Italien: „Rettet die Christen“ – Demonstration in Rom

Am 18. Juli 2012 fand in Rom die „Salviamo i cristiani“-Demonstration statt. Verschiedene Organisatoren aus dem christlichen Bereich, vor allem menschenrechtlich engagierte Gruppen, wiesen auf die Greuel der Verfolgung hin.

Wer immer noch glaubt, „Christenverfolgung“, sei ein Stück aus dem Geschichtsbuch und sich dabei nur an die Kaiser Nero oder Diokletian des „alten Roms“ erinnert, dem schreiben die Organisatoren dieser Zusammenkunft ins Stammbuch, dass von den ca. 70 Millionen um ihres Glaubens willen getöteter Christen alleine ca. 40 Millionen während des 20. Jahrhunderts ermordet wurden. In anderen Worten: die Welle der Gewalt gegen das Evangelium schwappt jetzt erst so richtig hoch. Das kann man behaupten, ohne deshalb Diokletian oder Nero zu „Helden der Barmherzigkeit“ hochzustilisieren.

In Anlehung an das von Massimo Introvigne erarbeitete Zahlenwerk, wurde auch hier wieder auf die mehr als 100.000 Christen hingewiesen, die alleine im Jahr 2010 für ihren Glauben getötet wurden. Ebenso wurde in Rom auf die diversen Verfolgerstaaten, -gruppen und -organisationen hingewiesen. Roberto de Mattei von der non-profit NGO „Lepanto Stiftung“ wies in diesem Zusammenhang mit Bezug auf den „Arabischen Frühling“ auf folgendes hin:

Man erzählt uns etwas über den Triumpf von Demokratie und Frieden. … Die Realität, die wir vor unseren Augen haben, ist aber auf tragische Weise anders. Heute sind wir hier zusammengekommen, um unsere Empörung auszudrücken und einen Aufruf für verfolgte Christen zu starten.

In diesem Zusammenhang wurde auch auf das Schicksal der statistisch relevanten, christlichen Minderheit Syriens hingewiesen. Viele Christen würden ihre Heimatorte verlassen und teils sogar Zuflucht im Ausland suchen, weil sie sicher seien, als Ziele islamischer Terroristen „willkommene“, potentielle Opfer von Gewalt zu sein.

Magdi Allam, italienischer Europa-Abgeordneter und selbst mit ägyptischen Wurzeln ausgestattet, appellierte im Rahmen einer Grußaddresse für die Versammelten an die europäischen Regierungen, verfolgten Christen pauschal einen Flüchtlingsstatus zuzusichern. Ebenso wies auch er sich auf Zahlen stützend darauf hin, dass noch im Frühmittelalter ca. 95 % der Bewohner des südlichen und östlichen Mittelmeerraumes Christen gewesen seien, heute würde diese Zahl nur dank der starken, koptischen Minderheit Ägyptens noch ungefähr 6 % betragen und sei dabei, im Jahre 2020 sich noch einmal zu halbieren. Sein Fazit:

Nur wenn wir stark sind und unserer Wurzeln, unseres Glaubens und unserer Werte sicher, können wir respektiert werden.

Auf die Frage angesprochen, warum westliche Regierungen und Medien das Schicksal der verfolgten Christen weitgehend ignorierten, sagte Allam, dass man sich in der freien Welt allzusehr vor dem Islam (als einer der Quellen der Verfolgung) fürchte und zu sehr mit dem Finanzwesen und materiellen Dingen befasst sei. In diesem Zusammenhang nannte er als negatives Beispiel den derzetigen US-Präsidenten Barack Hussein Obama, der durch seine schwer durchschaubare Außenpolitik sehr viel zur scheinbaren „Legitimation“ des radikalen, auch christenfeindlichen, Islam beigetragen habe.

Andere Sprecher wiesen unmissverständlich auch darauf hin, dass Verfolgung Vorstufen habe, die wesentlich subtiler daherkämen, als die blanken Bombenexplosionen in Nigeria oder Indonesien. Auch schon Einschränkungen der traditionellen, christlichen Glaubenspraxis in nordafrikanischen Ländern oder gar im säkularisierten Europa wiesen auf einen gefährlichen Gesinnungswandel hin. Roberto de Mattei von der Lepanto-Stiftung wies darauf hin, dass den Christen zwar in der Bibel Verfolgung vorausgesagt werde, man sie aber dennoch konfrontieren müsse.

Die Kirche hat seit ihren Anfängen mit Verfolgung gelebt, aber die Verfolger sind von Übel und wir müssen ihnen widerstehen, müssen kämpfen. Wenn es keine solche Proteste gäbe, wäre das ein Skandal !

BITTE BETEN SIE AUCH WEITERHIN DAFÜR, DASS IN LÄNDERN MIT MEINUNGS- UND RELIGIONSFREIHEIT SICH MENSCHEN FINDEN, DIE LAUTSTRARK, ENGAGIERT UND FRÖHLICH SOLCHE VERSAMMLUNGEN ABHALTEN WIE DIE IN ROM ODER AN VIELEN ANDEREN ORTEN. DAS THEMA BRAUCHT MENSCHEN, DIE BEREIT SIND, AUCH GEGEN VERMEINTLICHE WINDMÜHLEN ANZURENNEN.

(Quelle: „aina.org“ vom 29. Juli 2012)

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3 Gedanken zu “Italien: „Rettet die Christen“ – Demonstration in Rom

    • Na, schön wärs jedenfalls. Italien ist in seinen Regierungs- und Verwaltungskreisen viel stärker mit überzeugten Christen durchsetzt, als unser „gar so atheistisch“ gewordenes Land. Das macht sich bemerkbar. Und die Arbeit von Professor Introvigne, der von diesen staatlichen Stellen auch immer wieder zitiert und bemüht wird, tut das Ihrige dazu. Von derartigen Verhältnissen können wir hierzulande nur träumen.

  1. Pingback: Das Kreuz der Christen im Nahen Osten tragen die Europäer bald « kopten ohne grenzen

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