Kuba: christlicher Menschenrechtsaktivist verschwunden (update)

Dass in Diktaturen Menschen „spurlos verschwinden“ kennen wir ja aus der NS-Zeit, der DDR, der Sowjetunion oder heutzutage dem Iran. Unliebsame Mahner werden gerne „stillschweigend“ mundtot gemacht.

Dass Kuba noch immer in die Reihe der „Einparteiendiktaturen“ gehört, vergessen wir Karibik-verliebten und gegenüber linken Regimen traditionell toleranten Deutschen nur zu gerne. Deshalb jetzt eine Erinnerung: der Vorsitzende der Patriotischen Union Kubas, José Daniel Ferrer, 41, wurde am Montag, den 30. Juli 2012, verhaftet und ist seitdem für seine Familie und Freunde „unauffindbar“. Ferrer, praktizierender katholischer Christ und minutiöser Chronist der anhaltenden Verletzungen der Religionsfreiheit auf der „Zuckerinsel“, wurde am 30. Juli in Holguin verhaftet.

Er sammelt Berichte über Verletzungen der Menschenrechte auf Kuba, vor allem Fälle von Einschränkung der Religionsfreiheit hat er dabei im Blick. Dies hatte schon mehrfach die Behörden auf den Plan gerufen. Ferrer war in diesem Jahr schon mehfach willkürlich von der Polizei in Gewahrsam genommen worden, wie eine karibische Nachrichtenagentur vermeldet. Dabei hatte sein Hungerstreik vom April 2012, der sich gegen die menschenunwürdigen Haftbedingungen in Kubas Knästen richtete, internationale Aufmerksamkeit erregt.
Auch die christliche Monitorgruppe „Christian Solidarity Worldwide“ (CSW) hat für das Jahr 2012 bereits jetzt über 100 Verletzungen der Religionsfreiheit auf Kuba aufgezeichnet. In dieser Zahl sind noch nicht einmal die Festnahmen und Reisebschränkungen anlässlich des Papst-Besuches vom Frühjahr enthalten.

CSW spricht gegenüber „BozNews“ davon, dass die Situation in Kuba bezüglich der Religionsfreiheit sich seit dem Beginn des Jahres 2012 entscheidend verschlechtert habe. Das Behindern von Gottesdiensten, das Hindern von Christen an der Gottesdienst-Teilnahme, Gewalt gegen Pastoren, Enteignungen und ähnliche Dinge seien mittlerweile wieder an der Tagesordnung. Auch der Druck staatlicher Stellen, bestimmte Gläubige aus den Gemeinden auzuschließen, dem sich Gemeinden in den seltensten Fällen beugen, scheint eine besondere Spezialität Kubas zu sein.

BITTE BETEN SIE FÜR AUFKLÄRUNG DER SITUATION JOSÉ DANIEL FERRERS. SEINE FREUNDE UND FAMILIE MÜSSEN WISSEN, WIE ES UM IHN BESTELLT IST.

(Quelle: „bosnewslife“ vom 01. August 2012)

UPDATE:
Am 01. August 2012 wurde José Daniel Ferrer wieder auf freien Fuß gesetzt. Er berichtet davon, dass ihm trotz intensiver Befragungen durch die Polizei noch immer unklar sei, warum er überhaupt festgehalten wurde. Er kritisiert noch immer die Rolle der kubanischen Polizei als Erfüllungsgehilfen politischer Vorgaben der kommunistischen Partei.
(Quelle: „assist news service“ vom 03. August 2012)

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