aus gegebenem Anlass: ein Wort zur „Überkonfessionalität“ dieses Blogs

Liebe Mitchristen, Mitbeter, Sympathisanten, Freunde und Zweitverwerter der Beiträge dieses Blogs: aus gegebenen Anlässen möchte ich noch einmal (hoffentlich zum allerletzten Male) darüber sprechen, was genau die Informationsarbeit dieses Blogs ausmacht und auf welche Formen des innerchristlichen Respekts ich im Rahmen der Arbeit des BGVK bestehen muss.

Dieses Logo benutze ich seit diesem Jahr.Zunächst mal ein paar, scheinbar zusammenhanglose „Splitter“ aus der Arbeit des BGVK.

  1. monatelang bekam ich Mails und Kommentare, die darauf hindeuteten, dass die Leser und Kontaktpartner mich selbst für einen Christen aus der katholischen Kirche hielten. Das fand ich niemals schlecht oder beleidigend, nur weil ich nunmal in Wahrheit Protestant bin und letztlich auch keinen wirklichen Hehl daraus mache. Wenn aber angesichts der Dringlichkeit des Themas meine persönliche Konfession in den Hintergrund tritt, finde ich das vollkommen in Ordnung. Die Konfession hat keinen Belang für meine Arbeit, nur das Bekenntnis zur Nachfolge Christi als solcher.
  2. Von Zeit zu Zeit deuten evangelische Kontaktpartner und Freunde des BGVK an, ich hätte eine vielleicht zu große Nähe zur katholischen Kirche oder würde sie nicht genügend distanziert oder differenziert hier im Blog darstellen. Dazu gleich die Konklusio ohne lange Erklärung: LEST DAS THEMA DIESES BLOGS ! Hier geht es nicht darum, jahrhundertealte, theologische Diskussionen fortzuführen, oder mich in theologischen Feinheiten festzuschwafeln. Dafür gibt es sicher andere Foren, wo jeder, der den (in meinen Augen etwas zweifelhaften) Drang verspürt, mit dem Finger auf eine andere Kirche oder Denomination zu zeigen und mit entsprechenden Bibelzitaten aufmunitioniert aufeinander loszuballern, sich austoben kann. HIER IST JEDOCH KEIN SOLCHES FORUM !
  3. Ja, ich sehe das soeben angedeutete Verhalten als Problem für die Botschaft von den verfolgten Christen an. Wenn deshalb z. Bsp. bei einem Umzug der koptisch-orthodoxen Kirche anlässlich der Massaker vom Masbiro in der deutschen Hauptstadt nur eine handvoll deutscher, nichtkoptischer Christen erscheinen und sich solidarisch zeigen, bin ich tieferschüttert und abgrundtief traurig. Wenn sich bei einer Mahnwache für den evangelisch-freikirchlichen Pastor Youcef Nadarkhani aus dem Iran fast nur Christen iranischer Herkunft einfinden, dann gehe ich danach geradezu tief getroffen nach Hause und beginne, an der „neuen Kreatur in Christus“ zu zweifeln. Man möchte manchmal dem Psychoanalytiker Erich Fromm zustimmten, der grundsätzlich daran zweifelte, dass das Christentum in Europa wirklich tief verankert sei.

Nein, zum einhundertundersten Male sei es geschrieben: ich rede keiner süsslich-klebrigen Ökumene das Wort. Schon gar keinem widerlichen Synkretismus, der alle monotheistischen Religionen in einen einzigen Sumpf des „Wohlverhaltens“ verwandeln will. Es hat seine Gründe, warum Protestanten den Papst als Autorität nicht anerkennen, warum Orthodoxe über beide den Kopf schütteln und Katholiken immer ein wenig auf alle anderen herabzuschauen scheinen. Das will ich niemandem nehmen, weil es nicht Thema dieses Webauftritts sein KANN und sein soll. Die naiv-dümmlichen Ökumene-Gespräche und Bemühungen ignorieren leider nur allzuoft die Unterschiede, ohne wirklich die Gemeinsamkeiten zu betonen.

Genau das Gegenteil ist aber notwendig, wenn Christen mal „gemeinsam“ und „einheitlich“ auftreten wollen und sollen. Da müssen, tut mir leid liebe Dauer-Kritikaster, die Unterschiede höchstens mal kurz erwähnt, aber dann souverän ausgeklammert und auf eine andere Gelegenheit verschoben werden, damit man überhaupt eine Gesprächs- und Kooperationsebene auf der Grundlage der innerchristlichen Gemeinsamkeiten erreichen kann. Und von diesen Gemeinsamkeiten gibt es mehr als genug. Fangen wir doch damit an, die Verfolgung von Christen nicht nur unserer eigenen Konfession bzw. Kirche wahrzunehmen, sondern das Phänomen als weitaus größer wahrzunehmen. Beginnen wir damit, uns dafür zu interessieren, was Orthodoxen, Katholiken, Freikirchlern und sonstigen Protestanten so zustößt. Denn die Feinde des Evangeliums differenzieren ja auch nicht. Sie knallen alles ab oder sprengen es in die Luft, wo ein Kreuz drauf ist.

Wenn uns nun beispielsweise das Leid einer orthodoxen Kirche wie der koptischen Kirche von Ägypten nicht mehr interessiert, dann läuft m. E. nach etwas gehörig falsch ! Oder, wie ich es gerne etwas bildhafter formuliere: wenn der Leib Christi nicht zuckt und schreit, wenn er an einer Stelle geschlagen wird und seine Glieder abgehackt werden, dann ist etwas mit dem Nervensystem nicht mehr in Ordnung. Wir sind „taub“ geworden, die Informationen, auch die emotionale Verbundenheit kommt nicht mehr überall an. Warum das so ist, darüber kann sich jedermann seine eigenen Gedanken machen. Ich habe sicher mehr als einen Artikel dazu hier im Blog geschrieben und einige meiner fleissigeren Leser haben sich dazu ebenfalls in den Kommentaren dezidiert geäußert. Nur ein Beispiel von vielen für eine mediale Meinung:

https://gebetskreis.wordpress.com/2012/07/05/deutschland-selbstverliebte-kirchen-vergessen-verfolgte-christen/

Mehr finden Sie in der Rubrik „Gesprächsthemen„.

Zurück zum „Tenor“, den ich im BGVK und speziell hier im Blog gewahrt sehen will: es geht um

  1. Respekt vor allen Konfessionen und Denominationen,
  2. Respekt vor einzelnen Christen (oder auch Nichtchristen), die sich hier im Kommentar äußern oder zu Artikeln beitragen.
  3. Respekt vor dem Ziel, Christen aller Traditionen miteinander ins Gespräch zu bringen.
  4. Respekt vor der Absicht, die gemeinsamen Bedrohungen aller Kirchen in den Mittelpunkt zu stellen, statt sich ständig „wohlwollend zu ermahnen“, was man auch an anderer Stelle und in anderem Rahmen machen kann.

Wer sich dazu außerstande sieht, diese Formen des Respektes zu zeigen oder zu entwickeln, sollte sich genau prüfen, warum das so ist. Ja, ich weiss, jetzt werden mir viele Leser, die den Blog schon länger verfolgen, vielleicht vorwerfen, dass ich von Zeit zu Zeit selbst einzelne Kirchenvertreter oder Kirchen arg harsch kritisiere und verbal geissele. Da kommt dann das „Lutherische“ in mir durch, sorry. Hier fasse ich mir, sollte ich es tatsächlich übertrieben haben, auch gerne mal selbst an die „eigene Nase“ und verspreche bald Besserung. Im Sinne des Prinzips „hasse die Sünde und nicht den Sünder“ nehme ich mir aber auch zukünftig das Recht heraus, bestimmte Verhaltens- und Denkweisen anzuprangern. Wenn ich dann die Grenze zur „Beleidigung“ überschreiten sollte und persönliche Angriffe starten sollte, dann muss ich auch mal selbst ausgebremst werden. Denn das geht hier im Blog gar nicht: persönliche Beleidigungen. Verhaltensweisen geisseln ja, Personen abwerten nein. Bitte denken auch Sie daran !

Das haben glücklicherweise auch alle Leser, die mit mir im Kontakt stehen, inzwischen beherzigt. Die wenigen „Verbalrandalierer“ der ersten Monate haben längst andere Foren gefunden, um sich niveaulos zu verhalten. Ihren „Kommentaren“ habe ich ohnehin meist den „Löschen“-Knopf gezeigt. Und das finde ich sehr gut so.

In diesem Sinne, bleiben Sie mir gewogen,

Gott segne Sie

ihr

Martin Clemens Kurz

P.S.: Wer noch andere (christliche ?) Leser kennt, die mir helfen, die Klickraten-Einbrüche des „Sommerlochs“ zu überbrücken, fühle sich bitte frei, ihnen diesen Blog zu empfehlen.

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8 Gedanken zu “aus gegebenem Anlass: ein Wort zur „Überkonfessionalität“ dieses Blogs

  1. Sich mit dem Christsein in jedweder Form auseinanderzusetzen ist ein Zeichen von gesunder Aktivität! Mensch sein heißt für den Einzelnen auch „Ich lebe nicht alleine auf einer Insel“ Ich nehme andere Menschen und mich wahr, also bin ich. Christlich zu leben heißt für mich, auch Kritik zu üben und zu ertragen. Jasager haben es da viel einfacher, sie verlassen den vermeintlich sicheren Weg erst gar nicht und merken oft erst hinterher WOZU sie JA gesagt haben.

    Aus meiner Sicht finden sich viele Menschen in der Kirche gar nicht mehr wieder! Gott erleben ist tiefe Dankbarkeit, Hoffnung, Liebe zu den Geschöpfen und in seinem Auftrag christlich zu handeln; auch wenn es ganz und gar uncool und unmodern zu sein scheint. Ganz verschämt und sich nicht offen bekennend, weil es schon lange nicht mehr die Mehrheit der Menschen betrifft!

    Ist es nicht viel besser, sich offen mit der Kirche auseinanderzusetzen, anstatt zu resignieren?
    „Die haben nicht die gleichen Vorstellungen von Gott wie ich, die sind viel zu weit entfernt von der Basis, da gibt es Skandale jeglicher Art und ich kann das durch meine Kirchensteuer noch subventionieren“, und eine Menge mehr würde jedem hierzu einfallen.

    Ich finde es gerade sehr anregend, mich wieder mit Religion auseinanderzusetzen auch durch diesen Blogg! Es ist ja nicht Gott, den ich in Frage stelle, es ist sein Bodenpersonal, genauso Menschen wie ich, mit allen möglichen Fehlern behaftet genau so oder doch anders wie ich.

    Ginge es alleine nach meinem Willen, so würden viele alte Zöpfe abgeschnitten! Würde das aber die in ihrer Gemeinde alt gewordenen Christen nicht befremden und verunsichern? Nun, es wäre praktisch gesehen wie mit den Bankautomaten, keiner konnte sich vorstellen das es einmal ganz normal sein würde, diese Automaten zu bedienen und zu verstehen. Es ist längst Normalität und Alltag geworden. Alte Zöpfe abschneiden heißt nicht, dass alles verkehrt war und nun muss alles neu überdacht werden.

    Es ist eine Chance, auch als Christ in einer gänzlich veränderten Welt nach seinen inneren Werten und Anschauungen nach Gottes Gesetzen zu leben ohne Diktatur und auch Verantwortung für andere Christen zu übernehmen, Ihnen beizustehen in der Not.

    Was sich anhört wie ein „Patchwork-Glaube“ ist gelebtes Christentum, und dies setzt voraus, das wir, jeder einzelne, kritisch sein sollen und Infragestellen dürfen was seine „Vertreter“ uns lehren.

    Wir stellen Gott nicht infrage sondern seine Kirche. Die muß auf den Prüfstand und sich Kritik anhören. Warum fühlen sich so viele Menschen nicht mehr angesprochen von den großen Religionen? Liegt es an der teils diktatorischen Ausrichtung von Männern, die in der Katholischen Kirche über Frauen hinweg bestimmen und sich nicht einmal in diese hineinversetzen können? Man hat den Frauen klare Regeln bzw. Rollen zugedacht. Das war im alten Testament so und hat sich nicht wesentlich geändert. Haben wir so viel mehr Rechte in unserer Kirche als Muslimische Frauen? Wenn ja, seit wann und wo müßte sich noch etwas bewegen? Sieht es so aus, als ob das sich jemals ändern würde?

    Das sieht bei anderen Konfessionen wieder anders aus. Aber alle meinen den gleichen Gott-jedenfalls bei den meisten Religionen sieht es für mich so aus- . Gott kann Liebe, Güte, Hoffnung und Licht für uns sein niemals Zorn, Macht, Krieg und Verzweiflung.

    Wenn unsere Mitchristen in der Welt drangsaliert werden oder sogar für ihre Überzeugung sterben müssen, dann dürfen wir als Gemeinschaft nicht wegschauen und in Kategorien denken. Es gibt keine Unterschiede unter christlich ausgerichteten Menschen in der ganzen Welt. Vielleicht die Hautfarbe und die Sprache, aber wir meinen alle den gleichen Schöpfer.

    Diesen Blogg empfinde ich als Bereicherung und als Plattform für Gespräche über Gott, welcher Konfession der einzelne angehört ist mir dabei nicht so wichtig, Mir ist wichtig, das es Menschen gibt, die sich wie ich noch Gedanken zum Glauben machen und sich hier in einer respektvollen und friedlichen Atmosphäre mitteilen können. Es ergeht vielen ganz ähnlich, und eine lebendige Plattform für den Glauben und die persönliche Überzeugung ist spannend und sinnvoll.

    • Wenn unsere Mitchristen in der Welt drangsaliert werden oder sogar für ihre Überzeugung sterben müssen, dann dürfen wir als Gemeinschaft nicht wegschauen und in Kategorien denken. Es gibt keine Unterschiede unter christlich ausgerichteten Menschen in der ganzen Welt. Vielleicht die Hautfarbe und die Sprache, aber wir meinen alle den gleichen Schöpfer.

      Ja, das sehe ich auch so.
      Ich hoffe, mein Artikel hat nicht den falschen Eindruck hervorgerufen, ich würde meine Freunde, Kommentatoren und Leser „gängeln“ wollen. Es geht letztlich nur um zweierlei:
      1. Respekt vor der christlichen Tradition des Anderen und eine
      2. Fokussierung auf das Thema der Christenverfolgung.
      Hintergrund war ein wachsender, von ganz unterschiedlichen Seiten kommender, Druck auf mich, meine individuellen, konfessionsgebundenen Überzeugungen stärker zum Ausdruck zu bringen. Oder, um es etwas deutlicher zu formulieren: den einen war ich zu „Katholizismus“-affin und den anderen zu „freikirchlich-sektiererisch“ geprägt. Eigentlich finde ich es gut, von beiden Seiten in die Zange genommen zu werden, weil ich dann wohl irgendetwas richtig mache. Und auch in den „Kommentar“-Artikeln und „unsere Meinung“-Beiträgen lasse ich ja bereits viel persönliches einfliessen, was nur einen indirekten Zusammenhang mit der Verfolgung der Kirchen hat. Die diversen e-mails und Anregungen, die mir eine andere Ausrichtung nahelegen oder zumindest die derzeitige Ausrichtung des Blogs ändern wollen, kommen zumeist von Leuten, die wenig bis gar nichts zu einer sachlichen Diskussion des Themas Christenverfolgung beitragen. Dennoch wolle ich die Betreffenden in diesem Artikel noch einmal deutlich über meine Position in Kenntnis setzen, um die seit Wochen laufenden Bemühungen nach einer Anpassung der Ausrichtung des Blogs an die individuellen, konfessionsbezogenen Bedürfnisse bestimmter Leser ein für alle mal zu beenden.

      Ihre Beiträge, liebe Rita Sieberz, sowie die Kommentare einiger anderer, eifriger und nachdenklicher Leser gehören aber zu den von mir hochgeschätzten highlights, die von großer Erfahrung und Reflexionsbereitschaft zeugen. Ich freue mich immer auf das Eintreffen dieser Beiträge.
      Die „Krawallmacher“ und knallharten Konfessionskämpfer der ersten paar Monate habe ich ja zum großen Teil bereits „vergrault“ und ich weine ihnen keine Träne nach. Wer heute noch die Kämpfe aus der Zeit Luthers ausfechten möchte, kann dies ja nun tatsächlich in den Kommentarbereichen diverser, anderer Webseiten und Blogs tun.

      Ginge es alleine nach meinem Willen, so würden viele alte Zöpfe abgeschnitten! Würde das aber die in ihrer Gemeinde alt gewordenen Christen nicht befremden und verunsichern? Nun, es wäre praktisch gesehen wie mit den Bankautomaten, keiner konnte sich vorstellen das es einmal ganz normal sein würde, diese Automaten zu bedienen und zu verstehen. Es ist längst Normalität und Alltag geworden. Alte Zöpfe abschneiden heißt nicht, dass alles verkehrt war und nun muss alles neu überdacht werden.

      Nun, mit den „alten Zöpfen“ ist das manchmal so, wie mit der Kleidung: ab und zu möchte man schon noch einmal das bequeme, alte Sweatshirt oder die ausgelatschten Schuhe tragen, weil die Füße sich darin so wohl fühlen. Daran ist nichts schlechtes. Aber das Christentum ist ja auch in Bewegung. Z. Bsp. Formen des „Kirchen-Liedgutes“, die mir in meiner Kindheit noch geradezu „obszön“ vorgekommen wären, sehe ich heute als nicht mehr wegzudenken an. Solange sich hinter den neuen Formen der Anbetung Gottes (oder anderer, sich verändernder Riten und Gewohnheiten in den Kirchen) nicht eine inhaltliche Aufweichung einer guten, biblischen Lehre versteckt, bin ich für sehr, sehr viele Veränderungen im Gottesdienst, in der Form von Evangelisation oder der Selbstdarstellung von Kirche zu haben. Form und Inhalt müssen als zweierlei begriffen werden, soviel habe ich schon früh im (Christen-)Leben gelernt. Der Inhalt ist ewig, weil göttlich. Der Inhalt ist Christus, ist das Evangelium, ist das Wort Gottes. An dem sollten wir nicht „herumdoktern“, wie es aber leider allzuoft geschieht.
      Und a propos „alte Zöpfe“: ich gestehe, gerade im Bereich des „klassischen“ Liedgutes der deutschen Kirchen habe ich die „Klassiker“ erst im fortgeschrittenen Alter wieder wirklich zu schätzen gelernt. Der Rückgriff auf die tiefe Innerlichkeit der „Paul Gerhardt“ und Co. ist erst mit einem gewissen (Lebens-)Erfahrungshintergrund wieder zu schaffen. Als junger Mensch bedeuteten mir diese Lieder, noch dazu wenn sie von lustlosen, gelangweilten Kirchgängern mitgebrummt wurden, schlicht und ergreifend gar nichts. Und die Lieder sind ja nur ein Beispiel für den Wert des Althergebrachten, das, bei aller Wertschätzung der Veränderung, auch seinen Platz behalten muss. Wenn wir diese Wurzeln unserer Gläubigkeit nicht vermitteln, dann begehen wir möglicherweise einen Fehler. Andererseits müssen „hohlgewordene“ Rituale, die vor einigen Jahrhunderten noch einen Zweck erfüllten (wollen wir mal den Dialog über die Kindstaufe eröffnen, oder ist das schon wieder zuviel Sprengstoff ?), auch hinterfragt und wenn sie nicht biblisch sind und uns von Jesus fernhalten, auch mal über Bord gekippt werden.
      Na, ich merke, ich komme von meinem Leib- und Magenthema ab und auch wegen der fortgeschrittenen Zeit sage ich erstmal wieder: Bleibet im Lande und wehret euch täglich.

  2. Brilliante und echt fundamentale im besten Sinne dieses Wortes globale christliche Einstellung, der ich nur höchsten Respekt zollen darf und kann. Jahrtausendelanges Zerren um Wahrheiten mögen theologisch berechtigt gewesen sein. Aber noch berechtigter ist, endlich wie der werte Blogbetreiber einmal aufzufordern, dass letztlich alle Christen in einem Boot sitzen, nämlich in dem der Verfolgung und leider hat der Blogbetreiber völlig Recht, wenn er immer wieder anprangert, dass die Christen sich gegenseitig im Stich lassen.

    2000 Jahre theologisches Gezerre war unbestreitbar wichtig und auch richtig. Jetzt sollten 2 000 Jahre christliche Solidarität zu allen Christen egal ob protestantisch, evangelikal, orthodox oder katholisch eingeübt und mit vollem Herzen in die Wege geleitet werden. Ich glaube, dass Jesus selbst dieses gewollt hat. Diese Solidarität kann aber nur dann Sinn machen, wenn es immer mehr werden, sich für dieses Ziel einzusetzen. Wenn jedoch jede Gemeinde ihr eigenes christliche Süppchen kocht und den Nächsten, nur weil er im Verfolgungsboot gefangen gehalten wird und weit entfernt dahinvegetieren muss und keine Stimme hat, die er erheben könnte, weil ihm die Stimme gebrochen wurde, weil diesem Verfolgten stummes Leid gewaltsam aufoktroyiert wird, dann hat sie einen wichtigen und elementaren Auftrag Jesu verraten, nämlich sich für diese Menschen einzusetzen.

    Ja, das jesuanische matthäische Weltgerich im 26. Kapitel spricht genau von diesem Element, nämlich des Besuches von Menschen im Gefängnis, welches, wenn dieser Besuch ausgeführt wird, in den Himmel führt und wenn er eben nicht ausgeführt wird, eben ins Gegenteil.

    Ist dies eine jesuanische Drohung? Nein. Es ist ein jesuanisches Voraugenführen, um das Seelenheil der Menschen in Geborgenheit zu führen.

    Welche Menschen meinte Jesus mit diesen Gefangenen? Er meinte nicht nur die, die zu Recht im Gefängnis sitzen. Wieviel mehr meint er diejenigen, die zu Unrecht im Gefängnis sitzen, nur weil ihr einziges Verbrechen darin bestand und besteht, Juden, Christen, Musime und andere Menschen zu sein, welches den Gewalttätern das selbsternannte Recht gab und gibt, diese Menschen in ihr selbstgewobenes und gesponnenes ungerechte Feindbildschema einzubeziehen. Und wer sitzt zu Unrecht im Gefängnis? Unsere eigenen Mitgeschwister, die von Christen hier im betulichen und beschaulichen Westen so ungnädig, so unbarmherzig und so lieblos übersehen werden.

    Und warum werden sie so kläglich feige übersehen?

    Weil wir uns vehement dagegen scheuen, unangenehme Wahrheiten in unsere eigene Herzenserkenntnis einlassen zu müssen, um die richtigen Schlüsse der Wahrheit überhaupt ziehen zu können!

    Es geht hier nicht um den Aufbau eines neuen Feindbildes: In christlich geprägten Ländern sitzt kein Muslim oder Kommunist im Gefängnis, weil er Muslim oder KOmmunist ist. In kommunstischen und islamischen Ländern sitzen jedoch Menschen im Gefängnis, weil sie Christ oder Jude oder Muslim der anderen Konfession sind, sprich völlig schuldlos.

    Genau wie beim Euro, der eingeführt wurde, bevor sich die wirtschaftlichen Entwicklungen aller Eurolländer auf ein mehr oder weniger einheitliches Niveau eingependelt hatten und dies nunmehr sehenden Auges in ein finanzielles Chaos führen kann, so ist es eine gefährliche religiöse Gratwanderung von Kirchenführern zu behaupten, dass alle Menschen denselben Gott anbeten, bevor nicht Mindestregeln des respektvollen Umgangs im Alltag von Menschen unterschiedlicher Kultur und Glaubens gelebt werden, ja jeden Tag, Tag um Tag gelebt werden. Solange in islamischen Ländern auch nur ein Mensch im Knast sitzt, diskriminiert, getötet oder sonstwie rechtlich schlechter gestellt wird, weil er Christ ist, bete ich niemals den Gott des Islam als meinen dreifaltigen Gott an. Solange diese eklatanten Missstände in islamischen Ländern weltweit herrschen, beten Muslime und Christen/Juden niemals denselben Gott an. Vor dieser Erkenntnis haben unsere Kirchenführer Angst.

    Warum kann oder darf dieser Satz, dass solange Christen und Juden in islamischen Ländern rechtlich ungleich gestellt werden, wir nicht denselben Gott anbeten, von Kirchenführern öffentlich nicht gesagt werden, solange das Christentum und das Judentum vom Islam so bekämpft wird. Müssen wir uns das Stockholm-Syndrom antun, um diese Religion lieben zu lernen? Nein! Diese Liebe ist nicht echt, diese Liebe ist falsch, sie ist nicht göttlich. Liebe ohne die Wahrheit in diesem Punkt ertragen zu können ist schal, ist fade, ja wird pervertiert in einen masochistischen Gemütszustand.

    Kirchenführer nehmen mit ihrer Behauptung, dass Muslime und Christen/Juden denselben Gott anbeten, das Ziel vorweg. Der Weg der Echtheit, der Wahrheit, dieses Ziel überhaupt zu erreichen, ist noch nicht einmal eröffnet. Es fehlen sämtliche Grundvoraussetzungen, die zu einem praktikablen Weg führen. Den Gott des Christentums mit dem Gott des Islams gleichzusetzen ist Blasphemie ist eine Beleidigung Gottes in edelster Form. Der dreifaltige Gott hat nichts mit einem Gott zu tun, der koranische Regeln aufstellt. Der Dreifaltige Gott hätte niemals den Koran in dieser Form als Siegelreligion wede im Himmel aufbewahrt (das wäre seiner Vollkommenheit abträglich) und schon garnicht auf die Erde gesandt als das Wort Gottes in Diktatform. Diesen Weg des Diktats hat der biblische Gott nie beschritten, bewusst nie beschritten, weil sein Heiliger Geist hätte nie wirken können. Diese Beleidigung ist dasselbe, wenn ich den vollkommenen Gott der Liebe mit einem Macht besessenen Diktator wie Hitler, Stalin, Pol Pot, Mao, Che usw. in Gottesform in einem Atemzug nennen würde. Sorry, liebe Kirchenführer, das ist nach der Erkenntnis, dass Jesus der Sohn Gottes ist, die größte Sünde wider den Heiligen Geist, die laut Jesus nicht verziehen wird.

    Liebe zu Muslimen dagegen ist ein hohes Gebot Jesu.

    Wenn wir als Christen meinen, diese Problematik der Christenverfolgung und Menschenverfolgung in jeder Form Menschenrechtsorganisationen überlassen zu können, unterliegen Christen in einem folgenschweren Irrtum. Diese fatalen und grausamen Missstände gehörten mit an die erste Stelle unseres christilichen Ansinnens der Hilfe. Wir alle sind durch den Leib Christi Kinder Christi, also Geschwister in Christus. Wir sind zu Erben seines Reiches berufen. ich schätze jedoch, wir versagen in Jesu Anspruch echte Erben zu werden, wenn wir uns nicht aufraffen können, uns dieser Problematik mit ganzem Herzen zu öffnen.

    Es ist nicht damit getan, sich einzureden, dass dieses Verfolgen nichts mit Ideologie und Religionslehre zu tun hat.
    Es ist nicht damit getan, sich einzreden, dass diese Verfolgung Ausfluss sozialen Elends oder gesellschaftlicher Missstände ist.
    Es ist nicht damit getan, den plüschigen Mantel des gewollten Wegsehens, des bewussten Vergessens und des feigen Ignorierens dieser Tatsachen der brutalen Art hinsichtich der akuten Verfolgungssituation von Christen, aber auch von Menschen anderen Glaubens oder Zugehörigkeit zu legen, damit dies nicht den Regeln des Islam, den Regeln der Gleichmacherei des Kommunismus und den Regeln des Kastenwesens des Hinduismus öffentlich zugewiesen und überantwortet werden muss.

    Offensichtlich ist die Wichtigkeit dieses Tuns des werten Blogbetreibers in seiner Gesamtheit noch nicht verstanden worden.

    • Solange in islamischen Ländern auch nur ein Mensch im Knast sitzt, diskriminiert, getötet oder sonstwie rechtlich schlechter gestellt wird, weil er Christ ist, bete ich niemals den Gott des Islam als meinen dreifaltigen Gott an. Solange diese eklatanten Missstände in islamischen Ländern weltweit herrschen, beten Muslime und Christen/Juden niemals denselben Gott an. Vor dieser Erkenntnis haben unsere Kirchenführer Angst.

      Warum sollten wir auch diesen „Gott“ anbeten ? (Ist übrigens Satan oder einer seiner Dämonen. Die wollen ja, dass man sie anbetet, wie der Teufel Jesus ins Gesicht gesagt hat. „Alle Reiche dieser Welt“ sind des Teufels, deshalb kann er sie denen, die ihm folgen auch anbieten. Warum sonst sind wohl so viele Atheisten, Muslime etc. so erfolgreich nach den Maßstäben der „Welt“ ?) Tut mir leid, aber das Gottesbild, dass sich im Islam manifestiert, nämlich ein willkürlicher, lügender und unzurechnungsfähiger, asiatischer Despot, deckt sich nicht mit den Erkenntnissen, die ich persönlich aus der Bibel gewonnen habe, was wohl die Eigenschaften Gottes angeht. So wenig wir auch wirklich darüber wissen können wie Gott ist, als Seine Geschöpfe, so sehr ahnen wir doch Seine Liebe und Güte, wenn wir den Sohn betrachten, durch den der Vater erkennbar wird.

      Kirchenführer nehmen mit ihrer Behauptung, dass Muslime und Christen/Juden denselben Gott anbeten, das Ziel vorweg. Der Weg der Echtheit, der Wahrheit, dieses Ziel überhaupt zu erreichen, ist noch nicht einmal eröffnet. Es fehlen sämtliche Grundvoraussetzungen, die zu einem praktikablen Weg führen. Den Gott des Christentums mit dem Gott des Islams gleichzusetzen ist Blasphemie ist eine Beleidigung Gottes in edelster Form. Der dreifaltige Gott hat nichts mit einem Gott zu tun, der koranische Regeln aufstellt. Der Dreifaltige Gott hätte niemals den Koran in dieser Form als Siegelreligion wede im Himmel aufbewahrt (das wäre seiner Vollkommenheit abträglich) und schon garnicht auf die Erde gesandt als das Wort Gottes in Diktatform. Diesen Weg des Diktats hat der biblische Gott nie beschritten, bewusst nie beschritten, weil sein Heiliger Geist hätte nie wirken können.

      Ein liebender Gott, der ein wirkliches Interesse an seiner Schöpfung hat, wird ganz sicher den Wunsch haben, sich und seine Gebote den Menschen vorzustellen. Das ist das Schöne am Christentum: hier ist ein Gott, der sich zum Menschen hinbewegt, der sich erklärt, der seine Hand ausstreckt zum Geschöpf. In allen anderen Religionen müssen sich die Menschen nach ihren Göttern strecken, ihnen gefällig sein, um derer selbst willen. Und dies zumeist, ohne, dass man sicher sein kann, diesen Göttern auch Genüge getan zu haben. In Christus, in unserer Bekehrung liegt für uns Gläubige aber die Sicherheit der Erlösung und Errettung. Nicht, dass wir Christen, sobald wir die Hand ergriffen haben, die uns liebevoll beschützen will, nicht den Wunsch verspüren würden, uns dem Christus entgegenzurecken. Aber das ist ein anderes Thema.
      Einem „Gott“, der mir nur dann das Paradies zu 100 % zusagt, wenn ich für ihn kämpfe, töte und getötet werde, dem kann und will ich nicht folgen. No way ! Wenn synkretistische „Chrislam“-Freunde in unseren Kirchen das von mir verlangen, zeugt das nur davon, dass sie nicht wissen, wovon sie reden und damit als Hirten ungeeignet sind. Den vermeintlichen, sozialen Frieden mit dem Seelenheil der gläubigen Christen zu erkaufen, ist übelste Verführung zum Unglauben. Sorry, für die klaren Worte, aber so sehe ich das.

      Liebe zu Muslimen dagegen ist ein hohes Gebot Jesu.

      Klare Sache. Wen erfasst nicht tiefe Trauer, wenn er daran denkt, das so viele Menschen (vermutlich unschuldig) im Gefängnis sind. Für deren Befreiung und Errettung zu beten, ist hohe Christenpflicht. Nur „Relativisten“, die alle Götter gleichermaßen für gültig anerkennen, können das anders sehen und „alle Wege zum Göttlichen“ als korrekt anerkennen. Wenn Christus sagt ER sei der Weg, die Wahrheit und das Leben, dann schließt er damit eben schlicht und ergreifend jede andere „Option“ aus. Warum verstehen das unsere Kirchenführer und Hirten nicht mehr ? Weil damit eine „Konfrontationshaltung zur Moderne, zum Islam und zum Werterelativismus“ eingenommen wird ? Na, klar, aber Christus hat gesagt, dass er nicht kam, um Frieden zu bringen !
      „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Mt. 10,34)
      Wobei wir natürlich wissen, dass das „Schwert des Geistes“ eben das Wort Gottes ist und nicht die Ausübung kirchlicher oder christlicher Gewalttaten, wie uns Paulus erläuternd klarmacht. Aber grundlegend macht Jesus uns verständlich, dass sein Vorbild, sein Wort, das Evangelium eben nicht den „Weltfrieden“ herbeizaubern werden, sondern zunächst mal in einer für sein Wirken, für seine Botschaft und für den Geist völlig unempfänglichen Welt zu Verwirrung und Spannung unter den Ungläubigen sorgen wird. Warum scheuen sich unsere konsens- und kompromiss-wütigen Kirchen vor dieser zutiefst biblischen Erkenntnis ? Während sie gleichzeitig nach „innen“, zwischen den Konfessionen und Denominationen, geifern und hetzen, dass es ein Trauerspiel ist ? Die unnötigen Diffamierungen nach innen bei gleichzeitigem Abschwächen der Botschaft Christi und dem widerlichen Anpassen an die Welt nach außen stehen mir bis „Oberkante Unterlippe“ !

      Wenn wir als Christen meinen, diese Problematik der Christenverfolgung und Menschenverfolgung in jeder Form Menschenrechtsorganisationen überlassen zu können, unterliegen Christen in einem folgenschweren Irrtum.

      Tja, wir wollen gerne die unangenehmen Dinge aus der Gemeinde „draußen“ halten und sie lieber den „Spezialisten“ überlassen. Sollen die sich um die Verfolgung, kranke Kinder und baufällige Kirchen kümmern. Weil die Welt es uns einredet sind wir aber immer gerne bereit, den Welthunger, die zerstörte Umwelt und die „soziale Ungerechtigkeit“, Asylfragen und vielleicht noch Frauenrechte ins Auge zu fassen. Solange diese Frauenrechte nicht die Muslimas betreffen, natürlich. Denn da läge ja schon wieder Konfrontationspotential mit dem gesellschaftlichen „mainstream“ unserer Tage.

      Es ist nicht damit getan, sich einzureden, dass dieses Verfolgen nichts mit Ideologie und Religionslehre zu tun hat.
      Es ist nicht damit getan, sich einzreden, dass diese Verfolgung Ausfluss sozialen Elends oder gesellschaftlicher Missstände ist.
      Es ist nicht damit getan, den plüschigen Mantel des gewollten Wegsehens, des bewussten Vergessens und des feigen Ignorierens dieser Tatsachen der brutalen Art hinsichtich der akuten Verfolgungssituation von Christen, aber auch von Menschen anderen Glaubens oder Zugehörigkeit zu legen, damit dies nicht den Regeln des Islam, den Regeln der Gleichmacherei des Kommunismus und den Regeln des Kastenwesens des Hinduismus öffentlich zugewiesen und überantwortet werden muss.

      Tja, Analyse erfordert Ehrlichkeit. Wo ist die in unseren Kirchen noch zu finden ? In Nischen und versteckten Ecken, die immer mehr verschwinden. Stattdessen immer mehr Verweltlichung, Abstumpfung klarer Kanten und Verwischen von biblischen Wahrheiten. Wer kann aus dieser Richtung noch Orientierung erwarten oder klare Worte zu Ursachen und Hintergründen der Verfolgung ?

  3. Werte Frau Sieberz,

    Bei all Ihrer durchaus berechtigten Kritik an kirchlichen Ritualen und Normen, die möglicherweise menschengemacht sind (aber nicht alle: Denken wir an die Taufe, zu der Jesus uns den Auftrag gegeben hat, ist auch ein Ritual, Jesu Gebot des Gedächtnis an das Abendmahl, die Sündenvergebung, ja selbst die Teufelsaustreibung war Jesus selbst wichtig) sind somit z. T. gottgewollt. Diese zu ritualisieren, finde ich völlig in Ordnung. Jesus selbst übrigens hat auch jüdische Rituale selbst verfolgt und ausgeführt. Er hat im Tempel, in Synagogen gelehrt und mit Sicherheit aus der Thora vorgelesen. Was hat er den Pharisäern denn im Grunde vorgeworfen? Nicht die Rituale selbst. Nein, er hat die Seelen- und Herzlosigkeit bei der Ausführung dieser Rituale angeprangert. Denken wir an die hohlen Gräber, von außen schön und von innen hohl und voller Unrat oder Totengebein. Ein schwerer Vorwurf.

    Und genau da fallen viele Christen m. E. darauf herein, dass Rituale grundsätzlich oder zumindest oftmals oberflächlich ausgeführt werden. Das ist m. E. unzulässig, weil wir nie in das Herz der Menschen hineinschauen können, die diesen Ritualen folgen. Rituale können seelenlos ausgeführt werden, sie können jedoch auch sehr nützlich und notwendig für diejenigen sein, die in ihnen einen Wert an sich sehen und sie deshalb mit der Fülle ihrer Seele liebend ausführen. Wie bei allem kommt es doch immer nur darauf an. Wenn ich sonntags den Gottesdienst besuche, kann ich das mit leerem Herzen aus Routine machen, kann ich aber auch genausogut mit vollem Herzen und im Gedenken an Jesus tun, um ihm zu zeigen, dass ich ihn liebe. In einer Gemeinschaft kann ich besser beten, auch an verfolgte Christen. Ich kann das Vaterunser verfolgten Christen in ihrem Leid widmen. Ich kann einer alten Dame über die Straße helfen aus reiner Höflichkeit, aber auch aus Liebe, weil ich in ihr in dieser Situation Jesus selbst in seiner momentanen Hilflosigkeit sehe und ihr helfen, a) weil ich es gern tue, nicht aus Pflichtgefühl oder bloßer Höflichkeit und b) weil sie in diesem Moment Hilfe braucht, wie Jesus am Kreuz.

    Dieses äußerst banale Beispiel zeigt jedoch die Sprengkraft eines Gebetes, ja auch eines Rituals oder einer guten Tat. Auf die geistige Gesinnung, auf die Herzensbildung und auf den Bezug zu Gott oder Jesus kommt es an.

    Ich bin selbst Katholik und gehe regelmäßig zur Messe und freue mich über jeden Menschen, der Christus für sich als Quelle der Wahrheit, der Liebe und des Friedens für sich entdeckt hat und habe großen Respekt vor allen Menschen, die glauben, sofern sie die Liebe gegenüber allen in ihren Glauben als oberstes Gebot einfließen lassen. Ich persönlich halte den kath. Weg für mich als die beste Alternative auf dem Weg zu Gott und respektiere jeden, der eine andere Meinung hat und einer anderen Kirche angehört oder unabhängiger Christ ist und sich keiner Kirche zugehörig fühlt als gleichwertig. Ich respektiere jeden Menschen als gleichwertig, ob er Christ, Muslim, Kommunist, ATheist oder Jude ist. Uns steht keinerlei Urteil über andere zu in ihrem Menschsein. Einzelene Handlungen kann ich in den Kontext meiner persönlichen Beurteilungen stellen nach dem Motto: Hass die Sünde und liebe den Sünder. Eine Maxime, die schwer zu leben ist.

    Selbstverständlich fühle ich mich als Katholik als mündiger Christ, der obwohl papsttreu im Ganzen, mir das Recht herausnehme, ihn zu kritisieren, seine Positionen im Einzelnen zu anders zu sehen. Darum kann ich der kath. Kirche durchaus positives abgewinnen. Ich bin nicht papsthörig. Jesus ist für mich derjenige, dessen Stimme ich versuche für mich lebbar zu machen. Viele machen jedoch einen Fehler in ihrer Beurteilung. Sie lesen die Enzykliken nicht, sie schnappen ein paar Brocken auf und bilden dann ihr Urteil. Diese Vorgehensweise könnte auch zu vielen Missverständnissen beitragen.

    Meine Wenigkeit z. B. fasse die Katechismusregeln als eine Art Lebenshilfe auf, nicht als mich einengende Regularien. Sie sind mit Sicherheit alle gut gemeint, so als wenn Eltern für ihre Kinder Regeln aufstellen, die für die Kinder nicht einsehbar sind, aber vielleicht doch ihren Wert haben. Erwachsen geworden sind für mich die elterlichen Regeln im Einzelfall aber nicht bindend. So sehe ich den Katechismus der kath. Kirche. Ich prüfe immer die Regularien der Kirche, ob sie Gott in vollkommenem Licht beschreiben und der Liebe Jesus aus dem Evangelium verpflichtet sind.

    Was sind alte Zöpfe? Ist die Priesterordination für Frauen ein alter Zopf, wenn Jesus ihn eben nicht vorgelebt hat und dies für die Menschen uneinsichtig bleibt? Ist „Jungfräulichkeit“ ein alter Zopf, wenn Jesus diese durchaus als gute Chraktereigenschaft hervorhebt? ist die jesuanische Äußerung der Ehescheidung, wenn jemand den anderen auch nur lüstern ansieht ein alter Zopf, wenn die Kirche diese Thematik halt ernst nimmt? Da können Kirchen verschiedener Lösungsansätze bieten. Die evangelische Kirche erlaubt Pastorinnen, Zölibat kein Thema und Abendmahlszulassung für Wiederverheiratete ebenfalls kein Thema. Da ist dann für jeden Christen etwas dabei.

    Ich meine nur, Christsein allein ist möglich und genauso wertvoll, aber in Gemeinschaft möglicherweise effektiver. Da werden neue Ideen auf Gemeindeebene eröffnet, jeder kann sich „einbringen“ (für mich ein hochgestochenes und elitäres Wortgebilde) und hier auch wirklich was verändern im Kleinen.

    Das Bodenpersonal, Frau Sieberz, ist genauso sündhaft wie alle Menschen. Die Kirchenlenker und -führerinnen und führer sind alle aus dem gleichen Holz geschnitzt wie alle Menschen. Jesus hat seine Kirche gegründet auf Menschen, auf Versager, auf endliche Menschen, denen er jedoch zugetraut hat, seine Kirche mit höchsten Ansprüchen, die er ihr eingepflanzt hatte, zu verwirklichen. Das ist zuweilen mächtig in die Hose gegangen, und zwar immer dann in die Hose gegangen, wenn sie sich der Politik zu weit angenähert hat. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir zu wenig für diese Menschen beten.

    Es kann durchaus schädlich sein, alte Zöpfe wie z. B. das Verbot der Frauenordination aufzuheben. Was wäre die Folge z. B. in der kath. Kirche? Eine Spaltung in der Kirche und eine Abspaltung zur orthodoxen Kirche. Es ist nicht alles so einfach wie es scheint.

    Aber eines steht fest, und zwar unzweifelbar. Ohne Frauen wären alle Kirchen noch leerer als sie heute schon sind. Wenn es ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte: Das Christentum ist die einzige Religion, die Frauen allein durch das Ehesakrament aufgewertet hat, sie vor Gott und den Menschen als gleichwertig hat werden lassen. Im Islam ist das noch heute ein großes Problemfeld. Das Judentum und das Christentum sind die einzigen Religionen, in denen Gott Frauen und Männer gleich liebt, ihnen gleiche Würde gegeben hat. Mohammed hat die Mehrheit der Frauen in der Hölle gesehen, weil sie wegen ihrer „Unreinheit“ nicht so viele Gebete verrichten dürfen und eh nicht so intelligent wie Männer seien. Sie sollten dann die Gebete, die ihnen zum Himmelreich fehlen mit Almosen ersetzen.

    Die Paradiesstory haben Machomänner allerdings immer dazu missbraucht, meinen zu dürfen, dass Frauen unterdrückbar seien, gerade auch in der und den Kirchen.

    Allerdings verzeihen insbesondere feministische Theologen Gott nie, dass Jesus als Mann auf die Erde, also als Sohn und nicht als Tochter Gottes gekommen ist. DAmit fängt das Dilemma bereits an. Hätte eine Jesusine etwas vom Dienen erzählt, sie wäre nie ernst genommen worden, denn Dienen mussten die Frauen zur Zeit Jesu in einer patriarchalisch strukturierten jüdischen Gesellschaft schon immer. Erst als Mann erreichte Jesus Aufmerksamkeit mit dem Wort, dass derjenige der Größte sei, der der Diener (nicht die Dienerin) aller sei und damit letztlich das Funktionieren von Liebe zum Nächsten grundiert hat. Wäre Jesus eine Frau gewesen, wäre zumindest dieses Wort nicht in das Evangelium eingeflossen, so glaube ich fest, ein Wort, auf dem das gesamte Christentum basiert.

    Keine Kirche erträgt mehr Kritik als die katholische. Sie steht wegen ihrer nicht immer vordergründig einsehbaren Traditionen im Dauerfeuer. Ich denke, dass die das aushalten. FEst steht aber auch, werte Frau Sieberz, dass eine Kirche zu nichts taugt, wenn sie in allem dem Zeitgeist hinterherläuft. M. E. läuft auch die kath. Kirche dem Zeitgeist hinterher. DArum macht sie sich wie auch die anderen Kirchen überflüssig. Sie sind nicht mehr in der Lage Akzente zu setzen, die die Menschen anziehen, z. B. in der Verfolgungsproblematik. Diese haben sie alle zugunsten eines kranken Denkens, dass alle denselben Gott anbeten, fast aufgegeben. Darin liegt heute ihr Verschulden, meines Erachtens. Dies dient nicht dem Frieden. Sie geben damit Positionen auf, die nicht zum Frieden führen könnten, wie ich in dem vorigen KOmmentar bereits dargelegt habe.

    Ihr Einwand der Frauenbenachteiligung in der Kirche ist zunächst nicht stichhaltig. Vielleicht muss das Leben Jesu auch vorbildhaft für seine Nachfolger sein. Das wird m. E. von Kritikern der kath. Kirche sehr leicht übersehen.

  4. Guten Abend liebe Vorredner/schreiber,

    ich erwarte von der katholischen Kirche nicht, dass sie dem Zeitgeist hinterher läuft. Ich erwarte von ihr, dass sie eine Erneuerung anstrebt welche die Menschen mitgestalten lässt bzw. dass sich die Menschen mit ihrer Kirche indentifizieren läßt.Könnte nicht gerade ein ganz wichtiger Ansatz der sein, dass man in jeder Kirche das Schicksal der Mitchristen weltweit thematisiert? Nicht beiläufig sondern vorrangig! Das man eben nicht nur bis zum Tellerrand sieht sondern das Problem der anderen Christen mitbetrachtet wie z.. B. in einer Familie.

    Unter alten Zöpfen verstehe ich vor allem, dass Rom zu mehr Schlichtheit aufrufen könnte und mit gutem Beispiel vorangehen könnte. Gott ist einfach und klar zu verstehen, bedarf es wirklich der ganzen „Verkleidung und Gewandung“ des Prunkes und einer solchen Pracht?

    Ist die Hirarchie nicht viel zu aufgebläht und der Verwaltungsmoloch Kirche nicht viel zu kostspielig für die Gläubigen in einer schwierigen Zeit wie in diesem Jahrhundert? Eine Umverteilung der Einnahmen zugunsten von Bedürftigen in der Dritten Welt, mehr Geld für Projekte auch in Europa?

    Patchworkfamilien -Hilfe zur Erziehung, Elternunterstützung, Vermittlung von Werten, die in den Schulen schon lange zu kurz kommen? Den Menschen vermehrt wieder S E E L S O R G E zuteil werden lassen?

    Was die Rolle der Frau in der Kirche angeht, so geht es mir nicht vorrangig um die Ausübung von Ämtern in der Kirche. Diese Möglichkeit der Betätigung ist z. B. in der evangelischen Kirche möglich.

    Frau-Gesellschaft -Kirche da gibt es noch immer sehr viel Ungerechtigkeit. Zölibat: Wieviele Kinder wurden alleine von Priestern gezeugt und von der Kirche mit Unterhaltszahlungen unterstützt? Frauen und Kinder sind die Benachteiligten und werden schamhaft verschwiegen. Geschiedene Frauen und Kirche als Arbeitgeber? Geht nicht, aber Priester mit Kindern, Priester in eheähnlicher Gemeinschaft oder als schwules Paar dürfen eiter Priester bleiben und haben bei der Kirche ein sicheres Einkommen. Das Zölibat ist ein alter Zopf! Es ist wider die Natur des Menschen.

    Die Sexualität wurde dem Menschen von Gott als Grundausstattung mitgegeben, damit wir uns vermehren. Ein Naturgesetz, warum also sollen Männer die sich derart kasteien oder auch nicht…….sich derart quälen, allein sein, sich an keinem Partner trösten und halten? Heimlichkeit = Verlogenheit und wird dann doch sanktioniert zur „Gesunderhaltung des Körpers“
    Zölibat macht keinen Sinn sondern wuchert wie ein riesiges Lügengebilde in der katholischen Kirche.

    Ich finde diese Regeln widersinnig. Die Regeln die von der Kirche für die Gläubigen vorgegeben werden, gelten für Gottes Bodenpersonal vielfach nicht. Deshalb benötige ich keine Mittler zwischen Gott und mir. Meine eigenen Regeln sind klar und einfach und orientieren sich am christlichen Glauben. Ich bin nicht auf der Suche nach Gott, ich glaube an ihn!

    Aber dazu benötige ich die alten Männer in Rom eben nicht! Ich nehme es für mich in der jetzigen Form nicht an!

  5. Liebe Frau Sieberz,
    danke für Ihren Kommentar. Sie haben in Vielem Recht. Prunk und Protz im Vatikan. Ein altes Thema. Da widerstreiten sich die Geister.

    Die einen finden es toll, nicht in eine Garagenkirche gehen zu müssen. Nehmen wir den Kölner Dom. Er ist ein Kostenfaktor ohne Ende. Sollten wir da nicht einen Schlusssstrich ziehen und ihn abreißen? Dann hätte die liebe Seele ihre Ruh. Sollten wir nicht aus allen gut aussehenden Kirchen, so auch aus dem Petersdom Garagen machen, um den richtigen Zugang zu Gott zu finden und sich nicht durch den Prunk ablenken lassen? Ich meine nein. In diesen Kirchen kann man sich zuhause fühlen. In einer schlichten evangelischen oder kath. Kirche fühle ich mich persönlich eher weniger zuhause. Kunst ist vielfach Ausdruck von Suche nach Gott oder künstlerische Ausdrucksform für Gott. In diesem Punkt kann ich auch nur für mich sprechen.
    Als ich in Österreich, dem Land der Prunkkirchen, drei Wochen in Urlaub war, ging ich sonntäglich in die Ortskirche. Beim ersten Mal hat mich der Prunk noch wirklich ablenkt, beim zweiten Mal schon nicht mehr so und beim 3. Mal garnicht mehr. DAs Geschehen am Altar war voll in meinem Focus. So sehe ich das auch mit den Heimatgemeinden. Der Prunk in den Kirchen lenkt ab. DAfür kann man Kirchen besuchen, um sich den Prunk anzusehen wie in einem Museum. Aber als Christ, der eine solche Kirche als Heimatpfarre zur Verfügung hat, sieht den Prunk nicht mehr. Die evangelische Auffassung hat durchaus etwas pragmatisches. Aber was sollten die damaligen Künstler machen, die ihren Glauben auch durch solche Werke nicht nur ihrem Geldbeutel gewidmet haben, sonderen, das sieht man in der innigen Ausführung ihrer Kunstwerke an, auch für Gott. Was kann daran falsch sein?

    Recht gebe ich Ihnen uneingeschränkt vor allem in Ihrem Kirtikpunkt, dass diese Kirche insbesondere in Deutschland und Österreich sich einen viel zu aufgeblähten Verwaltungsapparat leistet. Der Vatikan als Zentrale einer Weltkirche hätte da schon Schwierigkeiten mit wenigen Leuten auszukommen. Aber auch dort gilt die Überzeichnung von Hierarchie. Vollkommen richtig.

    Zölibat, ein nie endendes Thema, aber auch ein letztlich nebensächliches Thema. Jesus war möglicherweise Essener, ein Angehöriger einer jüdischen zölibatär lebendenden Gruppe. Jesus selbst hat also den Zölibat vorgelebt. Wäre es nicht natürlich gewesen, dass er sich als Mensch vermehrt hätte? Der Zölibat wäre nie aufgekommen,wenn Jesus die Jungfräulichkeit nicht so hoch angesiedelt hätte und selbst diesen nicht vorgelebt hätte. Zölibatäre Lebensformen hat es vor Jesus somit auch gegeben. Ich meine – das ist aber nur meine Meinung und ich würde die Kirche nicht verlassen, wenn der Zölibat abgeschafft werden würde – es ist durchaus heilsam, für Jesus eine solche Lebensform, die er selbst gewählt hat – nachzueifern. Zumindest könnte der Zölibat auch ein Zeichen dafür sein, dass ein Mensch, insbesondere ein Priester, Jesus in allem versucht, nachzufolgen. Im Islam ist dies sogar Vorschrift, diesem Falschpropheten nachzufolgen in allem.

    Da die Regeln des Zölibats gebrochen werden, kommt dies nach heutigem Verständnis einem Ehebruch gleich. Vor Gott haben die Eheleute versprochen, bis das der Tod sie scheidet, zusammen zu bleiben. Jeder Priester verspricht gegenüber Gott bei seiner Priesterweihe, Gott ehelos zu dienen. Jeder Priester hat die Möglichkeit, von seiner Berufung zurückzutreten und die den Priesterdienst zu verlassen, die Eheleute jedoch nicht so ohne weiteres.

    In einer Ehe kann auch der Partner auf ewig krank werden oder hat die Lust an Sex dauerhaft trotz Therapie verloren. Darf da der Ehepartner einfach die Reißleine ziehen? Denken Sie an die vielen Singles, die nicht Single sein wollen, aber weil sie für das andere Geschlecht zu unauffäliig oder zu blass oder einfach nicht schön genug sind, Da sieht die Gesellschaft großmütig, weil im Stich lasssend – drüber weg. Aber beim Zölibat sollen dann auf einmal andere Maßstäbe gelten, die doch im Grunde nur die kath. Kirche etwas angehen. Ich finde es toll, wenn Christen durch einen völlig anderen Lebensstil Zeichen für Christus setzen und dies auch durchhalten, zeigen sie eben Ecken und Kanten und weisen darauf hin, dass auch in dieser Weise ein Leben nahe an Gott möglich ist.

    Überall gibt es schwarze Schafe. Soll ich wegen einiger Missstände eine wertvolle Regelung, die christlich-geistig in sich stimmig ist, aushebeln wegen der Schwäche einiger. Soll ich den Diebstahls-§ aufgeben, weil so viele dagegen verstoßen?

    Recht haben Sie, wenn geheuchelt wird und die Kirche da mitmacht. Das ist schon ein dicker Hund. Taktieren in dieser Frage ist unehrlich und lächerlich. Da sollten andere Maßstäbe, nämlich die der Ehrlichkeit eingeführt werden.

    Was m. E. nicht geht, und da haben Sie völlig Recht, wenn geheuchelt wird. Aber muss geheuchelt werden? Es ist zunächst Sache des Priester nicht zu lügen und, wenn er den Zölibat nicht einhalten kann, seinen Abschied als Priester zu nehmen. Was soll ich von Priestern in der evangelischen Kirche andererseits halten, wenn diese geschieden und wiederverheiratet sind. Sollen die mir am Altar noch etwas von echter und wahrer Liebe erzählen dürfen. Da wäre mir eine Predigt einer Frau, die die goldene Hochzeit gefeiert hat, lieber. Ist das nicht noch viel unglaubwürdiger? Ich könnte diesen Menschen nicht mehr ernst nehmen, weil er das Wort Christi seinerseits nicht ernst genug genommen hat. So ist es auch beim Zölibat. Es ist hüben wie drüben ein Zeugnis der Glaubwürdigkeit und der Ernsthaftigkeit.

    In der evangelischen Kirche ist der Zölibat auch abgeschafft. Somit sollten die Kritiker des Zölibats dann zur evangelischen oder der evangelikalen Kirchen wechseln, wenn sie ein Problem damit haben. Ist doch ok.

    Werte Frau Sieberz. Ich brauche auch in der kath. Kirche nicht auf alte Männer zu hören, wenn ich in der Bibel lese. Da lese ich von Jesus und bringe dies hier und da in Bezug zu dem, was dieser alte Mann aus Rom sagt. Da habe ich viel Gutes und übereinstimmendes gefunden. Und wenn ich etwas finde, was mir nun überhaupt nicht schmeckt, lasse ich es in meinem Glauben außen vor. So einfach kann das sein. Aber immerhin hat Jesus – und nur deshalb bin ich in der kath. Kirche – diese diesem „Versager“ Petrus anvertraut und somit dokumentiert, dass ein fehlerhafter Mensch der Höchste, dieser Gemeinschaft( also auch hier die Hierarchieeinführung durch Jesus selbst – Die Kirche hat das natürlich wieder völlig aus dem Ruder laufen lassen). Auch das ist Bestandteil der Bibel. Was soll ich also tun?

    Ich höre gern auf Jesus und kritisiere meine Kirche auch heir oft genug, z. B. bei dem Thema, zu dem der werte Blogbetreiber hier so vehement Stellung bezieht. Auch kritisiere ich den alten Mann aus Rom, wenn er verkündet oder auch nur unter der Decke verkündet, dass Muslime und Christen denselben Gott anbeten. Theologisch mag das auch nur im Ansatz begründet sein. Aber alle Sinne gehen bei mir auf Alarmstimmung, wenn solche Äußerungen von irgendwelchen Kirchenführern, so auch vom Papst geäußert werden sollten und werden. Da gehe ich in der Kirche in Opposition. Ich weiß, dass er es, wenn er das äußert, z. B. dem Frieden zuliebe gut meint. Aber damit verstößt er letztlich gegen Jesus selbst. Das sehe ich als einen Verratsakt an Jesus an. Da beziehe ich klar Stellung!

  6. Werte Frau Sieberz. Selbstverständlich will ich hier keine Propaganda für die kath. Kirche machen, was ich auch nicht glaubwürdig genug schaffen würde, weil ich ein durchaus kritischer Kathole bin, was meine Kirche anbelangt, die m. E. auch bereits auf dem Weg ist, zu sehr dem Zeitgeist hinterher zu laufen. Der Zölibat ist z. B. ein Bollwerk dagegen, ein Stachel im Fleische des Zeitgeistes wie wir aus unserer Diskussion sehen. Kirchen haben alle ein Grundproblem. Jesus hat die Höhe der Glaubwürdigkeit so hoch gehängt, dass eine von Menschen geführte Kirche egal, welche hinter dieser Glaubwürdigkeit immer zurückbleiben muss, je länger sie besteht. Trotzdem ist sie für mich eine Art religiöse Heimat, wenn auch mit einer großen Belastung aus der Vergangenheit heraus. Aber jesus hat sie nunmal über Petrus irgendwie begründet und diese Kirche ist schon seit 2000 Jahren dabei. Das imponiert mir und sie hat viel Leid, aber auch Gutes gestiftet. Ich für meine Person sehe mich nicht einen Deut besser als jeden anderen Christen, der ehrlich auf der Suche nach Gott in Jesus ist, an, nicht einmal besser als einen strammen Atheisten oder Angehörigen eines anderen Glaubens. DAs ist m. E. die Grundbedingung und Grundvoraussetzung überhaupt, glaubwürdiger Christ, egal in welcher Form, zu sein.

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