenntnis zu Jesus als Bestandteil des Dreifaltigen Gottes ist auf dem besten Wege sich überflüssig zu machen.

    • Mit Gebet ist nicht ein dahingesprochenes Wort gemeint ohne Tiefe. Nein, Gott will bestürmt werden, ausdauerndes Gebet und intensives ehrliches und aus dem Herzen kommendes Gebet will er und kein “Naja-Gebet”, so ein Verlegenheitsgebet nach dem Motto: “Das bringt ja doch nichts!”.

      Ja, wer mit Zweifeln den Herrn bestürmt, kann es gleich sein lassen. Nicht, dass ich jetzt der Meinung wäre, Gott sei unsere private „Wunscherfüllungsmaschine“. Wenn er das wäre, wäre kein Christ mehr um unseres Glaubens willen im Gefängnis, weil ich selbst ihn so oft um die Befreiung der Gläubigen gebeten habe. Aber, ganz wie Sie es auch formuliert haben: „Dein Wille geschehe !“ Alle Dinge müssen denen zum Guten dienen, die Gott lieben. Das fällt manchmal schwer und sorgt auch oft für Frustration und Resignation, aber wer auf Gott vertraut, wird immer wieder für seine Stadt, sein Land, für die Kirchen, auch die in Verfolgung beten und hoffen, dass Gott große und kleine Wunder bewirkt, wo Menschenkraft versagt.

      Die Kraft des Gebetes ist enorm.

      Die Kraft des negativen Gebetes in dem Bewusstsein, dass man Ungläubigen flucht, dass Ungläubige minderwertig sind ist auch enorm. Viele Muslime werden dazu missbraucht in dieser Denkweise sich an die transzendentalen Mächte zu wenden. Darum ist der Islam so bestands- und widerstandsfähig, weil dort viel gebetet wird, leider nur in ausgrenzender Weise. Auch das ist ein Beweis, dass Gebet wirksam ist, allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

      Da ist was dran. Manchmal wünschte ich mir, es gäbe mehr Christen, die für die Befreiung der Muslime aus dem Irrglauben und dem Gefängnis des Antichristen, in dem sie sich befinden, beten würden. Es gibt ein paar Initiativen wie „pray for saudi“, die ich mal vor einiger Zeit hier im Blog vorgestellt habe, aber hierzulande oder gar in meiner Stadt gibts da gar nichts in dieser Richtung. Kein Wunder, wer schon nicht für die Christen beten will, die in Not sind, der betet schon gar nicht für das Seelenheil der Nichtchristen und deren Bekehrung. Traurig, aber wahr. Stattdessen, wie ich gerade gestern auf einem „Konferenzgottesdienst“ erlebt habe, wird „für den Stadtteil, eine neue Straße, die Eröffnung eines Jugendzentrums, das Ende eines Nachbarschaftsstreits o. ä.“ gebetet. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, „kleinteilig“ zu beten für Dinge, die man direkt vor Augen hat, die die Familie betreffen, die Stadt, die Gemeinde oder gute Freunde. Aber das ganze muss m. E. nach auch durch Anliegen ergänzt werden, die den Fokus etwas weiter aufziehen. Beides ist richtig, aber nur in ausgewogener Mischung, statt immer nur dafür zu beten „was ich sehen oder anfassen kann“. So sehr ich den Apostel Thomas verehre, so sehr bin ich mir seines Mangels an spirituellem Abstraktionsvermögen bewusst.
      Nebenbei bemerkt sind mir auch „beinharte“ Atheisten sympathischer als die „lauen“ Pseudochristen und Agnostiker. Solche Leutchen, wie ich sie gestern wieder auf dem Allianzgottesdienst erlebt habe, die während des Lobpreises ihre smartphones herausholen und damit herumspielen oder die mit Leichenbittermienen einer höchst inspirierenden Predigt zuhören anstatt auch nur rudimentär zu erkennen zu geben, dass sie den Worten des Pastors folgen. Halb-und-Halb geht gar nicht, ist aber in meiner Stadt gang und gäbe. Gerade die „Halb-und-Halb“-Leute bestimmen bei uns den Ton, was bei mir immer einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Na, hoffentlich finde ich noch eine Gemeinde von „Außenseitern“, die sich dieser Beliebigkeit widersetzen. Sonst muss ich tatsächlich als Eremit in die sprichwörtliche „Höhle“.

      Nichts ist so aussichtslos, als dass wir nicht für andere, auch für Atheisten oder Agnostiker oder auch für Muslime beten könnten. Wo bleibt unser Vertrauen in Gott, in den hl. Geist? Ja, die hl. Monika hatte einen Großteil ihres Lebens für ihren “missratenen” Sohn Augustinus beten müssen, der sich letztlich hat zu einem großen Kirchenlehrer entwickelt hat. Ja, die Macht des Gebetes kann aber nur wirken, wenn unser fester Wille und unser festes Anliegen dahintersteht und dieses Anliegen auch Schnittmengen mit dem Anliegen Gottes hat.

      Ja, mit dem festen Willen und dem unveränderlichen Anliegen haben wir so unsere Probleme. Liegt wohl daran, dass wir keine Geduld mehr haben, auf Gottes Reden und Handeln zu warten. Alles muss „sofort“ stattfinden. „Herr, gib mir Geduld. ABER SOFORT !“

      Was mir auffällt in meiner Kirche: Vor dem II. Vatikanum hat jeder Priester vor der Feier der hl. Messe intensiv gebetet, ja selbst die Messdiener in der Sakristei, denen man es frei gestellt hatte. Als Messdienser gehörte es noch zum Messdienergebet, bevor wir den Altarraum betraten, den Introitus zu beten. Diese m. E. wichigen Gebete sind schlicht weggefallen.
      Das ist sehr schade.

      Das unterstütze ich ausdrücklich ! Selbst „Ritualgebete“ geben oftmals einen schönen, stabilen Rahmen für das Gebetsleben als solches. Es zwingt uns in eine Disziplin, die letztlich nicht schaden kann. Ich war lange in einer Gemeinde, in der der Pastor es sich zur Aufgabe machte, zunächst mal die Besucher zu begrüßen, aber ungefähr eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst zog er sich zur Zwiesprache mit Gott in einen Vorbereitungsraum zurück. Das merkte man dann auch seiner Predigt an, die immer sehr biblisch und inspiriert war. Langer Vorrede, kurzer Sinn: einen Gemeindeleiter, der den Segen des Schöpfers vor dem eigentlichen Gottesdienst auf die Versammlung herabbittet und sich mit dem Willen des Vaters eins macht, damit er keinen unbiblischen „Blödsinn“ von der Kanzel verkündet, finde ich gut.

      Wann wird in den christlichen Familien noch gebetet?

      Vor dem Essen ? Übrigens ist mir die Stelle im Wort wo es um das „Ausspeien“ der Lauen geht, auch immer wieder Stein des Anstoßes und des Nachdenkens. Über die Momente, wo ich selber lau war und über die Lauheit der Kirchen im Allgemeinen sowieso. Wenn ich mir anschaue, wie z. Bsp. die Christen in China beten, kilometerweit zur nächsten Untergründkirche zu Fuß latschen, Singen und Lobpreisen und am liebsten gar nicht mehr aus der Gemeinschaft herausgehen würden, so dass die Gottesdienste dort manchmal den ganzen Tag lang dauern, dann wird mir auch bewusst, dass uns hier in Europa irgendetwas fehlt. Wenn ein inhaftierter Christ am liebsten die vorzeitige Begnadigung ablehnen würde und stattdessen ganz in die Nähe des Gefängnisses zieht, weil er seine Mission als noch nicht abgeschlossen ansieht, dann beeindruckt mich das.

      Diese Christen kommen gar nicht erst in die Verlegenheit, kalt oder lau zu sein. Sie haben sich für “heiß” für Jesus entschieden und sind damit im wahrsten Sinne des Wortes heilige Vorbilder.

      Die Kirche hier lässt solche Vorbilder leider sang- und klanglos ohne Not an ihr und somit auch an ihren Gläubigen vorbeirauschen, nur um nicht die Wahrheit sagen zu müssen, dass der Ungeist von Ideologie, aber auch Religion zu solchen Situationen führen können.

      Beten wir dafür, dass diese Christen die Kraft behalten, diese unwürdigen Lebensverhältnisse für Jesus durchleiden zu können und bitten wir für uns um die Erkenntnis, dass wir diese Menschen durch unser Gebet intensiv unterstützen. Indem wir nämlich für diese Menschen intensiv beten, stärken wir auch automatisch unseren eigenen Glauben und werden uns unseres Glaubens viel intensiver bewusst. Dieses verstärkte Glaubensbewusstsein, welches das Bekenntnis zu Jesus stärken wird, wird dann auch in den Alltag mit hineingenommen und wir können dem Christentum alle miteinander einen ganz anderen Stellenwert geben. DAS alles verkennt die Kirche hier und schwelgt weiter in Lauheit und Lethargie und will dem Zeitgeist der Politik imponieren und merkt nicht einmal, dass sie dabei mehr verliert als gewinnt. Denn sie macht sich damit überflüssig und vertritt dann Jesus schon längst immer weniger.

      Eine Kirche ohne Ecken und Kanten ohne ein aufrichtiges Bekenntnis zu Jesus als Bestandteil des Dreifaltigen Gottes ist auf dem besten Wege sich überflüssig zu machen.

      Da steckt alles drin, was heute wie ein Bleigewicht am Fuße der Kirchen und der Gläubigen hängt. Chancen zu echter Rückkehr zu Christus, zu echter Nachfolge werden leichtfertig weggeworfen, wie Sie so richtig am Beispiel der verfolgten Christen deutlich machen. Dann wird eben auch immer weniger wirklich ernstlich gebetet und stattdessen einer Verweltlichung (=Lauheit) der Gemeinden der Weg bereitet. Damit macht sich die Kirche überflüssig, weil sie nur noch eine beliebige „NGO“ mit einem Kreuz auf dem Dach ist. Eine Art „Karitas-Maschine“, die sich durch nichts mehr von weltlichen Organisationen abhebt. Ohne Inhalt kann man die Verpackung dann „aufmöbeln“ wie man möchte, aber immer weniger Leute werden dieses „Produkt“ noch „kaufen“ wollen.
      Ich denke öfter darüber nach, inwiefern ich mich in dieser Hinsicht auch selbst schuldig gemacht habe oder noch immer mache. Und natürlich auch darüber, wie man diesen Dingen entgegenwirken kann. Offen gesagt fürchte ich, dass es für die deutschen Großkirchen (und vielleicht auch die in anderen, „westlichen“ Ländern) möglicherweise bereits vorbei ist. Der Bedeutungsverfall scheint gar nicht mehr aufzuhalten und ich bin mir nicht sicher, ob Gott das überhaupt noch will. Denn „Sein Wille“ ist es nämlich auch, die „Lauen auszuspeien“, wie Sie richtig zusammengefasst haben. Vielleicht haben wir den Mund des Herrn als Kirchen hierzulande längst verlassen und liegen nur noch im Dreck wie ein altes Kaugummi, ohne es bemerkt zu haben.
      Dann hilft wirklich nur noch beten um Gnade. Und ein starkes, persönliches Verhältnis jedes einzelnen Christen zum Herrn, das notfalls auch ohne eine Kirche auskommen könnte.

      • Werter Stefanus1. Es gibt kene „atonalen Gesangs-Verbrecher“. Wenn Sie sich umschauen, was alles an Kunst durchgeht, sind Sie in bester Gesellschaft. Hauptsache, das Herz singt mit. Wie das klingt, ist völlig nebensächlich. Allein der Wille zählt. Hier kann sich niemand zum „Verbrecher“ machen, höchstens diejenigen, die über diese Sänger wie Sie sich wähnen, die Nase hochmütig rümpfen. Der Gesang für Jesus ist – egal wie er klingt – immer doppeltes Gebet. Also Auftrag: Weiter singen!!!

      • Danke ! 🙂 War ein bischen selbstironisch, weil ich meinen Lobpreis sehr wohl einschätzen kann und nur ein wahrer Mensch und Gott wie unser Herr Christus daran etwas Gutes finden kann ! 🙂 Als ich noch die Gelegenheit hatte, habe ich sogar meine Nachbarn morgens mit Liedern von „Sing Mit“ auf Bibel TV gequält. Da ich derzeit aber nicht mehr zur selben Zeit wie früher außer Haus muss, sind die gequälten Nachbar-Ohren erstmal wieder „vom Haken“, weil ich nicht mehr auf die Sendung warten kann.
        Klar kenne ich liebe Menschen in der Gemeinde, die selbst die schönsten Lieder noch mehr verzerren, als ich selbst, also bin ich vielleicht gar noch im „unteren Mittelfeld“.

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