Saudi-Arabien: die „Jiddah-35“ wurden abgeschoben

Seit Monaten berichten wir in unregelmässigen Abständen über das Schicksal der sog. „Jiddah-35“, einer Gruppe äthiopischer Christen, die während einer Gebetsversammlung verhaftet wurden.

Saudi-Arabien

Um die Religionsfreiheit ist es in Saudi-Arabien sehr, sehr schlecht bestellt, Im Land des „schwarzen Steines“ von Mekka bedeutet Religionsfreiheit soviel wie: „Sie dürfen den sunnitischen, wahhabitischen Islam so leben, wie unsere Religionspolizei es für richtig hält“. Wie freiheitlich, wie modern und tolerant ! Nicht umsonst gewinnt das arabische Königreich auch die Bronzemedaille im Weltverfolgungsindex der christlichen Hilfsorganisation „open doors“. Bereits wenige Tage nach der Verhaftung der äthiopischen Christen in Jiddah hatten wir erstmalig darüber berichtet:

https://gebetskreis.wordpress.com/2011/12/19/saudi-arabien-athiopische-gebetsversammlung-gesprengt/

Am 15. Dezember 2011 wurden die in einer Privatwohnung versammelten Christen verhaftet. Bei der anschließenden, polizeilichen Prozedur der Inhaftierung wurden Angehörige der Gruppe misshandelt, beschimpft und unter unglaublichen, hygienischen Bedingungen „untersucht“.

https://gebetskreis.wordpress.com/2012/01/25/saudi-arabien-christen-in-jiddah-inhaftiert-attackiert/

Die Haftgründe waren von Anfang an unklar. Entweder das „Vermischen von Geschlechtern“, die gemeinsam beteten, oder mögliche Verstöße gegen die Einreisebestimmungen Saudi-Arabiens wurden genannt. Im Gefängnis wurden die Christen dann dazu gedrängt, zum Islam zu konvertieren. Dafür wurde ihnen eine mögliche Freilassung in Aussicht gestellt. Aber wem jetzt das Wort „Erpressung“ einfällt, der ist sicherlich ein widerlicher Islamophober und „hoffnungslos bigott“.

https://gebetskreis.wordpress.com/2012/02/12/saudia-arabien-neues-von-den-jiddah-35/

Dankenswerterweise hat die christliche Menschenrechtsgruppe „International Christian Concern“ den Fall von Anfang an begleitet und publik gemacht. Hätte es keine Öffentlichkeit für die Äthiopier gegeben, dann würden sie vermutlich auf unbestimmte Zeit in einem saudischen Gefängnis vor sich hindämmern. ICC hat aber in den USA die politischen Kreise Washington´s aufgemischt und dafür gesorgt, dass ab und an bei der Saudischen Botschaft das Telefon klingelte und ein Abgeordneter oder Beamter Auskünfte über die Jiddah-35 haben wollte. Hier offenbarte sich die Erklärungsnot des Saudischen Königreiches, indem kaum klare Aussagen über die Haftgründe der Christen zu bekommen waren und sich Sprecher der Botschaft in widersprüchliche Aussagen verstrickten.

https://gebetskreis.wordpress.com/2012/06/10/saudi-arabien-widerspruchliche-aussagen-uber-die-jiddah-35/

Nun wird bekannt, dass alle 35 Äthiopier aus Saudi-Arabien in ihr Heimatland abgeschoben wurden. Einer von ihnen, der noch immer aus Sicherheitsgründen namentlich nicht genannt werden will, sagte gegenüber ICC folgendes:

Wir sind sicher zu Hause angekommen. Wir sind sicher, dass wir aufgrund des Drucks freigelassen wurden, den ICC und andere gemacht haben.

Und weiter:

Die saudischen Behörden akzeptieren keine andere Religion als den Islam. Sie betrachten Nichtmuslime als „Ungläubige“. Sie sind voller Hass gegen Nichtmuslime. 

Jordan Racho von „International Christan Concern“ gibt folgende Bemerkungen zu Protokoll:

Saudische Beamte haben ihre offene Missachtung für die Religionsfreiheit dadurch bewiesen, dass sie Christen verhaftet, misshandelt und deportiert haben, weil sie ein Gebetstreffen abhielten. Die Saudis täuschen die internationale Gemeinschaft, wenn sie vorgeben, die Toleranz zwischen Anhängern unterschiedlicher Religionen fördern zu wollen. Denn in Wirklichkeit tolerieren sie keine andere Religion als den Wahhabi-Islam saudischer Prägung. Die internationale Gemeinschaft muss Saudi-Arabien unter Druck setzten, damit sie die Religionsfreiheit respektieren.

Ja, ich sehe bereits Frau Merkel, Herrn Westerwelle, Frau Clinton und Herrn Obama auf einem fliegenden (Gebets-) Teppich nach Riad segeln, um den mit Ölmilliarden finanzierten Großmoscheen in Europa und Amerika an den Kragen zu gehen, indem sie repräsentative Kirchenbauten in Saudi-Arabien einfordern ! Sollte es jemals passieren, dass ein westlicher Politiker, dessen Taschen voller saudischer Ölgelder stecken, die Halal-Brathähnchen aus dem Mund nimmt, um sich für die christlichen Minderheiten auf der Arabischen Halbinsel einzusetzen, dann fallen Ostern und Weihnachten auf denselben Tag. Dann habe ich alles gesehen und der Herr kann mich getrost sofort zu sich rufen.

IN DIESEM SINNE: BITTE BETEN SIE FÜR DIE KOMPLETTE GEISTLICHE, KÖRPERLICHE UND MENTALE WIEDERHERSTELLUNG ALLER JIDDAH-35. DANKEN WIR DEM HIMMLISCHEN VATER DAFÜR, DASS SIE GEFÄNGNIS UND REPRESSIVES REGIME HINTER SICH GEBRACHT HABEN.

(Quelle: „persecution.org“ vom 03. August 2012)

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